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Samstag, 04.02.2012:

Mario Monti wirbt für Italien als "sicheren Ort"

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hält sein Land in der Schuldenkrise für einen „sicheren Ort“. Trotzdem sieht sich Monti noch nicht am Ende seiner Mission: „Das Wachstum muss sich erst noch beschleunigen.“ Italien habe bereits großen Reform- und Sparleistungen erbracht und verdiene die harte Behandlung durch die Finanzmärkte immer weniger, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Die gesunkenen Zinssätze für kurzfristige italienische Staatsanleihen deutete Monti als erstes Zeichen für Erfolg. „Und ändern muss sich die Wahrnehmung der Märkte, die Italien gelegentlich noch immer mit der Situation in der gesamten Euro-Zone gleichsetzen“, sagte Monti der Zeitung. Das langfristige Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, werde mehr Zeit benötigen, als dieser Regierung zur Verfügung stehe, die ja höchstens bis Frühjahr 2013 im Amt sein könne.
Quelle: welt.de

Griechen horten zig Milliarden Bargeld daheim

Aus Angst vor einem Staatsbankrott und der Wiedereinführung der alten Landeswährung, der Drachme, haben die Griechen nach Angaben der Athener Regierung zweistellige Milliardenbeträge in bar gehort. Seit 2009 hoben sie nach Worten von Finanzminister Evangelos Venizelos rund 65 Mrd. Euro von ihren Bankkonten ab. Davon seien 16 Mrd. Euro ins Ausland geflossen.

"49 Mrd. Euro sind in Sicherheitsfächern, in Truhen, in Kellern und Dachböden oder unter dem Bett versteckt", mutmaßte Venizelos am Freitag im Athener Parlament. Wahrscheinlich ist allerdings, dass ein Teil dieser Ersparnisse längst ausgegeben wurde: Griechenland steckt seit 2008 in einer Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 17 Prozent. Hinzu kamen in den vergangenen zwei Jahren kräftige Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst. Sie gehörten zu den Auflagen für das 110 Mrd. Euro schwere Rettungspaket, das die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) 2010 für Griechenland schnürten.

Von den ins Ausland abgeflossenen Mitteln wurden nach Venizelos' Angaben mehr als 5 Mrd. Euro bei britischen Banken angelegt. Knapp 1,6 Mrd. Euro seien in der Schweiz gelandet. Bekannt ist, dass Griechen - teils erfolgreich - versuchen, ihr Geld in Immobilien europäischer Großstädte zu stecken, darunter London und Berlin. Bankenexperten gehen davon aus, dass weitaus höhere Summen ins Ausland verschoben wurden - Geld, von dem das Finanzministerium von vornherein nichts erfuhr. Die aus Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft stammenden Geldanlagen griechischer Bürger im Ausland belaufen sich Schätzungen zufolge auf mehr als 200 Mrd. Euro.
Quelle: ftd.de



Freitag, 03.02.2012:

Griechen lassen ihre Retter zappeln

Das für Montag angesetzte Sondertreffen der Euro-Finanzminister ist wieder abgesagt worden. Grund für die Absage ist nach Informationen der Financial Times Deutschland, dass Griechenland mit den Wirtschaftsreformen nicht vorankommt, die die Troika aus EU-Kommision, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) im Gegenzug zu den neuen Notdarlehen von Athen verlangt. Ein neuer Termin für das Treffen wurde nicht festgelegt.

Der Euro verlor als Reaktion auf die Verschiebung Gewinne, die er erst wenige Minuten zuvor nach Bekanntgabe neuster US-Arbeitsmarktdaten erzielt hatte. Die Beratungen seien nur sinnvoll, wenn die wesentlichen Elemente des neuen Griechenland-Programms vorlägen - und das sei momentan nicht der Fall, sagte ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, stellte eine Sitzung im Verlauf der nächsten Woche in Aussicht. Nach internen EU-Schätzungen muss das zweite Paket deutlich größer ausfallen als die bislang angesetzten 130 Mrd. Euro, wahrscheinlich werden es 15 Mrd. Euro mehr sein. Der zusätzliche Betrag ergibt sich im wesentlichen aus dem Rekapitalisierungsbedarf griechischer Banken.
Quelle: ftd.de

Mecker-Deutsche zweifeln an sozialer Marktwirtschaft

In der Euro-Zone wirkt Deutschland wie eine Insel der Seligen: Der Jobmarkt ist stabil wie nie, die Firmen schauen trotz Schuldenkrise optimistisch in die Zukunft, und Volkswirte sagen der Bundesrepublik trotz weltweitem Abschwung im laufenden Jahr Wachstum voraus. Dennoch ist die Hälfte der Deutschen laut ARD-Deutschlandtrend mit der Wirtschaftsordnung in Deutschland unzufrieden.

Während 49 Prozent der Bürger insgesamt mit dem Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft zufrieden sind, vertreten 50 Prozent die gegenteilige Ansicht. 51 Prozent sagten sogar, die Wirtschaftsordnung müsse grundlegend verändert werden. 73 Prozent gaben an, die soziale Marktwirtschaft "funktioniert nicht mehr so wie früher". Die Bürger kritisieren vor allem die soziale Ungleichheit. 77 Prozent monierten, die soziale Marktwirtschaft mache die Reichen reicher und die Armen ärmer. Meldungen, dass es zuletzt sogar deutlich weniger Kinderarmut hierzulande gab, gehen im allgemeinen Negativgefühl klar unter.

Allerdings sehen die meisten Befragten keine Alternative zur aktuellen Wirtschaftsordnung. 65 Prozent gaben an, dass die soziale Marktwirtschaft "für Deutschland immer noch am besten" sei. Und zwei Drittel der Befragten waren sogar der Ansicht, die soziale Marktwirtschaft sei "maßgeblich für die derzeit gute wirtschaftliche Lage in Deutschland".
Quelle: manager-magazin.de

Griechenland wird für EU und IWF zum Härtetest

Die Griechen müssen sich auf weitere schmerzliche Einkommenseinbußen einstellen. Die Troika - bestehend aus Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF) - will dem Land Lohn- und Rentenkürzungen verordnen. Premierminister Lucas Papademos habe bereits zugesagt, entsprechende Gesetze noch vor der für dieses Frühjahr angesetzten Wahl durch das griechische Parlament zu bringen, sagten EU-Diplomaten. Ziel ist es, die Arbeitskosten in Griechenland zu senken, um das Land international wettbewerbsfähiger zu machen.

Über das Ausmaß der Lohnsenkungen besteht allerdings kein Einvernehmen. Der IWF wolle den griechischen Arbeitnehmern mehr Opfer abverlangen als die EU-Kommission, sagten EU-Diplomaten. Die Auseinandersetzung darüber dürfte sich bis zum Wochenende hinziehen. Am Montagnachmittag kommen die Finanzminister der Euro-Zone zusammen. So war es jedenfalls gestern Nachmittag auf dem Terminplan auf der Website des Europäischen Rates vorgesehen. Spätestens dann muss die Troika das neue Reform- und Sparprogramm für Griechenland fertiggestellt haben.

Hauptthema der Euro-Gruppe am Montag wird der griechische Schuldenschnitt sein. Die griechische Regierung hatte darüber wochenlang mit dem Weltbankenverband Institute of International Finance (IIF) verhandelt. Inzwischen scheint man handelseinig geworden zu sein. IIF-Chef Josef Ackermann sagte gestern, die privaten Investoren würden auf 70 Prozent ihrer Forderungen an Griechenland verzichten.
Quelle: handelsblatt.com



Donnerstag, 02.02.2012:

Merkel kämpft in China für den Euro und Europa

Schon die erste Frage an Angela Merkel ist knifflig. Im mit 800 Teilnehmern voll besetzten Auditorium der Akademie für Sozialwissenschaften wirbt die Bundeskanzlerin um Vertrauen in Europas Zukunft, in den Euro und in das weitere Zusammenwachsen der Union. Wie kann sich Europa eine strengere Spar- und Haushaltsdisziplin im Kampf gegen die Schulden verordnen, ohne damit zugleich seine Wirtschaftsentwicklung und weiteres Wachstum abzuwürgen?

Merkel, die erst zwei Stunden vorher in Peking zum dreitägigen Staatsbesuch gelandet ist, fühlt sich in ihrem Element. Wenn Europa seine übermäßige Verschuldung nicht mit strikten Sparmaßnamen in Griff bekommt, könne es weder das Vertrauen bei sich selbst noch von „internationalen Investoren wiedergewinnen.“ Das müsse aber nicht auf Kosten des Wachstums gehen. Die EU-Mitgliedstaaten könnten eine Vielzahl von Reformen einleiten und Maßnahmen ausschöpfen, die kein zusätzliches Geld kosten, keine neuen Schulden aufbürden und dennoch innovativ wachsen.

Die Mittel dazu seien etwa Bürokratieabbau, Vereinfachung des Arbeitsrechts oder ein klügerer Einsatz der Investitionen in Forschung und Entwicklung. Europa müsse nicht nur mit seinen Schulden fertig werden, sondern sich auch im internationalen Wettbewerb behaupten. Der ist nicht zuletzt durch Chinas Aufstieg viel härter als jemals zuvor geworden. Diese Herausforderung haben die Europäer und das Exportland Deutschland zu bewältigen: „Wir müssen immer so viel besser sein und bleiben, wie wir teurer sind.“
Quelle: welt.de

Griechischer Fiskus entlarvt 63.500 Zombie-Rentner

Die griechischen Rentenkassen haben zu Jahresbeginn die Auszahlung von insgesamt 63.500 Renten eingestellt, die zu Unrecht gewährt worden waren. Das Geld ging an nicht existierende oder nicht mehr lebende Personen oder wurde nach falschen Angaben berechnet. Damit sparten der griechische Staat und seine Rentenkassen knapp 450 Millionen Euro jährlich. Das geht aus einem Bericht des Arbeitsministeriums hervor, der in der griechischen Presse veröffentlicht wurde.

Es handelt sich dabei um 37.500 Haupt- und 26.000 kleinere Zusatzrenten. Bereits im Oktober 2011 hatte der Direktor des staatlichen Versicherers IKA, Rovertos Spyropoulos, zugegeben, im vergangenen Jahrzehnt seien bis zu acht Milliarden Euro an nicht existierende oder längst gestorbene Personen überwiesen worden. Die staatlichen Rentenkassen hatten daraufhin alle Rentner aufgefordert, sich persönlich bis zum 31. Dezember 2011 bei den Behörden zu melden. Zudem wurde untersucht, ob alle Renten rechtmäßig ausgezahlt werden.
Quelle: welt.de

Schuldenkrise verdirbt Ackermanns Abgang

Enttäuschung vor dem Abschied: Die Schuldenkrise verdirbt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Schlussbilanz. Statt des erhofften Rekordgewinns von zehn Milliarden Euro reicht es nur für rund die Hälfte - und im vierten Quartal fiel sogar ein Verlust an. Für Nachfolger Anshu Jain ist das eine Hypothek. Vor allem das dominierende Investmentbanking durchkreuzte die Pläne Ackermanns, die Bank mit einem Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro an seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen zu übergeben.

Es reichte 2011 nur für die Hälfte - gerade 5,4 Milliarden standen vor Steuern zu Buche, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Im vierten Quartal fiel sogar ein Verlust an, weil dem früher lukrativen Kapitalmarktgeschäft in der Euro-Schuldenkrise die Einnahmen wegbrachen. Bei Anleihen - in diesem Geschäft ist die Deutsche Bank eigentlich besonders stark - ging nichts mehr. Damit tritt der oberste Investmentbanker Jain mit einer Hypothek an. Auch das von Ackermann mit der Übernahme der Postbank gestärkte Privatkundengeschäft konnte die massiven Einbußen 2011 nicht ausbügeln. Der scheidende Vorstandschef Ackermann sprach dennoch von "ansehnlichen" Ergebnissen.

Er zeigte sich ernüchtert von den Aussichten für den langjährigen Gewinn-Motor der Bank: "Wir gehen davon aus, dass Investmentbanken selbst bei einem besseren Marktumfeld auf absehbare Zukunft das hohe Ertragsniveau früherer Spitzenzeiten nicht mehr erreichen werden", sagte er. Jains Sparte habe im zweiten Halbjahr die Erwartungen "leider nicht erfüllen können".
Quelle: manager-magazin.de

Hedge-Fonds rüsten sich für das Ende der Euro-Zone

Die Euro-Krise bringt selbst Investoren mit scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten an ihre Grenzen. Hedge-Fonds spielen derzeit Extremszenarien durch, um sich für den „Worst Case“ zu rüsten und ihre bittere Erkenntnis lautet: Die Folgen eines Zusammenbruchs der Euro-Zone sind nicht kalkulierbar.

Wegen der Verhandlungsstarre um einen griechischen Schuldenschnitt und der zunehmenden Zweifel an Portugals Reformkraft wird die Möglichkeit, dass mindestens ein Land die Euro-Zone verlässt, von den Hedge-Fonds als kleine, aber ernstzunehmende Option gesehen. „Wie genau dieses Ereignis ausfallen könnte, lässt sich im Voraus nicht greifen, aber das entbindet dich nicht von deiner Pflicht, dich darauf vorzubereiten“, umschreibt es der Risikochef einer Gesellschaft. Präzedenzfälle gibt es nicht, nicht einmal der Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 kann als Muster herangezogen werden.
Quelle: handelsblatt.com

Bayern plant massiven Schuldenabbau

Finanzminister Markus Söder (CSU) will noch in diesem Jahr bis zu einer Milliarde Euro bayerischer Staatsschulden abbezahlen - viermal mehr als die bisher geplanten 250 Millionen. „Das wäre die größte Schuldentilgung in der Geschichte des Freistaats Bayern“, sagte Söder am Donnerstag bei der Einbringung des Nachtragshaushalts 2012. Er halte eine nachhaltige Erhöhung der Schuldentilgung für seriös und vertretbar.

Damit könnte die Staatsregierung auf einen Schlag fast fünf Prozent der knapp 23 Milliarden Euro Schulden im allgemeinen Haushalt tilgen, sagte Söder. „Das wäre ein nachhaltiges und glaubwürdiges Signal.“ Die CSU/FDP-Koalition hatte im November verabredet, 250 Millionen Euro zu sparen. Seitdem sind jedoch mehr als eine Milliarde Euro zusätzliche Steuereinnahmen in die Staatskasse geflossen, wie Söder sagte.

Die Forderung nach einem kräftigeren Einstieg in die Schuldentilgung hatte zuerst die FDP erhoben. Der Freistaat ist derzeit mit insgesamt über 32 Milliarden Euro verschuldet, von denen die Staatsregierung allein zehn Milliarden für die Rettung der BayernLB aufnehmen musste. Der Nachtragshaushalt für dieses Jahr sieht Ausgaben von 44 Milliarden Euro vor - 1,1 Milliarde mehr als ursprünglich geplant.
Quelle: handelsblatt.com

Griechenland plant eigenen Sparkommissar

Angesichts der dramatischen Finanzlage will Athen nach übereinstimmenden griechischen Presseberichten nun einen eigenen Sparkommissar einsetzen. Dieser solle umfangreiche Befugnisse haben und harte Maßnahmen anordnen können, falls das Land von seinem Sparkurs abweicht. Unter anderem werde er die Renten sofort kürzen, staatliche Betriebe schließen und höhere Beiträge der Arbeitnehmer an Rentenkassen und Versicherungen anordnen dürfen, heißt es.

Das griechische Finanzministerium wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Das griechische Fernsehen berichtete hingegen am Donnerstag, eine entsprechende Entscheidung werde in Kürze fallen. Demnach soll künftig der ranghöchste Beamte im Finanzministerium, Generalsekretär Ilias Plasovitis, in der neuen Rolle des Sparkommissars die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) über den Werdegang der griechischen Sparmaßnahmen informieren.
Quelle: faz.net



Mittwoch, 01.02.2012:

IWF fordert Athen zu drastischen Lohnkürzungen auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat erneut enorme Einschnitte in Griechenland gefordert, zugleich aber Fehler eingeräumt. Der IWF-Chefkontrolleur für Griechenland, Poul Thomsen, sagte der Athener Zeitung „Kathimerini“, die Regierung in Athen müsse staatliche Unternehmen schließen und notfalls Staatsbedienstete entlassen. Außerdem müssten die Löhne drastisch gekürzt werden.

Der Mindestlohn in Griechenland sei „dramatisch höher“ im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, sagte Thomsen. Es sei skandalös, dass wegen der hohen Mindestlöhne rund 40 Prozent der jungen Menschen in Griechenland arbeitslos sind. Thomsen sagte aber zugleich, dass es Fehler in der Politik der „Troika“-Experten von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) gegeben habe. Das Reformprogramm habe zu sehr auf neuen Steuern basiert. Die „Troika“ hätte der Reduzierung der Ausgaben mehr Gewicht geben sollen.
Quelle: welt.de

Neues Griechen-Rettungspaket ist fast fertig

Die Gespräche über das nächste Rettungspaket Griechenlands stehen offenbar unmittelbar vor ihrem Abschluss. Mit seinen privaten Gläubigern verhandelt die griechische Regierung über eine Umschuldung und mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU über weitere Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Sollten die Gespräche erfolgreich sein, wäre eine für März drohende Pleite erneut abgewendet. "Die Vereinbarungen sollten in den kommenden Tagen abgeschlossen werden", sagte Regierungssprecher Pantelis Kapis am Mittwoch.

Auch der Leiter der IWF-Delegation in Athen, Poul Mathias Thomsen, ließ verlauten, eine Einigung stehe kurz bevor. "Es ist eine Sache von Tagen", sagte er der Athener Tageszeitung "Kathimerini". Allerdings müsse Griechenland die Lohnkosten, also auch den Mindestlohn, senken, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, sagte er. Die Löhne in Griechenland seien zu hoch und der Mindestlohn sollte auf 750 Euro brutto gesenkt werden.

Die Gerüchte über eine baldige Einigung auf einen Schuldenschnitt für Griechenland haben den Dax zum Monatsauftakt am Mittwoch auf ein neues Hoch seit August getrieben. Zusätzlich gestützt von gut aufgenommenen Wirtschaftsdaten aus China kletterte der Leitindex am Nachmittag um 1,93 Prozent auf 6583 Punkte, nachdem er zuvor schon kurzzeitig über die Marke von 6600 Punkten gestiegen war.
Quelle: manager-magazin.de

Portugal: Wie weit ist es noch bis Griechenland?

Optimisten sind rar in Portugal. Das Land kämpft mit der schwersten Rezession seit Ende der Diktatur Mitte der 70er Jahre. Um mehr als drei Prozent wird die Wirtschaft dieses Jahr schrumpfen, so die Vorhersage der portugiesischen Zentralbank sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Szenario ist düster: Eine hohe Arbeitslosenrate, knapper und teurer Kredit sowie massive Steuererhöhungen und Kürzungen bei Gehältern und Pensionen lassen den privaten Konsum und die Investitionen weg brechen.

Die strenge Sparpolitik, zu der sich die Regierung im Rahmen des 78 Milliarden Euro schweren Rettungskredits von EU und IWF verpflichtete, zieht die Wirtschaft weiter nach unten. Für viele Investoren scheint das schon ausgemachte Sache zu sein. Zwar hat das Land heute Geldmarktpapiere zu passablen Zinsen am Markt platzieren können. Doch das liegt wohl an der kurzen Laufzeit. Die nächsten drei oder sechs Monate werde Portugal schon noch schaffen, so die Meinung am Markt.

Wie groß das Misstrauen der Märkte wirklich ist, lässt sich an den Kursen der lang laufenden Anleihen ablesen - sie sind in den vergangenen Tagen stark unter Druck geraten. Die Kurse „spiegeln vor allem bei den länger laufenden Anleihen bereits einen möglichen Staatsbankrott Portugals wider“, warnt Viola Stork, Analystin bei der Helaba. So ist der Kurs der in knapp zehn Jahren fälligen Anleihe auf bis knapp 40 Prozent des Nennwerts von 100 Prozent gefallen, der Kurs der in zwei Jahren auslaufenden Anleihe sackte auf 80 Prozent ab.
Quelle: handelsblatt.com

Kredite der Banken fließen zäher

Glücklich, wer momentan in Deutschland ein Darlehen braucht: Während hierzulande kaum eine Bank mit Krediten knausern will, sieht die Lage in anderen Teilen der Euro-Zone düster aus. Europas Kreditlandschaft zerfällt in zwei Welten. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten vierteljährlichen Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, denkt ein gutes Viertel aller Institute im gemeinsamen Währungsgebiet über eine weitere Verschärfung seiner Kreditbedingungen nach. Dabei wurden die Angebote bereits Ende 2011 mit deutlich härteren Vorgaben verknüpft - besonders für Großunternehmen mit einem langfristigen Finanzierungsbedarf und für private Bauherren. Ähnlich restriktiv waren die Banken zuletzt im Frühjahr 2009 wenige Monate nach der Pleite von Lehman Brothers.

Grund für die Vorsicht der Institute sind neben der konjunkturellen Unsicherheit die Schwierigkeiten der Branche mit der eigenen Refinanzierung. Für viele Banken ist es im vergangenen Jahr wegen der Verwerfungen am Geldmarkt im Zuge der Schuldenkrise immer schwieriger geworden, selbst an frisches Geld zu kommen. Erst die großzügige Liquiditätsspritze der EZB kurz vor Weihnachten dürfte die Lage etwas entspannt haben. Der Schritt schlägt sich aber noch kaum in der um den Jahreswechsel geführten Umfrage unter 124 Banken nieder. Beim ersten auf drei Jahre terminierten Refinanzierungsgeschäft sicherten sich die Institute damals fast eine halbe Billion Euro. Nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi konnte so eine Kreditklemme verhindert werden.
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 31.01.2012:

Mario Draghi öffnet die Geldschleusen

Der 29. Februar könnte ein historischer Tag für die Europäische Zentralbank (EZB) werden. Wenn stimmt, was aus Finanzkreisen zu hören ist, dann dürfte die Notenbank an diesem einen Tag die Banken der Eurozone mit mehr als einer Billion Euro überschütten. Die EZB bietet den Banken der Eurozone an diesem Tag erneut für drei Jahre Geld in unbegrenzter Menge an und quasi zum Nulltarif. Wie es aussieht werden sich die Banken dieses Angebot nicht entgehen lassen und erneut kräftig zuschlagen.

Die britische Finanzzeitung Financial Times zitiert einen hochrangigen Mitarbeiter der Investmentbank Goldman Sachs mit den Worten: "Es könnte locker eine Billion Euro hinzu kommen." Das wäre eine Geldflut von historischem Ausmaß. Ob es allerdings so viel wird, ist umstritten. Die Citigroup rechnet damit, dass die Banken 200 bis 300 Milliarden Euro abrufen könnten.

Für die Banken gäbe es keinen Grund sich bis oben hin mit Kapital vollzusaugen, weil sie darauf zählen könnten, dass die EZB ihnen bei Finanzierungsproblemen auch in Zukunft Kapital zur Verfügung stellt, heißt es als Begründung. Selbst wenn die Banken diesmal nur 200 Millionen Euro abrufen sollten, könnte es jedoch bald weitere solche Geschäfte geben.
Quelle: handelsblatt.com

Job-Wunder in Deutschland – Job-Drama in Europa

Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone hat im Dezember bei 10,4 Prozent gelegen. Damit waren in den 17 Euro-Ländern im vergangenen Monat knapp 16,5 Millionen Menschen ohne Arbeit, wie die EU-Statistikbehörde mitteilte. In Deutschland sind die Beschäftigungschancen dagegen auch im neuen Jahr gut: Im Januar wurden zwar mit 3,082 Millionen Erwerbslosen rund 302.000 mehr registriert als im Vormonat, aber 264.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Auch die Erwerbstätigenzahlen für Deutschland sind weiter positiv: Im Dezember waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 41,4 Millionen Menschen beschäftigt, 525.000 mehr als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote von 10,4 Prozent in der Euro-Zone entspricht dagegen einem Rekordstand, der nach nun aktualisierten Zahlen auch schon im November erreicht wurde. Die Arbeitslosenquote für alle 27 EU-Länder betrug den Angaben zufolge im Dezember 9,9 Prozent. Das entspricht 23,8 Millionen Arbeitslosen. Mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Währungsraum haben Spanien und Griechenland zu kämpfen. Dort liegen die Quoten bei 22,9 und 19,2 Prozent. In Italien erreichte die Arbeitslosenquote im Dezember 8,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2004, wie die nationale Statistikbehörde mitteilte. Im November lag die Quote demnach bei 8,8 Prozent.

Die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren lag im Dezember vergangenen Jahres bei 31 Prozent, 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat, aber 3,0 Prozentpunkte höher als im Dezember 2010. Die bei weitem höchste Jugendarbeitslosigkeit weist schon seit langem Spanien auf. Derzeit ist fast jeder zweite Spanier unter 25 Jahren arbeitslos.
Quelle: welt.de

Super-Rettungsschirm im Anflug

Es gibt eine Zahl, und es gibt einen Zeitplan. Die Zahl hat US-Finanzminister Timothy Geithner genannt, nach einem vertraulichen Treffen mit anderen Finanzpolitikern und auch nicht offiziell. Es geht um die Kombination dreier Rettungsschirme für den Euro, die zusammen die Rekordsumme von 1500 Mrd. Euro umfassen. In der EU-Kommission und beim Internationalen Währungsfonds (IWF) gibt es auch schon einen Zeitplan, wann die nötigen Beschlüsse gefasst werden könnten.

Erörtert wurde der Plan Eingeweihten zufolge bei einem Treffen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Mit dabei waren außer Geithner IWF-Chefin Christine Lagarde, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und dessen französischer Kollege François Baroin. Dass es dabei tatsächlich um 1500 Mrd. Euro gegangen sei, wird im Bundesfinanzministerium nicht bestätigt. Aber das ist auch nicht verwunderlich: Denn diese Riesensumme wird es nur geben, wenn Deutschland zustimmt. Und bei einer verfrühten Zustimmung Schäubles wäre in der Koalition in Berlin die Hölle los.

Deutschlands Genehmigung erhoffen sich IWF und EU-Kommission beim nächsten EU-Gipfel Anfang März. Denn dann geht es darum, ob der bisherige Rettungsschirm EFSF und der neue permanente Fonds namens Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) parallel betrieben werden können. Sie hätten dann nicht wie bisher vorgesehen 500 Mrd. Euro Ausleihsumme zur Verfügung, sondern bis zu 1000 Mrd. Euro. In Berlin gab es in den vergangenen Wochen Signale, dass man sich das vorstellen könnte, auch wenn jede Festlegung vermieden wird. "Ich kann nichts ausschließen nach dem Motto, das geht überhaupt nicht", sagte CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder am Montag in der ARD.

Auch die dritten 500 Mrd. Euro sind längst im Gespräch. Sie sollen beim IWF bereitgestellt werden. Dafür haben die Euro-Länder selbst schon 150 Mrd. Euro an bilateralen Krediten für den Währungsfonds zugesagt. Weitere 350 Mrd. sollen aus aller Welt kommen. Staaten wie Brasilien, aber auch EU-Mitglied Großbritannien wollen erst dann Zusagen machen, wenn die Euro-Länder ihre eigenen Anstrengungen erhöht haben. Nur die USA selbst werden sich nicht beteiligen. Zwar sagte Geithner in Davos, nur eine wirklich große Brandmauer biete Sicherheit. Es gilt aber als ausgeschlossen, dass der US-Kongress eine neue Kreditlinie an den IWF vor den Präsidentschaftswahlen im November billigt.
Quelle: ftd.de

Griechen-Virus bedroht Portugal

Der Vertrauensverlust der Anleger gegenüber Portugal hat drastisch an Fahrt gewonnen. Die Gläubiger stellten sich auf Verluste auf ihre Staatsanleihen ähnlich wie in Griechenland ein, sagten Analysten. Deshalb versuchen viele Investoren Papiere aus Lissabon zu verkaufen. Sie finden jedoch kaum noch Abnehmer - die Zinsen des Landes schießen deshalb steil nach oben, und ein Zahlungsausfall rückt näher.

Die Marktrenditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen am Dienstagmorgen zeitweise um 0,9 Prozentpunkte auf 18,29 Prozent - den höchsten Wert seit Einführung des Euro. Dreijahrespapiere rentierten in der Spitze sogar mit 25,78 Prozent. Normalerweise sind die Renditen kurzlaufender Anleihen niedriger als bei Langläufern. Die Umkehrung der Verhältnisse macht deutlich, dass Anleger einen Zahlungsausfall Portugals in naher Zukunft fürchten.

Die Marktrenditen sind ein Indikator für die Refinanzierungskosten, mit denen Portugal bei der Emission neuer Staatsanleihen rechnen muss. Für das von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) gestützte Land rückt damit eine Rückkehr an den Kapitalmarkt in weite Ferne. Portugal steckt in einem Teufelskreis, der immer mehr an Griechenland erinnert: Die Zinsen steigen, was die künftige Schuldenaufnahme immer teuer werden lässt und somit bereits jetzt krisenverschärfend wirkt.
Quelle: ftd.de

Mehr sparen, mehr retten, mehr zahlen

Auf dem EU-Gipfel in Brüssel sind zwar einige wichtige Beschlüsse gefasst worden - doch in der Causa Griechenland ist die Europäische Union noch nicht weitergekommen. Eines steht allerdings nun fest: Deutschland zahlt viel Geld. Was die Ergebnisse des Gipfels für die EU bedeuten - ein Überblick.
Quelle: sueddeutsche.de

Folge der Schuldenkrise: Griechische Gefängnisse heillos überfüllt

Das größte griechische Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Piräus ist restlos überfüllt und schlägt Alarm bei der Regierung. "Wir können keine Gefangenen mehr aufnehmen", schreibt der Chefwärter in einem Brief an das Justizministerium. "Wir haben hier 2345 Menschen. Das Gefängnis hat Raum für nur 800 Leute." Auch zwei kleinere Gefängnisse in der Hafenstadt Halkida und auf der Halbinsel Peloponnes nehmen keine Gefangenen mehr auf. Ihre Direktoren warnten vor "explosiven Zuständen".

"Die Situation da drin ist unerträglich. Ich kann es nicht mehr sehen", sagte der Athener Rechtsanwalt Dimitris Stamatopoulos. In griechischen Gefängnissen sitzen derzeit 12.703 Menschen, die Kapazität liegt eigentlich bei 9300 Menschen. Das Parlament soll in dieser Woche nach einem Gesetzentwurf des Justizministeriums Maßnahmen erörtern, die zur früheren Entlassung bestimmter Häftlinge führen sollen.

Wegen der überfüllten Gefängnisse ist die Regierung wiederholt von Menschenrechtsorganisationen kritisiert worden. Hintergrund ist nach Angaben des Verbandes der griechischen Rechtsanwälte eine höhere Kriminalität, weil Tausende Migranten wegen der Finanzkrise keine Möglichkeiten mehr finden, sich zu ernähren. Zudem hätten Raubüberfälle des organisierten Verbrechens stark zugenommen.
Quelle: manager-magazin.de



Montag, 30.01.2012:

Deutschlands "Sparkommissar" erzürnt Europa

Zum Auftakt des EU-Gipfels ist der Streit um neue Kontrollen für das pleitebedrohte Griechenland vollends eskaliert. Mehrere Staats- und Regierungschefs wiesen den Berliner Vorstoß zurück, wonach ein EU-„Sparkommissar“ den griechischen Staatshaushalt überwachen soll. „Beleidigen muss man niemanden in der Politik“, sagte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann am Montag am Brüssel.

„Das bringt nichts und das führt nur in die falsche Richtung.“ Da Europa von einer Rezession bedroht ist, suchen die 27 Staatenlenker nach neuen Wegen, um Wachstum und Jobs zu sichern. Dabei geht es besonders um den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

Die Spitzenrunde begann verspätet, da sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Mario Monti zuvor separat getroffen hatten, um über die Endfassung des geplanten Fiskalpakts zu beraten.
Quelle: welt.de

Finanzmärkte erwarten, dass Portugal pleite geht

Die Märkte nehmen die Zukunft vorweg. Sollte das auch für die Euro-Schuldenkrise gelten, steht es schlecht um die europäische Währungsunion. Während die Politik nämlich noch über die Rettung von Griechenland debattiert, spielen die Finanzmärkte schon die nächste Pleite in der Euro-Zone durch.

Den Ausfall von Portugal. Auf mehr als 70 Prozent beziffern die mächtigen Finanzmärkte die Zahlungsunfähigkeit Portugals. Damit rangiert das Land auf der Liste der finanziell unsolidesten Länder direkt hinter Griechenland auf dem zweiten Rang, weit hinter den üblichen Verdächtigen Venezuela, Argentinien oder der Ukraine.
Quelle: welt.de

Kauder schließt größeren Rettungsschirm nicht aus

Während sich die Gipfelteilnehmer von Brüssel also ihren Weg zu dem Treffen bahnen, geht die Diskussion über den richtigen Weg zur Rettung des Euro weiter. In der Union halten es erste Stimmen inzwischen für möglich, dass die Euro-Rettung noch teurer werden könnte als bisher gedacht. So schließt CDU-Fraktionschef Volker Kauder eine Aufstockung des Rettungsschirms ESM über die bisher geplanten 500 Milliarden Euro hinaus nicht aus.

"Im Augenblick sehe ich keine Notwendigkeit, aber ich kann es nicht ausschließen nach dem Motto: Das kommt überhaupt nicht", sagte Kauder im ARD-"Morgenmagazin". Festlegen lassen wollte sich Kauder vor dem EU-Finanzgipfel in Brüssel aber nicht: "Politik ist ein Prozess. Der hört nie auf. Deswegen lässt sich augenblicklich nicht sagen, was da noch alles kommen wird. Ziel ist, Europa zusammenzuhalten, den Euro weiter stabil zu halten und dafür die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen." Griechenland müsse in der Euro-Zone bleiben, fügte Kauder hinzu. "Ich glaube, dass ein Herausdrängen von Griechenland enorme Konsequenzen hätte - auch finanzielle."

Auch der stellvertretende Fraktionschef der europäischen Konservativen, Manfred Weber (CSU), hält einen größeren Beitrag Deutschlands zum ESM für denkbar. Es sei zwar wichtig, dass sich die Krisenstaaten zunächst selbst bemühten, ihre Schulden abzubauen, sagte er dem "Donaukurier". "Wenn dann aber mehr Stabilität im Euro-System nötig ist, dann muss Deutschland immer wieder neu abwägen." Finanziell wäre ein größerer Beitrag Deutschland aus Webers Sicht möglich: "Die Belastungsfähigkeit Deutschlands ist noch nicht überschritten."
Quelle: manager-magazin.de

Spanien droht Rezession

Die spanische Wirtschaft wird nach Angaben von Ministerpräsident Mariano Rajoy in diesem Jahr weniger stark wachsen als ursprünglich angenommen. Es sei mittlerweile klar, dass Spanien sein Wachstumsziel 2012 von ursprünglich 2,3 Prozent verfehlen werde, sagte Rajoy am Montag bei einer Pressekonferenz anlässlich des EU-Gipfels in Brüssel. Er machte aber keine Angaben darüber, was die neue Prognose sein könnte.

Das Nationale Statistikinstitut hatte zuvor mitgeteilt, dass die spanische Wirtschaft im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent zum Vorquartal geschrumpft sei. Damit droht Spanien im ersten Halbjahr 2012 in eine Rezession zu rutschen. Wegen des strikten Sparkurses der Regierung in Madrid rechnet die spanische Notenbank damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,5 Prozent einbrechen wird.
Quelle: manager-magazin.de

Goldpreis profitiert von Niedrigzins in USA

Noch unter dem Eindruck der Fed-Zinsprognose haben Investoren am Freitag weiter bei Gold zugegriffen. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls stieg nochmals um 0,3 Prozent bis auf 1725,50 Dollar. Auf Monatssicht hat der Goldpreis zehn Prozent gewonnen. Nachdem der Chef der US-Notenbank niedrige Zinsen bis spät 2014 in Aussicht gestellt hat, hat die Nachfrage spürbar angezogen“, sagte Analyst Pradeep Unni von Richcomm Global Services.

„Ängstliche Investoren haben sich zu den Spekulanten gesellt, die nun wegen einer Währungsabwertung stark besorgt sind.“ Zinsen nahe Null verringern die Attraktivität einer Währung, so dass Anleger renditeträchtigere Anlagen suchen.
Quelle: handelsblatt.com

Frankreich senkt Prognose für 2012

Die französische Regierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von einem auf 0,5 Prozent absenkt. Regierungschef François Fillon kündigte am Montag in Paris auch einen Finanzgesetzentwurf für Anfang Februar an. Darin soll die von Präsident Nicolas Sarkozy angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer enthalten sein, die allerdings erst ab Oktober greifen soll.

Fillon gab am Montag in Paris „die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation“ als Grund für die veränderte Wachstumsprognose an. Gleichzeitig verwies er aber auf einen „leichten Anstieg“ der wirtschaftlichen Aktivität. Finanzminister François Baroin hatte zuvor im Radiosender France Info die Lage in der Euro-Zone und die weltweite Nachfrageschwäche für das stockende Wachstum verantwortlich gemacht. Für das zweite Halbjahr erwartete er eine Besserung, wenn die Euro-Stabilisierungsmaßnahmen greifen sollten.
Quelle: handelsblatt.com



Sonntag, 29.01.2012:

Iran warnt vor rasant steigendem Ölpreis

Iran legt im Streit über ein europäisches Ölembargo nach. Die iranische Regierung warnte nun, ein Lieferstopp werde zu einem deutlichen Preisanstieg führen. Ein Barrel werde schon bald bis zu 150 Dollar kosten, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA den Leiter der nationalen Ölgesellschaft, Ahmad Kalehban.

Hintergrund des Embargos ist der Versuch des Westens, Iran zu einem Einlenken im Atomstreit zu bewegen. Derzeit liegt der Preis für ein Barrel Öl auf den Weltmärkten bei knapp unter hundert Dollar. Ein Barrel entspricht 159 Liter. In Reaktion auf das von der EU verhängte Embargo wollte die Regierung in Teheran noch am Sonntag über einen sofortigen Stopp der Öllieferungen nach Europa beraten. Iran liefert rund ein Fünftel seiner Ölausfuhren an EU-Staaten, jeden Tag gehen rund 450.000 Barrel nach Europa.

Ein abrupter Lieferstopp würde ausgerechnet diejenigen europäischen Länder treffen, die derzeit am heftigsten unter der Schuldenkrise leiden: Italien, Spanien und Griechenland. Um diesen Ländern eine Schonfrist zu gewähren, will die EU ihren Importstopp eigentlich erst ab Juli umsetzen.
Quelle: welt.de

Athen wehrt sich gegen deutschen Budget-Vorstoß

Im Ringen um neue Hilfen für Griechenland hat ein deutscher Vorstoß Streit über die Haushaltsrechte der Regierung in Athen ausgelöst. Unter dem Eindruck der wiederholten Unfähigkeit Griechenlands, sich an vereinbarte Sparziele zu halten, schlägt die Bundesregierung vor, dass Griechenland im Gegenzug für weitere Finanzhilfen eine internationale Kontrolle über seine Haushaltspolitik zulassen soll.

In Berliner Regierungskreisen wurde am Samstag Bericht bestätigt, wonach die Idee eines Sparkommissars oder eines Vetorechts gegen einen Etat in die Debatte auf EU-Ebene eingebracht wurde. In Athen wurden die Ideen als inakzeptabel zurückgewiesen. Die Verantwortung für den Haushalt liege exklusiv bei der Regierung, sagte ein Sprecher. Griechenland habe die Effektivität der öffentlichen Verwaltung mit verschiedenen Maßnahmen verbessert. Die EU-Kommission zeigte sich ebenfalls zurückhaltend. Exekutivaufgaben müssten vollständig in der Hand der griechischen Regierung bleiben, sagte ein Sprecher.

"Die Verantwortung liegt auf ihren Schultern und das soll auch so bleiben." Während Griechenland auf seine nationale Souveränität pocht, findet die Forderung einer Aufsicht Zustimmung in der Koalition. "Angesichts der Tatsache, dass offenbar viele Vorgaben von Griechenland nicht umgesetzt wurden, ist der Vorschlag einer Kontrolle und Aufsicht des Etats zielführend", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Norbert Barthle.
Quelle: ftd.de

Umfrage zur Euro-Rettung: Bloß nicht noch mehr Schirm

Die Bundesregierung kann sich bei ihrem Nein zu einer Erhöhung der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM auf breite Unterstützung der Bevölkerung verlassen. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer lehnen 73 Prozent der befragten Bundesbürger die unter anderem vom Internationalen Währungsfonds geforderte Aufstockung der 500-Milliarden-Obergrenze des ESM ab, der schon Mitte diesen Jahres die EFSF ablösen soll.

Nur 21 Prozent sprachen sich für eine Erhöhung der Mittel des ESM aus, der angeschlagenen Euro-Ländern ab Sommer 2013 unter die Arme greifen soll. Zugleich wächst offenbar die Bereitschaft der Deutschen, notfalls einen Bankrott des Euro-Partners Griechenland zuzulassen, wenn keine Einigung mit den privaten Gläubigern gelingt. Vor zwei Wochen lehnten dies noch 50 Prozent ab, jetzt sind es noch 45 Prozent.

Neue Forderungen nach einem höheren Schutz gegen Finanzmarkt-Attacken prallten an Deutschland auch an diesem Freitag wieder ab. "Keine Brandmauer wird funktionieren, wenn die zugrundeliegenden Probleme nicht gelöst werden", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum Davos.
Quelle: sueddeutsche.de



Samstag, 28.01.2012:

Griechenland soll Kontrolle über Haushalt verlieren

Deutschland will offenbar durchsetzen, dass die EU die Kontrolle über die griechische Finanzpolitik übernimmt. Einem Bericht zufolge, der "Welt Online" vorliegt, sollen die Finanzminister der Euro-Länder vor Zahlungen aus dem geplanten zweiten Hilfspaket einen Beauftragten ernennen, der ein Veto gegen finanzielle Entscheidungen der Regierung in Athen einlegen kann.

„Die Haushaltskonsolidierung muss unter ein strenges Steuerungs- und Kontrollsystem gestellt werden“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Vorschlag. Weil Griechenland seine Zusagen bislang nicht zufriedenstellend eingehalten habe, müsse es akzeptieren, „für einen gewissen Zeitraum“ die Souveränität über seinen Haushalt abzugeben, heißt es in dem Antrag, der demnach Vertretern anderer Euro-Länder übergeben wurde.
Quelle: welt.de

Fitch stuft fünf Länder der Euro-Zone herab

Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Staaten herab. Die Bonitätswächter senkten am Freitagabend das langfristige Emittentenrating für Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien um eine Note.Die Bonitätswächter begründeten ihren Schritt damit, dass die genannten Länder in nächster Zeit anfällig für monetäre Schocks seien.

Die Ratings von Spanien und Italien sowie Slowenien wurden von den Bonitätswächtern gleich um zwei Stufen herabgesetzt. Spanien rangiert nun bei "A", Italien sogar bei "A-". Das Rating Sloweniens liegt ebenfalls bei "A". Belgiens Kreditwürdigkeit bewertet Fitch nun mit "AA", Zypern wurde von "BBB" auf "BBB-" herabgestuft. Einzig Irlands Rating "BBB+" ließen die Bonitätswächter bestehen. Der Ausblick für alle sechs Staaten ist jedoch weiterhin negativ. Das bedeutet, dass weitere Herabstufungen nicht ausgeschlossen sind.

Die Finanzmärkte beeindruckte die Nachricht kaum. Der Euro stieg auf ein neues Tageshoch von 1,3220 US-Dollar. Der US-Aktienmarkt blieb kurz vor Handelsschluss ruhig. Die Entscheidung sei am Markt bereits erwartet worden, sagten Händler. Zudem bewerte Fitch die meisten Länder besser als Standard & Poor's.
Quelle: ftd.de

Portugal, das nächste Griechenland?

Während die ganze Welt auf die Schulden-Verhandlungen zwischen Banken und Regierung in Athen blickt, hat sich in den vergangenen Tagen ein zweiter europäischer Brandherd entwickelt: Portugal. Immer mehr Beobachter fragen sich, ob das Land nicht ein weiteres Hilfspaket oder sogar einen Schuldenschnitt braucht. Die Lage ist in der abgelaufenen Woche eskaliert.

Abzulesen ist das an den hohen Zinsen für portugiesische Staatsanleihen. Sie liegen für fünf- und zehnjährige Papiere bereits bei fast 20 Prozent, so hoch wie nie seit Einführung des Euro. Erfahrungsgemäß hält ein Staat das nicht lange durch. Hauptursache für die hohen Zinsen ist, dass sich immer mehr Großinvestoren aus portugiesischen Anleihen verabschieden.

Seit Standard & Poor's vor zwei Wochen halb Europa herabgestuft hat, bewerten alle großen drei Ratingagenturen Portugal als unzuverlässigen Schuldner. Versicherungen und Pensionskassen dürfen solche Anleihen gar nicht mehr halten. Die Verkaufswelle drückt die Kurse der Papiere und treibt gleichzeitig die Zinsen nach oben. Die zähen Verhandlungen in Griechenland lasten zusätzlich auf den Staatstiteln.
Quelle: sueddeutsche.de

Schuldenschnitt für Griechenland rückt näher

Ein drastischer Forderungsverzicht der privaten Gläubiger in Griechenland ist in Reichweite. "Wir sind einer Einigung sehr nahe", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Dazu könne es ganz kurzfristig kommen. Zuversichtlich äußerten sich auch Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann und die Bundesregierung. Ackermann, zugleich Chef des verhandelnden Internationalen Bankenverbands IIF, sagte, die Institute seien bereit, auf fast 70 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten.

"Jeder muss seinen Beitrag leisten", mahnte er mit Blick auf die übrigen Gläubiger, zu denen auch die Europäische Zentralbank (EZB) zählt. Ähnlich äußerte sich der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Die Bundesregierung kritisierte Forderungen nach immer mehr Geld für Griechenland. Nach Einschätzung von Rehn ist eine Einigung am Wochenende denkbar.

Der IIF verhandelt mit der Regierung in Athen schon seit Wochen intensiv, die Gespräche standen mehrmals vor dem Aus. Dass der Schuldenschnitt der privaten Gläubiger - neben Banken auch Versicherer und Hedgefonds - höher ausfallen wird als die ursprünglich vereinbarten 50 Prozent, deutet sich seit längerem an.
Quelle: manager-magazin.de

Draghi und Rousseff warnen vor Europas Sparkurs

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen eisernen Sparkurs zur Lösung der EU-Schuldenkrise vertraut, sieht EZB-Chef Mario Draghi genau darin ein Problem und warnt vor den Auswirkungen im Euroraum: Haushaltskonsolidierung führe zu Schrumpfungsprozessen. „Viele der betroffenen Länder wachsen nicht", sagte Draghi in Davos.

Beim Sozialforum vor Globalisierungskritikern in Porto Alegre stößt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ins gleiche Horn. Rousseff warnt die Regierungen in Europa eindringlich davor, zur Bewältigung der Krise auf bereits „gescheiterte Rezepte“ zu setzen. In den 1980er und 1990er Jahren seien die Länder Lateinamerikas in ein konservatives Modell getrieben worden, das in Brasilien zu Stagnation, mehr Armut, Arbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung geführt hätten. „Heute werden diese gescheiterten Rezepte in Europa vorgeschlagen“, sagte Rousseff.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag, 27.01.2012:

Griechenland wird abgewickelt

In Davos demonstriert die Politik Zuversicht, dass ein Schuldenschnitt Athen retten kann. Tatsächlich arbeiten Staaten und Unternehmen mit Hochdruck an Notfallplänen, wie ein Pleite Griechenlands beherrscht werden kann. In Berlin und in den Topetagen der deutschen Wirtschaft hat sich die Tonlage längst gedreht. „Wir sind dank unterschiedlicher Maßnahmen auf diesen Fall vorbereitet und könnten die Folgen abfedern“, sagt Unionsfraktionschef Michael Meister auf die Frage, was im Fall einer Pleite Griechenlands zu erwarten sei.

Inzwischen stellen sich neben dem IWF auch die Bundesregierung und deutsche Konzerne auf einen Staatsbankrott Griechenlands ein - nicht als Wunschkonzept, aber als realistisches schlimmster anzunehmender Fall. In vertraulichen Treffen mit Bankvorständen und Unternehmenschefs hatten auch Kabinettsmitglieder ihre Zweifel geäußert, dass Griechenland nach einem teilweisen Schuldenerlass die Wende schaffen kann. Die Kanzlerin hatte schon vor zwei Wochen in einer vertraulichen Runde, an der die wichtigsten Vorstandschefs der Dax-Konzerne teilnahmen, vor der außerordentlich schwierigen Lage in Griechenland gewarnt, wie verschiedene Teilnehmer übereinstimmend dem Handelsblatt berichteten.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler äußerte sich in Davos nach einem Früstück mit Wirtschaftsvertretern in gleicher Weise. Die Manager erhoben keinen Widerspruch und ermunterten in beiden Gesprächen zu härterem Vorgehen. Das Vorstandsmitglied eines Dax-Konzerns in Davos: "Wir müssen uns auf das Drachme-Szenario vorbereiten und tun das auch."
Quelle: handelsblatt.com

Deutsche zahlen so viele Steuern wie noch nie

Im Dezember sind die Steuereinnahmen nach einem Bericht des "Handelsblatts" um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Wie die Zeitung mit Verweis auf das Bundesfinanzministerium schrieb, durchbrachen die Steuereinnahmen erstmals – ohne die gesondert erfassten Gemeindesteuern – damit die Marke von 70 Milliarden Euro. Mit 70,8 Milliarden Euro habe der Fiskus im Dezember 2011 so viel Steuern wie noch nie in einem einzelnen Monat eingenommen.

Angesichts der sich wieder etwas aufhellenden Konjunkturaussichten brauche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dieses Jahr wohl deutlich weniger neue Kredite, als von seinen Beamten geschätzt, hieß in der Zeitung weiter. Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für das „Handelsblatt“ zeigten, dass der Bund dieses Jahr mit rund 17 Milliarden Euro neuen Schulden auskommen dürfte.
Quelle: welt.de

Bankenrettung: Undemokratisch, ungerecht, unsichtbar

Vor dem Hintergrund der nach wie vor ungelösten Finanzkrise in der Eurozone wird heute der deutsche Bankenrettungsfonds reaktiviert - der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Er ist wie sein Vorgänger mit 400 Milliarden Euro an Garantie- und 80 Milliarden Euro an möglichen Kapitalhilfen ausgestattet. Innerhalb weniger Jahre stehen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Deutschland damit erneut davor, den Finanzsektor stabilisieren zu müssen. Werden dabei die schlimmsten Fehler von 2008 vermieden? Nein.

Zum einen bleibt es weitgehend dabei, dass auf Antrag der betroffenen Institute Garantien oder Kapitalhilfen zur Verfügung gestellt werden. Auf Druck der FDP wurde darauf verzichtet, künftig direkt zwangsweise eine Rekapitalisierung von Banken zu ermöglichen. Teilverstaatlichungen werden nur auf großen Umwegen ermöglicht. Damit wird eine zentrale Lektion aus der Bankenkrise der Jahre ab 2008 nur unzureichend gezogen.

Die fiskalischen Kosten von Bankenrettungen in Deutschland drohen damit auch künftig teurer als erforderlich auszufallen. Denn während in Deutschland bisher vor allem das Prinzip der Freiwilligkeit zum Einsatz kam und die fiskalischen Kosten im internationalen Vergleich sehr hoch ausfielen, sorgten die USA mit breit angelegten Zwangsrekapitalisierungen für die dortigen vergleichsweise niedrigen Rettungskosten.
Quelle: sueddeutsche.de

Spaniens Arbeitslosigkeit steigt ungebremst

Die Arbeitslosigkeit im Euro-Land Spanien erhöht sich weiter stark. Die Arbeitslosenquote stieg im Schlussquartal 2011 auf fast 23 Prozent – das ist der höchste Stand seit Anfang 1995. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wuchs nach Angaben der Statistikbehörde INE um 295.300 auf 5,3 Millionen. Auch die Anzahl von Familien, deren arbeitsfähige Mitglieder alle ohne Job sind, habe sich um 149.800 auf 1,58 Millionen erhöht.

Spanien hat seit mehreren Jahren die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union. Auch viele junge und gut ausgebildete Menschen finden in dem Land, das von der Schuldenkrise in der Euro-Zone stark geschwächt wurde, keine Arbeit. Im letzten Jahr kam es deshalb immer wieder zu großen Demonstrationen einer Protestbewegung, in der sich vor allem junge Spanier engagierten.
Quelle: zeit.de

Gefahr einer Kreditklemme wächst

Die Gefahr einer Kreditklemme in der Euro-Zone nimmt zu. Wie aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, fiel die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen im Dezember gegenüber dem Vormonat um insgesamt 37 Milliarden Euro. Das ist der größte Rückgang binnen vier Wochen. Auch Haushalte bekamen weniger Geld von den Instituten - hier sank die Kreditsumme um zehn Milliarden Euro.

Im von der Schuldenkrise stark betroffenen Portugal waren die Geldhäuser besonders knauserig: Sie reichten im Dezember für fast fünf Milliarden Euro weniger Kredite aus als noch einen Monat zuvor. Einige Volkswirte werteten die am Freitag veröffentlichen Zahlen als Hinweis auf eine bevorstehende Kreditklemme und forderten von der EZB zur Vorbeugung eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik.

"Der starke Rückgang der Kreditvergabe ist ein erstes Zeichen dafür, dass es zu einer breiteren Kreditklemme kommen könnte", sagte James Nixon von der französischen Großbank Societe Generale. Der Chefökonom der Hamburger Berenberg Bank, Holger Schmieding, rechnet wegen der Kreditverknappung mit Bremsspuren in der Konjunktur und sagt eine Reaktion der Zentralbank voraus. "Die Zahlen alleine sind schon ein Grund für weitere geldpolitische Lockerungen. Die EZB wird wahrscheinlich im März abermals ihre Leitzinsen senken und sie werden zusätzlich auch ihre Wachstumsprognose reduzieren müssen."
Quelle: reuters.de



Mittwoch, 25.12.2012:

Merkel warnt vor Überforderung Deutschlands

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer Überforderung Deutschlands bei der Bekämpfung der Krise im Euro-Raum gewarnt. „Bei allen Milliardenhilfen und Rettungsschirmen müssen auch wir Deutsche aufpassen, dass uns am Schluss nicht auch die Kraft ausgeht, denn unendlich sind auch unsere Möglichkeiten nicht“, sagte Merkel in einem Interview mit europäischen Zeitungen, darunter die „Süddeutsche Zeitung“.

Deutschland steht derzeit unter Druck, einer Aufstockung der Euro-Krisenfonds zuzustimmen. Merkel versicherte, dass Deutschland weiter „solidarisch“ sei. Zugleich ermahnte sie die Euro-Länder aber zur „Eigenverantwortung“. „Beides gehört zusammen“, sagte die Kanzlerin. Solidarität könne es nur dann geben, wenn die Partner „auch selbst alle Anstrengungen unternehmen, um ihre Lage zu verbessern“.

Es habe keinen Sinn, immer mehr Geld zu versprechen, wenn die Ursachen der Krise nicht bekämpft würden. Merkel wies erneut darauf hin, die europäischen Verträge ließen es nicht zu, dass ein Land für die Schulden des anderen aufkomme. Mehr gemeinschaftliche Haftung sei erst möglich, wenn Europa stärker integriert sei.
Quelle: welt.de

Griechen-Poker treibt portugiesische Anleihen auf Rekordhöhe

Die Anleger verlieren zunehmend das Vertrauen in die portugiesische Zahlungsfähigkeit: Auf dem Sekundärmarkt erreichten die Anleihe-Renditen des Landes Rekordwerte seit der Einführung des Euros. Die Rendite der dreijährigen Staatsanleihen erreichte am Mittwoch 19,4 Prozent. Die Raten für fünf- und zehnjährige Anleihen betrugen 18,7 und 14,6 Prozent. Portugal ist vom Kapitalmarkt abgeschnitten, weil Investoren dem klammen Staat nur gegen horrende Risikoaufschläge Geld leihen würden.

Deswegen nahm das Land im vergangenen Jahr ein Rettungspaket in Anspruch. Das heißt: Das Land refinanziert seine Schulden bis 2013 komplett aus Mitteln des Euro-Rettungsschirms EFSF - insgesamt erhält Portugal Hilfen von 78 Milliarden Euro. Die portugiesische Regierung will das Vertrauen der Investoren mit einem auf drei Jahre ausgelegten Sparprogramm und Wirtschaftsreformen zurückgewinnen.

Doch angesichts des zähen Pokers um den griechischen Schuldenschnitt steigt derzeit das Misstrauen der Anleger. Portugals Industrie fordert indes neue Milliarden für das hoch verschuldete Land aus dem Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). "Ich wage zu sagen, dass wir eine Kreditklemme haben", sagte der Chef desr einflussreichen Industrieverbands, Antonio Saraiva. "Es fehlen 30 Milliarden Euro." Saraiva ist an den Verhandlungen zwischen der Regierung und den internationalen Geldgebern beteiligt.
Quelle: spiegel.de

Internationaler Währungsfonds erhöht Druck auf EZB

Eigentlich verhandelt Griechenland selbst mit seinen Gläubigern über die Details des Schuldenschnitts. Doch zusehends mischen sich andere Spieler ein. Erst am Dienstag hatte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker klargemacht, welchen Zinssatz sich die europäischen Helfer für den überschuldeten Staat wünschen. Jetzt interveniert auch der Internationale Währungsfonds (IWF).

Der IWF will einem Bericht der Financial Times zufolge die Europäische Zentralbank (EZB) in der Schuldenkrise stärker in die Pflicht nehmen. Nach den Wünschen des IWF sollen nicht nur die privaten Gläubiger, sondern auch die EZB Verluste auf die griechischen Staatsanleihen hinnehmen. Finanzanalysten schätzen, dass diese Anleihen in Höhe von 40 Milliarden Euro hält.

Während der IWF Druck auf die EZB ausübt, steckt Griechenland selbst in einer entscheidenden Phase. Die wichtigen Gespräche der Banken und Versicherer mit der griechischen Regierung stocken seit Tagen. Auf dem EU-Gipfel 2011 wurde vereinbart, dass sie auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Das entspricht 100 Milliarden Euro. Dazu würden sie ihre bald fälligen griechischen Anleihen in längerfristige Papiere umtauschen. Auf die hätten der mächtige Bankenverband IIF und sein Unterhändler Charles Dallara gerne vier Prozent Zinsen.

Das gefällt der Euro-Gruppe nicht. Allerhöchstens 3,5 Prozent seien drin, sagte ihr Chef, der luxemburgische Premierminister Juncker. Der Schuldenerlass ist die Voraussetzung für das im Herbst im Grundsatz beschlossene zweite Griechenland-Hilfsprogramm von IWF und den Euro-Ländern in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro.
Quelle: sueddeutsche.de

Zur Not macht Papademos Schuldenschnitt am Telefon

Die Verhandlungen über den dringend benötigten Schuldenschnitt in Griechenland könnten bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden. Dies sagte Ministerpräsident Lucas Papademos. „Notfalls werden wir (die Verhandlungen) telefonisch abschließen“, betonte er. Die Verhandlungen verliefen zuletzt zäh: Von einem regelrechten „Pokerspiel“ schrieb etwa die griechische Presse.

Der Schuldenschnitt mit einem angestrebten Forderungsverzicht von rund 100 Milliarden Euro soll Griechenland helfen, die Verbindlichkeiten auf Dauer abbezahlen zu können. Streitpunkt sind die Zinsen für neue, langfristige Anleihen. Die Banken und andere Gläubiger wollen nicht weniger als vier Prozent im Durchschnitt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und wichtige EU-Staaten wollen den Zinssatz der neuen Anleihen auf maximal 3,5 Prozent drücken.
Quelle: welt.de

Investoren überhäufen Deutschland mit Geld

Deutschland zahlt auch bei Anleihen mit extrem langer Laufzeit rekordniedrige Zinsen. Die Versteigerung einer 30-jährigen Anleihe spülte dem Bund knapp 2,5 Milliarden Euro in die Kassen, teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur am Mittwoch mit. Die Gläubiger begnügten sich mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,62 Prozent.

„Einen niedrigeren Zins gab es noch nie bei einer Versteigerung in diesem Segment“, sagte der Sprecher der Finanzagentur, Jörg Müller. Bei der Auktion im Oktober waren es 2,82 Prozent. „Die Bundesregierung spart durch die Schuldenkrise Zinsen in Milliardenhöhe“, sagte der Experte des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW), Markus Mill.

Der Durchschnittszins für zweijährige Bundesschatzanweisungen habe von 2000 bis 2008 bei 3,42 Prozent gelegen, von 2009 bis 2011 aber nur noch bei 1,11 Prozent. Bei zehnjährigen Bundesanleihen sei er von 4,27 auf 2,91 Prozent gesunken. „Allein in diesen beiden Anleiheklassen hat der Bund in den vergangenen drei Jahren 45 Milliarden Euro gespart“, sagte Mill.
Quelle: handelsblatt.com

IWF warnt vor steigenden Ölpreisen

Ein Stopp iranischer Öl-Exporte könnte den Preis nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 20 bis 30 Prozent nach oben treiben. Finanzsanktionen, wie sie die USA verhängten, seien gleichbedeutend mit dem am Montag erlassenen Einfuhrverbot der Europäischen Union, hieß es am Mittwoch in einem IWF-Bericht an die G20. Dadurch würde der fünftgrößte Öl-Produzent der Welt pro Tag rund 1,5 Millionen Barrel weniger ausführen können.

Aus der Branche kamen dagegen andere Einschätzungen: Der französische Öl-Riese Total rechnet nicht mit einem größeren Einfluss des Embargos der EU auf den iranischen Absatz oder den Öl-Markt im Allgemeinen. Das Öl werde anderweitig verkauft, sagte Konzernchef Christophe de Margerie der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Islamische Republik könnte auch Preisnachlässe gewähren, um den Verkauf zu beschleunigen. Total selbst hält sich nach eigenen Angaben bereits an das Embargo und hat seine Käufe gestoppt. Zuvor hatten die Franzosen pro Tag rund 80.000 Barrel abgenommen.
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 24.01.2012:

Deutsche Bank-Volkswirt warnt vor Kollaps des Geldsystems

Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat vor einer erneuten Verschärfung der Krise gewarnt. In der ersten Stufe der Krise sei das Vertrauen in die private Finanzwirtschaft verloren gegangen, in der zweiten das Vertrauen in die Staatsfinanzen. „Falls das Vertrauen sich nicht zurückkehrt, könnte die nächste Stufe eine Krise des gesamten Geldsystems sein“, sagte am Mayer am Vormittag in Frankfurt bei der von Stifterverband und Handelsblatt veranstalteten Konferenz „Ökonomie neu denken“.

Als Ursache dafür, dass 2007 auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine der größten Kreditblasen aller Zeiten platzte und die Finanzkrise auslöste, machte der Ökonom den Verlust von Vertrauen auf den Märkten aus. Diese psychologische Komponente sei der „alles entscheidende Faktor im Gesamtsystem“, so Mayer. Weil dieses Vertrauen noch lange nicht wieder vollständig hergestellt sei, fürchtet der Chefvolkswirt, dass die Krise bald eine ganze neue, heikle Dynamik entwickeln könnte.

Die Zentralbanken hätten zwar grundsätzlich richtig gehandelt, als sie die Märkte in der Notsituation mit frischem Geld fluteten, doch liege in diesem Vorgehen auch eine Gefahr: „Das Vertrauen, das sonst durch Kreditbeziehungen entsteht, haben die Zentralbanken versucht, durch Zentralbankgeld zu ersetzen“, so Mayer. Besonders in Europa, wo die Zentralbanken zögerlicher als in Amerika reagiert hätten, sei zu befürchten, dass diese Rechnung nicht aufgehe. „Wenn die Menschen das Vertrauen in diesen Mechanismus verlieren, folgt die Krise des Geldsystems“, prognostizierte der Volkswirt. Die mögliche Folge wäre eine Hyperinflation.
Quelle: handelsblatt.com

ESM: Die Euro-Firewall steht

Die Finanzminister haben sich auf den Vertrag für den permanenten Rettungsfonds ESM geeinigt. Das gab Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am frühen Dienstagmorgen bekannt. Der ESM soll im Juli den befristeten Rettungsfonds EFSF ablösen und 500 Milliarden Euro für Wackelkandidaten der Eurozone bereitstellen. Deutschland schultert mit den größten Anteil: knapp 22 Milliarden Euro Bar- und 168 Milliarden Euro abrufbares Kapital.

In Anspruch nehmen können den Fonds nur Länder, die zuvor den neuen Fiskalvertrag ratifiziert haben, mit dem strikte Schuldenbremsen eingeführt werden. Der Vertrag für den ESM soll nun auf dem nächsten Treffen der EU-Finanzminister im Februar unterzeichnet werden. Damit könne die Ratifizierung bis zum Sommer gelingen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.
Quelle: bild.de

Portugal in der Schusslinie

Griechenland gilt nach Einschätzung von Investoren nicht als einziger möglicher Pleitekandidat der Euro-Zone. Eng könnte es auch für Portugal werden. Deutlich sichtbar wurde das nach der jüngsten Welle von Herabstufungen durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die allein bei Portugal für Kursturbulenzen gesorgt hatte. Volkswirten zufolge kommen bei Portugal mehrere Risiko-Faktoren zusammen: Die Überschuldung des Privatsektors, die auf dem Niveau von Spanien liegt; die Verschuldung der öffentlichen Hand, die ähnlich hoch ist wie in Italien; und die Rezession.

Dieses Jahr ist die Finanzierung des Landes noch unter dem Rettungsschirm gesichert. Im nächsten Jahr muss Portugal aber alleine den Zugang zum Kapitalmarktfinden. Im September 2013 muss Portugal 9,0 Mrd. Euro Schulden zurückzahlen. Das zunehmende Misstrauen der Anleger in die Zahlungsfähigkeit Portugals lässt sich an den Anleihe-Renditen ablesen. Am Dienstag schnellte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen in der Spitze bis auf 15,27 (spätes Vortagesgeschäft: 14,5) Prozent, bröckelte im Verlauf aber wieder ab.
Quelle: n-tv.de

Europa verliert die Geduld mit Griechenland

Europa verliert in der griechischen Schuldenkrise zunehmend das Vertrauen in die Regierung in Athen. „Die Zeit läuft ab“, sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager in Brüssel nach Beratungen über das hochverschuldete Land. Bevor die Euro-Zone das nächste Notprogramm für Griechenland beschließt, muss die Regierung in Athen weitere Spar- und Reformmaßnahmen einleiten. „Es ist deutlich, dass das griechische Programm aus der Spur geraten ist“, sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

„Man hat zwar Beschlüsse gefasst in Griechenland, aber die Ausgaben sind nicht wirklich gesunken“, kritisierte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter. Die Österreicherin misstraut offenbar dem Sparwillen der griechischen Parteien und fordert erneut eine schriftliche Zusage, dass sie das ein neues Hilfsprogramm unterstützen: „Nur wenn diese schriftliche Vereinbarung vorliegt, dann kann es eine weitere Hilfe geben. Es muss die politische Ebene in Griechenland wissen, dass wir erwarten, dass sie mehr tut.“
Quelle: welt.de

Großbritanniens Schulden auf Rekordhöhe

Großbritanniens Staatsschulden haben erstmals die Billionen-Grenze überschritten. Die Verbindlichkeiten beliefen sich am Jahresende auf 1,004 Billionen Pfund (1,2 Billionen Euro), teilte die Nationale Statistikbehörde am Dienstag in London mit. „Dies belegt das untragbare Ausgabenniveau, das dieses Land in den vergangenen Jahren erreicht hat“, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. „Es zeigt auch, dass wir das Defizit der Zukunft unseres Landes wegen entschlossen angehen müssen.“

Im Haushaltsjahr 2010/11 türmte das gegen eine Wirtschaftsflaute kämpfende Land neue Schulden in Höhe von 127 Milliarden Pfund auf - obwohl die Staatsausgaben um 0,9 Prozent fielen und die Einnahmen um 7,3 Prozent zulegten. Im laufenden Jahr soll das Defizit auf 127 Milliarden Pfund oder 8,4 Prozent der Wirtschaftsleistung schrumpfen. Der Maastrichter EU-Vertrag erlaubt eigentlich nur eine Obergrenze von drei Prozent.
Quelle: handelsblatt.com

Lagarde fordert europäische "Brandmauer"

Die Debatte um eine Aufstockung des dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM reißt auch nach der Einigung der EU-Finanzminister auf den Vertrag nicht ab. IWF-Chefin Christine Lagarde forderte im Deutschlandradio Kultur, es bedürfe einer massiven Brandmauer, die auf europäischer Ebene ausreichend sei und die verbessert werden müsse.

"Wenn das der Fall ist, werden die IWF-Mitglieder gerne erstens die Ressourcen erhöhen und zweitens diejenigen unterstützten – also weltweit, nicht nur in der Euro-Zone – die Hilfe brauchen und die Bedingungen erfüllen“, sagte sie. Der Finanz-Schutzwall gegen die Krise müsse so ausgestaltet sein, "dass Investoren, Menschen, die finanzieren und die auch spekulieren, entmutigt werden, weil die Brandmauer zu dick ist“, erklärte sie.

In der Diskussion geht es um den bisherigen Euro-Rettungsschirm EFSF und den neuen dauerhaften Stabilitätsmechanismus ESM. Der ESM soll am 1. Juli in Kraft treten und im Kampf gegen die Euro-Krise 500 Milliarden Euro einsetzen können. Die EU-Finanzminister hatten sich am Montagabend auf den Vertrag für die Inkraftsetzung des Fonds geeinigt.
Quelle: welt.de

S&P stuft zwei französische Großbanken ab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsnote für die französischen Großbanken Credit Agricole und Societe Generale gesenkt. Dies sei eine Folge des Mitte Januar bekanntgegebenen Verlusts der Bestnote für den französischen Staat, teilte S&P am späten Montagabend in London mit.

Die Experten der Agentur gaben gleichzeitig aber auch Entwarnung. Beide Banken dürften ihrer Einschätzung nach nur wenig Probleme haben, ihre Geschäfte im laufenden Jahr finanzieren zu können. Zudem stehe erst einmal keine weitere Überprüfung der aktuellen Bonitätsnote an. Die Nummer zwei (Societe Generale) und Nummer drei (Credit Agricole) unter den französischen Banken haben jetzt bei S&P die Note „A“ nach zuvor „A+“.

Der Marktführer BNP Paribas behielt dagegen die Einstufung „AA-“. Die Ratingagentur S&P stufte am 13. Januar insgesamt neun Eurozonen-Staaten ab - darunter mit Frankreich auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone.
Quelle: handelsblatt.com

EU und IWF stoppen Griechen-Deal

Eurogruppe und IWF machen Druck: Die Banken sollen bei der Umschuldung Griechenlands noch auf etwas mehr Geld verzichten und die Griechen mehr sparen. Eine bereits erzielte Einigung wurde verworfen. EU und IWF wollen die Banken zu einem größeren Verzicht in Sachen Griechenland zwingen. Eine bereits ausgehandelte Einigung zwischen den griechischen Unterhändlern und dem Bankenverband IIF ist in der Nacht zu Dienstag wieder verworfen worden.

Sie hätte bedeutet, dass die Banken für das Geld, was ihnen nach dem Schuldenschnitt bleibt, einen Zinssatz von durchschnittlich vier Prozent über 30 Jahre bekommen. Den Finanzministern der 16 anderen Euro-Länder und dem Internationalen Währungsfonds war das aber zu wenig. Die Eurogruppe habe Griechenland gebeten, mit den Gläubigern einen Zinssatz von deutlich unter vier Prozent für die neu auszugebenden Staatsanleihen beim Anleihetausch auszuhandeln, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in der Nacht zum Dienstag in Brüssel.

Für die Phase bis 2020 solle der Zins unter 3,5 Prozent liegen. Nur so kann nach den Berechnungen der Europäer die Schuldentragfähigkeit des Landes erreicht werden. Die Gesamtverschuldung soll bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken - immer noch ein gefährlich hoher Wert.
Quelle: ftd.de



Montag, 23.01.2012:

Griechenland: Harter Poker um Prozente

Aufregung um die Verhandlungen zwischen Banken und Regierung in Athen: Charles Dallara, der Chef-Unterhändler des internationalen Bankenverbands IIF, reiste am Samstag überraschend ab. Ein Ergebnis des Treffens wurde nicht bekannt. Das interpretierten mehrere Medien so, dass die Verhandlungen gescheitert seien. Die Folgen wären fatal: Es geht bei den Gesprächen um einen freiwilligen Verzicht privater Investoren auf einen Teil des Geldes, das sie Griechenland geliehen haben. Eine Einigung ist Voraussetzung dafür, dass das Land nicht pleitegeht.

Nach einigen Stunden beruhigte ein Sprecher des IIF die Gemüter: Die Gespräche seien nicht abgebrochen worden, Dallara habe nur einen "lange vorher vereinbarten privaten Termin in Paris" wahrnehmen müssen. Er sei für die Athener Regierung telefonisch jederzeit erreichbar, zudem gingen die Gespräche dort auf Expertenebene weiter. Am Sonntagabend meldete sich Dallara dann selbst zu Wort: Er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung getroffen werden könne, sagte er einem griechischen Sender.
Quelle: sueddeutsche.de

IWF braucht zusätzliche 500 Milliarden Dollar

IWF-Chefin Christine Lagarde hat Industrie- und Schwellenländer zu schnellem Handeln aufgerufen, um die Weltwirtschaft vor einer Abwärtsspirale zu bewahren. „Je länger wir warten, desto schlimmer wird es“, warnte Lagarde in einer Rede in Berlin.

Ihr Appell richtete sich vor allem an die Europäer: Die Euro-Länder sollten ihre finanziellen Schutzwälle gegen die Schuldenkrise kräftig über das bereits Bestehende hinaus erhöhen, etwa beim dauerhaften Stabilitätsfonds ESM. Lagarde nannte auch die umstrittenen Eurobonds als Möglichkeit dafür. Begleitet werden sollten die Maßnahmen nach ihren Worten von einer weiteren geldpolitischen Lockerung durch die Europäische Zentralbank. Auch der IWF selbst sei bereit zu helfen, versicherte Lagarde. Er bemühe sich um bis zu 500 Milliarden Dollar (387 Milliarden Euro) an zusätzlichen Mitteln.
Quelle: welt.de

Kapitalbedarf: Deutschland dringt auf laxere Regeln für Banken

Deutschland und Frankreich setzen sich für eine Lockerung der Kapitalregeln für Banken ein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sein französischer Kollege François Baroin fürchteten, dass die Institute wegen der strengen Regeln ihre Kreditvergabe zu stark einschränken und damit die Wirtschaft abwürgen, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf ein gemeinsames Papier der beiden Minister.

Schäuble und Baroin wollten für Banken mit einem Versicherungsgeschäft eine Sonderbehandlung einfordern, hieß es in dem Bericht weiter. Schäuble und Baroin wollten sich zudem dafür einsetzen, wichtige Elemente der Basel-III-Vorschriften abzumildern. In ihrem Papier fordern die beiden der Zeitung zufolge, die obligatorische Veröffentlichung der Verschuldungsquote um drei Jahre zu verzögern.

Die Banken müssen weltweit ab 2013 die Basel-Regeln einhalten, die den Anlegern mehr Vertrauen in die Stabilität der Institute geben sollen. Schäuble teilte im Laufe des Tages jedoch mit, dass es sich bei dem Bericht um eine Falschmeldung handele. Deutschland und Frankreich wollten die Vorgaben wie geplant einführen, sagte der Finanzminister nach Beratungen mit Baroin. Auch der für die Finanzmarktregulierung zuständige EU-Kommissar Michel Barnier sagte, der vereinbarte Zeitplan für die Umsetzung der Basel-III-Vorschriften stehe.
Quelle: spiegel.de

Spanische Zentralbank erwartet Konjunktureinbruch

Die spanische Notenbank rechnet in diesem Jahr mit einem Konjunktureinbruch um 1,5 Prozent. Bereits im zurückliegenden Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent geschrumpft, teilten die Währungshüter am Montag mit. Im gesamten Jahr 2011 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gestiegen. 2013 wird sich die Wirtschaft nach Einschätzung der Notenbank wieder fangen und um 0,2 Prozent wachsen.

Trotz Rezession geht die Notenbank davon aus, dass das spanische Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 4,4 Prozent des BIP sinkt. Haushaltsminister Cristóbal Montoro hatte vergangene Woche in einem FTD-Interview Zweifel geäußert, ob sein Land dieses von der sozialistischen Vorgängerregierung gesteckte Ziel erreichen werde. Im vergangenen Jahr fiel das Haushaltsloch mit rund acht Prozent des BIP um zwei Prozentpunkte höher aus als geplant. Montoro gehört der konservativen Volkspartei des neuen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy an.
Quelle: ftd.de



Sonntag, 22.01.2012:

Monti fordert Rettungsfonds-Verdopplung auf eine Billion

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat einem Bericht des „Spiegel“ zufolge für die Ausweitung des dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM geworben. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, setzte sich Monti dafür ein, das Volumen des ESM in Höhe von derzeit 500 Milliarden Euro auf eine Billion Euro zu verdoppeln. Eine solche Maßnahme schaffe Vertrauen in die Währungsunion, was die Zinsen für Staatsanleihen sinken lasse, zitierte das Magazin den Regierungschef.

Demnach informierte er bereits die Bundesregierung über seine Forderungen. Unterstützung bekomme der italienische Ministerpräsident von seinem Landsmann Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), berichtet das Magazin weiter ohne Quellenangabe. Der vertrete den Vorschlag, dass die unverbrauchten Mittel des vorläufigen Rettungsschirms EFSF nicht auf den ESM angerechnet werden.
Quelle: welt.de

Athen hofft, Gläubiger zögern

Es war schon die Rede von einem "historischen Deal": Der Internationale Bankenverband IIF erklärte, bei den Gesprächen über den griechischen Schuldenschnitt seien am Freitagabend deutliche Fortschritte erzielt worden. "Elemente eines noch nie dagewesenen freiwilligen Schuldenschnitts werden in die Tat umgesetzt", sagte ein Sprecher des IIF. Es müsse jetzt entschlossen gehandelt werden, um diese Einigung zu einem Ende zu bringen und Griechenland zu stabilisieren.

Doch die Taten von IlF-Verhandlungsführer Charles Dallara wollen so gar nicht zu diesen Worten passen: Der nämlich reiste am Samstag zu Konsultationen mit Bankenvertretern nach Paris ab. Zwar sollen die Gespräche telefonisch fortgesetzt werden. Doch eine Einigung sei nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters erst kommende Woche möglich. Griechische Medien hatten zuvor berichtet, dass die angestrebte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) noch vor dem Euro-Gipfel am Montag fertig sein sollte. Auch aus Kreisen der EU hieß es, man halte eine Einigung noch am Wochenende für möglich.
Quelle: sueddeutsche.de

Europäische Ratingagentur startet im Frühjahr

Die von der Unternehmensberatung Roland Berger konzipierte europäische Ratingagentur soll bis zum Sommer an den Start gehen. "Ziel ist es, bis Ende des ersten Quartals 2012 die Verträge zu unterzeichnen und im zweiten Quartal eine privatfinanzierte, nicht gewinnorientierte Stiftung wahrscheinlich mit Sitz in Holland zu gründen", sagte Roland-Berger-Partner Markus Krall der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Inzwischen hätten sich 30 institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen und Börsen aus ganz Europa bereit erklärt, rund 300 Millionen Euro Stiftungskapital zur Verfügung zu stellen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hält einen europäischen Konkurrenten zu den amerikanischen Platzhirschen für sinnvoll, allerdings gehe das nicht über Nacht. "Grundsätzlich würde ich es begrüßen, wenn es eine europäische Ratingagentur gäbe", sagte Ackermann bei einem Besuch der dpa-Zentrale in Berlin. "Aber einige wenige Banken in Europa können eine solche Agentur nicht gründen, da sie unabhängig sein muss. Außerdem braucht es viele Jahre, bis eine solche Rating-Agentur sich ein entsprechendes Renommee aufgebaut hat", sagte Ackermann. Eine von Staaten getragene Agentur hätte nach Ackermanns Ansicht ebenfalls das Problem mangelnder Unabhängigkeit.
Quelle: manager-magazin.de



Samstag, 21.01.2012:

Ackermann: "Schuldenschnitt kostet uns einen hohen Preis"

Der angestrebte Schuldenschnitt für Griechenland wird Europa nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auch auf lange Sicht teuer zu stehen kommen. „Die Erwartung war, dass Staatsanleihen zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. Dieses Prinzip wurde verletzt – und zwar entgegen allen Aussagen, die zuvor gemacht worden waren“, sagte Ackermann bei einem Besuch der dpa-Zentrale in Berlin.

„Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen, unter anderem in Form höherer Zinsen, die Investoren von vielen Regierungen verlangen werden.“ Nach den bisherigen Plänen sollen private Gläubiger wie Banken und Versicherer auf 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten. Im Gespräch sind nun aber bis zu 70 Prozent, die Verhandlungen laufen.
Quelle: welt.de

Griechenland: Verhandlungen über Schuldenschnitt verlängert

Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern über deren entscheidende Beteiligung an einem Schuldenerlass sind auf Samstag vertagt worden. Der Internationale Bankenverband IIF erklärte in der Nacht zum Samstag, bei den Gesprächen am Freitagabend seien deutliche Fortschritte erzielt worden. Nun sei die Zeit für entschiedene Schritte gekommen, erklärte der Verband und schien damit Zugeständnisse von den offiziellen Gläubigern EU und IWF einzufordern.

Die Griechen wollen eine Einigung unbedingt noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag unter Dach und Fach bringen, damit noch genug Zeit für eine rechtzeitige Umsetzung bleibt. Ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker sagte, erst am Montag werde endgültige Klarheit über die Gültigkeit einer Einigung herrschen. "Die Minister werden sich den Vorschlag ansehen und dann darüber entscheiden. Wenn sie ihn ablehnen, müssen wir zurück an den Verhandlungstisch."

Ein vorläufiger Kompromiss würde bis auf weiteres einen Staatsbankrott des südosteuropäischen Euro-Landes verhindern. Für die privaten Gläubiger dürfte eine Übereinkunft aber mit einem Forderungsverzicht von 65 bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen nach Angaben eines Bankenvertreters Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.
Quelle: ftd.de

Deutsche sehen Altersvorsorge gefährdet

Die Mehrheit der Bundesbürger fürchtet negative Konsequenzen der Euro-Krise auf ihre Altersvorsorge. Auch deswegen interessieren sich viele Deutsche für die weiteren Maßnahmen zur Rettung der Gemeinschaftswährung. 73 Prozent der Bundesbürger fürchten, dass die Maßnahmen zur Euro-Rettung sich zumindest teilweise auf ihre persönlichen Finanzen auswirken. Ebenso viele glauben, dass die Rettungsmaßnahmen Einfluss auf die eigene Altersvorsorge haben.

Das eigene Wissen über die Euro-Rettung stuft die Mehrheit der Deutschen allerdings als ausbaufähig ein. 62 Prozent der Bevölkerung bezeichnen ihr Know-how höchstens als mittelmäßig – 15 Prozent sogar als schlecht oder sehr schlecht. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday, der internationalen Presseschau für die Finanzbranche, exklusiv vorliegt.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag, 20.01.2012:

Drogeriekonzern Schlecker ist pleite

Der Drogeriekonzern Schlecker geht in die Planinsolvenz. Das bestätigte das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Insolvenzantrag werde „kurzfristig“ eingereicht. Ziel sei der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb werde unverändert weiterlaufen, hieß es. Zuvor hatte die "Lebensmittelzeitung" bereits über die Insolvenz berichtet.

Schlecker kämpft im harten Wettbewerb auf dem Drogeriemarkt seit längerem gegen Verluste an. Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete das Unternehmen erneut mit sinkenden Erlösen. Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland.
Quelle: welt.de

Ungarn unterwirft sich IWF und EU

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat seine Bereitschaft zur Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU) über einen neuen, milliardenschweren Notkredit erklärt. "Jetzt hängt es nur mehr noch von IWF und EU ab, wann das Kreditabkommen abgeschlossen werden kann", sagte der rechts-konservative Politiker im staatlichen Rundfunk. Zugleich bekräftigte er, dass seine Regierung bereit sei, auf die von IWF und EU beanstandete Zusammenlegung der Ungarischen Nationalbank (MNB) mit der Finanzmarktaufsicht (PSZAF) zu verzichten.
Quelle: ftd.de

Subprime-Schrott wird wieder attraktiv

Die großen Banken wetten wieder auf den US-Immobilienmarkt. Am Donnerstag ersteigerte die Credit Suisse von der Federal Reserve Bank of New Yorker verbriefte Hypothekenkredite (Asset Backed Securities, ABS) im Volumen von 7,01 Mrd. Dollar. Den Preis gab die Notenbank nicht bekannt. Je nach Qualität der Vermögenswerte dürfte Credit Suisse laut der Nachrichtenagentur Reuters 3 bis 3,5 Mrd. Dollar für das Portfolio bezahlt haben.

Händler gehen demnach davon aus, dass die Bank die Kredite zumindest in Teilen an institutionelle Anleger weiterverkauft. Verbriefte Anleihen gelten als ein Auslöser für die Finanzkrise, weil viele US-Papiere mit Schrottimmobiliendarlehen (Subprime Mortgages) unterlegt waren, die nichts mehr Wert waren. Seit der Finanzkrise ist der Markt für hypothekenbesicherte Anleihen fast völlig ausgetrocknet. Auf dem Primärmarkt gibt es so gut wie keine Aktivität und auch auf dem Sekundärmarkt herrscht weitestgehende Flaute.
Quelle: ftd.de

Griechischer Schuldenschnitt nimmt Formen an

Zittern bis zum Schluss: In den Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt zeichnete sich am Freitag ein möglicher Durchbruch ab. Der Internationale Bankenverband IIF bestätigte „Fortschritte“ bei den Gesprächen. Am Nachmittag wollten in Athen Ministerpräsident Lucas Papademos und IFF-Chef Charles Dallara zur Fortsetzung ihrer Spitzengespräche zusammen treffen.

Vorher sollte noch eine Telefonkonferenz mit den Partnern in der Euro-Zone stattfinden, kündigte Finanzminister Evangelos Venizelos an. Für Freitagmittag war außerdem eine weltweite Telefonkonferenz mit Vertretern der Privatgläubiger geplant, hieß es in Athen. Das könnte darauf hindeuten, dass eine Einigung kurz bevorsteht.
Quelle: handelsblatt.com

Preissteigerung fraß Lohnerhöhungen 2011 auf

Stark gestiegene Verbraucherpreise haben einer Studie zufolge 2011 die tariflichen Lohnerhöhungen wieder aufgefressen. Unter dem Strich sei sogar ein Minus von 0,3 Prozent herausgekommen, teilte das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mit. Durchschnittlich stiegen Löhne und Gehälter um 2 Prozent, hieß es am Freitag in Düsseldorf.

Die Abschlüsse seien sogar höher ausgefallen als in vergangenen Jahren. In manchen Branchen seien 3 Prozent und mehr vereinbart worden. Es gab aber weniger Einmalzahlungen. Zusammengerechnet mit länger laufenden Abschlüssen aus 2010 ergab sich der Durchschnitt von 2 Prozent. Am deutlichsten stiegen die Tarife bei privaten Dienstleistungen, am geringsten bei Kreditinstituten und im Versicherungsgewerbe.
Quelle: handelsblatt.com

Europäische Union: Keine feste Schuldenbremse im Fiskalpakt

Eine Schuldenbremse, die wie in Deutschland in jedem Euro-Land in der Verfassung steht: Dieses Ziel wollte die Bundesregierung unbedingt erreichen. Zu Wochenbeginn mahnte dies auch EZB-Direktor Jörg Asmussen an. Doch in der letzten Verhandlungsrunde auf Staatssekretärsebene gestern in Brüssel über den neuen Fiskalpakt scheiterte die Bundesregierung mit diesem Vorhaben: Die Schuldenbremse soll nach dem neuen Text im nationalen Recht zwar „bindend und dauerhaft“ festgeschrieben werden, aber nur „vorzugsweise verfassungsrechtlich oder auf andere Weise, die garantiert, dass sie bei der nationalen Haushaltsaufstellung respektiert wird“, heißt es im neuen Entwurf für den Fiskalpakt-Vertrag.
Quelle: handelsblatt.com

Leiharbeit in Deutschland auf Rekordhoch

Leiharbeit ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Zeitarbeiter hat im vorigen Jahr mit 910.000 ein Rekordhoch erreicht und sich der Millionengrenze genähert. Das waren nach den am Freitag von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen zum Stichtag 30. Juni rund 103.000 oder fast 13 Prozent mehr als ein Jahr davor. Ein Drittel der Leiharbeiter war als Hilfspersonal tätig. Zudem erwies sich die Hälfte der Jobs mit einer Dauer von weniger als drei Monaten als sehr kurzlebig.
Quelle: reuters.de



Donnerstag, 19. Januar 2012:

EU ruft nach mehr Geld für den IWF

Die EU hofft auf eine baldige Einigung im G20-Kreis der führenden Industrie- und Schwellenländer über eine Aufstockung der Krisenhilfemittel des Internationalen Währungsfonds. Eine Vereinbarung sei voraussichtlich beim nächsten G-20-Finanzministertreffen im Februar möglich, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel. Die Kommission rief zugleich die G-20-Partner wie die USA, Kanada oder Brasilien zu einem Beitrag dazu auf.

„Wir würden einen Beitrag der G-20-Staaten zur finanziellen Stärkung des IWF sehr begrüßen“, sagte der Sprecher. Die Euro-Staaten hatten im Dezember beschlossen, die Mittel des IWF um 150 Milliarden Euro (rund 200 Milliarden Dollar) aufzustocken. Dazu kommen voraussichtlich noch Beiträge von EU-Staaten, die der Währungsunion nicht angehören.

Der IWF strebt eine Erhöhung um 600 Milliarden Dollar an. Doch die IWF-Pläne zur Kapitalaufstockung zur Krisenbekämpfung stoßen weltweit auf ein geteiltes Echo: Während die USA weitere Beiträge ablehnten, zeigte sich Japan am Donnerstag offen für Gespräche. „Wir befinden uns nun in einem Stadium, wo wir die Verhandlungen starten“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher habe sich Japan nicht zu bilateralen Darlehen an den IWF verpflichtet, um Europas Anstrengungen zur Beendigung der Schuldenkrise zu unterstützen. China stellte sich ebenfalls hinter die Bemühungen des IWF, seine Schlagkraft zu erhöhen. Man stehe hinter den G20-Beschlüssen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Allerdings erteilte die Volksrepublik keine Zusage für weitere Gelder.

Die USA haben der Bereitstellung von weiteren Ressourcen für den IWF eine Absage erteilt. „Wir haben unseren internationalen Partnern mitgeteilt, dass wir keine Absicht haben, dem IWF zusätzliche Ressourcen bereitzustellen“, sagte eine Sprecherin des US-Finanzministeriums. Beobachter erwarten nicht, dass die Regierung in Washington mitten im Wahlkampf ihre Meinung ändert. Präsident Barack Obama stellt sich im November zur Wiederwahl.
Quelle: handelsblatt.com

Hedgefonds wollen Griechenland verklagen

Griechenland will seine Schulden nicht komplett zurückzahlen. Die privaten Gläubiger sollen auf die Hälfte ihres Geldes verzichten - freiwillig. Der griechische Premier Lukas Papadimos will Abweichler unter den Investoren notfalls per Gesetz zum Verzicht zwingen, drohte er zuletzt. Dagegen wehren sich einige Hedgefonds, die in Griechenland investiert haben. Sie drohen dem Land mit einer Klage, schreibt die New York Times.

Ihre Argumentation: Der griechische Vorstoß käme einer Enteignung gleich - dabei ist Eigentum ein Grundrecht. Dagegen könnten sie somit vor dem Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte klagen. Das würde allerdings Jahre dauern und den Hedgefonds nicht gerade Sympathien einbringen, merkt die New York Times süffisant an. Denn der Gläubiger-Verzicht ist politisch gewollt und legitimiert auch weitere Hilfzahlungen an das bankrotte Griechenland. Doch das spielt für die Hedgefonds-Manager keine Rolle: "Es kann doch nicht sein, dass Angela Merkel entscheidet, wer Verluste erleidet", zitiert die NYT einen Investor.
Quelle: sueddeutsche.de

Finanztransaktionssteuer: Blockade der FDP bröckelt

Beim Streit um die Finanztransaktionssteuer zeigt sich die FDP gesprächsbereit. Hatten die Liberalen bislang ausgeschlossen, einer Besteuerung von Finanzgeschäften innerhalb der Euro-Zone zuzustimmen, fordern sie jetzt von der Union Konzepte.

„Wenn die Union die Finanztransaktionssteuer zu ihrem politischen Wunschprojekt machen will, muss sie darlegen, wie Belastungen für Sparerinnen und Sparer sowie die Wirtschaft vermieden werden können“, sagte der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, Handelsblatt Online. Die FDP erwarte jetzt Lösungsvorschläge, fügte Wissing hinzu.

FDP-Chef Philipp Rösler hatte in der Vergangenheit wiederholt darauf beharrt, dass eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte wenn überhaupt EU-weit und nicht nur im Euro-Raum eingeführt werden müsse. Andernfalls drohten Wettbewerbsverzerrungen und einseitigen Belastungen für den Finanzstandort Deutschland, warnte Rösler.
Quelle: handelsblatt.com

Troika lobt Irlands Reformkurs

Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds hat Irland eine erfolgreiche Umsetzung des Reformpakets im Kampf gegen die Schuldenkrise bescheinigt. Die Programme gingen in die richtige Richtung und die Fortsetzung der Reformen sei der Schlüssel zum Erfolg, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der EZB.

Kontrolleure der Troika hatten seit dem 10. Januar die Umsetzung der Auflagen geprüft, denen sich Irland im Gegenzug für Finanzhilfen unterworfen hatte. 2011 habe das Haushaltsdefizit mit rund zehn Prozent unter der Zielvorgabe von 10,6 Prozent gelegen, hieß es in dem Bericht. Im laufenden Jahr soll der Fehlbetrag auf 8,6 Prozent gedrückt werden.
Quelle: handelsblatt.com

Frankreich und Spanien trotzen Herabstufung

Die Schuldenauktion galt als die echte Bewährungsprobe für Frankreich nach dem Verlust der Top-Bonität - und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sie glänzend bestanden: Frankreich hat sich bei Investoren 9,5 Milliarden Euro durch die Ausgabe langfristig laufender Staatsanleihen geliehen und dafür niedrigere Zinsen in Kauf nehmen müssen als bei der jüngsten derartigen Auktion.

Auf dem Sekundärmarkt lag der Zinssatz für zehnjährige französische Anleihen bei 3,12 Prozent, im Dezember näherte sich dieser Wert noch der Vierprozentmarke. Die Nachfrage nach den Schuldtiteln hätte ausgereicht, um mindestens das Doppelte an Geld vom Markt zu bekommen. Erst am vergangenen Freitag hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's dem Land das Triple-A entzogen.

Ähnlich erfreulich verlief auch eine Anleihenauktion Spaniens. Die Kreditwürdigkeit des Landes war von S&P sogar um zwei Noten abgestuft worden - die Anleger scheinen die Bonität Spaniens jedoch anders zu bewerten. Eine Auktion spanischer Anleihen spülte 6,6 Milliarden Euro in die Staatskasse. Damit wurde das Ziel von 4,5 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Zudem gingen die Kosten erheblich zurück: Bei den Papieren mit zehnjähriger Laufzeit sanken die Zinsen gegenüber der jüngsten vergleichbaren Auktion im November von 6,97 auf 5,40 Prozent.

Die erfolgreichen Schuldenversteigerungen setzen eine Reihe positiver Marktreaktionen fort: Auch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Geldmarktauktion des Euro-Rettungsschirms EFSF am Dienstag verlief ausgesprochen erfolgreich. Der Krisenfonds hatte ebenfalls seine Spitzenbonität bei S&P eingebüßt.
Quelle: spiegel.de

Minijobs sind fast immer Niedriglohnjobs

Minijobs entwickeln sich Wissenschaftlern zufolge zu einer Niedriglohnfalle. Knapp 90 Prozent der insgesamt 7,3 Millionen Betroffenen arbeiten zu Niedriglöhnen, heißt es in einer von drei Studien der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Unternehmen nutzten Minijobs offensichtlich systematisch dazu, Personalkosten zu drücken.

Auswertungen des Statistisches Bundesamts und der Bundesagentur für Arbeit zeigten, dass Brutto-Stundenlöhne von Minijobbern im Durchschnitt nicht einmal halb so hoch seien wie die von regulär Vollzeitbeschäftigten. 58 Prozent der 1,2 Millionen Beschäftigten, die in Deutschland weniger als 5 Euro die Stunde erhielten, arbeiteten in Minijobs. Fast 90 Prozent der Minijobber arbeiteten für Brutto-Stundenlöhne von weniger als 9,76 Euro im Westen und 7,03 Euro im Osten. Vor allem Frauen und Hartz-IV-Empfänger würden dabei durchweg schlechter bezahlt als andere Beschäftigte.

Die Untersuchung der Böckler-Stiftung ist eine von drei Studien zu Minijobs. Nach Angaben der Forscher ist dies mit "objektiven Kriterien" wie einer geringeren Qualifikation nicht zu erklären. Vielmehr deute der Befund darauf hin, dass die Arbeitgeber die speziellen Steuer- und Abgabenregelungen bei Minijobs nutzten, um die Brutto-Löhne zu drücken.
Quelle: zeit.de



Mittwoch, 18.01.2012:

"Weltwirtschaft ist in gefährliche Phase getreten"

Schlechte Nachrichten aus Washington: Die Weltbank warnt vor einem Absturz der Weltwirtschaft in diesem Jahr. Grund ist vor allem die Krise der Euro-Zone. Für den gemeinsamen europäischen Währungsraum erwarten die Experten der Weltbank einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent in diesem Jahr. Nächstes Jahr könnte die Euro-Konjunktur dann um 1,1 Prozent leicht zulegen – vorausgesetzt, die Euro-Krise eskaliert nicht.

Die Schwellenländer werden dem Bericht zufolge in diesem und im nächsten Jahr langsamer wachsen als bislang erwartet. Unter dem Strich dürfte die Weltwirtschaft nicht mehr um 3,1, sondern nur noch um 2,5 Prozent wachsen. Das gilt als wenig. „Die Weltwirtschaft ist in eine gefährliche Phase eingetreten“, warnte die Washingtoner Institution deshalb.

Und das ist noch die schönere Seite dieser Wirtschaftsprognose. Unumwunden geben die Experten in ihrem Bericht zu, dass die Vorhersage eher eine Art Schön-Wetterbericht ist. Denn es könnte alles noch viel schlimmer kommen. Europas Krise und die Probleme der Schwellen- und Entwicklungsländer könnten sich gegenseitig verstärken.
Quelle: welt.de

Lagardes 500-Milliarden-Plan zieht Euro ins Plus

Der Internationale Währungsfonds setzt ein deutliches Signal: Er will seinen Kreditrahmen auf rund 900 bis 1000 Milliarden Dollar erweitern, um die Weltwirtschaft zu stützen. Das globale Wachstum kühlt sich derzeit bedenklich ab: In Schwellenländern wie China oder Indien wird der rasante Aufschwung langsamer, in Europa verschärft sich die Schuldenkrise. Rating-Agenturen stufen ihre Bonitätsbewertung von Euro-Ländern reihenweise herunter; die Weltbank fürchtet, dass Europa 2012 in die Rezession rutscht.

Jetzt demonstriert der IWF Entschlossenheit. Er will seinen Kreditrahmen mehr als verdoppeln. Derzeit umfasst die Krisenkasse Kreditzusagen in Höhe von 387 Milliarden Dollar. Details nennt der IWF offiziell nicht. Laut "Financial Times" will der Fonds das Geld in Form von freiwilligen Ad-hoc-Hilfen einsammeln. Ein Großteil der zusätzlichen 500 Milliarden Dollar würde wohl auf die Euro-Zone entfallen.

Laut "Wall Street Journal" könnte der Kreditrahmen sogar um 600 Milliarden Dollar aufgestockt werden; 250 Milliarden sollen aus Europa kommen, die übrigen 350 Milliarden aus dem Rest der Welt. Das Geld solle zur Not auch eingesetzt werden, um Italien oder Spanien zu stützen.
Quelle: spiegel.de

Fitch will sechs Krisenländer herabstufen

Die Ratingagentur Fitch wird wahrscheinlich die Kreditwürdigkeit aller sechs im Dezember unter verschärfte Beobachtung gestellten Euroländer herunterstufen. „Wir erwarten, dass unsere Bonitätsüberprüfung bis zum Monatsende zu Absenkungen um ein bis zwei Stufen führen wird“, sagte Managing Director Edward Parker am Mittwoch in Mailand. Fitch hatte die Euro-Mitglieder Spanien, Italien, Irland, Zypern, Belgien und Slowenien im Dezember als Kandidaten für eine Herabstufung unter verschärfte Beobachtung genommen und überprüft seitdem deren Länder-Ratings.

Vor allem für Italien, dass erst am Freitag von Standard & Poor's (S&P) heruntergestuft wurde, könnte es nun noch dicker kommen: Denn auch Fitch erwägt der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge, die Bewertung für das große Euro-Krisenland bis zum Monatsende gleich um zwei Stufen zu senken. „Eine Herabstufung um zwei Stufen ist eine der möglichen Optionen“, sagte Fitch-Direktor Alessandro Settepani am Mittwoch. „Unser Ausschuss wird das Rating von Italien auf der Grundlage des Refinanzierungsniveaus und der Wachstumsmaßnahmen bewerten.“
Quelle: handelsblatt.com

Rating-Zwerg stuft Deutschlands Bonität herab

Die kleine US-Ratingagentur Egan-Jones hat die Bonität Deutschlands auf AA- von zuvor AA herabgestuft. Grund für den Schritt seien die möglichen Verbindlichkeiten, die auf Deutschland bei weiteren Rettungsvorhaben von krisengeschüttelten Euro-Ländern hinzukämen, teilte die Agentur am Mittwoch mit. Zudem sei die derzeitige Fiskalpolitik Deutschlands Besorgnis erregend.

2011 hat Egan-Jones Deutschlands Bonität bereits mehrmals gesenkt. Die größte Volkswirtschaft in der Euro-Zone wird nun drei Stufen unter der Top-Note AAA bewertet. Die größere Ratingagentur S&P hatte am Freitag neun Euro-Länder heruntergestuft, Deutschland jedoch bei der Bestnote AAA belassen. Egan Jones gehört zwar nicht zu den bekanntesten Agenturen, genießt aber wegen ihrer Unabhängigkeit einen guten Ruf.
Quelle: handelsblatt.com

Goldman Sachs verdient zwei Drittel weniger

Die Kapitalmarktturbulenzen haben die US-Investmentbank Goldman Sachs im vergangenen Jahr stark belastet. Um den Einbruch abzufedern, sparte das Institut stark am Personal. Trotzdem hält Goldman seine Führungsrolle im Investmentgeschäft. Trotz deutlich reduzierter Gehälter und Boni für die Investmentbanker fiel der Gewinn im Schlussquartal um 67 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, teilte die Bank am Mittwoch in New York mit.

Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Das Ergebnis je Aktie belaufe sich auf 1,84 Dollar nach 3,79 Dollar im Vorjahr, teilte der Branchenprimus am Mittwoch mit. Analysten hatten lediglich 1,24 Dollar je Anteilsschein erwartet. Zudem kehrte der Konkurrent der Deutschen Bank zum Jahresende wieder in Gewinnzone zurück. Im dritten Quartal hatte das Institut zum zweiten Mal überhaupt in seiner Geschichte rote Zahlen geschrieben.

"Dieses Jahr war von globalen makroökonomischen Sorgen dominiert, die die Risikotoleranz unserer Kunden und ihren Willen zu Transaktionen beeinträchtigten", sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein. "Während unsere Ergebnisse sich verschlechterten, bin ich froh, dass die Firma ihre Branchenführerschaft erhielt."
Quelle: manager-magazin.de

Manroland wird zerschlagen

Mit Manroland wird ein traditionsreicher Konzern zerschlagen - um wenigstens ein Teil der Mannschaft und des Geschäfts zu retten. Fast die Hälfte der Jobs im Inland fällt dennoch weg. Früher war Manroland ein Branchenriese und bildete zusammen mit Heidelberger Druck und Koenig & Bauer die strahlende Weltspitze. Die Zeiten sind vorbei.

Die Pleite von Manroland im vergangenen November kam unerwartet, aber nicht gänzlich überraschend. Die Druckindustrie steckt seit Jahren tief in der Krise. Vom Glanz früherer Jahre ist in der einstigen Vorzeigesparte des deutschen Maschinenbaus nicht mehr viel geblieben. Tausende Stellen wurden bereits gestrichen. „Manroland ist inzwischen kein Großkonzern mehr, hat aber unglücklicherweise die Strukturen eines Großkonzerns beibehalten“, sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Mittwoch, nachdem er den Rettungsplan verkündet hat.

Das sei ein Teil des Problems der Branche. Während Schneider über die Lösung verhandelte, die nun in einen Teilverkauf an die Lübecker Possehl-Gruppe mündet, schreckten die Heidelberger mit einer Hiobsbotschaft auf. Wieder müssen 2000 Stellen weg.
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 17.01.2012:

Standard & Poor's stuft Euro-Rettungsschirm herab

Der europäische Rettungsfonds EFSF ist nicht mehr uneingeschränkt kreditwürdig. Das teilte die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's am Montagabend mit. Sie entzog dem Fonds die Bestnote AAA. Die Herabstufung könnte zu höheren Kosten bei der Rettung klammer Euro-Länder führen. Nach Angaben des EFSF sind dennoch genügend Mittel vorhanden, um die zugesagten Kredite an Portugal und Irland auszuzahlen und ein zweites Rettungspaket für Griechenland zu finanzieren.

Die Herabstufung des EFSF war nach dem Rundumschlag vom vergangenen Freitag erwartet worden. Standard & Poor's hatte gleich neun Euro-Ländern schwindende Kreditwürdigkeit bescheinigt. Frankreich und Österreich verloren ihre Bestnote AAA. Da der Rettungsfonds selbst kein eigenes Kapital hat, hängt er von den Bestnoten seiner Anteilseigener ab.

Durch die Herabstufung von Frankreich und Österreich garantieren jetzt nur noch Deutschland, die Niederlande, Finnland und Luxemburg für den Fonds. Um künftig unabhängig vom Rating zu sein, wollen die Euro-Länder bereits Mitte 2012 den ständigen Rettungsfonds ESM einführen, der mit bis zu 100 Milliarden Euro Grundkapital ausgestattet ist.
Quelle: sueddeutsche.de

IW-Chef Hüther will Banken Staatsgeld aufdrängen

Michael Hüther ist Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und eigentlich kein Freund von Verstaatlichungen. Die andauernden Turbulenzen an den Finanzmärkten erforderten aber drastische Maßnahmen, sagte Hüther der "Süddeutschen Zeitung": "Wir müssen alle systemrelevanten Banken in Europa dazu verpflichten, Staatsgeld gegen eine Staatsbeteiligung anzunehmen", fordert Hüther; die Kreditklemme sei bereits da, deshalb dränge die Zeit.

Mit einer Teilverstaatlichung auf Zeit würde man mögliche Zusammenbrüche schon vorher verhindern und für Ruhe und Vertrauen sorgen. Internationale Institute misstrauten europäischen Banken wegen der immer neuen schlechten Nachrichten, beklagte der Wirtschaftswissenschaftler. Auch die europäischen Banken misstrauten sich untereinander und verliehen sich kaum noch Geld. "Die Kreditklemme ist da - diesmal nicht für die Unternehmen, sondern für Finanzinstitute." Zwar seien deutsche Institute nicht direkt gefährdet. Doch auch sie seien "verloren, wenn das europäische Bankensystem implodiert". Deshalb müssten auch die Deutsche Bank und die Commerzbank wenigstens zeitweise mit mehr Staatsgeld ausgestattet werden.

Ein Schock im Finanzsystem könne eine gefährliche Kettenreaktion auslösen wie 2008 die Pleite der US-Bank Lehman Brothers, sagte Hüther der "SZ". Damals begann eine Angstwelle an den Kapitalmärkten, Banken liehen sich kein Geld mehr, die Aktienmärkte brachen ein und die Konjunktur stoppte. "Das könnte sich im schlimmsten Fall wiederholen", befürchtete Hüther.
Quelle: spiegel.de

Banken bunkern 500 Milliarden Euro

Die Vorsichtskasse der Banken des Euro-Raums ist am Dienstag erstmals über die Schwelle von 500 Milliarden Euro gestiegen. Zuletzt hätten die Institute 501,93 Milliarden Euro über Nacht bei der Notenbank geparkt, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Am Montag hatten die eintägigen Einlagen bei 493,27 Milliarden Euro gelegen. Lange Zeit hatte der Höchststand 485 Milliarden Euro betragen. Er wurde im Juni 2010 erreicht. Diesen Rekord hatten die Einlagen bereits Anfang 2012 überschritten.

Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 galt es schon als ungewöhnlich, wenn die Einlagenfazilität im einstelligen Milliardenbereich lag. Die eintägigen Einlagen der Banken bei der EZB gelten als Zeichen für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise greifen Banken kaum auf dieses sehr kurzfristige Geschäft zurück, da die Konditionen ungünstig sind. Der direkte Geldhandel zwischen den Banken funktioniert zurzeit aber nicht wie gewohnt. Grund ist das starke Engagement der Institute in Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder.
Quelle: manager-magazin.de

EZB streitet über Griechenland-Anleihen

Unter den Notenbanken der Euro-Zone herrscht Uneinigkeit darüber, wie die Währungshüter mit den griechischen Staatsanleihen in ihren Bilanzen umgehen sollen. Auslöser des Streits ist die steigende Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Zahlungsausfall Griechenlands kommt. Darüber hinaus erwägt die Regierung in Athen, ihre Staatsanleihen nachträglich mit Umschuldungsklauseln zu versehen. Damit stellt sich die Frage, ob bei einem möglichen erzwungenen Schuldenschnitt auch die Anleihen im Besitz der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Euro-Notenbanken betroffen wären.

FTD-Informationen zufolge beriet der 23-köpfige EZB-Rat vergangenen Donnerstag über das Thema, ohne jedoch zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Die Auseinandersetzung zeigt, wie sehr die Schieflage Griechenlands und der anderen Euro-Krisenstaaten Portugal, Irland, Italien und Spanien auch Spannungen unter den Euro-Notenbanken provoziert.

Dabei geht es zum einen darum, was bei einem Zahlungsausfall mit Staatsanleihen passiert, die das Eurosystem (die EZB und die 17 Notenbanken) im Rahmen des umstrittenen Anleihekaufprogramms erworben hat. Nach am Montag veröffentlichten EZB-Daten sind das derzeit Papiere aus den Krisenstaaten im Wert von 217 Mrd. Euro. Die EZB sagt nicht, welchen Anteil dabei Anleihen aus Griechenland haben. Experten schätzen das Volumen auf 50 Mrd. Euro. Zum anderen stellt sich die Frage, was mit Griechenland-Papieren passiert, die die Notenbanken darüber hinaus halten. Besonders betroffen sind Euro-Kreisen zufolge unter anderem die griechische Zentralbank und die Notenbank Zyperns. Die Bundesbank hingegen ist wenig betroffen und hat 2011 mit Rückstellungen begonnen.
Quelle: ftd.de

Interview mit Max Otte: „Ich bin nicht investiert, um Spaß zu haben“

Die Ratingagentur S&P stuft neun Euro-Länder herunter und die Märkte stürzen nicht ab. Fondsmanager Max Otte erklärt, warum die Börsianer gelassen bleiben und Aktien ein Potenzial von 40 Prozent und mehr haben.
Quelle: handelsblatt.com

Monti fordert deutsche Unterstützung

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat von Deutschland und anderen Euro-Zonen-Staaten mehr Unterstützung bei der Senkung seiner Refinanzierungskosten gefordert. Monti sagte der Financial Times vom Dienstag, es sei im eigenen Interesse Deutschlands, dabei zu helfen, dass die Belastungen für sein Land und andere hochverschuldete Euro-Staaten bei der Schuldenfinanzierung niedriger ausfielen als derzeit.

Die Gemeinschaftswährung habe große Vorteile mit sich gebracht, "für Deutschland vielleicht noch mehr als für andere". Wie schon bei seinem Besuch in Deutschland vor wenigen Tagen verwies Monti auf die großen Belastungen, die seine Regierung den Italienern abfordere. "Wenn diese starke Bewegung in Richtung Disziplin und Stabilität nicht anerkannt wird, wird es einen machtvollen Rückschlag in den Ländern geben, denen enorme Anstrengungen auferlegt werden", sagte Monti.

Bereits in der vergangenen Woche hatte er vor drohenden antieuropäischen Protesten gewarnt, sollte Italien nicht bald spürbare Ergebnisse für seine Spar- und Reformbereitschaft erhalten.
Quelle: sueddeutsche.de

Chinas Wachstum auf niedrigstem Stand seit zwei Jahren

Das Wirtschaftswachstum in China ist auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen. Nach Angaben des Statistikamtes in Peking wurde im vierten Quartal des vergangenen Jahres nur noch 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht. Im abgelaufenen Jahr wuchs die Wirtschaft um 9,2 Prozent.

Die Daten fielen besser aus, als an den Finanzmärkten befürchtet. Die Börsen in China und Japan schlossen fester. Der Shanghai-Composite legte gut drei Prozent zu. Und auch der Ölpreis zog an. "Die Zahlen waren durch die Bank gut und stützen den Ölpreis", sagte Analyst Ben Le Brun vom Brokerhaus OptionsXpress.
Quelle: ftd.de

Inflationsrate sinkt auf 2,7 Prozent

Die Preise in der Euro-Zone sind Ende 2011 weniger stark gestiegen als angenommen: Die Inflationsrate im Dezember sank auf 2,7 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. In einer ersten Berechnung zu Monatsbeginn war die Behörde noch von einer Teuerung von 2,8 Prozent ausgegangen. In den drei Monaten zuvor hatte sie 3,0 Prozent betragen. Die Inflationsrate lag aber immer noch deutlich über dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Ziel von 2,0 Prozent.
Quelle: handelsblatt.com

Streikende Griechen legen Verkehr in Athen lahm

Im Kampf gegen die drohende Staatspleite geht das Ringen über den geplanten Schuldenschnitt in Griechenland weiter. Nach Informationen aus Bankkreisen gibt es weiterhin keine Einigung. Umstritten sei vor allem der Zinssatz der neuen Anleihen, die nach einer Einigung die alten ersetzen sollen, hieß es in Athen.

In der griechischen Hauptstadt gingen nach Schätzungen der Polizei rund 7000 Menschen auf die Straßen. Aus Protest gegen weitere geplante Lohnkürzungen traten die U-Bahn-Fahrer in Athen für 24 Stunden in den Streik. Auch die Fähren aus Piräus und zwei kleineren Häfen zu den Ägäisinseln liefen nicht aus.
Quelle: welt.de



Montag, 16.01.2012:

Banken blicken nach dem Downgrade in den Abgrund

Banken halten viele Staatsanleihen, in der Regel vor allem die ihrer Heimatländer. Deshalb ist die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von neun Euro-Ländern Ende vergangener Woche durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) ein Problem für sie - auch weil der Schritt eine Reaktion auf die ausufernde Staatsverschuldung ist, die wiederum das Wirtschaftswachstum bremst und so zu umfangreicheren Kreditausfällen der Institute führt.

Wenn sich, wie von S&P bereits angedroht, die Ratings der Banken verschlechtern, steigen ihre Refinanzierungskosten. Und das in einer Situation, in der es für die Institute ohnehin immer schwieriger wird, sich Geld zu beschaffen – auch weil sie sich die untereinander immer weniger vertrauen. Das kommt darin zum Ausdruck, dass die rund 6000 bei der Europäischen Zentralbank (EZB) registrierten Banken über das Wochenende erneut eine Rekordsumme hinterlegt haben. Sie überwiesen am Freitagabend fast eine halbe Billion Euro, exakt 493,3 Milliarden Euro, um ihr Geld so zu sichern - mehr als je zuvor, wie die EZB am Montag mitteilte.

Dieser sogenannte Angstbetrag stieg in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Händler sehen das als Ausdruck für das Misstrauen, das die Banken gegeneinander hegen, weil sie ihre überschüssige Liquidität sonst aneinander verleihen würden. Zudem hatte die EZB im Dezember fast 500 Milliarden Euro für drei Jahre an Geldhäuser verliehen. Damals hatten sich offenbar vor allem italienische Banken, darunter Marktführer Unicredit, mit Geld versorgt. Italiens größte Bank hatte allein im dritten Quartal einen Rekordverlust von zehn Milliarden Euro erlitten. Das Institut hat angekündigt, bis 2015 etwa 7300 Stellen zu streichen und damit auf jeden achten Beschäftigten zu verzichten.
Quelle: handelsblatt.com

Griechische Banken sollen 15 Milliarden benötigen

Die angeschlagenen griechischen Banken kämpfen Medienberichten zufolge mit einer neuen Kapitallücke in Milliardenhöhe. Die Geldhäuser dürften bis zu 15 Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um Rückstellungen für notleidende Kredite zu bilden, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf eine Studie der Beratungsfirma Blackrock Solutions.

Die Mittel würden benötigt, um die Kapitalrichtlinien der griechischen Zentralbank zu erfüllen, schreibt die Tageszeitung „Kathimerini“. Eine andere griechische Tageszeitung, „To Vima“, beziffert den Kapitalbedarf auf 10 bis 15 Milliarden Euro. Konkrete Quellen zitierten beide Tageszeitungen nicht.
Quelle: welt.de

Moody’s lässt Frankreich sein AAA

Die Gerüchte versetzten am Freitagnachmittag die Börsen in Unruhe, am Abend war es dann klar: Die Ratingagentur Standard & Poor's entzieht Frankreich die Topbewertung AAA. Die Ratingagentur Moody's dagegen sieht Frankreich bei der Kreditwürdigkeit weiter in der Top-Kategorie, kündigte der Standard-&-Poor's-Konkurrent am Montag an. Moody's will die Einschätzung aber bis Ende März überprüfen.

Die dritte Ratingagentur, das von französischen Eignern dominierte Unternehmen Fitch, hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass Frankreich in diesem Jahr nicht herabgestuft werde. Lediglich eine dramatische Verschärfung der Euro-Krise könne an dieser Einschätzung etwas ändern, sagte eine Sprecherin.
Quelle: sueddeutsche.de

Schäuble will ohne Notenpresse aus der Krise

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einer stärkeren Einbindung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Lösung der Schuldenkrise sowie gemeinsamen Eurobonds erneut eine Absage erteilt. Das Modell der USA, ohne Ende Geld zu drucken, "funktioniert in Europa ganz sicher nicht", sagte Schäuble am Sonntagabend in Berlin. Die Euro-Schuldenkrise könne nicht gelöst werden, indem die EZB wie die US-Notenbank Fed die Notenpresse anwirft.

"Wenn das anfängt, werden die Märkte nur eine gewisse Zeit beruhigt." Das Vertrauen in die Euro-Zone aber ginge dann verloren. Anders als die EZB sei die Fed nicht nur für Geldwertstabilität zuständig, sondern auch für Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung. "Daraus ergibt sich eine andere Rolle." Bei gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder - sogenannten Eurobonds - wiederum könnten Länder Schulden machen, ohne dafür zu haften.

"Damit lösen wir das Problem nicht." Dies gelingt nach Darstellung Schäubles auch nicht mit einer Banklizenz für den Euro-Rettungsschirm, mit der dem Hilfsfonds unbegrenzt Geld zur Staatsfinanzierung zur Verfügung stünde: "Die Länder müssen ihre Verschuldung zurückführen", forderte Schäuble. Jetzt müsse eine Stabilitätsunion neben die Währungsunion gestellt werden.
Quelle: sueddeutsche.de

Gold wird teurer

Die Herunterstufung mehrerer Euro-Länder durch die Ratingagentur S&P hat Anleger verstärkt auf Gold setzen lassen. Die Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich am Montag bis auf 1646 Dollar und war damit rund sieben Dollar teurer als im späten Vorwochengeschäft.

„Mit dem Verlust des „AAA'-Ratings der Länder gibt es immer weniger 'sichere Häfen', so dass Gold an Attraktivität gewinnen dürfte“, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Gegenwind könnte allerdings der anziehende Dollar bringen, warnten sie. Bei einer starken US-Währung wird das Edelmetall für Inhaber anderer Währungen teurer, so dass deren Nachfrage üblicherweise sinkt.
Quelle: handelsblatt.com

Griechenland vor der Schicksalsfrage

Werden die Hellenen noch ein Mal gerettet? Oder erliegt Athen nach zwei Jahren auf der Intensivstation doch noch dem Euro-Infarkt, und muss den Währungsclub verlassen? Am morgigen Montag beginnen die griechischen Schicksalstage. Dann werden nicht nur die Verhandlungen mit den Banken über einen Schuldenschnitt fortgesetzt. Dann steigt in Athen auch wieder die Troika aus dem Flieger.

Die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds werden bis Ende des Monats die finale Diagnose zur Überlebensfähigkeit des griechischen Patienten vorlegen. Senken sie den Daumen, dann bricht die Eurozone auseinander und an der Akropolis bricht eine neue Eiszeit an. Als wäre das Ringen um Hellas nicht dramatisch genug, hat die Herabstufung von Frankreich, Österreich und sieben weiteren Euro-Staaten die Schuldenkrise am Wochenende weiter zugespitzt. Dass Paris und Wien bei Standards & Poor's ihre Top-Bonität verloren haben, schwächt den Rettungsfonds EFSF ganz massiv, und macht so auch das Auffangen der Griechen viel schwieriger.
Quelle: handelsblatt.com

"US-Kräfte haben uns den Währungskrieg erklärt"

Agenturen und Investoren aus den USA wollen die Euro-Zone zerschießen, sagt Elmar Brok. Der CDU-Europa-Parlamentarier gilt als exzellenter Kenner der USA. Ein Interview.
Quelle: welt.de

Zinsniveau gedrückt: EZB kauft italienische Bonds

Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft Händlern zufolge italienische Staatsanleihen am Markt auf und drückt damit das Zinsniveau. „Es wird etwas aggressiver vorgegangen als gewöhnlich“, sagte ein Händler am Montag. Es würden Gebote über 20 bis 30 Millionen Euro abgegeben. Ein zweite Händler bestätigte dies: „Die EZB ist heute der einzige große Käufer.“

Die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen fielen nach Bekanntwerden der EZB-Eingriffe leicht auf 6,65 Prozent, nachdem sie zuvor noch wegen der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur S&P gestiegen waren. Auch spanische Bonds wurden den Händlern zufolge von der EZB erworben, woraufhin die Zinsen ebenfalls leicht nachgaben.
Quelle: handelsblatt.com

IWF warnt vor Abwärtsspirale

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Europa nach dem S&P-Rating-Urteil zu raschem Handeln aufgefordert. Andernfalls drohe die Region in eine Abwärtsspirale des Vertrauensverlustes hineingesogen zu werden, sagte der erste IWF-Vize-Chef David Lipton bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Hongkong.

Es sei zudem zu befürchten, dass die Konjunktur stagniere und Arbeitsplätze verloren gingen. „Doch mit entschlossenen Maßnahmen in Europa und weltweiter Unterstützung für Europa kann eine neue Phase der Krise verhindert werden.“ Zur Ankurbelung des globalen Wirtschaftswachstums forderte Lipton Länder mit nachlassender Inflation auf, vorerst von einer strafferen Geldpolitik abzusehen.
Quelle: welt.de



Sonntag, 15.01.2012:

Regierungsberater sieht deutsches Top-Rating in Gefahr

Nach Ansicht des Regierungsberaters Clemens Fuest zeigt die Abwertung der Kreditwürdigkeit Frankreichs, dass nun die Retter selbst an ihre Grenzen stoßen. „Dieser Prozess wird weitergehen, wir stehen vor einem wirtschaftlich wahrscheinlich nicht so tollen Jahr und das wird auch Deutschland und Frankreich nicht unberührt lassen“, sagte der an der Universität Oxford lehrende Wirtschaftsprofessor.

Der Berater von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bezifferte die Chance, dass daher auch Deutschland seine Topbonität verlieren könnte, auf 50:50. Man müsse aber sehen, dass dies kein fürchterliches Drama wäre. „Die USA sind ja auch herabgestuft worden. Deutschland würde dann etwas weniger als der ganz sichere Hafen angesehen werden“, sagte Fuest.
Quelle: welt.de

Erster Chef eines Dax-Konzerns spricht vom Euro-Austritt

Als erster Chef eines DAX-Konzerns bringt Linde-Vorstand Wolfgang Reitzle einen Euro-Austritt Deutschlands ins Gespräch. Er glaube zwar, dass die Rettung des Euro gelingen könne. Er sei aber "nicht der Meinung, dass der Euro um jeden Preis gerettet werden muss", sagt Reitzle dem "Spiegel". "Wenn es nicht gelingt, die Krisenländer zu disziplinieren, muss Deutschland austreten."

Erst am vergangenen Freitag hatten die Euro-Länder einen weiteren Rückschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise hinnehmen müssen, als die Ratingagentur Standard & Poor's neun Staaten der Währungsunion herabstufte - darunter auch Frankreich. Aus Griechenland gibt es zudem Signale, dass zusätzliche Milliardenhilfen nötig sind, um den Staatsbankrott zu verhindern.

Zahlreiche Ökonomen aber warnen, dass Deutschlands Wirtschaft im Falle eines Ende des Euros massiv an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen würde. Diesen Effekt sieht zwar auch Linde-Chef Reitzle bei einem Austritt. Dieser würde zu einer Aufwertung "der D-Mark, des Euro-Nord, oder welche Währung wir dann auch hätten, führen". Zwar würde in den ersten Jahren durch einen einbrechenden Export die Arbeitslosigkeit steigen, aber dann würde der Druck zunehmen, noch wettbewerbsfähiger zu werden.

"Schon fünf Jahre später könnte Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Wettbewerbern noch stärker dastehen", meinte der Chef des Anlagenbauers. Dieses Szenario sei für ihn nicht wünschenswert, "aber es darf auch nicht zum Tabu erklärt werden". Für Griechenland sieht er keine Chancen mehr, in der Währungsunion zu bleiben. Die Märkte hätten das Thema "längst abgehakt". Die Schulden Athens werden nach Überzeugung Reitzles zu 100 Prozent abgeschrieben werden müssen.
Quelle: ftd.de

CDU will Macht der Ratingagenturen begrenzen

Mit einer Gesetzesänderung will die CDU die Folgen einer Herabstufung durch eine Ratingagentur begrenzen. Versicherungen und Banken müssten sich unabhängig vom Urteil der Bonitätswächter machen und eigene Beurteilungen von Anlagen vornehmen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Michael Meister bei der Vorstandsklausur der CDU in Kiel.

Hintergrund sind gesetzliche Vorschriften, wonach etwa Versicherungen für die Altervorsorge nur Anleihen mit einer "AAA"-Bonität kaufen dürfen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte den Vorschlag. "Das ist schon einen Gedanken wert", sagte sie in Kiel. Die strikten Regeln würden einen "sich selbst verstärkenden Effekt" auslösen. "Deshalb sei es sehr wertvoll, "sich das mal anzuschauen und zu überlegen, wo man gegebenenfalls Gesetzesänderungen machen könnte", sagte Merkel. Die Ankündigung kann damit als Kampfansage gegen die Ratingagenturen verstanden werden. Schon seit langem reagiert die Politik gereizt auf den Einfluss der drei großen Agenturen.

Ein negatives Urteil verteuert die Kreditaufnahme der Staaten. Standard & Poor's hatte am Freitagabend Frankreich und Österreich die Topbonitätsnote "AAA" entzogen. Die Ratings von Italien, Portugal, Spanien und Zypern senkte S&P gleich um zwei Stufen. Portugiesische Anleihen besitzen nach der Herabstufung nur noch Ramschstatus.
Quelle: ftd.de



Samstag, 14.01.2012:

S&P macht Sarkozys Rating-Albtraum wahr

Die Nachricht von der Herabstufung Frankreichs und acht weiterer Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat dem Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa einen weiteren Schlag versetzt. Am Freitag senkte S&P die Bonitätsnoten für langfristige Anleihen von gleich neun Euro-Ländern.

Frankreich und Österreich verloren ihre Bestnote AAA. Auch das Rating für die Bonität Italiens und Spaniens wurde gesenkt. Die Schuldverschreibungen von Portugal rutschten auf Ramschniveau. Deutschland behielt hingegen seine Spitzenbewertung. Die Bonitätsnoten von Frankreich und Österreich wurden von AAA um eine Stufe auf AA+ gesenkt. Die Kreditwürdigkeit Italiens wurde von der Note A um zwei Stufen auf BBB+ gesenkt. Die Kreditwürdigkeit Spaniens wird statt wie bisher mit AA- fortan mit der Note A bewertet. Die Bewertung von Portugal und Zypern wurde ebenfalls um zwei Stufen gesenkt. Betroffen von einer Herabstufung waren auch Malta, die Slowakei und Slowenien.

„Unserer Ansicht nach waren die politischen Initiativen der vergangenen Wochen nicht ausreichend, um den anhaltenden systemischen Belastungen der Eurozone angemessen zu begegnen“, hieß es in der Begründung von S&P. Bereits im Dezember hatte die Ratingagentur 15 europäische Staaten vor einer Abstufung gewarnt und mehr Einsatz im Kampf gegen die Schuldenkrise gefordert.

Besonders hart trifft die Herabstufung Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy: Denn er war es, der in den vergangenen beiden Jahren unermüdlich das Rating AAA für sein Land zur Chefsache erklärt hatte. Er selbst war es, der es seine „persönliche Verpflichtung“ nannte, die Bestnote der Ratingagenturen für Frankreich zu erhalten. Kaum eine Rede, in der der konservative Politiker nicht das Triple A im Mund führte.
Quelle: welt.de

Banken brechen Gespräche über Hellas-Hilfe ab

Der internationale Bankenverband IIF hat die Verhandlungen über einen Schuldenerlass für Griechenland auf Eis gelegt. Die Verbandsspitze hegt offenbar grundsätzliche Zweifel am Sinn eines Schuldenerlasses auf freiwilliger Basis: "Die Gespräche mit Griechenland und dem offiziellen Sektor werden unterbrochen, um über den Nutzen eines freiwilligen Ansatzes nachzudenken", teilte der IIF der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Zuvor hatte die griechische Regierung gewarnt, die angestrebte Verkleinerung ihres Schuldenbergs um 100 Mrd. Euro könnte scheitern. Sollten sich nicht genug private Gläubiger an dem geplanten Schuldenerlass beteiligen, würde eine Finanzierungslücke entstehen, sagte am Donnerstag der griechische Finanzstaatssekretär Filippos Sachinidis.

In diesem Fall bräuchte Griechenland mehr Hilfen seiner Euro-Partner. Dies dürfte in Deutschland und anderen Geberländern aber auf heftigen Widerstand stoßen. Alternativ könnte Athen Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften einen Schuldenschnitt aufzwingen - eine Lösung, die der IIF mit seinen Zweifeln an einer freiwilligen Lösung zu suggerieren scheint. In diesem Fall müsste die Regierung allerdings einen Offenbarungseid leisten und ihren Gläubigern mitteilen, dass sie ihre Schulden schlichtweg nicht voll bedienen kann. Das wäre das Bekenntnis einer Staatspleite.
Quelle: ftd.de

EU spielt Down-Rating herunter

International hat die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von neun EU-Ländern durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) Irritationen ausgelöst. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier äußerte sich "überrascht". Die Bewertung berücksichtige nicht "die aktuellen Fortschritte" der Währungsgemeinschaft im Kampf gegen die Schuldenkrise, sagte er. Wichtiger als die neue Note der Agentur sei die "objektive ökonomische Bewertung der aktuellen Situation".

In allen Ländern würden beispiellose Anstrengungen unternommen, um die Staatsdefizite zu reduzieren. Das Rating sei nur "eine Meinung unter anderen", sagte er. Auch Währungskommissar Olli Rehn kritisierte die Abstufung. "Das geschieht zu einer Zeit, in der die Eurozone entschlossen an allen Fronten auf die Krise antwortet", sagte der Finne. Er bedauere die "ungereimte Entscheidung".
Quelle: zeit.de

Run auf deutsche Staatsanleihen nach Ratingschock

Meldungen über eine Herabstufung von Frankreich und Österreich durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) haben Anleger zum Wochenausklang in den sicheren Hafen deutscher Staatspapiere getrieben. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future durchbrach am Freitagnachmittag erstmals die Marke von 140 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug bis auf 1,74 Prozent. In den fünf- und dreißigjährigen Laufzeiten sanken die Renditen auf historische Tiefststände.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag, 13.01.2012:

Obama will Schuldengrenze anheben

US-Präsident Barack Obama verlangt vom Kongress eine Anhebung der Schuldenobergrenze um 1,2 Billionen Dollar. Ein hartes politisches Ringen mit der Gefahr einer Pleite der Regierung wie im Sommer 2011 erwarten Beobachter dennoch nicht. Man zeigt lieber auf das Schuldenproblem in Europa.

In einem Brief an den Präsidenten des Repräsentantenhauses, John Boehner, schrieb Obama am Donnerstag, eine weitere Anhebung sei nötig, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Mit dem Schritt erhofft sich Obama im Haushaltsstreit Ruhe bis nach den Präsidentschaftswahlen im November.

Gleichzeitig liefert Obama den Republikanern aber auch eine Vorlage, das enorme Haushaltsdefizit der USA im Wahlkampf als Obamas Versagen anzuprangern. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Kongress das Vorhaben blockiert.
Quelle: manager-magazin.de

Wirtschaftsweiser sieht Griechenland im freien Fall

Trotz der erfolgreichen Anleihe-Auktionen von Italien und Spanien sieht der Wirtschaftsweise Peter Bofinger keinen Grund für Entwarnung. Besonders Griechenland gebe Anlass zur Sorge. „Griechenland ist im freien Fall“, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der „Passauer Neuen Presse“. „Das Land spart in die Rezession hinein und verschärft sie dadurch immer weiter.“

Bofinger plädierte dafür, Griechenland noch stärker zu unterstützen. „Die vernünftige Lösung wäre es, den Griechen weiter unter die Arme zu greifen. Der geplante Schuldenschnitt von 50 Prozent sollte umgesetzt werden und daneben alle finanziellen Mittel gewährt werden, damit die Restschulden weiter bedient werden können.“ Bei den Strukturreformen sei zwar noch viel zu tun, aber die Griechen befänden sich auf dem richtigen Weg.
Quelle: welt.de

Italien-Auktion verläuft lauwarm

Investoren fassen offenbar wieder Vertrauen in Italien: Das hoch verschuldete Land begab am Freitag 4,75 Mrd. Euro an langlaufende Anleihen zu deutlich niedrigeren Zinsen als noch vor einem Monat. Sie lagen jedoch über der aktuellen Marktrendite. Der Euro rutschte nach der Emission vorübergehend unter die Marke von 1,28 Dollar. Der DAX und der italienische Leitindex FTSE/MIB gaben einen Großteil der Gewinne vom Vormittag wieder ab.

Die Entwicklung der Refinanzierungskosten Italiens gilt als Schicksalsfrage für die gesamte Euro-Zone. Sollte Italien nicht mehr in der Lage sein, sich am Markt frisches Geld zu beschaffen, würde der Euro-Rettungsschirm nicht viel nützen: Die Mittel reichen für eine langfristige Unterstützung Italiens nicht aus. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 1800 Mrd. Euro, das entspricht fast 120 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Quelle: ftd.de

Rückschlag für europäisches Ratingprojekt

Die im letzten Sommer gestartete Rating-Initiative der Unternehmensberatung Roland Berger liegt hinter ihrem Zeitplan zurück. Eigentlich sollten die avisierten 300 Mio. Euro Startkapital für den Aufbau einer europäischen Ratingagentur bis Jahresende aufgetrieben sein. Stattdessen gibt sich Initiator und Berger-Partner Markus Krall nun weitere drei bis vier Monate Zeit: "Wir haben genügend Interessenbekundungen", sagte Krall der FTD. "Nun geht es daran, die grundsätzliche Bereitschaft der Investoren, mitzumachen, in rechtlich verbindliche Zusagen zu verwandeln."

Unter den vielen europäischen Initiativen gilt das Berger-Projekt in EU-Kreisen noch als das realistischste. In der Branche gibt es jedoch Zweifel, ob Krall die erhoffte Summe zusammenbekommt. Der Businessplan sieht vor, bei rund 30 Banken und anderen Investoren je 10 Mio. Euro einzusammeln. Das Geld soll in Gestalt sogenannten Mezzanine-Kapitals fließen, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Nach drei bis fünf Jahren soll sich die als Stiftung organisierte Agentur selbst tragen. Die Investoren sollen ihren Einsatz verzinst zurückerhalten. "Die Entscheidung der Investoren, sich zu beteiligen, ist nicht in erster Linie eine ökonomische, sondern eine politische", sagte Krall. "Die Frage ist: Wollen wir eine europäische Agentur oder nicht."
Quelle: ftd.de

Europäische Bankenaufsicht schont Institute

Die Europäische Bankenaufsicht EBA will ihren regulären jährlichen Bankenstresstest verschieben, der üblicherweise im Juli veröffentlicht wird. Es werde im Juli keine Banken-Stresstest geben, sagte eine Behördensprecherin dem Handelsblatt. Wann der Stresstest nachgeholt wird, ist noch offen.

"Über einen konkreten Zeitplan dafür wurde nicht entschieden", so die Sprecherin. Mit diesem Beschluss nehme die Behörde Rücksicht darauf, dass viele europäische Banken noch bis Ende Juni damit beschäftigt sein werden, die Kapitallücken zu schließen, die der im Dezember veröffentlichte außerordentliche Stresstest aufgezeigt hatte.
Quelle: sueddeutsche.de


IWF setzt Ungarn unter Druck

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Ungarn Gespräche über die dringend benötigte Kredithilfe für das hoch verschuldete EU-Land vorerst verweigert. Ob und wann Verhandlungen über Kredithilfen aufgenommen würden, hänge davon ab, dass Ungarn konkrete Schritte zur Stabilisierung der Wirtschaft unternehme, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde. Zudem sei es wichtig, dass Ungarn die Unterstützung der EU-Instutionen habe.

Lagarde hatte sich zuvor mit dem zuständigen ungarischen Minister Tamas Fellegi getroffen. Wegen seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten bemüht sich Ungarn seit November vergangenen Jahres um einen neuen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU. Auch die EU verweigert bislang Hilfen. Sie wirft der rechtskonservativen Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban vor, mit neuen Gesetzen geltendes EU-Recht zu brechen und damit die geforderte Unabhängigkeit der Notenbank auszuhöhlen.
Quelle: manager-magazin.de

Keine Staatshilfe für Commerzbank nötig

Die Commerzbank kann ihre Kapitallücke einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge ohne staatliche Hilfe stopfen. Das Konzept von Vorstandschef Martin Blessing beruhe allein auf "Marktlösungen", zitierte die Zeitung aus Regierungskreisen. Auch in Finanzkreisen heißt es demnach, "dass der Kapitalplan der Commerzbank keine Staatshilfen vorsieht".

Der Commerzbank fehlen nach Berechnung der Europäischen Bankenaufsicht EBA 5,3 Mrd. Euro, um die ab Mitte 2012 geforderte Quote von neun Prozent harten Kernkapitals zu erreichen. Am Markt klettert die Aktie nach dem Bericht mit einem Plus von zeitweise fast sechs Prozent an die Dax-Spitze. Der Staat ist seit der Finanzkrise mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Commerzbank beteiligt. Blessing werde seine Pläne Anfang kommender Woche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorstellen, zitierte die Zeitung die Regierungs- und Finanzkreise.
Quelle: n-tv.de



Donnerstag, 12.01.2012:

EZB legt Zinspause ein

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach der monatlichen Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt mit. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Mario Draghi im November hatte das Gremium den Leitzins gleich zwei Mal um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Parallel dazu hatte die EZB weitere Konditionen für die Kreditvergabe an die Geschäftsbanken gelockert: Die Liste der Wertpapiere, die sie als Sicherheit für ihre Darlehen akzeptiert, wurde erweitert.

Zudem vergab die Notenbank im Dezember erstmals Kredite mit einer Laufzeit von drei Jahren. Mehr als 500 Banken liehen sich für diesen Zeitraum 489 Mrd. Euro. Ende Februar bietet die EZB erneut Dreijahreskredite an. Das verschafft den Banken Planungssicherheit.

Die Geldspritze zeigt bereits erste Wirkung: Die Euro-Sorgenkinder Italien und Spanien zahlten am Donnerstag für frische Milliardenkredite deutlich geringere Zinsen als noch vor einem Monat. Die starke Nachfrage nach den Papieren dürfte damit zusammenhängen, dass die Banken dank der EZB über reichlich Bargeld verfügen.
Quelle: ftd.de

Griechenland bangt um Schuldenerlass

Die Euro-Staaten laufen Gefahr, Griechenland weitere Milliarden zuschießen zu müssen. Hintergrund ist der fortgesetzte Streit über die Höhe der Beteiligung privater Geldgeber am Rettungspaket für das Fast-Pleiteland. Die Regierung in Athen warnt vor einer Finanzierungslücke, sollten sich nicht genug private Gläubiger an einer Entlastung beteiligen.

In diesem Fall bräuchte Griechenland mehr Hilfen seiner Euro-Partner, sagte Filippos Sachinidis, Staatssekretär im Finanzministerium, im Radiosender Skai. Bedingung für das 130 Mrd. Euro schwere staatliche Rettungspaket ist eine Schuldenentlastung durch die privaten Investoren. Dabei wird ein Verzicht auf rund 100 Mrd. Euro angepeilt. Dieses Volumen wird Bankenkreisen zufolge aber wohl nicht erreicht, da sich vor allem viele Hedge-Fonds querstellen.
Quelle: ftd.de

EZB-Geldschwemme lindert Euro-Krise

Die beispiellose Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) im Dezember zeigt Wirkung: Italien und Spanien zahlten für frische Milliardenkredite am Donnerstag deutlich geringere Zinsen als noch im Dezember. Die Rendite spanischer Dreijahresanleihen ging bei der Auktion in Madrid um fast zwei Prozentpunkte auf 3,384 Prozent zurück.

Für Investitionen in italienische Zwölfmonatspapiere forderten Anleger eine Rendite von 2,735 Prozent. Bei der letzten vergleichbaren Auktion hatte das Finanzministerium noch 5,952 Prozent zahlen müssen. Sinkende Renditen gehen bei Anleihen mit steigenden Kursen einher, signalisieren also eine höhere Nachfrage. Sie wurde vermutlich dadurch beflügelt, dass die Banken dank EZB über große Mengen an Bargeld verfügen. Die Notenbank hatte den Kreditinstituten im Dezember erstmals Kredite mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung gestellt.

Mehr als 500 Banken borgten sich damals zusammen 489 Mrd. Euro. Die italienische Regierung verlangt von der EZB zusätzlich eine kräftige Leitzinssenkung. Der italienische Ministerpräsident Mario Monti beklagte am Mittwoch, dass sein hoch verschuldetes Land "kein Entgegenkommen der EU, etwa in Form einer Senkung des Zinssatzes" erfahre. Er rechne mit Protesten auch gegen die Zentralbank, "wenn es für die Italiener in absehbarer Zeit nicht greifbare Erfolge ihrer Spar- und Reformbereitschaft gibt", sagte Monti der Zeitung "Die Welt".
Quelle: ftd.de

Tschechiens Präsident Klaus will Fiskalpakt nicht unterzeichnen

Tschechiens Präsident Václav Klaus hat angekündigt, den geplanten neuen Fiskalpakt der EU nicht unterzeichnen zu wollen. Einen Vertrag über eine Haushaltsunion werde er auf keinen Fall unterschreiben, sagte Klaus laut tschechischen Medien in einem Schreiben an Ministerpräsident Petr Nečas. Der Pakt soll die Teilnehmerstaaten strenger zur Einhaltung von Defizit- und Schuldenobergrenzen verpflichten.

Nečas hat sich bisher nicht eindeutig festgelegt, in welcher Form sein Land an dem geplanten EU-Fiskalpakt teilnehmen will. "Ich beobachte mit hochgezogenen Augenbrauen sowohl diejenigen, die automatisch Nein sagen, als auch diejenigen, die beitreten wollen, obwohl nicht mehr als ein unbeschriebenes Blatt Papier auf dem Tisch liegt", sagte Nečas nach der gestrigen Kabinettssitzung.
Quelle: zeit.de

Auftragsrückgang im Maschinenbau

Der erfolgsverwöhnte deutsche Maschinenbau hat im November 2011 erstmals seit fast zwei Jahren einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs hinnehmen müssen. Die Bestellungen sanken um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Der Branchenverband VDMA widersprach aber dem Eindruck, dies bedeute einen Einbruch.

"Der November 2010 war einfach zu gut", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ging das Inlandsgeschäft im November um 2 Prozent zurück, die Bestellungen aus dem Ausland brachen um 17 Prozent ein. Damit war der Ordereingang in der deutschen Vorzeigebranche erstmals seit Januar 2010 rückläufig.

Wiechers erklärte, aus Sicht des Verbandes handele es sich "um einen normalen zyklischen Abschwung". Die ungewöhnlich hohen Auftragseingänge im November 2010 sorgten jetzt - wie in anderen Branchen auch - für einen Eindruck, der dramatischer sei als die Wirklichkeit.
Quelle: manager-magazin.de



Mittwoch, 11.01.2012:

Vorsicht, Absturz droht!

Noch hallen die Appelle an den Optimismus nach, die zum Jahreswechsel in Deutschland zu hören waren. Das Geschäftsklima sei gar nicht so schlecht. Die Unternehmen so gut aufgestellt und weltweit präsent, dass sie die Euro-Krise locker wegstecken; dass Rezession etwas für die anderen ist, nicht für uns.

Die erste amtliche Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung Ende 2011 holt all die auf den Boden zurück, die Deutschlands Wirtschaft schon für unverwundbar erklären wollten. Danach ist die Zeit des schönen Wachstums im letzten Quartal 2011 jäh zu Ende gegangen, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit der großen Rezession 2009 wieder.
Quelle: ftd.de

USA profitieren von eigenen Schulden

Die US-Notenbank Federal Reserve hat nach ihrer Jahresabschlussrechnung 76,9 Mrd. Dollar an das Finanzministerium überwiesen. Der Überschuss wurde hauptsächlich mit Zinsen auf Wertpapiere in der Bilanz der Fed erwirtschaftet: Sie hätten insgesamt 83,6 Mrd. Dollar eingebracht, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Die USA profitieren damit von ihren eigenen Schulden: Die Fed hält Staatsanleihen, Schatzwechsel und Geldmarktpapiere im Volumen von 1660 Mrd. Dollar.

Die Notenbank kaufte seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Schuldtitel der US-Regierung sowie hypothekenbesicherte Wertpapiere und Anleihen staatlicher Hypothekenfinanzierer, um den Häusermarkt zu stützen und die Konjunktur zu beleben. Insgesamt beläuft sich ihr Wertpapier-Portfolio auf 2605 Mrd. Dollar. Mit der jährlichen Überweisung an die US-Regierung bekommt das Finanzministerium Geld zurück, das es vorher teilweise selbst in Form von Zinsen auf Staatsanleihen gezahlt hat.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) erwirbt seit Mai 2010 regelmäßig Staatsanleihen. Das Programm ist heftig umstritten, weil die EZB damit Risiken in Kauf nimmt: Gemeinsam mit den nationalen Notenbanken hält sie mittlerweile Anleihen hoch verschuldeter Länder im Wert von 213 Mrd. Euro. Es handelt sich um Papiere der Euro-Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien. Im Falle einer Staatspleite wäre die EZB zu Abschreibungen gezwungen.
Quelle: ftd.de

Rekord-Pessimismus beim Euro

Der Euro hat zurzeit wenig Freunde. So schlecht wie aktuell war die Stimmung für die Gemeinschaftswährung seit Februar 2001 nicht mehr. Dies dokumentiert die jüngste sentix-Investorenumfrage unter knapp 1.000 Anlegern. Das Allzeittief spiegelt die hohe Angst im Anlegerkreis vor einem ungehinderten Kursverfall der Gemeinschaftswährung wider. Negative Sentiment-Extreme sind allerdings in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung.

Damit könnte sich der Euro in den nächsten Handelstagen weiter stabilisieren. Doch der nächste Dämpfer droht bereits. Denn die Wertwahrnehmung (mittelfristige Erwartungen) zum Euro befindet sich auf dem Sinkflug. Das mittelfristige Sentiment stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger dar. Es hat in der Regel Prognose-Charakter und sollte deshalb nicht antizyklisch bewertet werden.
Quelle: handelsblatt.com

„Es wird einen deutlichen Abschwung geben“

Die deutsche Wirtschaft steht nach zwei Boomjahren in Folge an der Schwelle zur Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal wohl erstmals wieder seit dem Höhepunkt der Finanzkrise. Sollte sich die Schätzung des Statistischen Bundesamtes bestätigen und überdies im ersten Quartal 2012 die Wirtschaft erneut ins Minus rutschen, würde Deutschland definitionsgemäß wieder in einer Rezession stecken. 2012 ist insgesamt deshalb bestenfalls ein Mini-Wachstum möglich, prognostizieren Experten.

"Es wird einen deutlichen Abschwung geben", befürchtet gar der Chefvolkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD), Heiner Flassbeck. "Die von der ungelösten Staatsschuldenkrise ausgehende Unsicherheit dürfte zu einem weiteren Minus-Quartal führen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Die Deutsche Bank rechnet sogar damit, dass es erst in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder bergauf geht. Trotz der Schwäche am Jahresende wuchs die Wirtschaft 2011 mit drei Prozent erneut sehr stark, weil höhere Löhne und eine Rekordbeschäftigung den privaten Konsum so kräftig steigen ließen wie seit fünf Jahren nicht mehr. "Damit setzt sich der konjunkturelle Aufholprozess der deutschen Wirtschaft auch im zweiten Jahr nach der Finanzkrise fort", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler.
Quelle: sueddeutsche.de

Fitch-Aussagen belasten den Euro

Am Tag vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Euro nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung wurde am Mittwoch mehr als einen halben US-Cent niedriger bei 1,27 Dollar bewertet. Belastend wirkten sich Händlern zufolge Aussagen der Ratingagentur Fitch aus, die von der EZB eine Ausweitung der umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen europäischer Problemländer verlangt. Vor allem Italien müsse unterstützt werden, sagte David Riley, der bei Fitch das Länderrating leitet. Andernfalls drohe ein verheerendes Zusammenbrechen des Euro, sagte Riley.
Quelle: handelsblatt.com

Chefvolkswirt: Griechische Banken im Soll

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sieht die privaten Gläubiger Griechenlands im Gegensatz zum öffentlichen Sektor bei der Beteiligung an einem Schuldenschnitt im Soll. Die Banken seien bereit, auf 50 Prozent der Forderungen zu verzichten und gingen „sehr stark in Vorlage“, sagte Mayer im Deutschlandfunk. Der öffentliche Sektor verzichte dagegen bisher noch nicht auf seine Forderungen. Dies führe dazu, dass immer noch Zweifel bestünden, ob auch nach dem Forderungsverzicht des Privatsektors Griechenland langfristig solvent sei.

Bei der Rettung Griechenlands und der Sanierung Spaniens und Italiens sei man insofern weitergekommen, dass diese Länder nun neue Regierungen hätten, die die Probleme sehr viel entschlossener angingen, sagte Mayer weiter. „Die Probleme sind aber schon gewaltig.“ Es müsse nachgeholt werden, was in beinahe zehn Jahren nicht richtig gemacht worden sei. „Ich glaube, da wird man insgesamt für den Rest dieses Jahrzehnts damit beschäftigt sein.“
Quelle: handelsblatt.com

Monti wehrt sich gegen die Büßer-Rolle

Italien will unbedingt verhindern, mit Griechenland in einen Topf geworfen zu werden: Rom spare aus Überzeugung, betont Regierungschef Monti. Zuviel Druck aus Paris oder Brüssel könne gefährliche Folgen haben. Italien erlebt eine Finanzkrise, soviel räumt Regierungschef Mario Monti noch ein. Doch müsse sich niemand vor Italien fürchten - das Land sei "nicht ansteckend für die Eurozone", sagte Monti nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Der italienische Regierungschef erwähnte Griechenland nicht direkt, machte aber immer wieder deutlich, dass das stolze Italien mit der Krise ganz anders umgehen. Deutschland könne damit rechnen, dass Italien genauso wie andere Länder "seinen Beitrag zur Stabilität und Entwicklung Europas" leiste, versicherte Monti. Bei ihrem Gespräch habe er Merkel den "Seelenzustand der Italiener" erläutert. Die Reaktion seiner Landsleute auf die "teils sehr harten" Sparmaßnahmen der Regierung sei "ein Zeichen der Reife". Dafür wolle er jedoch keine Anerkennung: Italien spare nicht für Europa, sondern im eigenen Interesse.
Quelle: handelsblatt.com

Banken wollen den Deutschen das Bargeld abgewöhnen

Die Banken forcieren die Einführung des kontaktlosen Bezahlens und wollen so den Deutschen ihr geliebtes Bargeld abgewöhnen: "Girogo" heißt das System, das die deutsche Kreditwirtschaft ab April testet. Im Kern geht es dabei um das kontaktlose Bezahlen: Für Kleinbeträge kann die dafür vorgesehene Karte mit Chip genutzt werden, indem sie kurz vor ein entsprechendes Lesegerät gehalten wird.

Noch ist das Bargeld der Deutschen liebstes Kind: Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen der Bundesbank und des Einzelhandelsverbandes HDE für das Jahr 2010 sind Schein und Münze bei Einkäufen das mit Abstand meistgenutzte Zahlungsmittel hierzulande. Gemessen am Umsatz liegt der Bargeldanteil nach wie vor bei etwa 60 Prozent.

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele befand im November: "Zumindest ist unser Eindruck, dass der Markt für die elektronische und mobile Zahlungen - kurz 'e- und m-payments' - in Deutschland noch eher in den Kinderschuhen steckt." Viele Verbraucher zahlen auch deshalb lieber bar, weil sie so ohne großen Aufwand den Überblick über ihre Ausgaben behalten.
Quelle: ftd.de

EU wirft Ungarn Sparverstöße vor

Ungarn hat nach Einschätzung der EU-Kommission gegen europäische Sparvorgaben verstoßen. Die EU-Behörde schlug deshalb am Mittwoch vor, das Defizitstrafverfahren gegen Budapest zu verschärfen. Dem Land drohen keine Geldstrafen, da es bisher den Euro nicht einführte. Über die Verschärfung und neue Fristen müssen die europäischen Finanzminister entscheiden.

Ungarn habe zwar auf dem Papier im vergangenen Jahr die Maastrichter Defizitgrenze von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung eingehalten. Diese Leistung beruhe aber auf Sondereffekten. Das strukturelle Defizit, bei dem Sondereffekte ausgeblendet werden, habe sich hingegen deutlich verschlechtert. "Unter dem Strich war die Defizitverminderung 2011 nicht nachhaltig", bilanzierte die EU-Behörde.
Quelle: manager-magazin.de



Dienstag, 10.01.2012:

Deutsche Bank rechnet 2012 mit Rezession

Die Deutsche Bank rechnet mit einer Rezession in ihrem Heimatland. Die deutsche Wirtschaft werde in den beiden ersten Quartalen 2012 schrumpfen, schrieb sie in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Der private Konsum werde zwar zulegen. „Trotzdem dürfte Deutschland im ersten Halbjahr in eine Rezession schlittern“, hieß es. Die hohe Unsicherheit über den Fortgang der Schuldenkrise und der Sparkurs vieler Euro-Länder bremsten den Export, aber auch die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen.

„Fortschritte bei der Bewältigung der Krise könnten die deutsche Konjunktur - vor allem den Außenhandel - dann im zweiten Halbjahr etwas beleben“, erklärten die Experten. Insgesamt werde das Bruttoinlandsprodukt 2012 stagnieren. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dürfte deshalb nicht weitergehen. Die Deutsche Bank rechnet mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf etwa 7,25 Prozent. Im abgelaufenen Jahr lag sie im Schnitt bei 7,1 Prozent.

„Besser als in den meisten anderen Euro-Ländern bleibt der deutsche Arbeitsmarkt dabei allemal“, betonten die Ökonomen von Deutschlands größter Bank. Auch dürften die verfügbaren Einkommen um gut zwei Prozent zulegen. Bei einer Inflationsrate von etwa 1,5 Prozent bleibe damit ein reales Plus übrig.
Quelle: handelsblatt.com

Fitch sieht Frankreichs Topbonität nicht in Gefahr

Frankreich muss trotz stagnierender Wirtschaft vorerst nicht den Entzug seiner Spitzenbonität durch die Ratingagentur Fitch fürchten. Entsprechend äußerte sich der für Europa zuständige Fitch-Manager Ed Parker. Anleger reagieren erleichtert. "Eine Herabstufung in diesem Jahr ist nicht zu erwarten, falls es nicht zu einer markanten Verschlechterung in der Euro-Zone kommen sollte", sagte der für Europa zuständige Fitch-Manager Ed Parker am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Einer Umfrage der französische Zentralbank zufolge ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone im vierten Quartal 2011 nicht mehr gewachsen. Frankreich musste jüngst Investoren zunehmend höhere Zinsen für seine Staatsanleihen bieten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone leidet unter dem Konjunkturabschwung und dem großen Engagement seiner Banken in den hoch verschuldeten Krisenländern.

Zudem ist das Land im internationalen Standortwettbewerb zurückgefallen: Im Rahmen einer Reform will Präsident Nicolas Sarkozy die Sozialkosten für Firmen senken, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Finanzierung soll über Steuern sicher gestellt werden. Sarkozy, der sich im Frühjahr zur Wiederwahl stellt, will die Reform noch vor April auf den Weg bringen. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme des Landes hatte Fitch den Ausblick für die Bonitätsbewertung auf negativ gesetzt, womit eine Herabstufung binnen zwei Jahren verbunden sein kann.
Quelle: manager-magazin.de

Französische Großbank erwartet Rückgang im Investmentbanking

Die französische Großbank Société Générale rechnet für dieses Jahr mit einem deutlichen Rückgang ihrer Einnahmen im Investmentbanking. Grund dafür sind höhere Finanzierungskosten und Maßnahmen zur Reduzierung der Bilanz, wie aus einem internen Schreiben der Bank an die Arbeitnehmervertreter hervorgeht, das Reuters am Montag vorlag.

Das zweitgrößte börsennotierte Geldhaus Frankreichs wolle zudem seine Finanzierungsaktivitäten im Immobilien-, Schiffs- und Flugzeugsbereich aufgeben oder stark verringern. Eine Sprecherin des Kreditinstituts lehnte eine Stellungnahme ab. Erst im Dezember hatte Société Générale einen Management-Umbau bekanntgeben und den Finanzchef ausgewechselt. Damit will die Bank das Vertrauen der Investoren nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr zurückgewinnen. Die Schuldenkrise in Griechenland hatte der Großbank einen überraschend starken Gewinneinbruch eingebrockt.
Quelle: handelsblatt.com

Schwarz-Gelb: Streit um Finanztransaktionssteuer

Im Koalitionsstreit über die Finanztransaktionssteuer stellt sich CSU-Chef Horst Seehofer an die Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel . Eine solche Steuer könne auch ohne Großbritannien eingeführt werden. "Manche Dinge können auch nur von den 17 Euro-Staaten gemacht werden", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Passauer Neuen Presse". "Wir sollten die Finanztransaktionssteuer jetzt endlich einführen, da ist lang genug diskutiert worden."

Die FDP hatte die Kanzlerin zuvor scharf angegriffen. Die Bundeskanzlerin hatte nach einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Berlin am Montagabend angekündigt, dass die Abgabe angesichts der Widerstände in der Europäischen Union notfalls nur in den 17 Euro-Ländern eingeführt werden könnte.

Sie "persönlich" sei dafür, diese Steuer notfalls auch nur in der Euro-Zone vorzuschlagen, wenn es keine Lösung für alle 27 EU-Länder gebe. Zunächst aber sollen nach ihren Worten die Finanzminister der Europäischen Union bis spätestens März ein Konzept vorlegen. Allerdings räumte die Kanzlerin auch ein, dass es in der schwarz-gelben Bundesregierung "noch keine Einigung" gebe.
Quelle: spiegel.de

EU warnt vor Geldleihe im Internet

Die neue Küche, ein Flachbildfernseher oder die Fernreise in die Südsee: Verlockungen für die Aufnahme eines Kredits gibt es viele, die Angebote im Internet für schnelles Geld sind zahlreich. Doch vor Abschluss einer Kreditvereinbarung ist Vorsicht geboten, da Angaben im Internet etwa über Laufzeit, Zinssatz oder Gesamtkosten oft unzureichend sind, wie eine von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlichte Studie zeigt. Eine

Überprüfung von Kredit-Portalen im Internet ergab demnach, dass die für Verbraucher wichtigen Informationen in vielen Fällen fehlen oder irreführend sind. Die nationalen Aufsichtsbehörden in allen EU-Ländern sowie in Norwegen und Island nahmen insgesamt 500 Internetseiten unter die Lupe. Das Ergebnis: Nur 30 Prozent der Seiten halten die verbraucherrechtlichen Vorschriften ein und bestanden den Test. In Deutschland wurden 20 von 26 geprüften Seiten beanstandet.

"Manchmal müssen Personen, die einen Kredit aufnehmen, hinterher feststellen, dass dieser sie letzten Endes teurer zu stehen kommt als ursprünglich erwartet, weil wichtige Angaben missverständlich waren oder fehlten", kritisierte der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli. Verbraucherkredite seien nicht immer leicht zu verstehen, daher sei es "ausnehmend wichtig, dass die Verbraucher von den Unternehmen richtige und vollständige Informationen erhalten".
Quelle: stern.de



Montag, 09.01.2012:

Deutschland steckt bereits in der Rezession

Der deutschen Wirtschaft steht ein schwacher Start in das neue Jahr bevor. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von „Welt Online“ unter 14 Bankvolkswirten. Die Mehrzahl der Experten rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den vergangenen drei Monaten geschrumpft ist. Im ersten Quartal 2012 dürfte sich dieser Rückgang noch weiter verstärken.

Technisch steckt Deutschland damit bereits mitten in einer Rezession. Eine Wirtschaft befindet sich laut Definition im Abschwung, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge zurückgeht. Allerdings erwarten die Ökonomen, dass der Rückgang der Wirtschaftsleistung nur mild ausfallen und die Konjunktur im Jahresverlauf wieder etwas an Fahrt gewinnen wird. Mehr als 0,5 Prozent BIP-Wachstum sind im Durchschnitt der Prognosen allerdings in diesem Jahr für Deutschland nicht drin – ein deutlicher Einbruch im Vergleich zum Vorjahr.

Das Jahr 2011 stand trotz Euro-Krise ganz im Zeichen des Wirtschaftswachstums. Nahezu alle Experten rechnen für 2011 mit einem BIP-Zuwachs von drei Prozent. Es wäre das zweite Jahr in Folge mit einer Drei vor dem Komma. Genaue Zahlen wird das Statistische Bundesamt am kommenden Mittwoch vorlegen.
Quelle: welt.de

Angsteinlagen bei EZB steigen auf Rekord

Die "Vorsichtskasse" der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am Montag zum zweiten Mal in Folge auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 gestiegen. Die Einlagen über Nacht lägen bei 463,57 Mrd. Euro, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit.

Erst am Freitag hatten sie den bisherigen Rekord von 455,3 Mrd. Euro erreicht. Die eintägigen Ausleihungen der Banken bei der EZB gingen hingegen erneut merklich zurück. Sie fielen von 1,9 Mrd. Euro auf 1,4 Mrd. Euro. Zum Jahresende 2011 hatte der Wert bei 17,3 Mrd. Euro den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht.
Quelle: ftd.de

Euro fällt auf tiefsten Stand seit September 2010

Der Euro ist in der Nacht zum Montag wegen der Sorgen über eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise im Vergleich zum Dollar auf den tiefsten Stand seit September 2010 gefallen. Zeitweise war die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,2666 Dollar gesunken. Zuletzt konnte sich der Euro allerdings wieder etwas erholen und pendelte um die Marke von 1,27 Dollar.

Die europäische Währung ist seit Tagen wegen einer weiteren Eskalation der Lage in den hochverschuldeten südeuropäischen Staaten unter Druck, nachdem sie noch mit Notierungen über 1,30 Dollar in das laufende Jahr gestartet war. Experten machten die anhaltend schlechten Nachrichten zur europäischen Schuldenkrise dafür verantwortlich. Ohne einen besseren Ausblick für die Euro-Zone werde es für den Euro keine wirkliche Erholung geben, sagte Rob Ryan von der Bank BNP Paribas. Auch die asiatischen Aktienmärkte notierten überwiegend schwächer. In Japan blieben die Märkte wegen eines Feiertags geschlossen.

Die Sorgen über die Entwicklung der europäischen Wirtschaft sind mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Ungarns wieder größer geworden. Das Land hat nun von allen drei Ratingagenturen den Ramsch-Status erhalten. Auch ein Spiegel-Bericht, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht mehr glaubt, dass Griechenland seine Schulden auf Basis der bisherigen Sanierungspläne dauerhaft tragen kann, sorgte für Unruhe.
Quelle: sueddeutsche.de

Ungarns Krise wird Europas Problem

Ungarn ist von einer Zahlungsunfähigkeit nicht mehr weit entfernt. Nach den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's stufte auch Fitch die Kreditwürdigkeit Ungarns Ende vergangener Woche auf einen Punkt unter dem sogenannten Ramschniveau herunter. Damit dürfte es für die Regierung des EU-Staates immer schwieriger werden, neue Geldmittel aufzutreiben.

Doch diese sind allein schon zur Begleichung der alten Schuldenberge dringend nötig. Gleichzeitig erreichte die Landeswährung Forint zum Euro und Schweizer Franken ein neues Rekordtief. Allein seit Sommer hat der lange als stabil geltende Forint rund 20 Prozent nachgegeben. Vor den Wechselstuben bildeten sich im ganzen Land lange Schlangen. Beunruhigte Bürger wollten zumindest einen Teil ihrer Ersparnisse in sicheren Devisen anlegen.

Der rechtspopulistische Regierungschefs Viktor Orbán hatte schnell eine Erklärung für die Herabstufung der ungarischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen zur Hand: Er witterte eine Weltverschwörung. Schon früher sei Ungarn das Ziel von spekulativen Finanzangriffen gewesen, erklärte Orbán. Der Regierungschef wies flugs seinen Geheimdienst an, die Schuldigen zu suchen.
Quelle: zeit.de

Unicredit-Aktie bricht dramatisch ein

Die Aktien der größten italienischen Bank Unicredit sind an diesem Montag dramatisch eingebrochen. Der Grund: Die Bank braucht Geld - und ist deswegen bereit, Aktionären, die sich an der Kapitalerhöhung beteiligen, dafür einen kräftigen Kursabschlag zu gewähren. Seit Bekanntgabe der Details vergangene Woche brachen deswegen die Titel um 40 Prozent ein. Dies ist der größte Kursverfall seit mindestens 25 Jahren.
Quelle: sueddeutsche.de

Wall Street kappt Spitzengehälter um bis zu 50 Prozent

Magere Zeiten für Wall-Street-Banker: Nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) müssen sich die gut 400 Partner der Investmentbank Goldman Sachs darauf einstellen, 2011 nur halb so viel Gehalt zu kriegen wie 2010. Der Zeitung zufolge dürfte sich die Bezahlung für einen Partner von Goldman aber immer noch im Bereich von drei bis 6,5 Mio. Dollar bewegen. Bei Morgan Stanley dürften die Boni im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 40 Prozent sinken.

In den USA beginnt in dieser Woche die Quartalssaison. Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen zum letzten Geschäftsjahrsviertel und damit des Jahresergebnisses geben die US-Banken auch ihre Bonizahlungen für das abgelaufene Jahr bekannt. Die Berichtssaison eröffnet traditionell am heutigen Montag der Aluminiumkonzern Alcoa, am Freitag lässt sich als erste große US-Bank JP Morgan in die Bücher schauen. Einer Studie von Bank of America Merrill Lynch zufolge dürften in der Branche über die kommenden zehn Jahre die Gehälter im Schnitt um gut zwanzig Prozent sinken.

Für das Jahr 2011 prophezeien die Analysten für die USA einen durchschnittlichen Rückgang um 34 Prozent auf 85.000 Dollar. Die höchsten Boni wurden der Studie zufolge im Jahr 2006 mit im Schnitt 191.360 Dollar gegönnt, 397 Prozent des durchschnittlichen Einkommens eines US-Haushalts. Dieser Wert hätte in den 1980er-Jahren in den USA noch 50 Prozent betragen und sei in den 1990er-Jahren auf 150 Prozent und ab 2001 auf 250 Prozent angestiegen.
Quelle: ftd.de

Deutsche Anleihen mit Negativzins

Der deutsche Staat verdient mit Schulden erstmals Geld. Beim Verkauf von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten nahm der Bund 3,9 Milliarden Euro ein. Der durchschnittliche Zins lag bei minus 0,0122 Prozent, teilte die mit dem Schuldenmanagement betraute Finanzagentur mit. "Das hat es bislang noch nie gegeben", sagte ein Sprecher zu Reuters.

"Die Anleger bezahlen eine gewisse Prämie dafür, dass sie dem deutschen Staat Geld leihen." Im Dezember gab es noch einen Mini-Zins von plus 0,001 Prozent. Experten erklärten diese Entwicklung mit den Suche der Investoren nach sicheren Geldanlagen. "Man hat sich lange nicht vorstellen können, dass es einmal soweit kommt", sagte UniCredit-Experte Kornelius Purps. "Aber in so unsicheren Zeiten wie diesen gilt: return of money geht vor return on money."

Die Investoren könnten die Bundeswertpapiere jederzeit an der Börse wieder losschlagen und dabei im Fall steigender Renditen sogar auf einen kleinen Gewinn spekulieren. "Geld wird in Deutschland geparkt, weil es innerhalb der Euro-Zone derzeit der sicherste Platz ist", sagte ING-Analystin Emelia Sithole-Matarise.
Quelle: manager-magazin.de

Tschechien: Griechenland soll Euro ohne Hilfen verlassen

Griechenland sollte nach Ansicht des tschechischen Zentralbank-Gouverneurs Miroslav Singer nicht nur den Euro-Raum verlassen, sondern es sollte von Europa auch keine umfangreichen Finanzhilfen erhalten. „Wenn der Wille nicht da ist, Griechenland eine riesige Summe Geld aus europäischen Strukturfonds zu geben, sehe ich keine andere Lösung, als dass es aus der Euro-Zone austritt und die neue griechische Währung stark abgewertet wird“, sagte Singer der Zeitung „Hospodarske Noviny“ (Montagausgabe) einem Vorabbericht zufolge.
Quelle: handelsblatt.com



Sonntag, 08.01.2012:

Der griechische Albtraum

Die Wirtschaft schrumpft. Die Arbeitslosigkeit steigt. Die Reformen sind steckengeblieben. Die Malaise in Griechenland nimmt kein Ende, die Regierung braucht schon wieder neue Hilfsprogramme. Erneut steht der Staat vor entscheidenden Tagen. Wenn es eine Konstante gibt in Griechenlands Kampf gegen den Bankrott, dann diese: Sämtliche Rettungspläne sind ebenso schnell Makulatur, wie sie aufgestellt werden. Griechenland steht erneut vor entscheidenden Tagen, am 16. Januar werden die Experten der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in Athen erwartet, um die griechischen Fortschritte zu bewerten und über die Auszahlung neuer Notkredite zu entscheiden.

Und wieder warten Hiobsbotschaften auf sie. Athen rechnet längst nicht mehr damit, die Defizitziele für 2011 zu erreichen. Und der IWF hält die letzten Sanierungspläne offenbar schon wieder für obsolet. Der Spiegel zitiert aus einem internen IWF-Vermerk, wonach wichtige Eckpunkte des erst im Oktober in Brüssel ausgehandelten Rettungspaketes neu verhandelt werden müssten. Die zusätzlich fehlenden Milliarden müssten entweder von Griechenland selbst, von der EU oder aber von den privaten Gläubigern aufgebracht werden.
Quelle: sueddeutsche.de

"Wir sitzen in der Falle"

Der Chefvolkswirt war immer ein Deutscher. So war es seit Bestehen der Europäischen Zentralbank (EZB). Aber diesmal hat es Angela Merkel nicht geschafft, den deutschen Kandidaten durchzudrücken. Statt des ehemaligen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen, bekam der Belgier Peter Praet die Aufgabe zugeteilt.

Eine Niederlage für Deutschland, meint Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo und Lieblingsökonom aller Talkshow-Produzenten. Er sieht die Macht der Bundesrepublik in der EZB schwinden - und damit Tür und Tor geöffnet, dass Deutschland in der Finanzkrise mehr Geld nach Südeuropa überweist.
Quelle: sueddeutsche.de

Experten erwarten Leitzinshalbierung der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung vieler Ökonomen wegen der Konjunkturschwäche und der Schuldenkrise ihren Leitzins 2012 von 1,0 auf 0,5 Prozent halbieren. Damit rechnet gut die Hälfte der 37 Chefvolkswirte, die die FTD in ihrer monatlichen Zinsumfrage befragt hat.

Viele vermuten sogar, dass das Zinstief bereits zur Jahresmitte erreicht sein wird, um die Wirtschaft zu stützen, indem Kredite billiger werden. Für die Sitzung des EZB-Rats, der über die Geldpolitik entscheidet, an diesem Donnerstag erwarten 33 Ökonomen freilich noch keine Änderung. Nur vier glauben, dass der Zins auf 0,75 Prozent sinkt.
Quelle: ftd.de

Hoffnungen auf Griechenland-Rettung schwinden

Wie der "Spiegel" am Wochenende berichtete, glaubt der Internationale Währungsfonds (IWF) als einer der Haupt-Geldgeber nicht, dass Griechenland auf Basis der bisherigen Pläne seine Schulden dauerhaft tragen könne. Der IWF gehört neben der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission zur sogenannten "Troika". Die "Troika" wird Angaben des griechischen Finanzministeriums zufolge am 16. Januar für die neue Kontrolle der Bücher und der Sparfortschritte Athens erwartet. Diesmal gehe es nicht nur um die nächste Tranche des ersten Hilfspakets für Griechenland.

Im Mittelpunkt werde das neue Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro von EU und IWF stehen. Die IWF-Experten wollen laut "Spiegel" bei der nächsten "Troika-Mission" wichtige Eckwerte des Rettungspakets an die verschlechterte Wirtschaftssituation anpassen. Laut einem internen IWF-Vermerk solle Griechenland entweder einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Anteil ihrer Forderungen verzichten oder die Euro-Staaten sich mit einem höheren Beitrag beteiligen. Der IWF kritisiere zudem, die Fortschritte in Athen beim Eintreiben von Steuern und die Erlöse aus Privatisierungen lägen unter den Erwartungen.
Quelle: manager-magazin.de

EZB: Höhere Risiken mit Bankanleihen

Die finanziellen Risiken der Europäischen Zentralbank (EZB) sind noch höher als bisher angenommen. Wie schon bekannt hat das Institut Staatsanleihen von Krisenstaaten in Höhe von 212 Mrd. Euro gekauft und so versucht, die Aufschläge, die Staaten wie Griechenland, Italien oder Spanien für Anleihen bezahlen müssen, gering zu halten. Doch über die Finanzierung von Banken hat die EZB den Staaten noch deutlich mehr Geld zukommen lassen, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Notenbanker. Banken in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Irland haben nämlich staatsgarantierte Anleihen im Wert von 209 Mrd. Euro aufgelegt.

Einen Gutteil davon dürfte die EZB aufgekauft haben. Die Banken dürften diese Darlehen auch zum Kauf von Staatsanleihen verwendet haben. Damit könnte die EZB noch mehr Staatsanleihen-Risiko tragen als bisher angenommen. Denn sollte eines der Krisenländer pleitegehen, wären die Ausfälle für die Notenbank entsprechend höher. Das Volumen der Bankanleihen, die die EZB kauft, wird nicht veröffentlicht. Das Institut lehnte auch eine Stellungnahme ab.
Quelle: diepresse.com

Merkel und Sarkozy basteln an einem Fiskalpakt für Europa

Angesichts der anhaltenden Schuldenkrise übernehmen Deutschland und Frankreich drei Wochen vor dem EU-Sondergipfel wieder die Initiative. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Nicolas Sarkozy beraten an diesem Montag in Berlin das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise.

Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung des „Fiskalpaktes“, der die Euro-Länder sowie EU-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichten soll. Berlin und Paris loten auch Wege für mehr Wachstum und Beschäftigung aus. Thema im Kanzleramt dürften zudem die stockenden Milliarden-Hilfen für Griechenland sein sowie die Finanzierung des künftigen Rettungsschirms ESM, der schon Mitte 2012 starten soll.
Quelle: handelsblatt.com

Ungarns Kreditwürdigkeit herabgestuft: Alles Ramsch

Vernichtendes Urteil für die Regierung Orban: Mit der Abstufung Ungarns durch Fitch bewerten nun alle drei großen Ratingagenturen die Anleihen des Landes als hochriskant. Fitch wundert sich vor allem über die unorthodoxe Politik Ungarns. Die Regierung versicherte ihren Bürgern umgehend, dass die Spareinlagen sicher seien. Zumindest - bis zu einer bestimmten Grenze.

Die Lage in Ungarn, das von einer Staatspleite bedroht ist, spitzt sich zu. Am Freitag stufte die Ratingagentur Fitch die Anleihen des Staates von BBB- auf BB+ herab. Das ist die erste Stufe unterhalb von Ramsch-Niveau. Zuvor hatten schon Standard & Poor's und Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes in Zweifel gezogen. Die Abstrafung platzt mitten in die verzweifelten Versuche Ungarns, einen Notkredit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten.
Quelle: sueddeutsche.de

Frankreich: Mit der Transaktionssteuer auf Stimmenfang

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy scheint sehr besorgt zu sein. Nicht über die Euro-Schuldenkrise oder die Moral an den Finanzmärkten, nein. Vielmehr dürften ihm seine Chancen auf eine Wiederwahl in diesem Frühjahr Kopfzerbrechen bereiten. Anders ist es kaum zu erklären, dass er nun mit der Idee vorprescht, eine Transaktionssteuer auf Finanzgeschäfte in Frankreich notfalls auch im Alleingang einzuführen.

Bereits die Ankündigung durch Sarkozys Berater Henri Guaino und Wirtschaftsminister François Baroin am Freitag könnte dem Staatschef ein paar Sympathien von Madame und Monsieur Tout-le-Monde einbringen. Der französische Otto Normalverbraucher nämlich dürfte den Gedanken verführerisch finden, dass damit scheinbar unbezähmbare Mächte an den Börsen an die Kandare genommen werden und dem Staat auch noch Geld bringen.

Und Sarkozy, der sich im Wahlkampf 2007 als Reformer präsentiert hatte, der für mehr Geld in den Taschen der Bürger sorgt, könnte zumindest im Schlussspurt seines fünfjährigen Mandats einige der enttäuschten Herzen noch einmal für sich schlagen lassen.
Quelle: zeit.de

Hoffnungszeichen vom US-Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote in den USA ist zum Jahreswechsel auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Das schürt die Hoffnung, dass die größte Volkswirtschaft der Welt stärker in Fahrt kommt, während die Euro-Zone wegen der Schuldenkrise schwächelt. Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember auf 8,5 von 8,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte.

Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2009. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 200.000 und damit doppelt so hoch wie im November. Von Reuters befragte Fachleute hatten nur ein Plus von 150.000 erwartet. „Der Rückgang der Arbeitslosenquote ist eine gute Nachricht für Barack Obama“, sagte Citigroup-Analyst Greg Anderson.
Quelle: handelsblatt.com



Samstag, 07.01.2012

Solarboom: Röttgen schließt weitere Kürzung nicht aus

Nach dem Rekordzuwachs an neuen Solaranlagen im vergangenen Jahr schließt Umweltminister Norbert Röttgen stärkere Fördereinschnitte als bisher geplant nicht aus. Bei Branchengesprächen noch im Januar gehe es auch um eine weitere Verstetigung von Förderanpassungen, sagte Röttgen in Berlin.

Im Dezember war eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von 3000 Megawatt gemeldet worden - so viel wie nie zuvor in einem Monat. Röttgen verfolgt das Modell eines «atmenden Deckels». Geht eine bestimmte Anzahl neuer Anlagen ans Netz, sinkt die Förderung.
Quelle: Zeit.de

Industrieaufträge fallen stärker als erwartet

Die Aufträge für die deutsche Industrie sind im November aufgrund von weniger Groß- und Auslandsaufträgen deutlich stärker gesunken als erwartet. Im Monatsvergleich seien sie um 4,8 Prozent gefallen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich fielen die Aufträge im November arbeitstäglich bereinigt um 4,3 Prozent.

Das Ministerium machte vor allem den für einen November unterdurchschnittlichen Umfang an Großaufträgen verantwortlich. Aber auch ohne diesen Effekt sei die Nachfragedynamik derzeit verhalten. Vor allem die Bestellungen aus dem Ausland (-7,8 Prozent) gingen zum Vormonat deutlich zurück. Die Aufragseingänge aus dem Inland sanken um lediglich 1,1 Prozent. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September erhöhten sich die Aufträge leicht um 0,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Industrieaufträge im Zweimonatsvergleich um 1,2 Prozent.
Quelle: Finanz.de

Sinn: Eurokrise eskaliert 2012

Der Präsident des Münchner ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, rechnet 2012 mit einer weiteren Eskalation der Eurokrise. „Die Krise der Währungsunion geht weiter“, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „Ich sage voraus: Die Retterei wird sich fortsetzen und am Ende in eine Transferunion münden.“

Auch die wirtschaftlichen Aussichten seien trübe, der Eurozone stehe 2012 eine Rezession bevor. Sinn: „Viele Länder setzen Sparprogramme um, die das verloren gegangene Vertrauen der Investoren wiederherstellen sollen. Das ist die richtige Therapie. Doch wie häufig bei guter Medizin gibt es auch hier Nebenwirkungen – die Sparprogramme führen zu einer weiteren Abschwächung der Konjunktur in diesen Ländern.“ Deshalb werde die Arbeitslosigkeit in Teilen Europas weiter zunehmen. Das werde sich auch auf Deutschland auswirken. „Auf all jene Länder, die sich in der Vergangenheit kräftig im Ausland verschuldeten, kommen 2012 noch schwierigere Zeiten zu. Das beeinträchtigt den deutschen Export; erste Anzeichen dafür gab es schon im vergangenen Jahr.“

Dennoch werde Deutschland die Krise gut überstehen, weil es sich auf eine starke Binnennachfrage stützen kann. „Die heimische Nachfrage nach Investitionsgütern und zunehmend auch nach Konsumgütern bleibt relativ robust. Unter dem Strich könnten wir dank der Binnennachfrage von Unternehmen und Verbrauchern ungeschoren durch die Krise kommen“, schreibt Sinn in der WirtschaftsWoche.
Quelle: MMnews.de

Freitag, 06.01.2012:

Der Industrie brechen Aufträge weg

Die Aufträge für die deutsche Industrie brachen im November so kräftig ein wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor knapp drei Jahren nicht mehr, weil die Nachfrage aus dem Ausland stark nachließ. Die Unternehmen zogen 4,8 Prozent weniger Bestellungen an Land als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Befragte Analysten hatten nur ein Minus von 1,7 Prozent erwartet. Damit wurde das im Oktober erreichte Auftragsplus von 5 Prozent nahezu vollständig aufgezehrt. Bereits im Juli, August und September waren die Bestellungen teils kräftig gesunken. "Erwartungsgemäß deutet sich damit für die Industrieproduktion eine gedämpfte Entwicklung im Winterhalbjahr an", schrieb das Ministerium. Es warnte zugleich vor übertriebenem Pessimismus. Das Auftragsniveau liege am Jahresende trotz des Rückschlags bisher nur leicht unter dem des dritten Quartals.
Quelle: ftd.de

Euro-Kurs fällt weiter

Der Kurs des Euro ist am Freitag im frühen Handel erneut unter die Marke von 1,28 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2783 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7824 Euro wert. Zeitweise war der Euro bis auf 1,2765 Dollar gesunken. Dies war der niedrigste Stand seit 15 Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,2832 (Mittwoch: 1,2948) Dollar festgesetzt.

Der Eurokurs dürfte nach Einschätzung von Händlern unter Druck bleiben. Dazu dürfte nicht nur die weiter schwelende Schuldenkrise in der Eurozone beitragen, sondern auch der am Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht. Die viel beachteten Arbeitsmarktdaten könnten nach den zuletzt zumeist überraschend guten US-Konjunkturdaten ebenfalls positiv überraschen.
Quelle: handelsblatt.com

EZB-Banker warnt vor Euro-Rauswurf Griechenlands

Der Zwangsausschluss eines Staates der Euro-Zone würde dem EZB-Ratsmitglied Klaas Knot zufolge zu einem Zusammenbruch des Währungsraums führen. „Einen unfreiwilligen Austritt zu ermöglichen würde zu einem Vertrauensverlust führen“, sagte der niederländische Notenbankchef am Donnerstag. Dies würde einer Einladung an Spekulanten gleichkommen.

Knot antwortete damit im niederländischen Fernsehen auf die Frage, ob man das hochverschuldete Griechenland lieber aus der Euro-Zone ausschließen sollte. Die Währung selbst würde den Zusammenbruch überstehen, sagte Knot weiter: Die einzelnen europäischen Volkswirtschaften seien in den vergangenen Jahren so verzahnt worden, dass es nicht mehr möglich sei, den Euro abzuschaffen.
Quelle: handelsblatt.com

Vertrauenskrise belastet Banken immer stärker

Die Banken trauen sich weiter nicht über den Weg: Die Kreditinstitute haben mehr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gebunkert als jemals zuvor. Auf 453,2 Milliarden Euro schwoll das Volumen im virtuellen Nachttresor der Notenbank an. „Die Angstkasse bleibt voll und wird vermutlich noch voller“, fasste ein Händler am Mittwoch zusammen.

Seitdem die EZB kurz vor Weihnachten den Geldhäusern für drei Jahre die gigantische Summe von beinahe einer halben Billion Euro zu einem Zinssatz von einem Prozent zur Verfügung gestellt hat, schwimmen die Banken im Geld. Anstatt es untereinander zu verleihen, legen sie es lieber bei der EZB auf die hohe Kante - auch wenn sie dafür gerade einmal 0,25 Prozent Zinsen bekommen.
Quelle: handelsblatt.com

EU: Griechenland-Paket nicht über 130 Milliarden Euro

Beim zweiten Hilfspaket für Griechenland bleibt es der EU-Kommission zufolge derzeit bei dem vereinbarten Volumen von 130 Milliarden Euro. Im Verhandlungsmandat, das die Kommission vom EU-Gipfel Ende Oktober erhalten habe, stehe eine klare Zahl. "Die Verhandlungen mit der griechischen Regierung basieren auf dieser Zahl - wir werden nicht darüber hinausgehen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag in Brüssel.

Beim damaligen Gipfel war eine Summe von 130 Milliarden Euro an neuen öffentlichen Finanzhilfen für Griechenland festgelegt worden. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf EU-Kreise, das Hilfspaket müsse größer ausfallen, da sich die Haushaltslage Griechenlands seither erneut verschlechtert habe. Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds wird ab Ende kommender Woche nach Athen reisen, um über das neue Rettungspaket zu verhandeln.
Quelle: reuters.de

Zahl der Arbeitslosen steigt weiter in Europa

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone erreicht weiter einen historischen Höchststand. Sie liegt den siebten Monat in Folge bei mindestens zehn Prozent. Griechenland und Spanien sind besonders betroffen. Wie bereits im Vormonat lag die Arbeitslosenquote in der Eurozone im November bei 10,3 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Damit liegt die Quote den siebten Monat in Folge bei mindestens zehn Prozent. In allen 27 EU-Ländern betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote saisonbereinigt ebenfalls unverändert gegenüber Oktober 9,8 Prozent.

Besonders hart ist den EU-Daten zufolge Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 22,9 Prozent betroffen. Für Griechenland wird - allerdings nach Daten für September - eine Quote von 18,8 Prozent angegeben. Am wenigsten Sorgen müssen sich demnach Österreich mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent sowie Luxemburg und die Niederlande mit je 4,9 Prozent machen.
Quelle: handelsblatt.com

Starinvestor Soros warnt vor Untergang der EU

Ein Scheitern des Euro und ein Untergang der Europäischen Union hätte nach Einschätzung von Starinvestor George Soros schreckliche Folgen. Es wäre nicht nur für „Europa katastrophal sondern auch für das weltweite Finanzsystem“, zitierte die Zeitung „Business Line“ Soros bei einem Besuch der südindischen Stadt Hyderabad.

Die Krise in der Euro-Zone sei „ernsthafter und gefährlicher als der Zusammenbruch von 2008“, zitierte die „Economic Times“ den US-Milliardär und Hedge-Fonds-Manager. Der 81-Jährige wird von Forbes mit einem Vermögen von 22 Milliarden Dollar als siebtreichster Mann der Welt aufgeführt.
Quelle: welt.de

Weltwirtschaftskrise trifft China immer stärker

Chinas Wirtschaft stehen schwierige Zeiten bevor. Seine Exporte kühlen sich spürbar ab. Im abgelaufenen Jahr schrumpfte der Außenhandelsüberschuss um rund zwölf Prozent auf 160 Milliarden US-Dollar, wie Handelsminister Chen Deming laut Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag auf einer Konferenz in Peking sagte.

Die düsteren Aussichten für die Exporteure und die Stagnation des überhitzten Immobilienmarkt werden Chinas Wirtschaftswachstum nach Vorhersagen von Experten im kommenden Jahr deutlich abbremsen. So steht „Risiko-Kontrolle“ im Mittelpunkt einer Konferenz der obersten Finanzorgane, die am Freitag und Samstag in Peking zusammenkommt.
Quelle: handelsblatt.com

Fitch stuft Ungarn auf Ramschniveau

Die US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Ungarns am Freitag auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bewertung wurde von „BBB-“ auf „BB+“ gesenkt, wie die Agentur mitteilte. Sie begründete ihre Entscheidung unter anderem mit einer „weiteren Verschlechterung“ der Finanzlage und der Wachstumsaussichten des Landes. Ende vergangenen Jahres hatten bereits die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's Ungarns Bonität auf Ramschniveau herabgestuft.
Quelle: handelsblatt.com

Investment-Banken erwarten weitere Stellenstreichungen

Die Analysten der US-Großbank JP Morgan erwarten bei den Banken im laufenden Jahr weitere Stellenstreichungen um bis zu 10 Prozent, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht. Banken haben weltweit bereits mehr als 100.000 Jobs gekappt, da sie wegen der stärkeren Regulierung und der Euro-Schuldenkrise mit schrumpfenden Gewinnen kämpfen.

Besonders betroffen sind die Investmentbanksparten, wie etwa bei der Deutschen Bank, wo in dem Bereich jeder zehnte Job wackelt. Dabei geht es vor allem um Arbeitsplätze in London und New York. Auch die Schweizer Großbanken Credit Suisse  und UBS planen größere Einschnitte. Bei der britischen Großbank Royal Bank of Scotland stehen nach Medienberichten 10.000 Stellen auf der Kippe. Die französische Bank Societe Generale will knapp 900 Arbeitsplätze im Investmentbanking streichen.
Quelle: manager-magazin.de

Der Hausbau wird immer teurer

Häuslebauer müssen für ihr Eigenheim tiefer in die Tasche greifen. Der Preisindex für konventionell gefertigte Wohngebäude legte im November um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Dabei stieg der Index in den Monaten August bis November lediglich um 0,3 Prozent.

Am stärksten erhöhten sich nach Angaben der Statistiker die Preise von Klempnerarbeiten mit 4,2 Prozent. Für Arbeiten von Zimmerleuten und Elektrikern waren im November 3,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor zu zahlen. Geringer war der Anstieg bei Naturstein- (plus 1,3 Prozent), Parkett- (plus 1,4 Prozent) und Tapezierarbeiten (plus 1,5 Prozent).
Quelle: manager-magazin.de



Donnerstag, 05.01.2012:

Griechischer Ministerpräsident warnt vor Staatspleite im März

Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hat erneut eindringlich vor einer "unkontrollierbaren Staatspleite" im März gewarnt und die Gewerkschaften zu mehr Sparanstrengungen aufgefordert. Die Arbeitnehmer müssten weitere Lohnkürzungen hinnehmen, um die Sparziele zu erfüllen. Andernfalls "laufen wir Gefahr bald nichts mehr zu haben", sagte Papademos bei einem Treffen mit Vertretern der Gewerkschaften.

Die Angst in Griechenland ist groß, denn Mitte Januar kommen die internationalen Finanzkontrolleure erneut nach Athen, um über die Sparfortschritte zu befinden - als Voraussetzung für weitere Milliarden-Kredithilfen. Papademos machte nach Angaben seines Büros keinen Hehl daraus, dass eine "unkontrollierbare Staatspleite" die Konsequenz wäre, wenn nicht sofort neue Sparmaßnahmen beschlossen würden. Griechenland müsse dringend wieder konkurrenzfähig werden.
Quelle: ftd.de

Die Schuldenkrise schlägt zurück

Zwei Tage hatten die Anleger die Schuldenkrise in Europa erfolgreich ausgeblendet. An den Börsen ging es zum Jahresauftakt nach oben, an den Anleihemärkten schien sich die Lage zu beruhigen, der Euro schaffte es über 1,30 Dollar. Doch damit ist es vorbei – die Krise meldet sich mit Macht zurück.

Am Donnerstagvormittag sackte der Euro innerhalb kurzer Zeit ab. Der Kurs fiel um einen halben US-Cent bis auf rund 1,2850 Dollar und lag damit so niedrig wie seit September 2010 nicht mehr. Gerüchte machten die Runde - wie immer, wenn die Experten keine konkrete Erklärung haben. Händler in London begründeten die Kursverluste mit der hohen Nervosität der Anleger vor den anstehenden Anleiheauktionen in der Eurozone.
Quelle: handelsblatt.com

Spaniens Banken sollen 50 Milliarden bunkern

Spanische Banken müssen nach dem Willen der neuen Regierung zusätzlich insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Verluste im Immobiliensektor zurücklegen. Die meisten Institute könnten dieses Polster über mehrere Jahre aus ihren Gewinnen bilden, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos in einem am Mittwochabend im Internet veröffentlichten Interview mit der „Financial Times“. Die Regierung habe sich für diesen Puffer entschieden und damit gegen eine sogenannte „Bad Bank“ zur Isolierung von Verlusten durch das Platzen der Immobilienblase, hieß es in dem Bericht weiter.
Quelle: handelsblatt.com

Inflationsgefahr ist gebannt

Um steigende Inflationsraten muss sich die Europäische Zentralbank vorerst keine Sorgen machen. Trotz der beispiellosen Geldschwemme, mit der sie die Banken über Wasser hält, bewegt sich die Preissteigerungsrate auf das Zentralbankziel von knapp zwei Prozent zu.

Der Handelsblatt-RBS Inflation Live Index sagt für das laufende Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,1 Prozent in der Euro-Zone voraus. Für 2013 zeigt der Index, den die Ökonomen des Bankhauses RBS für das Handelsblatt berechnen, einen weiteren Rückgang auf 1,5 Prozent an. Im vergangenen Jahr hat die Inflationsrate noch durchweg über dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent gelegen.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 04.01.2012:

Fed verspricht mehr Transparenz

Die US-Notenbank hatte sich schon in den vergangenen Jahren um mehr Offenheit bemüht, jetzt aber holt sie zum großen Schlag aus: Greenspan-Nachfolger Ben Bernanke will gar die internen Prognosen für die erwartete Entwicklung des Zinssatzes offenlegen, zu dem sich US-Banken dann untereinander Geld leihen können. Das Vorhaben ist ein entscheidender Schritt im Bemühen Bernankes, das Handeln der Zentralbank für die Öffentlichkeit und die Finanzmärkte transparenter zu machen.

Der erste Ausblick der Notenbanker für die Entwicklung dieser sogenannten Federal Funds Target Rate, soll nach der Fed-Sitzung am 24. und 25. Januar veröffentlicht werden. In den USA ist der Leitzins nicht fix, sondern nur ein Zielzinssatz. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses Mitte Dezember hervor.

Zudem soll dargestellt werden, wann die Notenbanker mit einer Zinserhöhung rechnen. Möglicherweise wird Ende Januar dann offensichtlich, dass die derzeit so niedrigen Zinsen von null bis 0,25 Prozent noch über Mitte 2013 hinaus Bestand haben könnten. Gemäß dem Protokoll halten eine Reihe von Fed-Vertretern eine weitere Lockerung der Geldpolitik angesichts der wirtschaftlichen Bedingungen für gerechtfertigt.
Quelle: sueddeutsche.de

Schuldenkrise: Absturz jederzeit möglich

Bisweilen erinnert die öffentliche Wahrnehmung von Europas Schuldenkrise an eine Seifenoper. Am Ende einer Episode hängt der Held mit einer Hand an der Klippe, unter ihm der Abgrund. Doch bevor der Held fallen kann, friert das Bild ein. Wie’s weiter geht, wird erst nächste Woche verraten. Beim Euro scheint es nicht anders zu sein: Manchmal verkünden die Schlagzeilen den baldigen Bruch der Währungsunion. Dann ist es wochenlang still, so wie im Moment. Die Ruhe mag den Regeln des Mediengeschäfts geschuldet sein – doch sie trügt.

Tatsächlich ist die Lage kaum weniger bedrohlich als noch vor Wochen, als Wirtschaftsmagazine zerbrochene Euro-Münzen auf den Titel hoben. Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Panik auf den Märkten fürs Erste gebannt, indem sie den Banken vor dem Jahreswechsel rund 500 Milliarden Euro an Liquidität zur Verfügung stellte. Ein Blick auf die Renditen für Staatsanleihen ausgewählter Staaten zeigt jedoch, dass die Sorgen der Anleger keinesfalls verschwunden sind.

Zwei Fragen werden die kommenden Monate bestimmen. Erstens: Werden die Anleger den Euro-Staaten im Süden das nötige Geld leihen, damit diese ihr Schulden refinanzieren können? Je nach Schätzung müssen Europas Staaten in diesem Jahr Kredite in Höhe von 1.500 bis 2.000 Milliarden Euro neu aufnehmen oder refinanzieren. Allein im ersten Quartal, rechnet die japanische Investmentbank Nomura vor, brauchen die Euro-Länder rund 444 Milliarden Euro, um alte Schulden zu refinanzieren.
Quelle: zeit.de

Banken parken Rekordsumme bei EZB

Die Flutung des Finanzmarktes mit frischem Geld durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Misstrauen der Kreditinstitute untereinander nicht beendet. Die eintägigen Einlagen, die die Banken der Eurozone bei der EZB hinterlegen, stiegen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf den Rekordwert von 453,181 Milliarden Euro. Am Vortag waren es 446,3 Milliarden Euro. Zum ersten Mal war die Marke von 400 Milliarden Euro kurz vor Weihnachten übertroffen worden.
Quelle: tagesschau.de

Griechen und Italiener horten Euros

Rette sich, wer kann. Das ist die Devise für immer mehr Sparer in Griechenland und Italien. Die täglichen Meldungen zur Schuldenkrise und vermeintlich wankenden Geldhäusern machen ihnen inzwischen so viel Angst, dass sie ihre Euro nehmen und in Sicherheit bringen. Sparkonten bei der Hausbank, selbst wenn es ein ausländisches Institut ist, gehören nicht mehr dazu.

Gefragt sind stattdessen mietbare Schließfächer oder Tresore für zu Hause - dort wird das Geld geparkt, bis es ins Ausland wandert. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „Ein Kunde hat mir sogar erzählt, dass er sich seinen eigenen Safe unter dem Pool baut“, berichtet ein Banker in Athen. Am größten ist die Angst in Griechenland, das mit dem Rücken zur Wand steht.
Quelle: handelsblatt.com

Investoren flüchten aus Ungarn

Der Kurs der ungarischen Regierung hat am Mittwoch die Furcht vieler Anleger vor einer Zahlungsunfähigkeit des Landes geschürt. Wegen umstrittener Verfassungsänderungen wollen derzeit weder die Europäische Union noch der Internationale Währungsfonds die Verhandlungen über Hilfskredite wieder aufnehmen. Vielmehr erwägt die EU die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Budapest, wie am Dienstag in Brüssel bekannt wurde.

IWF-Chefin Christine Lagarde wird am 11. Januar einen Abgesandten der Regierung zu „informellen Sondierungen“ empfangen. Doch ohne Beteiligung der EU wird sich auch der IWF nicht auf Kredit-Verhandlungen mit Ungarn einlassen, betonten Analysten.
Quelle: handelsblatt.com

GM fordert von Opel-Mitarbeitern Lohnverzicht

Die Mitarbeiter des angeschlagenen Autobauers Opel sollen auf einen Teil der für dieses Jahr geplanten Lohnerhöhung verzichten. Entsprechende Forderungen erhebt der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) angesichts des in jüngster Zeit wieder schrumpfenden Absatzes und eines drohenden Milliardenverlusts bei Opel, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Betriebsrats- und Gewerkschaftskreise berichtete. „Ich kann bestätigen, dass das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind“, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt.
Quelle: handelsblatt.com

Französische Großbank hilft griechischer Tochter mit zwei Milliarden

Die französische Bank Credit Agricole greift ihrer griechischen Tochter Emporiki mit zwei Milliarden Euro unter die Arme. Die Kapitalerhöhung bestätige die anhaltende Unterstützung der Mutter, erklärte das Institut in Athen am Mittwoch. Die drittgrößte börsenotierte Bank Frankreichs hat Emporiki im Herbst ganz übernommen.

Das Geldhaus ist unter dem Druck der Schuldenkrise und wegen der anhaltenden Rezession Griechenlands schwer ins Schlingern geraten und versucht sich nun neu aufzustellen. Eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen erwartet Emporiki frühestens 2013. Wegen ihres Engagements in Griechenland verbuchte die Credit Agricole im dritten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch.
Quelle: handelsblatt.com

EU-Kommission: Fiskalpakt soll nicht dauerhaft bestehen

Die EU-Kommission will den bilateral geplanten Fiskalpakt der EU-Mitgliedstaaten zeitlich befristen. In ihrer Stellungnahme zum Vertragsentwurf des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy fordere die Behörde, das Nebeneinander der zwischenstaatlichen Vereinbarung und des EU-Vertrags spätestens in fünf Jahren zu beenden, sagte ein EU-Vertreter am Mittwoch in Brüssel.

„Diese Verträge sollten nicht für immer parallel bestehen“, sagte er. Eine Verankerung der neuen Regeln zu mehr Haushaltsdisziplin im EU-Vertrag sei rechtlich stärker als ein bilaterales Abkommen. Auf Drängen Deutschlands und Frankreichs sollten die strikteren Regeln zum Abbau der Staatsverschuldung ursprünglich mit einer Änderung des EU-Vertrages eingeführt werden.
Quelle: handelsblatt.com

So wird die deutsche Konjunktur 2012

Mit dem DIW hat ein weiteres Institut seine Prognose für 2012 vorgelegt. Selten lagen die Experten so weit auseinander. Ihre Schätzungen reichen von drei Prozent Wachstum bis hin zu einer Rezession. Ein Überblick.
Quelle: handelsblatt.com



Montag, 02.01.2012:

Verunsicherung nach dem Mini-Crash beim Gold

Ausgerechnet an den vermeintlich ruhigsten Tagen des Jahres hielten die Märkte noch einmal einen besonderen Knalleffekt bereit: Um fast 60 Dollar je Feinunze stürzte der Goldpreis unmittelbar vor Silvester ab, ehe er sich wieder etwas erholte. Der Mini-Crash lässt sich zwar relativ leicht erklären.

„Da zwischen den Jahren kaum gehandelt wird, sind die Umsätze dünn, entsprechend empfindlich reagieren dann die Preise“, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank. Doch die Verunsicherung bleibt. Schließlich befindet sich die Notierung für das Metall schon seit September auf Talfahrt, sie fiel von 1921 auf 1567 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Viele Anleger bekommen Zweifel an der Story vom ewig steigenden Goldpreis.

Dabei sind Anleger auch 2011 mit Gold als Investment alles andere als schlecht gefahren. Trotz des herbstlichen Preisverfalls steht bei dem Edelmetall per Saldo immer noch ein Gewinn von 11,6 Prozent zu Buche. Aktienanleger haben es da deutlich schlechter getroffen. Der globale MSCI World Index büßte im selben Zeitraum rund acht Prozent ein. Es war das elfte Jahr in Folge, das das Edelmetall mit einem Preiszuwachs abschloss. Seit Anfang 2001 legte Gold in seiner Handelswährung Dollar rund 570 Prozent zu, für Anleger im Euro-Raum waren es immer noch über 400 Prozent. Und grundsätzlich sind die Argumente, die Anfang 2011 für ein Investment in Gold sprachen, ein Jahr später eher noch mit Ausrufezeichen zu versehen.

„Es wird bezüglich der Schuldenkrise in Europa keine schnellen Lösungen geben, und auch die Realzinsen werden in den kommenden zwei Jahren nicht signifikant steigen“, glaubt Gabor Vogel, Rohstoffexperte der DZ-Bank. Die Flucht in das Gold als Krisenschutz wird also weiter gestützt durch ein allgemeines Zinsniveau, das es Goldbesitzer verschmerzen lässt, dass ihre Schätze keine regelmäßigen Erträge abwerfen.
Quelle: welt.de

Hässliches Loch in Spaniens Haushalt

In dem schuldengeplagten Euro-Staat Spanien klafft ein noch tieferes Haushaltsloch als bislang angenommen. Der Fehlbetrag könnte 2011 acht Prozent der Wirtschaftsleistung überstiegen haben, räumte Wirtschaftsminister Luis de Guindos ein.

Vor dem Regierungswechsel im Dezember hatte die scheidende sozialistische Regierung noch ein Defizit von nur sechs Prozent prognostiziert. Die neue konservative Regierung hatte erst vorige Woche die Lücke für 2011 auf acht Prozent beziffert - und musste sich nun wieder korrigieren.
Quelle: sueddeutsche.de

Regierung in Athen warnt ihren Zentralbankchef vor Panikmache

Die griechische Regierung stellt sich gegen ihren Zentralbankchef, nennt seine Äußerungen über die Rückkehr zur Drachme Panikmache. Eine Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Währungsgemeinschaft sei unnötig - auch wenn das Land noch lange nicht gerettet sei. Zum Jahreswechsel hatte der Chef der griechischen Zentralbank George Provopoulos kein Blatt vor den Mund genommen: Einen Austritt seines Landes aus der Euro-Zone bezeichnete er als "Hölle". Die Wiedereinführung der Drachme würde die Griechen teuer zu stehen kommen, sagte Provopoulos, der Lebensstandard würde sinken und die neue Währung müsste deutlich abgewertet werden - möglicherweise bis zu 70 Prozent.

Die Regierung sah sich offenbar genötigt, auf die Aussagen ihres Zentralbankchefs zu reagieren: Ein Sprecher distanzierte sich deutlich: "Es gibt keinen Grund Panik zu stiften, indem man sagt, wir werden zur Drachme zurückkehren", sagte er. Es sei klar, dass Griechenland noch lange nicht über den Berg sei. "Die Verhandlungen mit der Troika gestalten sich schwierig, die Wirtschaft ist in einer wirklich schlechten Verfassung und Strukturreformen sind unausweichlich, damit Vertrauen wiederhergestellt wird", sagte der Sprecher weiter.

Gleichzeitig mehren sich die Berichte, der bislang geplante freiwillige Schuldenschnitt der Gläubiger in Höhe von 50 Prozent könnte nicht reichen, das Ziel betrage nun 70 bis 80 Prozent. Bestätigen will das Finanzministerium in Athen das bisher allerdings nicht, das Ziel seien "die 50 Prozent", heißt es. Die nächsten drei Monate bestimmten die Zukunft des Landes für Jahrzehnte, sagte Regierungschef Loukas Papademos in seiner Neujahrsansprache.
Quelle: manager-magazin.de

EZB kauft wieder mehr Anleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Staatsanleihenkäufe in der vergangenen Woche wieder erhöht. Sie habe Papiere im Wert von 462 Millionen Euro am Markt erworben, teilte die EZB mit. In der Woche vor Weihnachten waren es nur noch 19 Millionen Euro nach 3,4 Milliarden Euro gewesen.

Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds von klammen Eurostaaten wie Italien und Spanien im Gesamtwert von 211,5 Milliarden Euro aufgekauft. Vergangene Woche hatten Händler nach einer Auktion italienischer Bonds von Käufen der Zentralbank berichtet.
Quelle: handelsblatt.com

Euro-Zone steuert auf Rezession zu

Konjunkturabkühlung und Schuldenkrise verhageln der Industrie in der Euro-Zone das Geschäft. Sie schrumpften im Dezember den fünften Monat in Folge. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Markit-Umfrage unter 3000 Firmen hervor. Der Einkaufsmanagerindex stieg leicht um 0,5 auf 46,9 Punkte, blieb aber deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

"Trotz der leicht abgeschwächten Talfahrt steckt der Industriesektor weiter in der Rezession", sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. Die Produktion dürfte im Schlussquartal 2011 um ungefähr 1,5 Prozent gesunken sein. "Dass es im neuen Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal so weitergeht, zeigen weitere Details der aktuellen Umfrage", sagte Dobson. Demnach streichen die Betriebe weiter Stellen, bauen ihre Lager ab und kürzen die Einkaufsmenge. Das maue Neugeschäft könnte vor allem in Deutschland in den nächsten Monaten zu einem Abbau von Kapazitäten führen - "sofern die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' nicht wieder anzieht", sagte Dobson.

Zum zweiten Mal hintereinander fuhren in allen von der Umfrage erfassten Ländern die Betriebe ihre Produktion zurück. In Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Irland fiel der Rückgang nur verhalten aus, Italien, Spanien und Griechenland vermeldeten hingegen starke Einbußen.
Quelle: ftd.de



Sonntag, 01.01.2012:

"Schuldenstaaten notfalls aus Euro-Zone ausschließen"

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt will die Möglichkeit schaffen, hoch verschuldete Staaten aus der Euro-Zone auszuschließen. „Staaten, die über längere Zeit ihren Haushalt nicht in Ordnung bringen, sollten aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden können“, sagte sie "Welt Online". Dazu müssten Regeln gefunden werden. Die CSU werde bei der Klausurtagung Mitte der Woche in Wildbad Kreuth darüber beraten.

Hasselfeldt warnte zugleich vor einer weitreichenden Übertragung von Souveränitätsrechten nach Brüssel. „Uns geht es um eine Stabilitätsunion mit Schuldenbremse und automatischen Sanktionen für Defizitsünder. Eine eigene europäische Wirtschaftsregierung lehnen wir ab“, sagte sie. „Und wir wollen auch keinen Kommissar, der über nationale Haushalte bestimmt. Solche Kernkompetenzen darf Deutschland nicht an Brüssel abgeben.“
Quelle: welt.de

Bundesbank pocht auf britischen Euro-Beitrag

Die Bundesbank pocht auf Hilfen Großbritanniens bei der Bekämpfung der Euro-Krise. Das Land sollte sich an den Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Bekämpfung der Schuldenkrise beteiligen, erklärte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret nach Vorabbericht des "Spiegel" vom Samstag. "Eine Unterstützung durch die USA ist in diesem Rahmen wünschenswert, aber keine Bedingung für eine Beteiligung der Bundesbank", sagte er dem Magazin mit Blick auf die deutschen IWF-Mittel.

Allerdings wäre es ohne amerikanische Beteiligung umso wichtiger, "dass andere gewichtige IWF-Mitglieder ihren Beitrag leisten. Dazu zählt sicher auch Großbritannien". Das Land müsse sich seiner Bedeutung in der EU bewusst sein. Bereits vor Weihnachten hatte die Bundesregierung erklärt, sie setze auf eine Beteiligung Großbritanniens an der angestrebten Stärkung des IWF.

Großbritannien hat sich anders als die Euro-Länder und weitere Nicht-Euro-Staaten nicht auf neue bilaterale Kredite an den IWF festlegen wollen, mit denen der Währungsfonds auch angeschlagenen Euro-Staaten unter die Arme greifen soll.
Quelle: manager-magazin.de

Bundesbank-Chef Weidmann fordert mehr Sparsamkeit

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Bundesregierung aufgefordert, stärker als bisher geplant zu sparen. "Deutschland kommt als Stabilitätsanker der Währungsunion eine ganz besondere Verantwortung zu", sagte Weidmann im Tagesspiegel vom Montag. Erfreulich sei, dass die Bundesregierung im alten Jahr das Defizit deutlich abgebaut habe. Sie dürfe aber in ihren Bemühungen nicht nachlassen.

Als problematisch gilt vor allem, dass die erste Zuzahlung Deutschlands für den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM erhöht und bereits auf dieses Jahr vorgezogen werden soll. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsste die Milliardensumme – sie liegt nach seiner Aussage vermutlich höher als 4,3 Milliarden Euro – entweder durch neue Schulden oder durch Sparmaßnahmen finanzieren. Anders als sein Vorgänger EFSF soll der ESM auch mit Eigenkapital unterlegt werden.
Quelle: zeit.de



Samstag, 31.12.2011:

Merkels Neujahrsansprache: 2012 wird „ohne Zweifel“ schwieriger als 2011

Deutschland steht nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor großen Herausforderungen. Das kommende Jahr werde „ohne Zweifel“ schwieriger als 2011, sagte Merkel in ihrer Neujahrsansprache mit Blick auf die Euro- und Wirtschaftskrise. Trotzdem bleibe die friedliche Einigung Europas ein historisches Geschenk.

„Es hat uns über ein halbes Jahrhundert Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie gebracht“, so Merkel. Angesichts der aktuellen Turbulenzen seien diese Werte besonders wichtig, betonte die Bundeskanzlerin und rief die Europäer zum Zusammenhalt auf.

„Gerade jetzt nicht, wo sich Europa in seiner schwersten Bewährungsprobe seit Jahrzehnten befindet, wo sich, wie ich weiß, viele von Ihnen Gedanken um die Sicherheit unserer Währung machen“, erklärte Merkel. Sie zeigte sich überzeugt, dass Deutschland und Europa am Ende gestärkt aus der Krise hervorgingen.
Quelle: welt.de

Deutschland pumpt 48 Milliarden in Bankenstütze

Die Rettung strauchelnder Banken ist den Staat auch im ausklingenden Jahr teuer zu stehen gekommen. Zwar wurde das Engagement des mit Steuermilliarden ausgestatteten Bankenrettungsfonds Soffin deutlich zurückgefahren. Doch auch im dritten Jahr seines Bestehens dürften unter dem Strich rote Zahlen stehen.

Nach dem Willen der schwarz-gelben Bundesregierung sollen Banken auch 2012 notfalls auf Hilfen des Staates zurückgreifen können, um die höheren Kapitalanforderungen der Aufseher zu erfüllen. Mitte Dezember beschloss das Bundeskabinett, den Ende 2010 stillgelegten Soffin befristet bis Ende 2012 wieder zu aktivieren. Die Gesetzespläne müssen noch durch Bundestag und Bundesrat.

Für 2011 muss der Soffin nach bisherigen Angaben wegen hoher Abschreibungen auf seine Beteiligungen erneut Milliardenlasten verbuchen: 4,9 Milliarden Euro bei der Hypo Real Estate (HRE), eine Milliarde bei der WestLB. Weitere 3,9 Milliarden seien für die HRE-"Bad Bank" FMS an Risikovorsorge eingestellt worden.
Quelle: manager-magazin.de

Spanien verfehlt sein Sparziel

Trotz harten Sparkurses verfehlt Spanien 2011 sein eigenes Defizitziel. Das Haushaltsloch werde im laufenden Jahr bei 8 statt der anpeilten 6 Prozent der Wirtschaftskraft liegen, sagte die stellvertretende Regierungschefin Soraya Saenz am Freitag. Um im kommenden Jahr die Ziele zu erfüllen, kündigte Saenz diverse Sparschritte an.

Die neue Mitte-Rechts-Koalition werde die Gehälter der Staatsbediensteten einfrieren. Über alle Ministerien hinweg würden 2012 insgesamt 8,9 Milliarden Euro eingespart. Vorübergehend würden zudem einige Steuern erhöht. Dies gelte etwa für die nächsten zwei Jahre für diejenigen, die am meisten verdienten. Bisher war lediglich bekannt, dass es zu einem Einstellungsstopp im öffentlichen Sektor sowie einem Einfrieren des gesetzlichen Mindestlohns von 641 Euro im Monat kommt.

Einzige Ausgabenerhöhung soll eine inflationsgebundene Anhebung der Renten um 1 Prozent sein. Schätzungen von Experten zufolge sind Einsparungen in Höhe von 20 Milliarden Euro nötig.
Quelle: manager-magazin.de

Athen zwingt Banken zu höherem Verzicht

Im griechischen Schuldentausch zeichnet sich für Banken und Versicherer ein Verlust ab, der den freiwilligen Forderungsverzicht von 50 Prozent deutlich übersteigen wird. Wie am Freitag aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, steht eine Einigung noch aus, aber wichtige Eckpunkte sind schon geklärt. Demnach dürften sich die Abschreibungen auf griechische Anleihen auf 65 bis 75 Prozent erhöhen. Die griechische Regierung zeigte sich am Donnerstagabend zuversichtlich, dass bald eine Einigung bekannt gegeben werden könne.

Allerdings hinken die zähen Verhandlungen dem Zeitplan hinterher. Ursprünglich war vorgesehen, die Details zum Schuldentausch noch in diesem Jahr vorzustellen. Nun hoffen die Parteien, dass Anfang des neuen Jahres die Ergebnisse präsentiert werden können. Denn die Zeit drängt, weil Griechenland Anfang März Anleihen im Wert von 16 Milliarden Euro tilgen muss. Bis dahin muss der über ein öffentliches Angebot unterbreitete Schuldentausch abgeschlossen sein.
Quelle: faz.net

US-Starökonom: "Es wäre besser, wenn es den Euro nie gegeben hätte"

Unter den international führenden Wirtschaftswissenschaftlern hatte die Europäische Währungsunion nie viele Anhänger. Doch kaum ein renommierter Ökonom hat den Euro so früh und so deutlich zur Schnapsidee erklärt wie Martin Feldstein. Der Harvard-Professor prognostizierte bereits im Jahr 1992, der Euro werde sich als eine „wirtschaftliche Bürde“ für Europa erweisen. Heute sieht sich „der Mann, der die europäische Schuldenkrise vorhersah“ („Washington Post“), bestätigt. Ein Interview.
Quelle: welt.de



Freitag, 30.12.2011:

Schäuble schließt Auseinanderbrechen der Euro-Zone aus

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist zuversichtlich, dass die Europäer 2012 die Schuldenkrise in den Griff bekommen. „Ich glaube, dass wir in den nächsten zwölf Monaten soweit sind, dass wir die Ansteckungsgefahren gebannt und die Eurozone stabilisiert haben werden“, sagte Schäuble im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagsausgabe).

Er sei „zuversichtlich, dass alle Euro-Staaten große Fortschritte bei der Bewältigung der jeweiligen Probleme gemacht haben werden“. Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone schloss der Minister aus: „Eine Währungsgemeinschaft schweißt das Schicksal von Staaten zusammen“, sagte Schäuble. „Die politisch Verantwortlichen der Euro-Zone tun deshalb alles, um ein Auseinanderfallen zu verhindern.
Quelle: handelsblatt.com

„Griechen legen Hände in den Schoß und wir zahlen“

Der Unions-Finanzexperte Hans Michelbach hat die Fortschritte Griechenlands bei der Überwindung der Schuldenkrise als unzureichend kritisiert. Die Regierung von Ministerpräsident Lukas Papademos habe die in sie gesetzte Hoffnung noch nicht erfüllt, sagte der CDU/CSU-Obmann im Bundestagsfinanzausschuss. „Athen kann nicht erwarten, dauerhaft von den anderen EU-Staaten alimentiert zu werden, während es selbst mehr oder weniger die Hände in den Schoß legt“, sagte der CSU-Politiker.

Die europäischen Partner seien weiter zur Solidarität bereit, aber Solidarität sei keine Einbahnstraße. Griechenland müsse aufpassen, „dass seine Partner nicht endgültig die Geduld verlieren“. Michelbach kritisierte besonders die schleppenden Privatisierungsbemühungen. Da müsse die EU angesichts fehlender Leistungsfähigkeit der griechischen Verwaltung die Regie übernehmen und etwa über eine unabhängige europäische Treuhandanstalt die Privatisierung der Staatsunternehmen und -beteiligungen abwickeln.
Quelle: welt.de

Deutschland wird nicht mehr so billig an Geld kommen

Die Angst der Anleger vor einer Zuspitzung der Euro-Krise hat für Nachfrage bei sicheren Bundesanleihen gesorgt. Die Investoren verkauften als riskanter geltende Anlagen wie Aktien und kauften Staatsanleihen von Ländern mit einer hohen Bonität. Einer der wenigen Krisengewinner 2011 sind deshalb deutsche Staatsanleihen.

Spannend dürfte es am Rentenmarkt schon im Januar werden, denn dann wird die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's erwartet, ob sie nun wie angedroht, die Länder der Euro-Zone herunterstufen wird oder nicht. „In den deutschen Bundesanleihen wird das Geld wohl weiter drin bleiben, denn bei den Anlegern gilt Deutschland in der Euro-Krise als stabil“, sagte ein Händler.
Quelle: handelsblatt.com

Bankenkrise: Industrie befürchtet Kreditklemme

Vor dem Jahreswechsel decken sich die angeschlagenen Banken des Euro-Raums bei der Europäischen Zentralbank (EZB) massiv mit Liquidität ein. Die eintägigen Ausleihungen der Geschäftsbanken bei der EZB legten am Freitag kräftig zu und stiegen auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Vor dem Jahreswechsel sprangen sie um 13 Milliarden auf 17,3 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Damit liegen die sogenannten "Übernachtausleihungen" so hoch wie zuletzt im Juni 2009. Die eintägigen Einlagen der Banken bei der EZB näherten sich unterdessen wieder ihrem Rekordwert vom Mittwoch bei 452 Milliarden Euro. Von Donnerstag auf Freitag stiegen sie um 9,1 Milliarden auf 445,7 Milliarden Euro. Die eintägigen Ausleihungen und Einlagen der Banken bei der EZB sind ein Gradmesser für das Misstrauen der Institute untereinander, obwohl ein hoher Wert kurz vor dem Jahreswechsel nicht ungewöhnlich ist.

Normalerweise meiden die Institute die Möglichkeit, kurzfristig Geld bei der Notenbank auszuleihen oder anzulegen, weil die Konditionen ungünstig sind. Wegen der europäischen Schuldenkrise und des starken Engagements der Banken in Staatsanleihen funktioniert der direkte Geldhandel zwischen den Instituten aber nicht wie gewohnt - die EZB muss einspringen.
Quelle: manager-magazin.de

Pimco hält europäische Anliehen für Schrott

Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Strategen erwarten, dass der Euro das Schicksalsjahr 2012 überleben wird. Die schlechte Nachricht: Bis dahin ist es ein weiter Weg. Für die angeschlagenen großen Euro-Länder Italien und auch Spanien dürften die nächsten Platzierungen von Staatsanleihen zur Zitterpartie werden. Ein Manager des weltgrößten Anleihe-Investors Pimco kommt sogar zu dem Schluss, europäische Staatsanleihen hätten denselben Status wie Subprime-Hypothekenpapiere auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

"Es ist fast so wie 2008, als die US-Banken und Investoren nicht mit Beständen an Subprime-Hypotheken oder anderen so genannten faulen Anlagen gesehen werden wollten", sagte Anthony Crescenzi, Executive Vice President der amerikanischen Gesellschaft in einem Interview mit Bloomberg Radio.
Quelle: handelsblatt.com

Ungarn bläst Auktion für Staatsanleihen ab

Die Finanzierungskosten für das hoch verschuldete Ungarn steigen dramatisch. Die ungarische Schuldenagentur AKK sagte am Donnerstag sogar eine geplante Auktion für dreimonatige Staatsanleihen ganz ab. Als Grund nannte die Agentur, die zu großen Spannen bei den Renditen. Deswegen habe man sich entschieden, alle Gebote zurückzuweisen, sagte der Vize-Chef Laszlo Andras Borbely.

Bei der Emission neuer zehnjähriger Papiere musste das Land unterdessen noch mehr bezahlen. Die Rendite kletterte auf 9,70 Prozent von 8,78 Prozent bei der vorherigen Auktion. Angesichts der hohen Kosten wurde das Emissionsvolumen um drei Milliarden Forint gekürzt. Lediglich die Ausgabe der fünfjährigen Papiere lief nach Plan.
Quelle: handelsblatt.com

Ungarns Premier nimmt Notenbank an die Kette

Die rechts-konservative ungarische Regierung hat ein Gesetz durchs Parlament gepeitscht, dass die Unabhängigkeit der Notenbank einschränkt. International hagelte es bereits im Vorfeld Kritik. Ein neuer Verfassungszusatz ermöglicht es nun, die ungarische Notenbank jederzeit mit der Finanzmarktaufsicht (PSZAF) zu fusionieren und die dadurch entstehende neue Einrichtung unter die Leitung eines von Ministerpräsident Viktor Orban ernannten Präsidenten zu stellen. Eine am selben Tag gebilligte Novelle des Notenbank-Gesetzes sieht die Ernennung eines dritten Vizegouverneurs und zweier zusätzlicher Notenbankrats-Mitglieder vor.

Die Gesetzesänderungen waren schon im Vorfeld von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisiert worden. Beobachter sehen in dem Verfassungszusatz und der Gesetzesnovelle das Bestreben Orbans, den gegenwärtigen Nationalbank-Gouverneur Andras Simor zu entmachten und die Nationalbank und ihre Zinspolitik der Kontrolle der Regierung zu unterwerfen.
Quelle: handelsblatt.com

Dänemark leiht sich Geld zu negativen Zinsen

Angesichts der Unsicherheit wegen der Schuldenkrise zahlen Investoren Dänemark eine Prämie, um dem Staat Geld leihen zu können. Die dänische Zentralbank platzierte Geldmarktpapiere von drei-, sechs- und neunmonatiger Laufzeit im Wert von 2,32 Milliarden dänischen Kronen (rund 310 Millionen Euro). Die Rendite für die Investoren lag bei zwei der drei Emissionen unter null Prozent, faktisch zahlen die Anleger also ein Prämie.

„Es war die erste Auktion mit negativen Zinsen, die wir bisher hatten“, sagte der für das Schuldenmanagement in der Zentralbank zuständige Ove Jensen. Die Anleger schauten auf Qualität, Zinsen seien nicht so wichtig. „Wichtig ist, dass man sein Geld zurückbekommt“, sagte Jensen.
Quelle: welt.de

Regierung zwingt Banken zu Blitz-Überweisung

Bisher können Banken bei Überweisungen trödeln - bis zu drei Geschäftstage haben sie Zeit, bis das Geld beim Empfänger ankommen muss. Diese Übergangsregelung läuft zum Beginn des neuen Jahres aus. Wenn ein Kunde die Überweisung per Internet oder Automat in Auftrag gibt, muss das Geld innerhalb eines Geschäftstages seinen Zielort erreicht haben.

Die Regelung gilt allerdings nur für elektronische Aufträge. Wirft der Kunde einen Überweisungsträger aus Papier in den Briefkasten der Bank, darf sich Institut bis zu zwei Arbeitstage Zeit lassen, bis das Geld überwiesen sein muss. Hintergrund der Änderung sind die Bestimmungen für den Aufbau des einheitlichen europäischen Zahlungsraums (Sepa).

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht aber auch Nachteile für die Kunden: Komme es wegen falscher Kontoangaben zu einer Fehlzahlung, könne diese künftig wegen kurzer Fristen oft nicht mehr ohne weiteres widerrufen werden.
Quelle: spiegel.de



Mittwoch, 28.12.2011:

Ifo-Chef Sinn fürchtet "größere Eruptionen" beim Euro

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn rechnet nicht mit einer schnellen Lösung der Schuldenkrise – im Gegenteil. „Es kann sein, dass im nächsten Jahr größere Eruptionen stattfinden“, sagte Sinn Reuters TV. „Wir sind in einer wirklich existenziellen Krise des Euro. Solch eine Krise haben wir in der Nachkriegszeit noch nicht gesehen.“ Das könne auch politische Folgen haben.

„Ich wage gar nicht, mir das alles auszumalen.“ Einige Länder seien durch den billigen Kreditfluss in der Zeit vor der Krise inflationär überhitzt worden. „Sie hängen da jetzt mit viel zu hohen Löhnen und Preisen, haben ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren, riesige Außenhandelsdefizite, die finanziert werden müssen“, sagte der Chef des renommierten Münchner Instituts.
Quelle: welt.de

„Angstkasse“ der Banken wächst weiter an

Das Phänomen beschränkte sich nicht nur auf die Weihnachtstage: Auch am Mittwoch ist die "Angstkasse" der Banken bei der EZB weiter gewachsen. Die eintägigen Einlagen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank haben einen neuen Rekordwert erreicht. Die sogenannten Übernacht-Einlagen kletterten um rund 40 Milliarden auf 452 Milliarden Euro. Erst am Dienstag waren sie erstmals über die Marke von 400 Milliarden gesprungen.

Die neue Rekordmarke ist ein Beleg dafür, dass sich die Unsicherheit der Geldhäuser über die Entwicklung an den Finanzmärkten und ihr Misstrauen untereinander noch weiter verstärken. Die Banken legen ihr Geld derzeit lieber zu schlechten Zinsbedingungen bei der Europäischen Zentralbank an, als es in Unternehmen zu investieren oder sich gegenseitig auszuleihen. Das aktuelle Niveau der eintägigen EZB-Einlagen liegt deutlich höher als während der ersten Finanzkrise 2008.
Quelle: sueddeutsche.de

Neuwahlen in Griechenland im April

Die von der Euro-Schuldenkrise schwer getroffenen Griechen sollen Ende April in vorgezogenen Wahlen über ein neues Parlament entscheiden. Das erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstag nach Angaben des griechischen Fernsehens bei einem Treffen seiner sozialistischen PASOK-Partei.

"Die Wahlen werden nach Ostern Ende April stattfinden", sagte er. Damit sei der zeitliche Rahmen für die Übergangsregierung unter Lucas Papademos abgesteckt. Ein genaues Datum wurde zunächst nicht genannt.
Quelle: manager-magazin.de

Italien punktet am Anleihemarkt

Zwischen den Jahren sind auch die Handelsdesks der großen Bank nur spärlich besetzt - allzu selten gibt es wirklich marktentscheidende Ereignisse. Dieses Mal ist das anders. Denn Italien brachte am Mittwoch kurzlaufende Schatzanweisungen im Volumen von 9 Mrd. Euro und einer Laufzeit von sechs Monaten an den Markt, sowie Null-Kupon-Papiere mit einer Laufzeit bis 2013 im Volumen von 1,7 Mrd. Euro.

Die Auktionen liefen ausnehmend gut für die Italiener. Sie verkauften sechsmonatige Schatzanweisungen im Volumen von 9 Mrd. Euro für einen Zins von 3,251 Prozent. bei der vorhergehenden Versteigerung solcher Papiere hatten sie noch den Rekordzins von 6,504 Prozent bieten müssen. Die Nachfrage lag 1,69 mal so hoch wie das Angebot, im November waren es noch 1,5. Die zweijährigen Nullkupon-Anleihen im Volumen von 1,733 Mrd. Euro gingen zu 4,853 Prozent über den Tisch, bei der vorherigen Auktion solcher Papiere waren es noch 7,814 Prozent. Die Nachfragquote stieg von 1,59 im November auf 2,24.

Die Rendite einer Anleihe setzt sich dabei aus dem festgesetzten Zins (Kupon) und der Differenz von Kurswert und Nominalwert zusammen. Bei Nullkuponanleihen gibt es keine Zins, dafür werden die Papiere unter Rückzahlwert verkauft. Aktienmärkte und Euro reagierten auf das Ergebnis mit Kursgewinnen.
Quelle: ftd.de

Inflation in Deutschland geht zurück

In Deutschland zeichnet sich ein deutlicher Rückgang der Inflation ab. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen stiegen die Preise im Dezember nur noch um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, weil sich langjährige Preistreiber wie Benzin, Heizöl und Lebensmittel am Jahresende nur noch geringfügig verteuerten.

Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit November 2010, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch mit. Im Vormonat hatte sie noch 2,1 Prozent betragen, im Jahresdurchschnitt sogar 2,2 Prozent. Für das gesamte Bundesgebiet wird im Dezember ein Rückgang auf 2,2 Prozent erwartet. Damit würde sich die Inflationsrate den dritten Monat in Folge von dem im September erreichten Drei-Jahres-Hoch von 2,6 Prozent entfernen.
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 27.12.2011:

Banken bunkern Rekordeinlagen bei der EZB

Die Banken der Euro-Zone verschieben ihr Geld verstärkt zur Europäischen Zentralbank (EZB). In der Nacht zum Montag haben die Banken insgesamt 411,8 Mrd. Euro bei der EZB geparkt. Das ist der höchste Wert seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung im Jahr 1999. Am Vortag lag der Wert bei 346,9 Mrd. Euro. Der vorherige Rekord wurde am 11. Juni 2010 bei 384,3 Mrd. Euro erreicht.

Finanzinstitute verleihen normalerweise überschüssige Liquidität untereinander auf dem Interbankenmarkt und erhalten dafür Zinsen. Diese liegen höher als die von der EZB für Einlagen gezahlten. Derzeit ist das Misstrauen der Banken untereinander jedoch sehr hoch, so dass die Institute das Geld lieber bei der Zentralbank einlagern. Dafür erhalten sie derzeit 0,25 Prozent Zinsen.

Der Eonia, der Übernacht-Interbankenmarkt-Zinssatz in der Euro-Zone, liegt aktuell gut doppelt so hoch. Dementsprechend ist die Höhe der Einlagen bei der EZB ein Indikator für Misstrauen und Verunsicherung im Bankensektor.
Quelle: ftd.de

Öffentliche Schulden erreichen Rekordhöhe

Die öffentlichen Schulden in Deutschland sind im dritten Quartal dieses Jahres auf die Rekordsumme von 2 Billionen und 27,5 Milliarden Euro gestiegen. Das waren 10,4 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent mehr als am Ende des zweiten Quartals 2011 und die höchste Summe seit Bestehen der Bundesrepublik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Am stärksten stand am Ende des dritten Quartals der Bund mit fast 1,289 Billionen Euro in der Kreide. Das war im Vergleich zum zweiten Quartal ein Plus von 0,4 Prozent oder 5,8 Milliarden Euro. Die Länder waren mit 610,0 Milliarden Euro verschuldet, dies entsprach einer Zunahme um 0,7 Prozent oder 4,2 Milliarden Euro. Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände stieg um 0,3 Prozent oder 400 Millionen Euro auf 128,7 Milliarden Euro.
Quelle: handelsblatt.com

Strompreise steigen kräftig an

Es ist eine deutliche Warnung, nicht nur an die Politik und die Wirtschaft, sondern auch an die Verbraucher selbst. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (Dena) geht davon aus, dass die Strompreise in den nächsten Jahren kräftig ansteigen werden. Ein Grund dafür liege in der Energiewende. Die Dena plädiert dafür die Energieeffizienz in allen Bereichen zu verbessern.

Nach dem derzeitigen Trend gehe man davon aus, dass die Strompreise bis 2020 um rund 20 Prozent steigen werden. Die für den Jahreswechsel angekündigten Preiserhöhungen vieler Stromanbieter seien ein Zeichen für einen langfristigen Trend, sagte Stephan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, am Dienstag in Berlin. Wer Strom spart, sichere sich gegen den Preisanstieg ab.
Quelle: abendblatt.de

Gefahren für Versicherer

Die niedrigen Zinsen und eine von der Politik nicht gelöste Schuldenkrise sind die größten Gefahren für Europas Versicherer im nächsten Jahr. Das geht aus einem Bericht der Branchenaufseher EIOPA hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Assekuranzen könnten ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die EIOPA gab zudem bekannt, dass acht von 82 Versicherern in einem Stress-Szenario mit einer langen Phase niedriger Zinsen unter die regulatorisch vorgegebene Mindestkapitalausstattung fallen würden. Die Namen der Konzerne wurden - anders als bei den jüngsten Stresstests der Banken - nicht genannt. Die niedrigen Zinsen führen zu schwachen Kapitalanlageergebnissen - und das in Zeiten mit hohen Belastungen durch Naturkatastrophen.
Quelle: handelsblatt.com

Deutschland: Keine Rezession?

Trotz der Schuldenkrise und einer weltweiten Konjunkturflaute rechnen Bundesregierung und Wirtschaftsexperten nicht mit einer Rezession in Deutschland. Zwar werde das Bruttoinlandsprodukt 2012 mit 0,5 Prozent nur etwa halb so stark wachsen wie vom Sachverständigenrat im November vorhergesagt, sagte dessen Chef Wolfgang Franz. "Aber eine Rezession befürchte ich nicht – erst recht nicht eine so starke wie 2009, als das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent absackte", sagte Franz dem Handelsblatt.

Die Zahl der Beschäftigten sei so hoch wie nie, die Kapazitäten der Industrie überdurchschnittlich ausgelastet, die Unternehmen gesund und zuversichtlich. "Deutschland geht es gut, noch jedenfalls", sagte Franz.

Auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler sieht Deutschland auf einem guten Weg. "Unsere Wirtschaft zeigt sich ausgesprochen robust, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld sowohl auf internationaler als auch auf europäischer Ebene schwieriger geworden ist", sagte der FDP-Vorsitzende. Die Binnenkonjunktur stütze das Wachstum mehr und mehr. "Wir sind bestens gerüstet, um die zu erwartende wirtschaftliche Eintrübung im Winterhalbjahr zu bewältigen", sagte Rösler. Mit der Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Sanierung des Staatshaushalts könne die Bundesregierung die Wachstumskräfte im kommenden Jahr stärken.

Als Grund für die positive Entwicklung nannte Rösler die strukturellen Reformen in der Vergangenheit, denen der damit ausgelöste Aufschwung am Arbeitsmarkt zu verdanken sei.
Quelle: zeit.de

Arbeitslosenzahl steigt leicht

Der milde Winter hat im Dezember auf dem Arbeitsmarkt nach Einschätzung von Volkswirten nur für einen leichten Dämpfer gesorgt. Da in einigen wetterabhängigen Berufen wie dem Bau oder der Landwirtschaft keine Mitarbeiter eingestellt würden, dürfte die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat zwischen 60.000 und 90.000 zulegen, aber weiter deutlich unter drei Millionen bleiben, erklärten Arbeitsmarktexperten am Dienstag.

Unter Herausrechnung saisonbedingter Einflüsse gehen sie von einem weiteren Rückgang um bis zu 20.000 aus. Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 90.000 auf rund 2,8 Millionen. Saisonbereinigt rechnet er mit einem moderaten Rückgang.
Quelle: handelsblatt.com

China und Japan vereinbaren Währungspakt

China und Japan wollen im bilateralen Handel die Verwendung ihrer eigenen Landeswährungen fördern und diese künftig ohne den Umweg über den US-Dollar tauschen. Durch die finanzielle Kooperation mit Japan könnte Peking seinem Ziel näher kommen, den Yuan zu einer internationalen Reservewährung neben dem Dollar aufzubauen und dessen Dominanz in Ostasien deutlich einschränken.

Der chinesische Premier Wen Jiabao und sein japanischer Amtskollege Yoshihiko Noda verkündeten den überraschenden Schritt bei einem Treffen in Peking. Demnach planen sie ein gemeinsames Finanzabkommen mit dem Ziel, im bilateralen Handel die Verwendung ihrer eigenen Landeswährungen Yuan und Yen zu fördern. So können beide Länder ohne den Zwischenschritt Kosten sparen.

Bisher wird der Großteil des Handels zwischen der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt in Dollar abgewickelt. Laut „Wall Street Journal“ geht es dabei um eine Größenordnung von 60 Prozent. Die Volksrepublik ist der größte Handelspartner Japans. Der Währungspakt würde die Bedeutung des Yuans stärken.
Quelle: handelsblatt.com

Griechenland: Weihnachten auf Sparflamme

Die griechischen Einzelhändler blicken wegen der Schuldenkrise auf das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit Jahrzehnten zurück. Die Umsätze seien um 30 Prozent im Vergleich zu 2010 eingebrochen, teilte das Branchenverband ESEE in Athen mit.

„Neun von zehn Griechen haben weniger ausgegeben – nicht aus freien Stücken, sondern aus Not“, hieß es. Die Einzelhändler hatten mit einer Rabattschlacht versucht, das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln. Doch die hohe Inflation und die Dauerwirtschaftskrise nagen am Lebensstandard vieler Bürger. Der hoch verschuldete Staat hat zudem mehrfach Löhne und Renten gekürzt sowie Steuern erhöht.
Quelle: welt.de



Montag, 26.12.2011:

„Ob der Euro überlebt, hängt von Italien ab“

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Thomas Mayer, wird 2012 das Entscheidungsjahr für den Euro – und Italien spielt dabei die entscheidende Rolle. „Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob die europäische Währung überlebt. Und das wird von Italien abhängen“, sagte Mayer der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Zu Beginn des nächsten Jahres werde Italien in eine tiefe Rezession stürzen.

„Wenn es dem Land gelingt, da vor den Wahlen im Mai 2013 wieder herauszukommen – was ich erwarte -, dann kann Italien ein Vorbild für alle südeuropäischen Staaten werden. Ansonsten wird die Euro-Zone auseinanderbrechen“. Der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt betonte, man könne auch den Austritt eines Landes aus dem Währungsgebiet nicht mehr ausschließen. „Ein Austritt Griechenlands ist nicht mehr tabu.“

Es bestehe die Gefahr, dass nach den geplanten Neuwahlen im kommenden Jahr eine Regierung komme, die entweder nicht willens sei oder nicht fähig, den Anpassungsprozess weiterzuführen. „Dann würden vermutlich die Hilfsprogramme eingestellt. Und die Griechen müssten eigenes Geld drucken, um ihre Rechnungen zu bezahlen.“
Quelle: welt.de

IWF-Warnung vor gefährlicher Lage der Weltwirtschaft

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die Weltwirtschaft in Gefahr und ruft die europäischen Staaten zur Geschlossenheit in der Schuldenkrise auf. "Die globale Wirtschaft ist in einer gefährlichen Lage", sagte die Französin der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche".

Es ist nicht die erste Warnung - schon in der vergangenen Woche hatte sie gesagt, die Prognose des IWF für das weltweite Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr könne von derzeit vier Prozent gesenkt werden. Jetzt erläutert sie ihre Bedenken im Detail. Lagarde sagte der Zeitung, die Schuldenkrise sei eine Krise des Vertrauens in die Schuldenpolitik der Staaten und in die Solidität des Finanzsystems.

Sie kritisiert die Staats- und Regierungschefs der EU. Diese seien auf ihrem Euro-Krisengipfel am 9. Dezember bei Finanzfragen einerseits nicht genug ins Detail gegangen, andererseits seien die Grundprinzipien zu kompliziert.
Quelle: sueddeutsche.de

Merkel erwartet nur noch Miniwachstum

Einem Presse-Bericht zufolge wird die Bundesregierung wie zuvor bereits die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für 2012 senken. Das Bundesministerium für Wirtschaft wies den Bericht am Montag allerdings zurück. Die neue Wachstumsprognose werde derzeit noch erarbeitet, sagte eine Sprecherin. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) werde sie im Januar zusammen mit dem dann anstehenden Jahreswirtschaftsbericht vorstellen.

Aktuell sagt die schwarz-gelbe Koalition für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent vorher. Im Januar werde ein niedrigerer Wert präsentiert, berichtet der "Focus" in seiner neuen Ausgabe. In den vergangenen Wochen hatten die führenden Forschungsinstitute durch die Bank ihre Vorhersagen gesenkt - sie bewegen sich zumeist in einem Korridor von 0,5 bis 0,8 Prozent. Begründet wurde das geringere Wirtschaftswachstum - für 2011 werden 3,0 Prozent erwartet - mit der Schuldenkrise und der Abkühlung der weltweiten Konjunktur, die Deutschland als Exportnation besonders treffen würde.
Quelle: manager-magazin.de

Spanien steht vor Rückfall in Rezession

Spanien steht vor einem Rückfall in die Rezession. Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte am Montag, die spanische Volkswirtschaft - die viertgrößte der Eurozone - werde sowohl im viertel Quartal 2011 als auch in den ersten drei Monaten 2012 schrumpfen. De Guindos vermied das Wort „Rezession“ und sprach stattdessen von einem „negativen Wachstum“.

Für das vierte Quartal dieses Jahres werde ein Rückgang der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 0,2 oder 0,3 Prozent erwartet. Für den Anfang des kommenden Jahres gehe die Regierung erneut von einem Schrumpfen der Wirtschaftskraft aus. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Spanien von einer zweijährigen Rezession erholt.
Quelle: handelsblatt.com



Sonntag, 25.12.2011:

Deutschlands Mittelstand fürchtet die Krise

Die Sorge vor der Euro-Krise ist im Mittelstand angekommen. Die Mehrzahl der Unternehmer schätzt in der neuesten Mittelstandsumfrage der „Welt am Sonntag“ die Lage ihrer Firma schlechter ein als im Herbst, der Index fällt um einen Punkt auf einen Wert von 4,7. Die zwölf befragten Unternehmer erwarten für die ersten drei Monate des neuen Jahres nur noch geringe Verbesserungen der Lage ihrer Firmen. Der Prognoseindex fiel von 3,5 auf 2,5 – damit blicken die Mittelständler so pessimistisch in die Zukunft wie zuletzt im März 2009.

„Es könnte zu schwerwiegenden Verwerfungen kommen, wenn die Weltpolitik den Verbrauchern nicht das Gefühl vermitteln kann, dass sie die Schuldenkrise in den Griff bekommen kann“, erklärt Daniel Terberger, Chef des Textil-Verkaufsverbundes Katag. „Wenn die Verbraucher einen deutlichen Wohlstandssturz feststellen sollten, werden sie deutlich weniger konsumieren. Und das wäre dramatisch für die ganze deutsche Wirtschaft.“
Quelle: welt.de

KBC will Staatshilfen zurückzahlen

Der belgische Banken- und Versicherungskonzern KBC hält trotz der europäischen Schuldenkrise an der Rückzahlung von Staatshilfen fest. Das Finanzunternehmen bekräftigte am Freitag, es werde der Regierung Anfang Januar eine Tranche von 500 Millionen Euro zurück überweisen.

KBC war in der Finanzkrise mit sieben Milliarden Euro vom Staat gerettet worden. KBC wolle die Summe in bar zuzüglich einer 15-prozentigen Strafe zahlen. Damit belaufe sich der Gesamtbetrag auf 575 Millionen Euro. KBC zahlt jährlich Zinsen von 8,5 Prozent mit der Option, Aktien zurückzuerwerben. Die Ratingagentur Fitch hatte am Montag damit gedroht, das belgische Kreditinstitut herunterzustufen.
Quelle: handelsblatt.com



Samstag, 24.12.2011:

EZB fährt Anleihenkäufe stark zurück

Es war ein Rekordkredit: Fast 500 Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank (EZB) gerade für drei Jahre an europäische Banken verliehen, um eine Verschärfung der Schuldenkrise zu verhindern. An anderer Stelle fuhren die Währungshüter ihre Investitionen in der vergangenen Woche dagegen stark zurück. Sie habe europäische Staatsanleihen im Wert von nur 19 Millionen Euro erworben, teilte die EZB am Samstag mit. In der vorigen Woche waren es noch knapp 3,4 Milliarden Euro.

Seit Mai 2010 hat die Zentralbank von klammen Euro-Staaten wie Italien und Spanien Staatsanleihen im Gesamtwert von 211 Milliarden Euro gekauft. Damit soll der Anstieg der Zinsen auf diese Papiere gebremst werden. Die Käufe sind innerhalb der EZB umstritten, besonders Vertreter der Bundesbank lehnen sie ab. Das EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi sagte dagegen noch am Freitag, weitere Aufkäufe von Staatsanleihen seien nicht ausgeschlossen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's warnte, trotz des Megakredits der EZB drohten europäischen Banken weitere Herabstufungen. "Dieser Schritt wird für sich genommen nicht zu einer Verbesserung der Kreditbewertung führen", sagte der für die Finanzinstitute zuständige S&P-Manager Scott Bugie. "Die Aktion der EZB ändert nichts am grundlegenden Bild, aber damit wird Zeit gekauft", sagte Bugie. Die Bonitätswächter würden das bei seiner Rating-Überprüfung berücksichtigen.
Quelle: manager-magazin.de

Japan erreicht Rekordwert bei Neuverschuldung

Mit einem Rekordwert bei der Neuverschuldung reagiert Japan auf die Zerstörungen durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom März. Die Regierung in Tokio verabschiedete am Samstag den Entwurf für das Haushaltsjahr 2012/2013 mit einem Volumen von 90,33 Billionen Yen (rund 885 Milliarden Euro), der massive Ausgaben für den Wiederaufbau des Landes enthält.

Finanziert werden sollen die staatlichen Ausgaben zu 49 Prozent durch neue Schulden - ein Rekordwert. Finanzminister Jun Azumi sagte, Japan habe mit diesem neuen Haushalt seine „Grenzen“ erreicht. Er sei sich bewusst, dass dies in Zeiten der Schuldenkrise von den internationalen Partnern mit Sorge betrachtet werde. Japans Gesamtschuldenstand beträgt fast das Doppelte seines Bruttoinlandsproduktes (BIP).
Quelle: handelsblatt.com

S&P urteilt erst 2012 über Rating der Euro-Länder

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wird ihr mit Spannung erwartetes Bonitätsurteil für Deutschland und 14 weitere Euro-Länder nicht mehr in diesem Jahr fällen. Das Ergebnis werde erst im Januar mitgeteilt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus zwei voneinander unabhängigen Quellen. Die Konkurrenz von Moody's stufte derweil mit Slowenien ein weiteres Euro-Land herab. Österreich blieb dieses Schicksal vorerst erspart.

"Wir haben ein informelles Signal erhalten von Standard & Poor's, wonach sie damit erst im Januar herauskommen wollen", sagte ein hochrangiges Regierungsmitglied eines Euro-Landes zu Reuters. "In den bisher geführten Gesprächen haben sie das zwischen den Zeilen durchblicken lassen." Alle Ergebnisse dürften demnach auf einen Schlag veröffentlicht werden. Auch ein Regierungsvertreter eines zweiten Euro-Landes rechnet erst im Januar mit einer Bekanntgabe. S&P lehnte einen Kommentar ab.
Quelle: reuters.de

Letzte Woche rettet Weihnachtsgeschäft

Es waren die Käufer, die in den letzten Tagen vor Weihnachten noch die Geschäfte auf Geschenksuche stürmten, die Deutschlands Einzelhandel zu insgesamt guten Umsätzen verholfen haben. Dank der starken Tage vor Heiligabend ist der Handelsverband Deutschland (HDE) zuversichtlich, dass die Umsätze leicht über denen des Vorjahres liegen könnten. Eine endgültige Bilanz könne aber erst nächste Woche gezogen werden, sagte HDE-Geschäftsführer Kai Falk am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Menschen hätten die meisten Geschenke erst kurz vor Heiligabend gekauft.
Quelle: manager-magazin.de



Freitag, 23.12.2011:

Banken bunkern immer mehr Geld bei EZB

Die „Vorsichtskasse“ der Banken bei der Europäischen Zentralbank ist zum Wochenausklang stark gestiegen. Die eintägigen Einlagen kletterten am Freitag auf 347 Milliarden Euro und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni 2010, wie aus Zahlen der EZB vom Freitag hervorgeht. Am Donnerstag hatten sie noch 82 Milliarden Euro niedriger bei 265 Milliarden Euro gelegen.

Damit sind die „Übernacht-Einlagen“ nur noch knapp 40 Milliarden Euro von ihrem Höchststand entfernt, der im Sommer 2010 bei knapp 385 Milliarden Euro erreicht worden war. Die eintägigen Ausleihungen der Banken bei der EZB sanken zwar leicht von 7,5 Milliarden auf 6,3 Milliarden Euro.
Quelle: handelsblatt.com

Gold-Kurs profitiert vom schwachen Dollar

Ein fallender Dollar-Kurs hat Gold am Mittwoch verteuert. Das Edelmetall kostete mit 1631,20 Dollar je Feinunze ein Prozent mehr als am Vortag. Echtes Kaufinteresse sei aber so kurz vor dem Jahresende nicht zu beobachten, betonte Rohstoff-Experte Dick Poon vom Edelmetall-Verarbeiter Heraeus in Hongkong.

Der Dollar-Index fiel um 0,5 Prozent auf ein Acht-Tages-Tief von 79,46 Punkten. Trotz der anhaltenden Schuldenkrise rechnet Dominic Schnider, Chef-Rohstoffanalyst der UBS Wealth Management, nicht mit einer baldigen Rückkehr des Gold-Preises zu den Rekordständen oberhalb von 1900 Dollar. „Gold ist nicht die Anlage der Wahl, wenn man Liquidität sucht.
Quelle: handelsblatt.com

China stockt Staatsfonds auf für europäische Einkaufstour

China will seinen Staatsfonds CIC mit einer Kapitalspritze von bis zu 50 Milliarden Dollar aufrüsten. Der bereits mit 410 Milliarden Dollar (rund 314 Milliarden Euro) ausgestattete Fonds soll damit vor allem in Europa auf Einkaufstour gehen, sagten zwei mit der Angelegenheit Vertraute. Auch Zukäufe in den USA sind demnach geplant.

„Der Plan für die Kapitalaufstockung dürfte in Kürze bekanntgegeben werden“, sagte ein mit den Vorgängen Vertrauter, der anonym bleiben wollte. Der CIC lehnte auf Nachfrage eine Stellungnahme ab. China besitzt mit 3,2 Billionen Dollar die weltweit größten Devisenreserven, die bislang vor allem in den Kauf von Staatsanleihen der USA und vieler Euro-Länder gesteckt wurden.
Quelle: welt.de

Alternativ-Währungen: Wer will schon Euro, wenn er Chiemgauer haben kann

Das Vertrauen in den Euro ist dahin. In der Finanzkrise stellt sich die Frage: Geht das nicht auch anders? Ja, geht es. Mit anderem Geld. In Deutschland wächst das Interesse an Regionalwährungen. Wo es geht, zahlen Menschen inzwischen mit "Chiemgauer", "Carlo" und "Bürgerblüte". In der Schweiz funktioniert ein komplementäres Währungssystem schon seit 70 Jahren.
Quelle: sueddeutsche.de

Euro-Krise: Smaghi würde Geldschleusen weiter öffnen

Der gefährliche Geldzauber der EZB könnte weitergehen. Zu Beginn der Woche hat Europas Zentralbank die größte Rettungsaktion ihrer Geschichte gestartet; sie hat Banken für drei Jahre rund eine halbe Billion Euro geliehen, und das zu Minizinsen.

Doch EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi erwägt schon eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Würde zum Beispiel Deflation drohen, seien weitere Aufkäufe von Staatsanleihen nicht ausgeschlossen, sagte er in einem Interview mit der "Financial Times". Derzeit bestehe diese Gefahr zwar nicht, träte sie aber ein, sei die EZB "in der Pflicht zu handeln", sagte Bini Smaghi, der kommende Woche aus dem EZB-Rat ausscheidet.
Quelle: manager-magazin.de

Moody’s stuft Slowenien herab

Die Rating-Agentur Moody's hat den Daumen für das Euro-Land Slowenien gesenkt. Die Einschätzung der Bonität wurde von Aa3 auf A1 gedrückt, der Ausblick auf "negativ" belassen. Als Grund nennt die Agentur Risiken und Unsicherheiten für die öffentlichen Finanzen; auch sei möglicherweise weitere Unterstützung für die großen Banken des Landes nötig.

Zudem sieht die Rating-Agentur mittelfristig Risiken für die kleine und sehr offene Wirtschaft Sloweniens aufgrund des Schuldenabbaus und wegen steuerlicher Restriktionen im gesamten Euro-Raum. Der Schuldenabbau Sloweniens werde schwieriger. Ein weiterer Grund für die Abstufung seien die zunehmend schlechteren staatlichen Finanzierungsbedingungen durch die Krise im Euro-Raum.
Quelle: manager-magazin.de

„Die Euro-Zone ist auf ein schiefes Gleis geraten“


Chefvolkswirt Jürgen Stark verlässt die EZB zum Ende des Jahres. Mit "Welt Online" spricht er so offen wie nie zuvor über die wahren Gründe. Die Schränke sind leer geräumt, ein gelber Umzugswagen steht neben dem Schreibtisch. Nach fünf Jahren als Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte Jürgen Stark im September seinen Rücktritt zum Ende des Jahres erklärt, „aus persönlichen Gründen“, wie er angab. Ein Interview.
Quelle: welt.de

Deutschlands größte Lebensversicherer kappen die Zinsen

Die zehn größten deutschen Lebensversicherer bedienen klassische Verträge im Schnitt nur noch mit 3,8 Prozent. Damit fällt die viel beachtete Überschussbeteiligung der Top-Unternehmen nach Berechnungen des Handelsblatts 2012 deutlich unter die Marke von vier Prozent. In diesem Jahr hatte diese Gruppe noch knapp vier Prozent erreicht.

In der Branche fiel nach Angaben der Ratingagentur Assekurata etwa die Überschussbeteiligung einer Kapitallebensversicherung mit einem Garantiezins von 2,25 Prozent seit 2009 im Schnitt von 4,26 auf 4,07 Prozent. Nach den bisher bekanntgegebenen Zahlen gehen Experten für das nächste Jahr erstmals auch branchenweit von einem Durchschnittswert unter vier Prozent aus.
Quelle: handelsblatt.com

Immobilienfonds droht neues Ungemach

Die Immobilienbranche hat ein Deja vu. Es herrscht wieder Krisenstimmung. Unternehmen sind in der europäischen Schuldenkrise vorsichtiger mit der Anmietung neuer Büro- oder Ladenflächen. Käufer zahlen nicht mehr jeden Preis für Immobilienpakete und beschränken sich auf Bestlagen in wirtschaftlich soliden Ländern. Und die Banken werden mit Finanzierungen wieder knauseriger, verlangen mehr Eigenkapital.

Vieles erinnert an die Zeit nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. „Angesichts der rasanten Verschlechterung der Kreditmärkte in Europa, nicht nur in den Peripheriestaaten, dürften die gewerblichen Immobilienwerte 2012 unter Druck kommen“, warnen die Analysten der UBS in ihrem Prognosebericht.
Quelle: handelsblatt.com

Frankreichs BIP wächst doch schwächer

In Frankreich ist die Wirtschaft im dritten Quartal etwas schwächer als zunächst ermittelt gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Juli bis September um 0,3 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte die französische Statistikbehörde Insee am Freitag in Paris in einer zweiten Schätzung mit.

In der Erstschätzung war noch ein Anstieg von 0,4 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der ersten Schätzung gerechnet. Im zweiten Quartal war sie noch um 0,1 Prozent geschrumpft. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal um 1,5 Prozent. Hier war zunächst ein Wachstum von 1,6 Prozent festgestellt worden.
Quelle: handelsblatt.com

Ratingagentur Moody's lässt Österreich das AAA

Die Ratingagentur Moody´s belässt die Kreditwürdigkeit Österreichs bei der Bestnote AAA. Eine „äußerst starke Wirtschaftsleistung, qualifizierte Arbeitskräfte und eine wettbewerbsfähige Exportwirtschaft hätten dem Land in den vergangenen Jahren zu einem schnelleren Konjunkturwachstum als im europäischen Durchschnitt verholfen, teilte die Ratingagentur am Freitag auf ihrer Webseite zur Begründung mit.

Positiv sei auch die jüngste Ankündigung der österreichischen Regierung, einen ausgeglichenen Haushalt in der Verfassung festzuschreiben. Der Ausblick Österreichs bleibe stabil, hänge jedoch von der Länge und Schwere der Eurokrise ab, die auch auf Länder mit Topbonität übergreifen könne, warnte Moody´s.
Quelle: focus.de



Donnerstag, 22.12.2011:

Deutsche Reallöhne steigen deutlich langsamer

Die Inflation nagt an den Einkommen der Deutschen. Die Reallöhne stiegen im dritten Quartal so langsam wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, weil steigende Preise den größten Teil der Verdienstzuwächse zunichte machten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt für das kommende Jahr eine geringere Teuerung voraus, aber auch langsamer steigende Löhne. Die Reallöhne lagen nur noch um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Eine schlechtere Entwicklung gab es zuletzt Ende 2009, als die Kaufkraft sogar um 0,4 Prozent schrumpfte. Im Frühjahr hatte es noch ein kräftiges Plus von 1,9 Prozent, zu Jahresbeginn sogar von 2,0 Prozent gegeben. Die Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer kletterten in den Sommermonaten nur noch um rund drei Prozent - in der ersten Jahreshälfte waren es mehr als vier Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbraucherpreise mit 2,5 Prozent so stark wie seit drei Jahren nicht mehr.
Quelle: reuters.de

Griechen flüchten nach Deutschland

Die Schuldenkrise in Griechenland hat offenbar dazu geführt, dass viele Griechen oder in Griechenland lebende Menschen anderer Nationalität nach Deutschland umgezogen sind. Im ersten Halbjahr diesen Jahres verdoppelte sich die Zahl der Zuwanderer aus Griechenland nahezu, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Demnach wanderten von Januar bis Ende Juni 8890 zuletzt in Griechenland gemeldete Menschen nach Deutschland ein, das sind 4100 Menschen oder 84 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Nach Angaben der Statistiker ist auffällig, dass auch die Zuwanderung aus dem ebenfalls stark überschuldeten Spanien kräftig anstieg – sie erhöhte sich um 49 Prozent auf 7257 Zuwanderer.

Insgesamt sind im ersten Halbjahr 435.000 Menschen und damit 19 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres nach Deutschland gezogen. Von den Zuwanderern waren den Angaben zufolge 381.000 ausländischer Herkunft. Das waren 67.000 mehr als im ersten Halbjahr 2010.
Quelle: welt.de

Fitch fordert raschen Schuldenabbau in den USA

Die Ratingagentur Fitch drängt die USA zu einem zügigerem Schuldenabbau. Der hohe und weiter steigende Grad der Verschuldung stehe nicht im Einklang mit dem AAA-Rating, erklärte Fitch am Mittwochabend. Ohne eine Strategie der Regierung in Washington zur Reduzierung des Haushaltsdefizits und einer Stabilisierung der Last müsse bis Ende 2013 mit einer Herabstufung gerechnet werden.

Sollten schwere Schocks ausbleiben, sei aber keine Entscheidung über den Ausblick für das Rating bis 2013 zu erwarten. Bereits Ende November hatte Fitch damit gedroht, der weltgrößten Volkswirtschaft die Topnote „AAA“ 2013 abzuerkennen, nachdem Verhandlungen eines Kongressausschusses über Einsparungen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren gescheitert waren.
Quelle: handelsblatt.com

Generalstreik gegen Rentenreform: Belgien liegt lahm

Busse und Züge stehen, selbst die Weihnachtspost bleibt liegen. Mit ihrem Streik legen Belgiens Staatsbedienstete kurz vor dem Fest Teile des öffentlichen Lebens im Land lahm. Sie protestieren gegen eine Rentenform, mit der die neue Regierung von Premier Elio Di Rupo Geld sparen will. Angestellte bei der Bahn, in Schulen, Krankenhäusern und Behörden legten die Arbeit nieder.

Auch Busse, Straßen- und U-Bahnen blieben in den Depots. Von den Unterbrechungen im Bahnverkehr sind auch Fahrgäste aus Deutschland betroffen. Die Hochgeschwindigkeitszüge von Köln über Brüssel nach Paris und von Frankfurt über Köln nach Brüssel fahren nur bis Aachen. Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen. Auch Eurostar-Züge von Belgien nach England fahren nicht. Für die Eurostar-Strecke zwischen Brüssel und dem nordfranzösischen Lille werden teilweise Busse eingesetzt.

Der Protest richtet sich gegen Pläne der Regierung, Arbeitnehmer später als bislang in Rente gehen zu lassen. Zwar liegt das offizielle Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Im Durchschnitt können aber Arbeitnehmer schon mit 59 in den Ruhestand gehen. Das Vorhaben ist Teil des Haushaltsplanes für das kommende Jahr. Die Regierung will das Defizit unter die Maastricht-Grenze von drei Prozent senken und damit auch Investoren beruhigen.

Zuletzt wurde die Bonitätsnote Belgiens von den Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's gesenkt. Di Lupos Regierung war erst Ende November zustande gekommen, nachdem sich die Parteien zuvor eineinhalb Jahre lang nicht auf eine neue Koalition einigen konnten.
Quelle: sueddeutsche.de

S&P erklärt Ungarns Staatsanleihen für Ramsch

Nicht nur Länder mit dem Euro haben Probleme mit ihrer Kreditwürdigkeit. Die Ratingagentur Standard and Poor's bewertet die Kreditwürdigkeit Ungarns schlechter als zuvor. Die Bonitätswächter stuften das ostmitteleuropäische Land am Mittwochabend um eine Stufe auf BB+ herunter. Von diesem Rating an abwärts gelten Investments in Staatsanleihen eines Landes als spekulativ, also Ramsch. Den Ausblick setzte die Agentur auf negativ.

Ungarn hatte zuvor noch BBB- gehalten, die niedrigste Note, die S&P noch für investment grade hält, für welche die Agentur also eine eingeschränkte Investment-Empfehlung ausspricht. Die Abwertung macht es für Ungarn noch schwerer, sich zu günstigen Konditionen Geld auf den internationalen Finanzmärkten zu leihen.

Als Grund nannte S&P eine unsichere politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenen Land. Die "Berechenbarkeit und Glaubwürdigkeit" der ungarischen Politik lasse immer weiter nach, hieß es in einer Erklärung von S&P. Auch hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen sowohl global wie im Land selbst verschlechtert.
Quelle: sueddeutsche.de



Mittwoch, 21.12.2011:

Europas Banken stürzen sich auf billiges EZB-Geld

Vor einer gigantischen Refinanzierungswelle haben sich Europas Banken bei der EZB rechtzeitig mit der riesigen Summe von rund 489 Milliarden Euro eingedeckt. Insgesamt 523 Geldinstitute beteiligten sich an der erstmals aufgelegten Kreditlinie mit drei Jahren Laufzeit, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Dafür wird ein Zins in Höhe des jeweiligen Leitzinses fällig, der derzeit 1,0 Prozent beträgt.

Es ist der EZB-Stützungskredit mit der bislang längsten Laufzeit für das angeschlagene Bankwesen. Bislang mussten die Kredite spätestens nach 13 Monaten zurückgezahlt werden. Experten hatten im Schnitt mit einer Nachfrage in Höhe von 310 Milliarden Euro gerechnet. Auf die Banken rollt im kommenden Jahr eine Refinanzierungswelle zu, da 725 Milliarden Euro an Schulden auslaufen und zurückgezahlt oder verlängert werden müssen.
Quelle: welt.de

Britisches Spitzenrating in Gefahr

Die internationale Ratingagentur Moody’s hat die britische Regierung gewarnt, dass die Bonitätsbestnote „AAA“ des Königreichs zunehmend in Gefahr gerät. Die Bemühungen der Regierung um einen ausgeglichenen Haushalt könnten durch weitere Schocks für die Wirtschaft untergraben werden, erklärte Moody's am Dienstag. Die Insel stehe vor „enormen und weiter wachsenden Herausforderungen“, heißt es in dem jährlichen Bericht über Großbritannien, den Moody’s gestern Abend veröffentlicht hat.

Das deutlich höhere Budgetdefizit, die schwächeren Wachstumsaussichten, und die Risiken aus der eskalierenden Schuldenkrise der Eurozone ließen nur eine Schlussfolgerung zu: „Großbritanniens Fähigkeit, weitere makroökonomische oder fiskalische Schocks abzufedern, ohne dass das Rating in Gefahr gerät, hat gelitten“, warnen die Moody’s Analysten.
Quelle: handelsblatt.com

Solar Millennium beantragt Insolvenz

Der angeschlagene Solar-Projektentwickler Solar Millennium ist pleite. Das Unternehmen habe am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth gestellt, teilte Solar Millennium in Erlangen mit. Zwar seien Verhandlungen über den Verkauf der Projekte in den USA weit fortgeschritten, wann aber Geld fließen werde, könne noch nicht sicher bestätigt werden, hieß es zur Begründung.

Solar Millennium war in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen, unter anderem, weil Ex-Vorstandschef Utz Claassen Schadenersatz vom Unternehmen fordert. Zuletzt hatte Mitte September Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat niedergelegt.
Quelle: handelsblatt.com

„Viele haben Europa bereits abgeschrieben“

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat als Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise eine Renaissance des europäischen Gedankens gefordert. Die Staatsschuldenkrise habe die Schwächen der Europäischen Union schonungslos aufgedeckt, sagte Ackermann am Dienstag bei einem Wirtschaftsforum in Essen.

Nur ein starkes Europa sei in der Lage, langfristig im Konzert der großen Nationen weiter mitzuspielen. Derzeit gebe der alte Kontinent im Lichte der Schuldenkrise jedoch ein denkbar schlechtes Bild ab, sagte Ackermann. „Viele Menschen in Asien und den USA haben Europa schon abgeschrieben.“ Europa verliere derzeit an kulturellem und wirtschaftlichem Gewicht.
Quelle: handelsblatt.com

Schwedische Zentralbank senkt den Leitzins

Die nächste Zinssenkung in Nordeuropa: Wenige Tage nach der norwegischen Zentralbank hat nun auch Schwedens Riksbank mit einer Zinssenkung auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten reagiert. Die Notenbank kappte am Dienstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent. Der Schritt war von einigen Analysten erwartet worden.

Schwedens starke Exportwirtschaft dürfte im kommenden Jahr unter der erwarteten Abkühlung der Weltkonjunktur leiden. Vergangene Woche hatte die norwegische Notenbank mit einer Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt auf ebenfalls 1,75 Prozent die Finanzmärkte überrascht.
Quelle: handelsblatt.com

Ifo-Index überraschend gestiegen

Überraschender Stimmungswechsel zum Jahresende: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg nach November den zweiten Monat in Folge auf 107,2 Zähler von 106,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang des Index um 0,5 auf 106,1 Punkte erwartet und die Stimmungsaufhellung im November als Ausreißer bezeichnet.
Quelle: handelsblatt.com

Norwegen verdoppelt Krisenkredit für IWF

Norwegen gehört nicht zur Euro-Zone, das Land ist noch nicht einmal Mitglied der EU. Doch im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise greifen die Norweger nun tiefer als ursprünglich angekündigt in die Tasche. Die Kreditzusagen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) würden auf bis zu 55 Milliarden Kronen (7,1 Milliarden Euro) verdoppelt, kündigte die Regierung in Oslo an.

Regierungschef Jens Stoltenberg betonte allerdings, dass es sich bei der Summe nicht um Hilfen, sondern um einen Kredit handele. "Der IWF ist eine kreditwürdige Institution, so dass es sich um eine sichere Investition handelt." Die Zusage sei Teil der internationalen Bemühungen, die Finanzkraft des IWF für eine Lösung der Staatsschuldenkrise in Europa zu stärken. Dies sei auch im nationalen Interesse.

"Viele von Norwegens Handelspartnern sind in einer schwierigen Lage. Wir haben ein starkes Interesse an international wirtschaftlicher und finanzieller Stabilität."
Quelle: spiegel.de

Bund will sich weniger Geld von Anlegern holen

Der Bund will sich 2012 deutlich weniger Geld von Investoren leihen. 250 Milliarden Euro sollen durch den Verkauf von Bundeswertpapieren in die Staatskassen gespült werden, teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur am Mittwoch mit. 2011 hat sich der Bund 275 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt.

Die Regierung macht 2012 zwar mehr neue Schulden. Dafür muss sie nur 216 Milliarden Euro an alten Schulden tilgen, 270 Milliarden sind es in diesem Jahr. Experten warnen aber, dass der Kreditbedarf wegen der Euro-Krise noch spürbar steigen könnte. „Das Risiko, dass sich der Bund am Ende mehr leihen muss, ist groß“, sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. „Wir gehen davon aus, dass es fünf bis zehn Milliarden Euro mehr sein werden.
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 20.12.2011:

ESM kommt für Deutschland doppelt so teuer

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird im kommenden Jahr voraussichtlich einen doppelt so hohen Milliardenbetrag an den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) überweisen müssen wie ursprünglich geplant. Momentan rechne man damit, im Jahr 2012 eine Rate in Höhe von rund 8,6 Milliarden Euro zahlen zu müssen, sagte ein hochrangiges Regierungsmitglied „Welt Online“.

Eigentlich sollte die erste Tranche 4,3 Milliarden Euro betragen und erst 2013 fällig werden. Momentan wird in Brüssel über die Details verhandelt, wie der ESM auf Sommer 2012 vorgezogen werden soll. Das Finanzministerium verwies auf Anfrage erneut darauf, dass die Höhe der ersten Tranche weiterhin noch nicht feststehe. Die Beratungen dauerten an, Klarheit werde im Januar erwartet.
Quelle: welt.de

Anti-EU-Kurs: Britische Manager warnen vor drastischen Folgen

Virgin-Gründer Richard Branson und 19 weitere britische Manager warnen die Londoner Regierung vor drastischen Folgen, sollte Großbritannien den Anschluss in der Europäische Union (EU) verlieren. Premierminister David Cameron hatte sich vor zwei Wochen beim Gipfel in Brüssel geweigert, einen EU-Stabilitätspakt zu unterzeichnen. Mit Großbritanniens sinkendem Einfluss in der EU stünden drei Millionen Jobs auf dem Spiel, schrieben die Wirtschaftsführer.

Der gemeinsame Binnenmarkt sei „von großer Bedeutung“ für Großbritannien. „Er bringt über die Hälfte unseres Exporthandels ein.“ Zu den Unterzeichnern des Briefes gehört unter anderem auch WPP-Chef Martin Sorrell, Easyjet-Verwaltungsratchef Mike Rake und Eurostar-Chef Nicolas Petrovic.
Quelle: welt.de

Polen und Dänemark springen Euro-Zone bei

Die Euro-Länder erhalten im Kampf gegen die Schuldenkrise Hilfe von EU-Staaten, die nicht zur Währungsunion gehören. Unmittelbar vor Ablauf einer selbstgesetzten Frist sagten Dänemark und Polen am Montag Kredite von sieben beziehungsweise sechs Milliarden Euro zu, die an den Internationalen Währungsfonds (IWF) gehen sollen. Großbritannien zeigte sich zumindest gesprächsbereit.

Die 27 EU-Finanzminister wollten am Nachmittag in einer Telefonkonferenz darüber beraten, auf welchem Weg dem IWF schnellstmöglich bis zu 200 Milliarden Euro zur Stützung der 17 Euro-Staaten zufließen können. Ursprünglich sollten die Beratungen darüber binnen zehn Tagen nach Ende des jüngsten EU-Gipfels am 9. Dezember abgeschlossen sein. Ob dies gelang, war aber am Montag zunächst ungewiss, da es unterschiedliche Signale gab.

So teilte die britische Regierung unmittelbar vor Beginn der Telefonkonferenz mit, dass Finanzminister George Osborne statt der erwünschten gut 30 Milliarden nur etwa 13 Milliarden Euro zusagen könne, ohne zuvor das Parlament in London befragen zu müssen. Osborne werde das Geld aber nur freigeben, "wenn sich die G-20-Staaten insgesamt beteiligen", hieß es weiter.
Quelle: sueddeutsche.de

IMK prognostiziert geschrumpftes BIP für Deutschland

Als erstes Konjunkturforschungsinstitut rechnet das IMK mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung für das kommende Jahr. Die gewerkschaftsnahen Ökonomen weisen die Schuld den Sparprogrammen der Euro-Länder zu. Auch das Kieler IfW sieht ein höheres Risiko einer Rezession. Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht der IMK-Forscher 2012 der Euro-Krise Tribut zollen und um 0,1 Prozent schrumpfen.

"Hauptursachen für die drastische wirtschaftliche Abkühlung sind die nach wie vor ungelöste Vertrauenskrise im Euro-Raum sowie die ausgeprägten Sparprogramme in immer mehr Ländern der Währungsunion und der EU", teilten die gewerkschaftsnahen Forscher am Dienstag in ihrer neuen Konjunkturprognose mit.
Quelle: manager-magazin.de

AAA in Gefahr: Fitch beäugt EFSF

Die Ratingagentur Fitch hält die Topbonität AAA des Euro-Rettungsfonds EFSF für gefährdet. Die Bestnote für die Kreditwürdigkeit des Fonds hänge entscheidend von dessen Garantiegeberländern Frankreich und Deutschland mit ihrem AAA-Status ab, teilte das US-Unternehmen mit.

Durch die Herabstufung des Ausblicks für Frankreich auf "negativ" habe sich "das Risiko einer Herabstufung des EFSF erhöht". Bereits Anfang Dezember hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) dem Euro-Rettungsfonds mit dem Entzug seiner Topnote gedroht, nachdem die Agentur Deutschland und fünf weitere Euro-Staaten vor einem Entzug ihrer Bestnote gewarnt hatte.
Quelle: n-tv.de

Brüssel billigt WestLB-Zerschlagung

Das Ende der einst größten deutschen Landesbank WestLB mit aktuell noch etwa 4300 Arbeitsplätzen ist besiegelt. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag nach jahrelangem Tauziehen die Aufspaltung der nordrhein-westfälischen Landesbank, die in Teilen verkauft oder abgewickelt werden soll. Laut den Umbauplänen wird die WestLB zum 30. Juni 2012 zerschlagen.

Sie wird nach diesem Stichtag keine neuen Bankgeschäfte mehr tätigen. Das teilten Europas oberste Wettbewerbshüter am Dienstag in Brüssel mit. Im Gegenzug genehmigt Brüssel strittige staatliche Beihilfen in Höhe von 3,4 Milliarden Euro. Im Detail ist vorgesehen, das Sparkassengeschäft aus der WestLB herauszulösen.
Quelle: handelsblatt.com



Montag, 19.12.2011:

Fed verlangt Großbanken dickere Sicherheitspolster ab

"Antiamerikanisch" findet Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JP Morgan Chase , die Eigenkapitalvorschriften des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Doch ihre Umsetzung bleibt seinem Haus wohl nicht erspart: Nach Informationen des "Wall Street Journal" will die US-Notenbank zumindest die in Basel für international agierende Großbanken vereinbarten Regeln umsetzen. Einen Entwurf für eine entsprechende Verordnung könnte die Fed noch vor Weihnachten vorlegen, berichtete die Zeitung am Montag.

Die US-Finanzmarktreform sieht eine strengere Regulierung von Banken vor, deren Zusammenbruch das Weltfinanzsystem ins Wanken bringen könnte. Der Kongress in Washington zog damit Konsequenzen aus der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, die vor drei Jahren zahlreiche weitere Geldhäuser an den Rand des Abgrunds brachte. Aus denselben Erwägungen heraus vereinbarten die im Baseler Ausschuss zusammengeschlossenen Aufsichtsbehörden der großen Industrie- und Schwellenländer Sonderregeln für global vernetzte Banken, sogenannte G-Sifis (global systemically important financial institutions).

Zusätzlich zu den für alle grenzüberschreitend aktiven Instituten vorgesehenen Basel-III-Regeln müssen die G-Sifis besondere Sicherheitspuffer bilden. Die G20-Staaten einigten sich Anfang November auf eine Liste von 29 solcher systemrelevanter Institute, genannt Sifi (systemically important financial institutions). Auf dieser Liste stehen aus den USA JP Morgan, die Citigroup , Bank of America , Bank of New York Mellon , Goldman Sachs , Morgan Stanley , State Street und Wells Fargo.

Laut "Wall Street Journal" müssen sich diese Institute darauf gefasst machen, gemäß den Basel-Vorschriften für Großbanken eine Kernkapitalquote von 8,0 bis 9,5 Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme zu erfüllen.
Quelle: ftd.de

Spanien bekommt rigiden Sparkurs

Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst, niedrigere Steuern für Unternehmen und höhere Renten: Der neue spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy will sein Land mit einem rigiden Sparkurs und Reformen aus der Wirtschafts- und Schuldenkrise führen. "Wir stehen vor enormen Schwierigkeiten und müssen sehr große Anstrengungen unternehmen", sagte Rajoy im spanischen Parlament.

Den Kampf gegen Arbeitslosigkeit bezeichnete er als wichtigste Aufgabe seiner Regierung. Rajoy kündigte für das kommende Jahr Einsparungen von 16,5 Milliarden Euro an. Damit solle sichergestellt werden, dass Spanien seiner Verpflichtung bei der EU zur Senkung des Budgetdefizits auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nachkomme.
Quelle: zeit.de

EZB spricht von systemischer Krise

Die Finanzstabilität im Euroraum ist nach Einschätzung der EZB so stark gefährdet wie nie seit der Lehman- Pleite im Herbst 2008. Letztlich hätten sich die Spannungen auf dem Markt für Staatsanleihen gepaart mit schon vorhandenen Problemen vieler Geschäftsbanken derart verstärkt, "dass sie Dimensionen einer systemischen Krise annahmen, wie sie seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor drei Jahren nicht zu beobachten war", schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem am Montag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht.
Quelle: manager-magazin.de

ESM könnte zum Start für Deutschland teurer werden

Deutschland könnte zum Start des dauerhaften Rettungsschirmes ESM Mitte 2012 mehr Geld einzahlen als bisher geplant. Das Bundesfinanzministerium bekräftigte am Montag in Berlin Überlegungen, dass die erste Rate für den ESM auch höher ausfallen könnte als die bisher veranschlagten 4,3 Milliarden Euro, sollte der ESM-Fonds rascher aufgefüllt werden. Der Umfang sei noch offen.

"Wenn man zunächst etwas mehr als die ursprünglich verabredete Summe zahlt, wird das sicherlich nicht gegen die Interessen des Finanzministeriums sein", sagte Sprecher Martin Kotthaus. Er wies aber Berichte zurück, wonach Minister Wolfgang Schäuble (CDU) erwäge, schon 2012 die komplette ESM-Bareinlage Deutschlands von rund 21,7 Milliarden Euro auf einen Schlag einzuzahlen. "Das ist - höflich ausgedrückt - nicht sehr wahrscheinlich", sagte Kotthaus.

Bisher ist geplant, dass Deutschland die Bareinlage in fünf gleichen Jahres-Tranchen von jeweils rund 4,3 Milliarden in den ESM einzahlt. Der Rettungsfonds soll jedoch ein Jahr früher starten und möglichst rasch schlagkräftig sein. Daher wird das Geld früher fällig. Für die vorgezogene Bareinlage muss Schäuble bis Juni einen Nachtragshaushalt für 2012 vorlegen.
Quelle: manager-magazin.de

EZB weitet Staatsanleihenkäufe aus

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Staatsanleihekäufe in der vorigen Woche wieder verstärkt. Sie habe Papiere im Wert von 3,361 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. In der Woche davor waren es lediglich 635 Millionen Euro gewesen. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds von klammen Eurostaaten wie Italien und Spanien im Gesamtwert von 211 Milliarden Euro aufgekauft.

Die EZB verteidigt ihre begrenzten Käufe mit der Stützung der Märkte, drückt aber mit der Intervention die Zinskosten von Euro-Problemländern wie Italien und Spanien. Das Vorgehen ist deshalb auch innerhalb der Zentralbank umstritten. Vor allem aus Deutschland wurden kritische Töne am Vorgehen der EZB laut.
Quelle: handelsblatt.com

Investoren flüchten in Schwellenländer

Die Zeiten, in denen europäische Staatsanleihen eine sichere Rendite versprachen, sind mit der Schuldenkrise passé. Große Investoren wie Pensionsfonds, Versicherer oder Banken folgen deshalb inzwischen einer neuen Strategie: Die internationale Streuung des Anleihevermögens sei derzeit „eines der großen Themen“ für große institutionelle Anleger, sagt Herwig Kinzler, Leiter der Investmentberatung beim Consultant Mercer in Deutschland. Investoren suchten verstärkt weltweit nach Alternativen zu Europa, führt Kinzler aus. Das können Schwellenländer-Staatsanleihen guter Bonität oder Bonds solider Unternehmen sein, ebenfalls in den Emerging Markets. Den Anteil von Anleihen aus aufstrebenden Schwellenländern in den Portfolios schätzt der Mercer-Experte inzwischen bereits auf bis zu ein Zehntel.

Auch Nigel Cresswell, der beim Unternehmensberater Towers Watson in Deutschland die Investmentberatung leitet, stellt fest, dass große Pensionseinrichtungen ihre teils milliardenschweren Vermögen immer stärker international anlegen. So hat sich der Anteil von Schwellenländerbonds am Anleiheportfolio seit dem vergangenen Jahr auf immerhin neun Prozent verneunfacht, hat Cresswell ermittelt. Das Kapital wurde umgeschichtet aus europäischen Staatsanleihen in Länder- oder Firmenbonds aus Schwellenländern.
Quelle: handelsblatt.com

Schweizer Nationalbank glaubt an den Euro

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist fest vom Weiterbestand des Euro überzeugt. „Wir gehen auf jeden Fall davon aus, dass der Euro bleibt und auch die Eurozone Bestand haben wird“, sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand am Montag in der Sendung „ECO“ des Schweizer Fernsehens.

Die Eurozone müsse aber wieder zu einer Stabilitätsunion zurückkehren. Das sei auch im Interesse der Schweiz. „Wenn es Europa gut geht, dann ist es auch gut für die Schweiz“, sagte Hildebrand. Die Rückkehr zu stabilen Verhältnissen werde aber ein langer und harter Weg sein. „Die letzten zehn Jahre waren Jahre mit vielen Sünden.“
Quelle: handelsblatt.com

EZB-Chef will mehr Transparenz der Rating-Agenturen

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat Bemühungen der EU-Kommission, die Macht der Ratingagenturen zu beschränken und mehr Transparenz zu schaffen, begrüßt. Da die Ratingagenturen direkte Auswirkung auf die Märkte hätten, brauche man einen „gesunden und stabilen Rahmen“, um die Schwankungen der Märkte zu reduzieren, die Qualität der Erkenntnisse zu verbessern und Marktvertrauen wieder herzustellen, sagte Draghi am Montag bei seinem ersten Auftritt vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel.
Quelle: focus.de


Sonntag, 18.12.2011:

DGB-Chef Sommer fordert massive Steuererhöhungen

Um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, fordert DGB-Chef Michael Sommer, massive Steuererhöhungen für Spitzenverdiener. "Ich denke an die Einführung einer Vermögenssteuer, die Reichensteuer, die Erhöhung der Erbschaftssteuer und die Besteuerung von Finanztransaktionen", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) der Bild am Sonntag.

Die aktuelle Krise sei in erster Linie eine Staatseinnahmekrise. "Es ist doch kein Wunder, wenn bei uns nach den Steuersenkungen der vergangenen 10 bis 15 Jahre dem Staat das Geld fehlt", sagte Sommer. "Wenn wir heute noch die Steuergesetze des Jahres 2000 hätten, hätte der Staat in diesem Jahr 50 Milliarden Euro Mehreinnahmen. (...) Dann kämen wir heute ohne Neuverschuldung aus."
Quelle: sueddeutsche.de



Samstag, 17.12.2011:

EZB-Chefvolkswirt warnt vor Überforderung der EZB

Im Kampf gegen die Schuldenkrise hat EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark vor zu großen Hoffnungen in die Staatsanleihen-Käufe der Europäischen Zentralbank gewarnt. „Überfordern sie die Zentralbank nicht“, sagte Stark der „Wirtschaftswoche“. Vielmehr sei es wichtig, die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels rasch umzusetzen. Die Einigung auf eine Verringerung der Defizite und eine Verankerung der Schuldenstände in den nationalen Verfassungen sei ein „wirklicher Durchbruch“.

Der weitere Kauf von Staatsanleihen durch die EZB sei dagegen keine Lösung. „Dieses Instrument ist von Zeit und Volumen her begrenzt, wir können nicht unbegrenzt unsere Bilanz ausweiten.“ Zudem sei es eine fundamentale Ausrichtung der Euro-Zone, die monetäre Finanzierung von Staatsschulden durch die EZB nicht zuzulassen.
Quelle: welt.de

Moody’s senkt Belgiens Kreditwürdigkeit

Die Ratingagentur Moody's hat wegen der Euro-Schuldenkrise die Kreditwürdigkeit Belgiens herabgestuft. Moody's begründete den Schritt am Freitagabend mit der Tatsache, dass es Euro-Ländern mit einem relativ hohen Schuldenstand wie Belgien zunehmend schwerer falle, sich an den Märkten Geld zu beschaffen. Die Agentur senkte die Note für Belgien um zwei Stufen auf Aa3.

Zudem setzte Moody's den Ausblick auf negativ. Damit könnte eine weitere Herabstufung folgen. Die Gefahren für die mittelfristigen Wachstumsaussichten der recht kleinen Volkswirtschaft haben sich Moody's zufolge erhöht. Nicht zuletzt die Lage bei der Großbank Dexia, die sich derzeit nur mit Hilfe staatlicher Garantien in Milliardenhöhe am Markt halten kann, berge erhebliche Risiken für den belgischen Haushalt.
Quelle: sueddeutsche.de

Fitch droht mehreren Euor-Staaten mit Abstufung

Die Ratingagentur Fitch hat wegen der Schuldenkrise in der Eurozone eine Reihe von Mitgliedsstaaten ins Visier genommen. Belgien, Spanien, Slowenien, Italien, Irland und Zypern wird kurzfristig mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Die entsprechenden Ratings seien mit einem negativen Kreditausblick versehen worden, teilte Fitch am Freitagabend in London mit. Die betroffenen Länder haben derzeit keine Topbonität, liegen mit ihren Noten aber über Ramsch-Niveau.
Quelle:manager-magazin.de

FDP-Rebell Schäffler weiter gegen Euro

Der Wortführer der Euro-Skeptiker in der FDP, Frank Schäffler, hält sich trotz des positiven Votums der Parteibasis zur Euro-Rettung seine Zustimmung zum dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM im Januar im Bundestag offen. „Ich warte den Gesetzentwurf ab, inwiefern die FDP sich dort wiederfindet. Insbesondere die Frage der Gläubigerbeteiligung war für die FDP wichtig“, sagte der Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online.

Den Ausgang des Mitgliederentscheids wertet Schäffler, der die Abstimmung federführend initiiert hatte, nicht als Rückschlag für ihn und seine Mitstreiter. „Trotz der Niederlage unseres Antrages ist es ein Gewinn unserer innerparteilichen Demokratie“, sagte er. „Der Weg ist das Ziel.“ Das müsse die FDP nutzen und dabei auch die 44 Prozent der Mitglieder mitnehmen, die für seinen Antrag gestimmt hätten.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag. 16.12.2011:

IWF-Chefin warnt vor Rückfall in die 30er Jahre

Für Ökonomen ist es der ultimative Horrorvergleich, der die schlimmsten Bilder heraufbeschwört: Massenarbeitslosigkeit, Verarmung und schließlich Krieg. Man kann also nur hoffen, dass Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), ihre Worte mit Bedacht gewählt hat, als sie die derzeitige Krise mit der Großen Depression der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verglich.

Sollten die Staaten der Erde nicht zusammenarbeiten, würde die internationale Politik in Rückzug, Protektionismus und Isolation verfallen, sagte Lagarde bei ihrer Rede im US-Außenministerium in Washington, zu der Ministerin Hillary Clinton geladen hatte.

"Das ist genau das, was in den Dreißigern passiert ist und was darauf folgte ist nichts, worauf wir uns freuen" - eine Anspielung auf den Zweiten Weltkrieg. Die Aussichten für die Weltkonjunktur bezeichnete sie als "ziemlich düster". Es bestehe fast überall die Gefahr, dass sich das Wachstum verlangsame und die öffentlichen Haushalte ins Schwanken gerieten.
Quelle: sueddeutsche.de

Frankreich rutscht in Rezession

Frankreich rutscht wenige Monate vor der Präsidentenwahl in eine Rezession. Die französische Statistikbehörde Insee teilte am Donnerstagabend mit, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfen werde. In den ersten drei Monaten des kommenden Jahres werde das BIP um 0,1 Prozent zurückgehen. Im dritten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch um 0,4 Prozent. Analysten hatten für das vierte Quartal zuletzt ein Plus von 0,1 Prozent und für das erste Quartal 2012 ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet.

Die Wirtschaftsentwicklung wird sich nach der Prognose von Insee auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Nachdem in der zweiten Hälfte diesen Jahres 14.000 Arbeitsplätze gestrichen worden seien, würden in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres weitere 61.000 Jobs verloren gehen, teilten die Statistiker mit. IIn Frankreich findet am 22. April die Präsidentenwahl statt. Eine zweite Runde ist für den 6. Mai angesetzt. Die Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa ist schon jetzt das wichtigste Wahlkampfthema.
Quelle: handelsblatt.com

Commerzbank stemmt sich gegen Staatshilfe

Die Commerzbank sieht sich auf Kurs, ihr Kapitalloch von 5 Mrd. Euro ohne Staatshilfe zu stopfen. Dazu sollen Randgeschäfte verkauft, Gewinne einbehalten und Risikopositionen etwa bei der Krisentochter Eurohypo abgebaut werden, sagte Vorstandschef Martin Blessing am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Mit dieser Kombination von Maßnahmen wollen wir - auch wenn es ehrgeizig erscheint - unser Ziel erreichen und die Kapitallücke in dem vorgegebenen Zeitrahmen schließen." Experten bezweifeln, dass Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus diese Herkulesaufgabe ohne ein drittes Hilfspaket vom Staat bewältigen kann.
Quelle: ftd.de

Fitch stuft Deutsche Bank und Bank of America ab

Die US-Ratingagentur Fitch hat die langfristige Kreditwürdigkeit von sechs internationalen Geldhäusern heruntergestuft, darunter Deutsche Bank und Bank of America. Zudem stufte Fitch Goldman Sachs, Barclays, Credit Suisse und BNP Paribas schlechter ein als zuvor. Die Herabstufung sei Teil einer grundsätzlichen Neubewertung der Bankenbranche weltweit, erklärte Fitch in New York. Der Schritt reflektiere die zunehmenden Unsicherheiten im Bankensektor. Neben der Entwicklung der Weltwirtschaft stelle auch eine Vielzahl regulatorischer Änderungen die Banken vor große Herausforderungen.

Unter anderem wollen europäische Politiker die Banken verpflichten, mehr Eigenkapital zu halten, um sich so gegen kommende Krisen zu wappnen. Konkret verschlechterte die Agentur ihre Bewertung für die Deutsche Bank von zuvor AA- auf A+. Das ist die fünftbeste Ratingstufe im Notensystem von Fitch und liegt sechs Stufen über dem "spekulativen" Status, ab dem Papiere eines Unternehmens als Ramsch gelten.

Die Deutsche Bank werde mit Sicherheit als eine der führenden Banken aus dem Umwälzungsprozess der Branche hervorgehen, stellte Fitch zwar fest. Gleichwohl sei das Institut nicht ganz so gut kapitalisiert wie andere Wettbewerber.
Quelle: sueddeutsche.de

Yuan auf Rekordhoch: China schreitet ein

Die chinesische Notenbank (PBOC) hat zur Stützung der nationalen Währung Yuan offenbar am Geldmarkt interveniert. Händlern zufolge pumpte die PBOC über die großen staatlichen Banken riesige Mengen an Dollar in den Kreislauf, was den Yuan am Freitag auf ein Rekordhoch von 6,3294 pro Dollar steigen ließ.

"Dies ist ein klarer Eingriff durch die Regierung, um den Yuan zu stützen", sagte ein Händler einer europäischen Bank in Schanghai. Eine schwächere Exportnachfrage und die Sorge darüber, wie China den Rückgang am Wohnungsmarkt überstehen wird, haben Schatten auf den wirtschaftlichen Ausblick für 2012 geworfen. Das belastet auch den Yuan.
Quelle: manager-magazin.de

Italien: Monti erhält Rückendeckung für Sparkurs

Der drastische Sparkurs des italienischen Regierungschefs Mario Monti hat eine erste wichtige Hürde genommen. Bei einer Vertrauensabstimmung stellten sich am Freitag in Rom 495 Abgeordnete hinter Monti und das Anti-Krisen-Programm der Regierung, 88 votierten dagegen. Vier Abgeordnete enthielten sich der Stimme.

Damit hat der parteilose Regierungschef für sein erstes Sparprogramm von geschätzten 24 Milliarden Euro die Rückendeckung der großen Kammer. Monti hatte die Vertrauensfrage gestellt, um das Reformpaket rasch und erfolgreich durch das Parlament zu bringen. Die Endabstimmung über das von Renteneinschnitten und Steuererhöhungen geprägte Programm „zur Rettung Italiens“ stand für den Abend an.
Quelle: handelsblatt.com

Mitgliederentscheid der FDP: Mehrheit für Rettungsschirm

Die Gegner der Euro-Rettungspläne in der FDP sind mit ihrem Mitgliederentscheid gescheitert. Eine Mehrheit der Teilnehmer habe sich für die Regierungspläne ausgesprochen, sagte Parteichef Philipp Rösler (FDP) in Berlin. Für den entsprechenden Antrag seien 54,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen gewesen. Für den Antrag der Euro-Rettungsgegner 44,2 Prozent.

„Damit wird die bisherige Linie ... einmal mehr bestätigt“, betonte Rösler. „Die FDP ist und bleibt als Partei klar ausgerichtet – pro-europäisch mit der notwendigen ordnungspolitischen Vernunft.“ Außenminister Guido Westerwelle begrüßt das Ergebnis.

„Die FDP bleibt auf einem Kurs der europäischen Integration. Das ist eine gute Nachricht für Deutschland, für Europa und für die Liberalen“, erklärte der frühere FDP-Vorsitzende in Berlin. Er fügte hinzu: „Ich gratuliere insbesondere dem Parteivorsitzenden Philipp Rösler zu diesem Abstimmungserfolg.“
Quelle: welt.de

S&P stuft spanische Banken herunter

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat einige spanische Banken herabgestuft. Hintergrund seien geänderte Bewertungskriterien, teilte die Agentur am Donnerstagabend mit. Betroffen von den Änderungen sind zehn Institute. Für Bankinter beispielsweise lautet das neue langfristige Schuldenrating nun „BBB+“. Zuvor war das Institut noch mit „A-“ bewertet worden. Für die Banco Popular Espanol verringerte sich das Rating ebenfalls von „A-“ auf „BBB+“. CaixaBank wurde von „A+“ auf „A“ herabgestuft. Weitere Abstufungen können laut S&P noch folgen.
Quelle: handelsblatt.com

US-Senat wendet Finanzkollaps ab

Demokraten und Republikaner im US-Senat haben in der Nacht zum Freitag mit einem Kompromiss im Haushaltsstreit einen unmittelbaren staatlichen Finanzkollaps abgewendet. Vorgesehen sei zunächst eine zweimonatige Verlängerung einer provisorischen Finanzierung, sagte der demokratische Mehrheitsführer Harry Reid einen Tag vor Ablauf der entscheidenden Frist.

Am Freitag solle im republikanisch dominierten Repräsentantenhaus und im Senat, wo die Demokraten von US-Präsident Barack Obama die Mehrheit haben, ein Gesetz mit einem Volumen von einer Billion Dollar (knapp 770 Milliarden Euro) beschlossen werden, das die Arbeit der Regierung im Jahr 2012 absichern solle, erklärte der mit den Verhandlungen befasste Republikaner Hal Rogers.

„Der republikanische Sprecher und ich haben genug Hin und Her gehabt, wir haben unsere Standpunkte abgesteckt, und diese sind dem amerikanischen Volk recht klar“, sagte Reid. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Vorlage scheitert. Ein deutliches Zeichen für Bewegung in dem seit Monaten andauernden Haushaltsstreit kam am Mittwochabend, als die Demokraten von ihrer Forderung einer Millionärsabgabe abrückten.
Quelle: handelsblatt.com



Donnerstag, 15.12.2011:

Fitch stuft fünf europäische Banken herab

Die Ratingagenturen knöpfen sich die nächsten Banken in Europa vor. Am späten Mittwoch stufte Fitch die Kreditwürdigkeit von insgesamt fünf Instituten ab: Credit Agricole und Banque Fédérative du Crédit Mutuel aus Frankreich, Danske Bank aus Dänemark, OP Pohjola aus Finnland sowie die Rabobank Group aus den Niederlanden.

Alle Banken sackten um je ine Stufe auf der Ratingskala ab. Damit dürfte es für sie nun teurer und schwieriger werden, an frisches Geld zu gelangen. Denn je schlechter ein Rating ist, desto höhere Risikoaufschläge verlangen Investoren in der Regel.
Quelle: handelsblatt.com

EZB-Präsident warnt vor Kreditklemme

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, warnt vor einer Kreditklemme. Die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften für Banken könnten die Geldhäuser dazu verleiten, weniger Darlehen an Unternehmen zu vergeben, sagte Draghi am Donnerstag in Berlin. "Kapitalerhöhungen sind in einem schwierigen Marktumfeld teuer und stoßen bei den Aktionären auf Widerstand. Vermögenswerte zu verkaufen, ist weniger wünschenswert, und eine Verringerung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft ist noch schlimmer."

Indirekt rief er die Aufsichtsbehörden auf, Letzteres zu verhindern: "Die Behörden sollten die Folgen für die Realwirtschaft abfedern." Der EZB-Chef reagierte mit seiner Warnung auf die Pläne mehrerer Banken, die ab Mitte nächsten Jahres verbindliche Kernkapitalquote von neun Prozent durch eine Schrumpfkur zu erreichen. Die Neun-Prozent-Quote wird berechnet, indem das harte Kernkapital der Banken durch die Summe der risikogewichteten Vermögenswerte geteilt wird. Um die Quote zu verbessern, gibt es daher zwei Möglichkeiten: Die Vergrößerung des Zählers durch eine Kapitalaufstockung oder die Verkleinerung des Nenners durch Bilanzabbau.

Draghi hatte vor diesem Hintergrund schon vor einer Woche gemahnt, die nationalen Aufsichtsbehörden müssten "sicherstellen, dass die Umsetzung der Rekapitalisierungspläne der Banken nicht zu Entwicklungen führt, welche die Finanzierung der Wirtschaftstätigkeit im Euroraum beeinträchtigen". Diese Warnung findet sich auch im am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der EZB wieder.
Quelle: ftd.de

Bundesbank: Harte Kriterien für IWF-Kredit

Der von der EU geforderte stärkere Einsatz des Internationalen Währungsfonds (IWF) gegen die Euro-Schuldenkrise steht wieder auf der Kippe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesbankpräsident Jens Weidmann sind sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung prinzipiell darüber einig, dass Deutschland dem IWF nur dann zusätzliche Milliardenkredite zur Verfügung stellen kann, wenn auch Nicht-Euro-Staaten dem Fonds mehr Geld leihen.

Machen dagegen nur Länder der Währungsunion mit, sehen Merkel und Weidmann die Gefahr, dass dies als indirekte Form der Staatsfinanzierung durch die Notenbanken gewertet werden könnte. Eine solche Staatsfinanzierung ist der Bundesbank wie auch der Europäischen Zentralbank (EZB) verboten. Derzeit spricht allerdings kaum etwas dafür, dass sich neben den Euro-Staaten auch andere führende Industrie- und Schwellenländer in bedeutendem Umfang an der Aufstockung der IWF-Mittel beteiligen wollen. Im Gegenteil: Großbritannien und die USA etwa haben sehr zurückhaltend reagiert.
Quelle: sueddeutsche.de

IWF-Milliarden für Euro-Krise: Russland signalisiert Zustimmung

Während sich US-Notenbankchef Ben Bernanke noch ziert, dem IWF zur Rettung Europas mehr Geld zur Verfügung zu stellen, springt Russland bereits in die Bresche. Rund zehn Milliarden Dollar will das Land an die internationale Gemeinschaft überweisen.

"Wir sind bereit, unseren Anteil über den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erfüllen", sagte ein Berater von Russlands Präsident Dmitri Medwedew vor Beginn des EU-Russland-Gipfels. "Zehn Milliarden Dollar sind der Mindestbeitrag." Bereits im Oktober hatte sich der oberste Wirtschaftsberater der Regierung in Moskau grundsätzlich offen für Hilfen über den IWF gezeigt.
Quelle: manager-magazin.de

Euro-Krise sprengt Schäubles Haushaltsplan

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss sich nach Angaben aus Regierungskreisen darauf einstellen, dass er im Haushalt 2012 nicht nur 4,3 Milliarden Euro, sondern einen wesentlich höheren Betrag für den dauerhaften Euro-Rettungsschirm zur Verfügung stellen muss als bisher geplant. Koalitionspolitiker hatten bereits einen Nachtragshaushalt angekündigt, weil der ESM von 2013 auf 2012 vorgezogen werden soll.

Dadurch müsste zumindest die erste deutsche Tranche für den Aufbau des ESM-Kapitalstocks von 4,3 Milliarden Euro auf das kommende Jahr vorgezogen werden. „Es ist aber gut denkbar, dass es ein sehr viel höherer Betrag wird, weil man den ESM schnell einsatzfähig haben möchte“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen.
Quelle: handelsblatt.com

Monti knüpft Sparplan an Vertrauensabstimmung

Die Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti hat für den (morgigen) Freitag eine Vertrauensfrage zu ihrem Sparvorhaben angesetzt. Mit diesem Schritt will sie dafür sorgen, dass ein umstrittenes Paket mit Sparmaßnahmen im Umfang von 30 Milliarden Euro verabschiedet wird. Die am Donnerstag angekündigte Vertrauensfrage fällt mit weiteren Streiks zusammen, mit denen die Gewerkschaften am Freitag besseren Schutz für Arbeitnehmer fordern wollen.

Die Vertrauensfrage wurde im italienischen Unterhaus angekündigt, nachdem der Präsident der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, die Sitzung ausgesetzt hatte und zwei Parlamentarier von der rechtsgerichteten Partei Lega Nord des Raumes verwiesen hatte. Die beiden Abgeordneten hatten mit Bannern gegen die Wiedereinführung einer Steuer auf den Hauptwohnsitz protestiert.
Quelle:handelsblatt.com

Cameron sucht Verbündete gegen Merkel

Auch wenn David Cameron sein harter Kurs in Brüssel im eigenen Land viel Zustimmung bringt - in der Europäischen Union reißt die harsche Kritik am Verhalten des britischen Premiers nicht ab. Nun versucht er, Großbritannien wieder aus der Isolation zu führen: Cameron will offenbar den Block der 26 EU-Länder aufweichen, die den neuen EU-Vertrag zur Stabilisierung des Euro unterzeichnen wollen. "Es ist nicht eine Frage von 26 zu 1", sagte Cameron laut Berichten britischer Medien am Mittwochabend in einer Fraktionssitzung seiner Konservativen Partei. Es gebe einige Staaten, die "überhaupt nicht sicher seien, was sie zu unterzeichnen gebeten wurden."

Der britische Premier hatte am vergangenen Freitag in Brüssel ein Veto gegen eine EU-Vertragsänderung eingelegt. Zuvor wollte er ein Vetorecht seines Landes für alle Finanzmarkt-Regulierungen heraushandeln - dies wurde ihm aber von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy verwehrt. Nun steuert Cameron hektisch gegen, er will offenbar eine Koalition der Unwilligen schmieden. Der Premier habe in den vergangenen zwei Tagen mit mehreren EU-Staatschefs gesprochen, sagte ein Sprecher. Darunter waren der tschechische Ministerpräsident Petr Nečas, der schwedische Kollege Fredrik Reinfeldt und den irischen Premierminister Enda Kenny. Es gelte jetzt "Allianzen aufzubauen", sagte Cameron der Zeitung "Independent" zufolge.

Das Blatt wertet Camerons Verhalten als Versuch, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, ohne von seinem Nein abrücken zu müssen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erwartet dagegen mittelfristig einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Er fürchte, der entscheidende Schritt für ein Ausscheiden aus der EU sei getan, sagte er der "Rheinischen Post". "Wenn die regelmäßige Veranstaltungsform der EU ein Europa der 26 ohne Großbritannien wird, dann ist ein Entfremdungsprozess unvermeidbar und am Ende unumkehrbar", warnte Steinmeier.
Quelle: spiegel.de

Weiterer Euro-Gipfel soll Stabilitätspakt festmachen

Die EU-Staats- und Regierungschefs werden Ende Januar oder Anfang Februar zu einem neuen Krisengipfel zur Euro-Rettung zusammenkommen. Dabei wird es unter anderem um den neuen Pakt für mehr Haushaltsdisziplin gehen, der von bis zu 26 Mitgliedstaaten abgeschlossen werden soll. Das sagte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy am Donnerstag in Brüssel. Es sollen auch Entscheidungen vom Gipfel der Euroländer vom vergangenen Oktober umgesetzt werden, sagte der Belgier.

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatte damals unter anderem beschlossen, dem krisengeschüttelten Griechenland mit einem zweiten Hilfspaket von 100 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Dieses Paket ist immer noch nicht in trockenen Tüchern. „Die wichtigste Entscheidung ist die des Haushaltspakts und des zwischenstaatlichen Vertrags“, sagte der EU-Ratspräsident.

Großbritannien hatte beim Gipfeltreffen am Freitag vergangener Woche in Brüssel als einziges EU-Land definitiv ausgeschlossen, bei dem neuen Vertrag mitzuziehen. Mit diesem Pakt sollen Haushaltsregeln für Euroländer rechtsverbindlich festgeschrieben werden, um neue Schuldendebakel à la Griechenland für die Zukunft auszuschließen.
Quelle: handelsblatt.com

Schweizer Notenbank hält an Nullzins fest

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält angesichts der Gefahren für die Konjunktur durch die Euro-Schuldenkrise und den starken Franken wie erwartet an ihrer Nullzinspolitik fest. Die Notenbank strebt nach Angaben vom Donnerstag weiterhin einen Dreimonats-Libor nahe bei null an. Den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro will die Notenbank mit aller Konsequenz durchsetzen.

Die SNB sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Die SNB geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft 2012 nur noch um rund 0,5 Prozent wächst nach geschätzt 1,5 bis zwei Prozent in diesem Jahr. Inflationsgefahr droht nach Einschätzung der Währungshüter auf absehbare Zeit nicht. Im kommenden Jahr wird weiterhin mit einem Preisrückgang von minus 0,3 Prozent gerechnet. 2013 wird dann ein Preisanstieg von 0,4 (bisher: plus 0,5) Prozent erwartet. In diesem Jahr dürfte die Inflation 0,2 Prozent betragen.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 14.12.2011:

Merkel und Bernanke schicken Euro auf Talfahrt

Die Politik bringt den Euro unter Druck. Mit ihrer erneuten Absage an eine erhöhte Haftungsobergrenze des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Euro auf Talfahrt geschickt. Die Verluste der Gemeinschäftswährung vergrößerten sich dann nochmals durch den Verzicht der US-Notenbank Fed auf weitere Maßnahmen. Der Euro-Kurs fiel von 1,32 Dollar auf Vortag auf 1,3016 Dollar und kratzt damit an der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 Dollar.

Merkel sagte in der CDU/CSU-Fraktionssitzung nach Angaben von Teilnehmern, dass die Überprüfung der Obergrenze von 500 Milliarden Euro im März zwar in dem EU-Gipfelbeschluss stehe, sie dies aber nicht für nötig halte. „Jede Hoffnung auf mehr Geld, die erstickt wird, führt derzeit zu solch deutlichen Kursreaktionen“, sagte ein Händler. Ähnlich zurückhaltend wie die Kanzlerin zeigte auch die US-Notenbank Fed, die sich zunächst mit weiteren Konjunkturspritzen zurückhält.

Einige Marktteilnehmer hatten zuvor mit einer Unterstützung der Euro-Zone gerechnet, da die auch in den USA als großer Unsicherheitsfaktor gesehen wird.
Quelle: welt.de

Regierungserklärung: Merkel lobt EU-Reformwillen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Bundestag die historische Dimension der EU-Beschlüsse zur Bewältigung der Euro-Krise gewürdigt. „Wir reden nicht mehr nur über die Fiskalunion, sondern wir haben angefangen, sie zu schaffen“, sagte Merkel am Mittwoch bei ihrer Regierungsklärung im Bundestag zu den Ergebnissen des EU-Gipfels vergangene Woche. Dass dieses von der Bundesregierung gesteckte Ziel erreicht worden sei, sei in seiner Bedeutung „gar nicht groß genug einzuschätzen".

Die Euro-Länder hatten in Brüssel ein Bündel von Maßnahmen zur Stärkung der Haushaltsdisziplin in den Mitgliedstaaten vereinbart. Merkel zeigte sich in ihrer Rede überzeugt, dass die EU und die Euro-Zone gestärkt aus der Krise hervorgehen könnte. „Wir wollen die Wende zum Guten schaffen, dass ist genau die Chance, die aus dieser Krise erwächst.“ Sie mahnte zugleich, dass eine Lösung der Probleme „nicht über Nacht“ zu erreichen wäre.

Die Bewältigung der Krise werde Monate oder Jahre dauern und von Rückschlägen begleitet sein. „Wir erleben eine der schwersten Krisen Europas, aber gemeinsam haben wir schon unendlich viel erreicht.“
Quelle: welt.de

Italien mit Rekordzinsen

Zinsen nahe null hier, Rekordrenditen dort: Während Deutschland wieder günstiger an frisches Geld kommt, muss Italien die Investoren mit dem höchsten Zins seit Einführung des Euro locken. Beide Länder hatten aber keine Probleme, genügend Geldgeber zu finden. Bei der ersten Auktion fünfjähriger Staatsanleihen nach dem richtungsweisenden EU-Gipfel nahm Italien drei Milliarden Euro ein.

Die Anleger lassen sich ihr Geld im Schnitt mit einem Zins von 6,47 Prozent vergüten. Im November waren es nur 6,29 Prozent gewesen. Der Marktzins liegt mit 6,7 Prozent aber noch höher. „Die Unsicherheit für den Fortgang der Schuldenkrise bleibt hoch“, sagte Analystin Annalisa Piazza von Newedge Strategy.
Quelle: welt.de

Bundesbank sperrt sich gegen IWF-Kredit

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann will einen deutschen Kredit an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Beilegung der Euro-Schuldenkrise notfalls blockieren. Wenn die Bedingungen der Bundesbank nicht erfüllt seien, könne das Institut dieser Kreditlinie nicht zustimmen, sagte Weidmann. Auf dem jüngsten EU-Gipfel in Brüssel war eine Aufstockung der IWF-Gelder um bis zu 200 Milliarden Euro verabredet worden, um den Schutzschirm über der Euro-Zone zu stärken.

Die Bundesbank sei grundsätzlich bereit, bis zu 45 Milliarden Euro – das Dreifache der bisherigen bilateralen Bundesbank-Kreditlinie – an den IWF zu überweisen, bekräftigte der Bundesbank-Präsident. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass das Geld nicht nur speziell für die Rettung angeschlagener Euro-Länder verwendet werde, sondern dem Währungsfonds generell zur Verfügung stehe. Das Verbot der Finanzierung von Staaten dürfe auf diese Weise nicht umschifft werden.
Quelle: zeit.de

Ifo-Index warnt vor Konjunkturabkühlung

Angesichts der Euro-Schuldenkrise und der sich abzeichnenden Abkühlung der Konjunktur hat das Münchner Ifo-Institut seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft radikal gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2012 voraussichtlich nur um 0,4 Prozent zunehmen, teilte das Institut mit. Im Sommer war Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent für 2012 ausgegangen.

Die Bundesbank hatte ihren Ausblick vor wenigen Tagen von ursprünglich 1,8 Prozent auf 0,6 Prozent reduziert. Die Regierung geht von einem Prozent Wachstum aus. Die Verbraucher bewahren Deutschland nach Ansicht des Ifo-Instituts mit ihrem Konsum vor einer Rezession. Die Konjunktur werde im Winter in einen Abschwung geraten und im gesamten kommenden Jahr nur um magere 0,4 Prozent zulegen, teilten die Münchner Forscher zu ihrer neuen Prognose mit.
Quelle: sueddeutsche.de

Bund schneidet Soffin auf Commerzbank zu

Die Bundesregierung schneidert den wiederbelebten Bankenrettungsfonds der Commerzbank auf den Leib. Nach dem am Mittwoch verabschiedeten Gesetzentwurf können Geldhäuser auch Staatsanleihen in eine "Bad Bank" unter dem Dach des Soffin auslagern - dies würde der Commerzbank helfen. Deutschlands zweitgrößte Bank musste zuletzt wegen ihrer Tochter Eurohypo Milliardensummen auf Staatsanleihen abschreiben.

Eine "Bad Bank" für die gesamte Eurohypo oder zumindest die toxischen Papiere in ihren Büchern würde der Commerzbank große Erleichterung verschaffen. Bis Juni hat das Finanzinstitut Zeit, sein Kapitalloch von 5,3 Milliarden Euro zu stopfen, das die europäische Bankenaufsicht EBA bei ihr ausgemacht hat. Schon im Januar muss die Bank ihre Pläne zur Kapitalaufstockung vorlegen.
Quelle: manager-magazin.de

Euro auf Elf-Monatstief

Nach den schweren Verlusten des Vortages kann sich der Euro nicht stabilisieren. Erstmals seit dem 12. Januar 2011 fiel die Gemeinschaftswährung wieder auf einen Stand unter der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 US-Dollar. Aktuell notiert der Euro bei 1,2982 US-Dollar, 0,4 Prozent schwächer. Am Dienstag hat der Euro bereits zwei Cent verloren. „Die Glaubwürdigkeit der europäischen Reaktion steht sehr in Frage“, betonte Kit Juckes, Chef-Devisenanalyst der Societe Generale. Marktteilnehmer sind skeptisch.

„Wenig kann im Moment darüber hinwegtäuschen, dass die Unterseite in Euro/Dollar die schwache ist“, fügte Hecht hinzu. „Und so dürfte das grundsätzliche Muster auch heute bestehen bleiben: Auf Erholungsausschläge nach oben kann schnell wieder die Fahrstuhlfahrt nach unten folgen.“ Für Unsicherheit sorgte heute die erste Auktion fünfjähriger Staatsanleihen aus Italien nach dem richtungsweisenden EU-Gipfel. Das Land nahm drei Milliarden Euro ein. Die Anleger lassen sich ihr Geld im Schnitt mit einem Zins von 6,47 Prozent vergüten. Im November waren es nur 6,29 Prozent gewesen. Der Marktzins liegt mit 6,7 Prozent aber noch höher.

„Die Unsicherheit für den Fortgang der Schuldenkrise bleibt hoch“, sagte Analystin Annalisa Piazza von Newedge Strategy. Die EU-Gipfelbeschlüsse hätten die Märkte nicht davon überzeugen können, dass die Krise nun bald gelöst werde. Ihr Kollege Sergio Capaldi von Intesasanpaolo bezeichnete die Auktion dennoch als gelungen: „Dass der Zins unter dem Marktniveau liegt, deutet auf eine starke Nachfrage von Investoren hin“.
Quelle: handelsblatt.com

IWF fordert von Griechen höheres Reformtempo

Der Internationale Währungsfonds stellt Griechenland erneut ein verheerendes Zeugnis aus: Die bisherigen Reformen reichten nicht aus, kritisieren die Gutachter – kein Wunder, dass das Land nicht aus der Rezession komme. Griechenland solle seine Ausgaben senken statt auf weitere Steuererhöhungen zu setzen, sagte der Delegationsleiter des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Griechenland, Poul Thomsen, in Athen.

Die bisherigen Strukturreformen seien insgesamt weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Thomsen anlässlich des neuesten Berichts des Internationalen Währungsfonds zur Lage in Griechenland. Das Land habe sein Geschäftsgebaren nicht fundamental umgestellt, daher sei es weiterhin in einer Rezession.
Quelle: focus.de

Bei WestLB bleibt nur jeder vierte Arbeitsplatz

Der geschrumpften WestLB bleibt voraussichtlich nur jeder vierte ihrer derzeitigen Mitarbeiter erhalten. Die „RestLB“, die aus dem einstigen Flaggschiff der Landesbanken hervorgehen soll, wird Finanzkreisen zufolge nur rund 1.000 Stellen umfassen. Auf diese Zahl liefen die derzeitigen Planungen hinaus, sagten mehrere Personen aus dem Umfeld der Bank und ihrer Eigner am Mittwoch.

Das Institut soll sich mit Service- und Portfoliomanagement befassen. Die Mitarbeiter dieser SPM-Bank sollten anhand ihrer Qualifikation bestimmt werden, sagte ein Sprecher der WestLB. Insgesamt stünden bei der WestLB mit derzeit noch rund 4.400 Angestellten mindestens 2.500 Arbeitsplätze auf der Kippe, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Quelle: handelsblatt.com

Juncker: Keine Schuldenbremse in der Verfassung

Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker hat angekündigt, dass er eine Aufnahme der auf dem letzten EU-Gipfel vereinbarten Schuldenbremse in die luxemburgische Verfassung ablehnt. „Ich bin nicht einverstanden damit, sie in der Verfassung festzuschreiben“, sagte Juncker, der auch Chef der Eurogruppe ist, am Mittwoch vor dem luxemburgischen Abgeordnetenhaus.

Die „Philosopie“ der luxemburgischen Verfassung sei derart, dass eine Schuldenbremse nicht dort verankert, sondern durch ein „Spezialgesetz“ festgeschrieben werden solle. Abgesehen von Großbritannien hatten sich alle EU-Länder auf ihrem Gipfel am vergangenen Donnerstag und Freitag darauf geeinigt, einen Vertrag für strikte Haushaltsdisziplin zu schließen. Die Vereinbarung sieht gesetzlich festgeschriebene Schuldenbremsen vor, die „auf Verfassungsebene oder vergleichbarer Ebene“ in die Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten aufgenommen werden sollen. Deutschland hat eine Schuldenbremse bereits ins Grundgesetz geschrieben.

Juncker schlug zudem vor, die Bareinlagen der Euro-Länder für den für Mitte nächsten Jahres vorgesehenen ständigen Euro-Rettungsfonds ESM nicht schrittweise, sondern auf einen Schlag einzuzahlen. Eine sofortige Überweisung der insgesamt 80 Milliarden Euro sei den Finanzmärkten gegenüber ein Zeichen der Stärke. „Mir ist aber klar, dass das nicht der Weg ist, der von der Mehrheit der Länder gewählt wurde“, räumte Juncker ein.
Quelle: handelsblatt.com

Merkel schiebt Europas Gründervätern Schuld zu

Wenige Tage nach dem Euro-Krisengipfel in Brüssel hat Kanzlerin Angela Merkel den Zusammenhalt der Europäischen Union beschworen und dazu aufgerufen, die „Gründungsfehler des Euro“ zu beheben. Vorrangigste Aufgabe der Politik sei es jetzt, Vertrauen wieder herzustellen, sagte Merkel in einer Regierungserklärung am Mittwoch im Bundestag.

Merkel ging die Väter der Europäischen Union hart an. Schon bei der Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion seien „Konstruktionsfehler zugelassen worden, die die Euro-Gruppe inzwischen mit voller Wucht treffen“, sagte sie. Das habe sich fortgesetzt, weil Prinzipien nicht oder nicht vollständig angewandt worden seien.

Damit widersprach Merkel indirekt ihrem Vorgänger, Altkanzler Helmut Kohl, der der schwarz-gelben Regierung vorgeworfen hatte, über keinen Kompass in der Eurokrise zu verfügen.
Quelle: handelsblatt.com

Credit Agricole entlässt mindestens 2300 Leute

Auch die drittgrößte französische Bank, Credit Agricole, will angesichts der angespannte Lage der Branche zahlreiche Stellen streichen. Mindestens 2300 der rund 87.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, sagte ein Gewerkschaftsvertreter.

Allein 1700 Stellen sollten im schwankungsanfälligen Investmentbanking gestrichen werden, davon 500 in Frankreich. Weitere 600 Arbeitsplätze sind im Geschäft mit Konsumentenkrediten bedroht. Das Unternehmen selbst wollte die Zahlen zunächst nicht kommentieren.
Quelle: handelsblatt.com

China führt Zölle für US-Autos ein

Die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA gehen in eine neue Runde. Das chinesische Handelsministerium kündigte für Autoimporte aus den USA Anti-Dumping-Zölle von bis zu 21,5 Prozent an. Die Regelung soll den Angaben nach bereits ab Donnerstag für zwei Jahre gelten. Die Gebühr trifft sowohl die heimischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler als auch ausländische Hersteller, die in den USA produzieren und dort den boomenden chinesischen Automarkt beliefern.

Die Nachricht belastete auch die Aktien der deutschen Autobauer - BMW notierten mehr als 4 Prozent im Minus, VW verloren rund 3,5 Prozent und Daimler 2,5 Prozent. Da half auch die Aussage von BMW nichts, dass die Auswirkungen der Strafzölle auf das China-Geschäft "nicht wesentlich" sein dürften. Konkurrent Daimler muss nach den Worten einer Sprecherin erst noch prüfen, inwieweit der Konzern von der Maßnahme betroffen ist. Daimler baut in den USA Geländewagen der Marke Mercedes-Benz.
Quelle: n-tv.de



Dienstag, 13.12.2011:

KfW warnt vor Lehman-Effekt

Die Refinanzierungsnöte von Europas Banken sind nach Einschätzung der KfW genauso groß wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. "Wir sind heute drei Jahre nach Lehman - und an den Märkten fühlt es sich auch genau wie damals an", sagte Kapitalmarktvorstand Günther Bräunig.

Es gebe kaum noch eine europäische Bank, die derzeit ungedeckte Anleihen platzieren könne. Das Misstrauen der Investoren sei einfach zu groß. Die Lage sei besorgniserregend, da Europas Banken 2012 insgesamt rund 800 Mrd. Euro refinanzieren müssten. Wegen der Euro-Schuldenkrise zweifeln viele Investoren an der Widerstandskraft der europäischen Banken, vor allem wenn diese in den Schuldenstaaten selbst angesiedelt sind oder dort viel Geld investiert haben.

Im Fall eines unkontrollierten Zusammenbruchs eines größeren Hauses stünde die Welt womöglich vor ähnlichen Auswirkungen wie nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008.
Quelle: n-tv.de

Athen spart wieder nicht wie EU und IWF versprochen

Steuerbehörden funktionieren nicht, Reformen werden verschlampt, die Wirtschaft bricht ein. Die Regierung warnt Bürger vor betrügerischen Leihhäusern. Die von den Sparauflagen verschärfte Rezession in Griechenland hat das Haushaltsdefizit des Landes erneut anschwellen lassen. Die Wirtschaftsflaute fraß auch die zusätzlichen Einnahmen durch Krisensteuern auf, wie aus Daten des Finanzministeriums hervorging.

Damit wird Griechenland voraussichtlich seine Sparziele für 2011 nicht erreichen und muss möglicherweise zusätzliche Einschnitte durchsetzen, um die Ziele 2012 erreichen zu können. Das Defizit der Zentralregierung erhöhte sich den Angaben zufolge von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent auf 20,52 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen sanken um gut drei Prozent, während die Ausgaben gleichzeitig um drei Prozent zulegten – die lahme Wirtschaft schlägt sich vor allem in den Sozialsystemen nieder.
Quelle: welt.de

Staatshilfen für Commerzbank?

Die Bundesregierung wird möglicherweise die Commerzbank erneut mit einer Milliardenspritze retten. Beide Seiten berieten bereits in intensiven Gesprächen über die Möglichkeit erneuter Staatshilfen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Verhandlungsführer machen demnach Tempo. Eine Grundsatzeinigung werde noch vor Weihnachten angestrebt, sagten mehrere Insider, die mit den Gesprächen zu tun haben.

Ein Commerzbank-Sprecher verwies auf Äußerungen von Finanzchef Eric Strutz. Der hatte vergangene Woche gesagt: "Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen." Inzwischen hieß es, die Commerzbank strebe weiter eine Deckung ihres Kapitalbedarfes ohne Inanspruchnahme von Staatshilfen an. "Die Commerzbank soll im ersten Halbjahr 2012 so viel Kapital am Markt aufnehmen wie möglich, und dann sehen wir weiter", erfuhr die Nachrichtenagentur Dow Jones aus Regierungskreisen.
Quelle: sueddeutsche.de

EZB reduziert Anleihenkäufe drastisch

In den Wochen vor dem Euro-Krisengipfel in Brüssel ist die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Politik immer wieder kritisiert worden: Sie kaufe zu viele Staatsanleihen überschuldeter Euro-Staaten und riskiere damit einen "toxischen Schock", hieß es - vor allem aus Deutschland. Nun hat die Zentralbank ihre Staatsanleihenkäufe tatsächlich drastisch reduziert. Die EZB kaufte in der Woche bis zum Euro-Krisengipfel für weit weniger als eine Milliarde Euro Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder.

Sie habe Papiere im Wert von 635 Millionen Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte sie in Frankfurt mit. In der Woche davor waren es rund 3,7 Milliarden Euro gewesen. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 207,5 Milliarden Euro aufgekauft. Die aktuelle Statistik der Notenbank umfasst aber möglicherweise nicht alle Anleihekäufe der EZB in der vergangenen Woche. In den Zahlen sind nur Käufe enthalten, die bis vergangenen Freitag vollständig abgewickelt wurden. Für gewöhnlich liegen zwischen Kauf und Abwicklung der Papiere mindestens zwei Handelstage.
Quelle: sueddeutsche.de

Nach Nein Großbritanniens: Sorge um steigende Inflation

Die Absage Großbritanniens an den Stabilitätspakt der anderen EU-Länder könnte dort die Inflation anfachen. Der an der London School of Economics lehrende deutsche Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl warnte gegenüber Handelsblatt Online, dass die Briten nun ihre zögerliche Haushaltspolitik fortsetzen könnten die mehr aus Worten als aus Taten bestehe.

"Das macht kurzfristig nicht viel, denn Großbritanniens Notenpresse läuft schnell und rund und finanziert die Defizite zunächst geräuschlos," sagte Ritschl. "Der Preis dafür ist steigende Inflation – schon jetzt liegt die Geldentwertung bei 5 Prozent, Tendenz allen Voraussagen zum Trotz bislang steigend." Die britische Inflation lag im November 2011 bei 4,8 Prozent - und damit deutlich über dem Zielwert der Bank von England von 2 Prozent.
Quelle: handelsblatt.com


IKB muss Anlegern Schadenersatz zahlen

Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB muss ihre Aktionäre für deren Verluste in der Finanzkrise nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) grundsätzlich entschädigen. Die Bank habe ihre Engagements in US-Subprime-Papieren in einer Ad-hoc-Mitteilung kurz vor ihrem Beinahe-Zusammenbruch im Juli 2007 relativiert, obwohl sie deren Bedeutung für den Finanzmarkt durchaus erkannt hatte, begründete der Vorsitzende Richter Ulrich Wiechers am Dienstag in Karlsruhe das Urteil.

Der Anleger, der die IKB verklagt hatte, muss aber noch beweisen, dass er die Papiere ausdrücklich wegen der positiven Signale in der Mitteilung gekauft hatte. Der Elfte Zivilsenat verwies die Sache daher zur erneuten Verhandlung an das Oberlandesgericht zurück (Az.: XI ZR 51/10). Die IKB war im Juli 2007 das erste deutsche Opfer der Krise geworden.

Der Anleger hatte nach eigenen Angaben kurz nach den verharmlosenden Aussagen des damaligen Vorstandssprechers Stefan Ortseifen über die Lage der Bank IKB-Papiere für nahezu 24.000 Euro gekauft - und seinen Einsatz fast vollständig verloren.
Quelle: handelsblatt.com

Spanien muss weniger Zinsen zahlen

Die viertgrößte Euro-Wirtschaft Spanien hat sich zu deutlich geringeren Zinsen am Geldmarkt refinanzieren können. Anhand zweier Auktionen von Papieren mit Laufzeiten von zwölf und 18 Monaten besorgte sich das südeuropäische Land insgesamt 4,94 Milliarden Euro, wie die nationale Schuldenagentur am Dienstag mitteilte. Damit wurde sogar der angestrebte Höchstwert von 4,25 Milliarden Euro klar übertroffen.

Die Nachfrage fiel dementsprechend robust aus. Sie lag bei beiden Auktionen deutlich über dem Angebot. Bei dem Zwölfmonatspapier sank die Rendite von 5,002 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion im November auf 4,050 Prozent. Ähnlich stark ging die Rendite bei dem Papier mit einer Laufzeit von 18 Monaten zurück. Hier sank sie von 5,159 Prozent im November auf 4,226 Prozent. Die Überzeichnungsquoten waren mit 3,14 (12 Monate) und 4,97 (18 Monate) hoch.
Quelle: handelsblatt.com

Japans Banken saugen sich mit Dollar voll

Kurz vor dem Jahreswechsel haben sich die japanischen Banken mit Dollar vollgesaugt. Sie liehen sich bei der Zentralbank knapp 4,8 Milliarden Dollar für drei Monate - so viel wie noch nie seit Ausbruch der europäischen Staatsschuldenkrise vor rund zwei Jahren. Im November hatten sie sich noch mit 200 Millionen Dollar begnügt, wie die Bank of Japan am Dienstag in Tokio mitteilte. Damals lag der Zinssatz noch bei 1,12 Prozent, während er diesmal nur 0,61 Prozent betrug.

Im Unterschied zu vielen europäischen Konkurrenten können sich die japanischen Institute auch am Geldmarkt ausreichend mit Dollar eindecken. „Aber die Auktionen der Notenbank sind bequemer, weil große Summen auf einen Schlag zu bekommen sind“, sagte der Chefvolkswirt des Forschungsinstituts Totan, Izuru Kato.
Quelle: handelsblatt.com

Griechenland warnt vor unlauteren Pfandleihern

Die griechische Regierung mahnt ihre klammen Bürger zur Vorsicht beim Verkauf von Tafelsilber in den zahlreichen neuen Leihhäusern. Die Verbraucherschutz-Behörde forderte am Dienstag Familien in Geldnot dazu auf, ihr Gold und Silber zu Hause zu wiegen, unabhängig schätzen zu lassen und verschiedene Angebote zu vergleichen. „Flugblätter und Werbung, die besonders hohe Preise versprechen, sind mit Vorsicht zu genießen“, heißt es in der Erklärung.

In der Hauptstadt Athen schießen angesichts der Krise derzeit Leihhäuser wie Pilze aus dem Boden und machen eifrig mit Flugblättern Werbung, die sie etwa unter Auto-Scheibenwischer klemmen. Viele Griechen – vor allem Staatsangestellte – müssen wegen der mit Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vereinbarten Sparpläne mit Einkommenskürzungen von bis zu einem Drittel zurechtkommen. Viele sind daher verzweifelt auf der Suche nach Bargeld.
Quelle: focus.de

Rettungsfonds EFSF leiht sich 2 Milliarden Euro

Der europäische Rettungsfonds EFSF hat problemlos frisches Geld zu günstigen Konditionen bei Investoren eingesammelt. Die erste Auktion von Anleihen mit dreimonatiger Laufzeit spülte 1,97 Milliarden Euro in die Kassen, teilte der Fonds am Dienstag mit.

Die Nachfrage war groß: Die Anleger boten insgesamt knapp 6,3 Milliarden Euro, womit die Auktion 3,2-fach überzeichnet war. Die Zinsen lagen im Schnitt bei 0,2222 Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite deutsche Papiere schwankt um die Nulllinie, die der französischen zwischen 0,26 und 0,53 Prozent. "Das ist ein gelungenes Debüt", sagte UniCredit-Analyst Kornelius Purps zur ersten Auktion kurzlaufender EFSF-Anleihen.

"Wir haben eine gesunde Nachfrage gesehen. Grund dafür ist ein messbarer Renditeaufschlag zu den vergleichbaren Bundespapieren." Die Märkte reagierten erleichtert: Der Kurs des Euro stieg auf ein Tageshoch.
Quelle: reuters.de

Britische Kommunen brechen Brücken nach Europa ab

Das englische Bishop’s Stortford wie auch Doncaster kündigen wegen der EU-Krise ihre Städtepartnerschaften. Ein Labour-Abgeordneter sieht "Fremdenhass" am Werk.

Friedberg in Hessen. Ein beschauliches Städtchen im Speckgürtel von Frankfurt. Rund 28.000 Einwohner, eine alte Burg. Bishop’s Stortford in Großbritannien ist ähnlich beschaulich, eine historische Markstadt nordöstlich von London. 35.000 Einwohner, ganz in der Nähe des Flughafens Stanstead. Auch in Villiers-sur-Marne, rund 28.000 Einwohner, östlich von Paris, ist der Flughafen Charles de Gaulle nicht weit. Bis vor Kurzem war es noch mehr als nur eine Handvoll Gemeinsamkeiten, welche die drei Städte verband: Eine Partnerschaft, die die Bürgermeister 1965 geschlossen hatten und die über 46 Jahre lang zu gegenseitigen Besuchen führte.

Damit ist jetzt Schluss: Bishop’s Stortford hat die Städtepartnerschaft per Ratsbeschluss aufgekündigt. Der Grund: die wachsende Europa-Skepsis der konservativen Partei. Die Tories, welche die Mehrheit im Rat von Bishop’s Stortford stellen, halten die Partnerschaft mit Friedberg und Villiers-sur-Marne für "nicht mehr relevant". "In der jetzigen Europa-Krise ist das eine Entscheidung, die eindeutig parteipolitisch motiviert ist", sagt Friedbergs Bürgermeister Michael Keller (SPD). "Schade, dass unsere kommunale Partnerschaft nicht stark genug war, um diese Krise zu verkraften."
Quelle: welt.de

Areva streicht jeden vierten Job in Deutschland

Beim weltgrößten Nuklearkonzern stehen die Zeichen auf Sturm. Der französische Atomriese Areva mit seinen weltweit 48.000 Mitarbeitern will nach dem Atomausstieg in Deutschland dort bis zu 1500 Stellen streichen, Investitionen in Milliardenhöhe weltweit aussetzen und sich von Geschäftsbereichen trennen.

Der neue Chef Luc Oursel hat inmitten einer der schwersten Krisen der Kernenergie eine Phase der tiefgreifenden Umstrukturierung des Kernkraftwerksbauers eingeleitet - und die Gewerkschaften auf die Barrikaden gebracht. Verschoben werden neben einem geplanten Werk in den USA für die Anreicherung von atomaren Brennstäben auch diverse andere Projekte in Afrika. Selbst ein Ausbau der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague steht nun in den Sternen.

Die Sparpläne des Staatsunternehmens, das vom Uranbergbau über den Reaktorbau und die Herstellung und Aufbereitung von Kernbrennstoffen den ganzen Atomkreislauf beherrscht, gelten als Antwort auf die Folgen der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Seit dem Unglück stornierten Kunden aus Ländern wie Japan und Deutschland Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe. Obwohl Areva künftig auch stärker auf erneuerbare Energien setzen will, bleibt das Atomgeschäft dennoch Trumpf.
Quelle: manager-magazin.de



Montag, 12.12.2011:

Moody's gehen EU-Beschlüsse nicht weit genug

Trotz der weitreichenden Beschlüsse zur Haushaltskontrolle hat die Ratingagentur Moody's ihre Warnung an die EU-Staaten bekräftigt. Die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten werde im ersten Quartal 2012 einer genauen Prüfung unterzogen, teilte die Agentur am frühen Montagmorgen mit. „An unserer Ansicht, dass der Zusammenhalt in der Euro-Zone gefährdet ist, hat sich nichts geändert.“

Moody's hält damit an der Warnung von November fest. Die Beschlüsse des jüngsten EU-Krisengipfels von Ende vergangener Woche gehen der Agentur nicht weit genug. Vor allem kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der angespannten Kreditmärkte fehlten. Die Eurozone und die gesamte EU stünden weiter unter Druck. Darüber hinaus zeigt sich die Ratingagentur auch von den konkreten Beschlüssen der europäischen Staats- und Regierungschefs nicht überzeugt. Nur wenige der angekündigten Krisenmaßnahmen seien neu, vieles ähnele früheren Ankündigungen.

Ungeachtet der Beschlüsse habe die europäische Schuldenkrise eine kritische Phase erreicht: Die Kreditmärkte für Banken und Staaten seien nach wie vor anfällig gegen Schocks. Selbst unter der Annahme, dass es in der Eurozone zu keinen weiteren Solvenzproblemen auf staatlicher Ebene komme, seien Bonitätsabstufungen in den kommenden Monaten möglich. Je länger die zögerliche Reaktion der Politik auf die Krise anhalte, desto größer werde das Risiko ungünstiger Entwicklungen mit möglichen Staatspleiten, heißt es bei Moody's.
Quelle: handelsblatt.com

BIZ: Italien kann Rekordzinsen lange ertragen

Italien ist nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) von einer Staatspleite weit entfernt. Das Land könne den Anstieg seiner Refinanzierungskosten verkraften, solange sich noch Käufer für seine Staatsanleihen fänden, schreibt die BIZ in ihrem Quartalsbericht. Schatzwechsel im Volumen von 7 Mrd. Euro brachte Rom am Montag problemlos am Markt unter, die Renditen gingen gegenüber der jüngsten vergleichbaren Auktion leicht zurück.

Die BIZ tritt mit einer Modellrechnung zur Entwicklung der italienischen Zinskosten Befürchtungen entgegen, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde unter ihrer hohen Schuldenlast zusammenbrechen. Anlass für diese Sorge ist der Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen. Die Renditen von Zehnjahrespapieren erreichten Anfang November auf dem Sekundärmarkt einen Euro-Ära-Rekord von 7,48 Prozent. Auch bei der Emission neuer Anleihen musste Rom zuletzt Renditen um sieben Prozent zahlen.

Wenn die Renditen das ganze Jahr 2012 auf dem Rekordniveau von Anfang November verharren sollten, würde das für Italien laut BIZ Mehrkosten von 0,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bedeuten. Bis 2014 würde sich der jährliche Mehraufwand unter diesem Szenario auf 1,6 Prozent des BIP erhöhen.
Quelle: ftd.de

Sarkozy sieht zwei Europas

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy spricht nach dem Nein der Briten zu einer EU-Vertragsänderung von einer Spaltung Europas in zwei Teile. "Es gibt jetzt ganz klar zwei Europas: das eine, das vor allem Solidarität unter seinen Mitgliedern und Regulierung will. Und das andere, das sich nur an die Logik des gemeinsamen Marktes klammert", sagte Sarkozy der Zeitung Le Monde.

Er habe zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim EU-Gipfel vergangene Woche in Brüssel vergeblich versucht, die Briten mit ins Boot zu holen. Einen Austritt Großbritanniens aus der EU lehnte Sarkozy aber ab. "Wir brauchen Großbritannien", sagte der Präsident und erinnerte an die französisch-britische Zusammenarbeit beim Militäreinsatz in Libyen. Der Präsident kündigte an, dass die rechtlichen Aspekte des neuen Vertrags über eine Fiskalunion zügig ausgearbeitet werden. Dies solle in den nächsten 15 Tagen geschehen.
Quelle: zeit.de

OECD: Industriestaaten brauchen enorme Kredite

Die Industriestaaten müssen sich im kommenden Jahr 10,5 Billionen Dollar – umgerechnet rund acht Billionen Euro – leihen. Diese gewaltige Summe ist das Ergebnis von Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Das seien etwa 100 Milliarden Dollar mehr als in diesem Jahr, berichtete die Financial Times unter Berufung auf einen noch in diesem Monat erwarteten OECD-Bericht. 2005 hatten die Industrieländer nur etwa die Hälfte des Geldes benötigt.

Für eine ganze Reihe von Staaten werde es daher eine "große Herausforderung", hohe Summen bei privaten Anlegern einzusammeln, so die Befürchtung der OECD. Die Stabilität vieler Regierungen und Volkswirtschaften werde dadurch gefährdet. Die 34 OECD-Staaten benötigen das Geld, um auslaufende Kredite zurückzuzahlen, Zinsen zu zahlen und Haushaltsdefizite zu decken. Laut OECD-Berechnung muss sich allein die Bundesrepublik etwa 280 Milliarden Euro von Investoren leihen. Diese Berechnungen führt die OECD jährlich durch und fasst sie im "Sovereign Borrowing Outlook" zusammen.
Quelle: zeit.de

Griechenland: EU will 150 000 neuen Stellen schaffen

Die „Troika“ der internationalen Geldgeber hat ihre Kontrollen im von der Staatspleite bedrohten Griechenland fortgesetzt. Dutzende Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) prüfen Möglichkeiten für eine Rettung des Euro-Sorgenkindes und wollen später Maßnahmen vorschlagen.

Im Mittelpunkt steht das neue Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro. Gleichzeitig präsentiert die sogenannte Task-Force der EU ein Investitionsprogramm für 125.000 Arbeitsplätze. Das zweite Rettungspaket für Griechenland wurde bereits im Oktober vereinbart, Einzelheiten stehen jedoch noch aus. Für Athen wurde ein Schuldenschnitt im Umfang von 100 Milliarden Euro beschlossen. Am Montag kam Venizelos auch mit dem Geschäftsführer der internationalen Bankenvereinigung IIF, Charles Dallara, zusammen. Dieser leitet die Gespräche über den Schuldenschnitt.

Die „Troika“ kontrolliert diesmal nicht nur die Bücher: Auf unteren Ebenen wurden bereits in den vergangenen Tagen Gespräche darüber geführt, wie weit die Verhandlungen über den freiwilligen 50-prozentigen Schuldenschnitt für das Land gediehen sind. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, verliefen diese Verhandlungen bislang „sehr schwierig“. Das Schuldenschnittprogramm ist der Grundstein für die Rettung des Landes vorm Staatsbankrott.
Quelle: handelsblatt.com

Letten räumen ihre Konten

Aus Angst vor Bankpleiten haben die Letten am Sonntag die Geldautomaten leergeräumt. Gerüchte über Probleme bei der Swedbank und anderen in Lettland aktiven schwedischen Banken sorgten für panikartige Abhebungen. Bei der SEB waren zwischenzeitlich bis zu 15 Prozent der 234 Automaten ohne Bargeld. Über den Kurz-Nachrichtendienst Twitter war zuvor verbreitet worden, dass die schwedischen Geldhäuser in einer Schieflage seien.

Die Swedbank wies dies umgehend zurück. Ein Unternehmenssprecher betonte, die Position der Bank sei mehr als solide. Lettlands Bankenaufsicht erklärte, die Gerüchte seien grundlos. Es sei nicht nötig, sich um die finanzielle Situation der Swedbank zu sorgen. Die Swedbank gehört in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten.

Probleme in der Bankenbranche haben in Lettland eine lange Geschichte. Jüngst musste die Bank Latvijas Krajbanka wegen Betrugsvorwürfen gegen die litauische Mutter geschlossen werden. Nach dem Zusammenbruch der Parex Bank 2008 war Lettland gezwungen, Hilfen des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union zu beantragen.
Quelle: handelsblatt.com

Bundesbank: Neue Kreditlinien für IWF könnten kommen

Nachdem nun seit einigen Wochen schon über die Belastungen Deutschlands bezüglich der Kosten diskutiert wird, die dem Staat durch die Beteiligung am neuen Rettungsschirm für die Eurozone debattiert wird, mischt sich nun auch die Bundesbank erneut in die Gespräche ein.

Bis zu 45 Milliarden Euro, so die Aussagen von Andreas Dombret, Mitglied im Vorstand der Bundesbank, könnte man sich vorstellen als Kreditlinie für den Internationalen Währungsfonds vorstellen, um dafür zu sorgen, dass es nicht zur befürchteten Kreditklemme in Europa kommt. Ganz so ohne Rücksprache wird dies aber nicht gelingen, wie Dombret deutlich macht in seiner aktuellen Stellungnahme. Erst einmal müsse der Bundestag dem Vorhaben seinen Segen geben.
Quelle: shares-online.de

Eon streicht in Deutschland 6000 Jobs

Der geplante Stellenabbau beim Energieriesen Eon nimmt Gestalt an. In Deutschland werden etwa 6000 Arbeitsplätze wegfallen, wie ein Unternehmenssprecher der Zeitung "Rheinische Post" mitteilte. Auf welche Weise die Jobs gestrichen würden, sei noch unklar.

Aus Konzernkreisen erfuhr das Blatt, bis zu 3000 Beschäftigte sollten in den Vorruhestand gehen und bis zu 2500 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. 500 Stellen fielen durch das Auslaufen befristeter Verträge weg, hieß es weiter. Weltweit will Eon etwa 11.000 der 80.000 Arbeitsplätze abbauen. Deutschlands größter Energiekonzern steht wegen des von der Bundesregierung beschlossenen Ausstiegs aus der Atomkraft und des schwächelnden Gasgeschäfts unter Druck.
Quelle: dw-world.de



Sonntag, 11.12.2011:

Bankenaufsicht warnt vor Kreditklemme

Warnung vor einer Kreditklemme von höchster Stelle: Der Präsident der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) befürchtet nach dem jüngsten Stresstest, dass die Banken weniger Kredite vergeben und so die Wirtschaft abwürgen. "Wir könnten jetzt das Problem haben, dass Banken zu risikoscheu werden", sagte Andrea Enria dem Nachrichten-Magazin "Spiegel".

Dies könne zu einer schweren Kreditklemme führen. Die Europäische Bankenaufsicht EBA hatte einen Kapitalbedarf von fast 115 Milliarden Euro für die europäischen Banken ermittelt. EBA-Chef Enria will verhindern, dass die Banken den zusätzlichen Kapitalpuffer schaffen, indem sie ihr Geschäft herunterfahren. "Wir erlauben nicht, dass die Kreditvergabe reduziert wird", sagte der Italiener. Wenn eine Bank die Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen zurückfahre, werde das nicht zur Stärkung des Kapitals angerechnet.

Bereits am Freitag hatten Notenbanker ungewöhnlich offen vor einer Kreditklemme in Europa gewarnt. Der italienische Bankenverband will gar die Rechtmäßigkeit des gesamten Tests überprüfen, da er gravierende Folgen für die Realwirtschaft erwartet. Italiens Industrieminister Corrado Passera fürchtete am Freitag eine Verschärfung der ohnehin angespannten konjunkturellen Lage in Folge dieser "unklugen Maßnahme".

"Die neuen Kapitalanforderungen schränken ganz klar den Spielraum für die Kreditvergabe ein", urteilte Konrad Becker, Bankenexperte bei Merck Finck. "Eine Kreditklemme ist unvermeidbar", ergänzte ein Top-Investmentbanker, der viele Geldhäuser berät.
Quelle: manager-magazin.de

Troika setzt Kontrollen in Griechenland fort

Die "Troika" setzt ihre Kontrollen im pleitebedrohten Griechenland fort. Dutzende Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank wollen ab Montag Möglichkeiten für eine Rettung des pleitebedrohten Landes prüfen und später Maßnahmen vorschlagen. Im Mittelpunkt steht das neue Hilfsprogramm in Höhe von 130 Mrd. Euro.

Auch die Experten der sogenannten Task Force der Europäischen Union unter Führung des deutschen Horst Reichenbach wird in Athen die Arbeit wieder aufnehmen, wie es aus Kreisen des Athener Finanzministeriums hieß. Reichenbachs Experten beraten Athen bei der Frage, wie die Regierung die Steuerhinterziehung bekämpfen, das Budget kürzen und den Staat transparenter machen kann.

Die "Troika" kontrolliert diesmal nicht nur die Bücher: Auf unteren Ebenen wurden bereits in den vergangenen Tagen Gespräche darüber geführt, wie weit die Verhandlungen über den freiwilligen 50-prozentigen Schuldenschnitt für das Land gediehen sind. Wie die dpa aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, verliefen diese Verhandlungen bislang "sehr schwierig".
Quelle: n-tv.de

Bundesbank: Inflation hat Höhepunkt überschritten

Der Preisdruck in Deutschland lässt weiter nach: Die Teuerungsrate fiel im November den zweiten Monat in Folge. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Der Preisanstieg dürfte seinen Höhepunkt überschritten haben", schrieb die Bundesbank in ihrer Konjunkturprognose.

Im Oktober lag die Teuerungsrate bei 2,5 Prozent, im September gab es mit 2,6 Prozent noch ein Drei-Jahres-Hoch. Der Bundesbank zufolge fällt die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder unter die Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Seit Jahresanfang liegt sie konstant darüber. Weil die Unternehmen im Abschwung weniger Spielraum für Preiserhöhungen haben, sagt die Bundesbank für 2012 einen Rückgang der Inflationsrate auf 1,8 Prozent voraus.

2013 sollen es sogar nur 1,5 Prozent sein. "Die schlechten Konjunkturaussichten dämpfen den Preisauftrieb", sagte Commerzbank-Analystin Ulrike Rondorf. Auch sie schätzt die Inflationsrisiken auf Sicht von ein- bis eineinhalb Jahren derzeit als gering ein.
Quelle: rp-online.de

Banken erwarten bescheidende Jahre

Die Finanzkrise verändert die deutsche Finanzbranche in einem Maße, die über die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten weit hinausgeht. Große Banken schließen sich zu noch größeren zusammen, einige Banken werden verstaatlicht, anderen droht sogar das Aus. Und während fast alle Geldhäuser damit beschäftigt sind, die Schäden zu beseitigen, die die Krise geschaffen hat und noch immer schafft, sind die nächsten Schwierigkeiten greifbar. Ab 2013 steigen die Eigenkapitalanforderungen schrittweise, und dies hat gravierende Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle.

"Der Finanzbranche steht ein unruhiges Jahrzehnt bevor", mahnt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Sehr deutlich fallen die bisherigen Einschnitte am Beispiel der WestLB auf. Die einst drittgrößte Landesbank musste in der Finanzkrise mit Milliarden Steuergeldern vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Dafür forderte die EU-Kommission einen hohen Preis: Die WestLB wird bis Mitte 2012 zerschlagen, die bis dahin unverkäuflichen Teile wandern in die Erste Abwicklungsanstalt - die sogenannte Bad Bank. Bis zu 1800 der 4500 Arbeitsplätze könnten bei der Aufspaltung wegfallen.

Den größten öffentlichen Banken geht es kaum besser. Der LBBW und der HSH Nordbank bleibt die Zerschlagung zwar erspart, schrumpfen müssen sie auf Druck der EU aber auch. Während sie schon konkrete Vorgaben bekommen haben, wartet die BayernLB noch auf die Streichliste aus Brüssel. Aus freien Stücken trennen sich viele Banken bereits von Beteiligungen und Geschäftsfeldern, die vor allem im Ausland liegen. So stehen zum Beispiel bei der HSH Nordbank 900 der 3300 Stellen auf der Kippe, auch bei der BayernLB sind etliche Arbeitsplätze gefährdet.
Quelle: ftd.de

Nachzahlungen: Blaue Briefe für Rentner

In der Weihnachtspost kann in diesem Jahr für manchen Rentner eine unangenehme Überraschung stecken. Denn es ist gut möglich, dass im Briefkasten ein Umschlag mit gleich mehreren Vordrucken für eine Steuererklärung liegt. Der Grund: Die Finanzämter haben mittlerweile von allen gesetzlichen und privaten Rentenversicherungsträgern die Mitteilungen bekommen, wem sie zwischen 2005 und 2010 wie viel Rente gezahlt haben.

"Uns liegen jetzt von überall die Daten vor", sagt Alexander Ulbricht vom Bayerischen Landesamt für Steuern. Die Steuerbehörden können nun abschätzen, welche Rentner in dieser Zeit steuerpflichtig waren. In den nächsten Monaten dürften daher viele Ruheständler blaue Briefe vom Finanzamt bekommen. "Wer auffällig erscheint, wird angeschrieben", sagt Ulbricht.
Quelle: sueddeutsche.de



Samstag, 10.12.2011:

Gipfel: Sparen und Spalten für Europa

Plötzlich ging alles ganz schnell. Bereits in der Nacht zum Freitag traten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel vor die Mikrofone, um Ergebnisse des Krisengipfels zu verkünden. Wer sich auf einen langen Sitzungsmarathon eingestellt hatte, sah sich beruhigt. Schon nach wenigen Stunden standen zentrale Eckpunkte zur Lösung der Schuldenkrise fest. Ein Zeichen großer Einigkeit? Gar der erhoffte Befreiungsschlag in Europas Schuldenkrise?

Am Tag danach herrscht Ernüchterung. Alles ist wie zuvor: Die deutschen Aktienmärkte pendeln zwischen Kursgewinnen und -verlusten, der Eurokurs gibt nach und die Renditen der Staatsanleihen von Schuldenländern wie Italien und Spanien legen wieder um einige Zehntelprozentpunkte zu. Die Zweifel an der längerfristigen Zahlungsfähigkeit der Staaten bleiben unverändert. Keine Spur von Beruhigung, von wiedergewonnenem Vertrauen in die Stabilität der Euro-Zone und ihrer gemeinsamen Währung.

"Das Risiko eines Absturzes des Euros ist durch den Gipfel nicht geringer geworden", sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Und Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank fasst zusammen: "Die gute Nachricht: Man hat sich frühzeitig geeinigt. Die schlechte Nachricht: Es gibt keine positiven Überraschungen." Vor allem die Blockade der Briten schlägt auf die Stimmung. Lediglich 23 der 27 EU-Staaten einigten sich auf gemeinsame Beschlüsse. Drei Länder, Schweden, Tschechien und Ungarn erwägen immerhin eine spätere Beteiligung an der Fiskalunion, nachdem ihre nationalen Parlamente zugestimmt haben. Allein Großbritannien schert aus.
Quelle: sueddeutsche.de

Talanx lehnt griechischen Schuldenschnitt ab

Der freiwillige Schuldenschnitt der Finanzbranche für Griechenland soll ohne die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe Talanx zustande kommen. In einem Interview der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag) schloss Vorstandschef Herbert Haas die Teilnahme seines Konzerns an einem Erlass der Verbindlichkeiten für das hoch verschuldete Land aus.

"An der jetzt geplanten Gläubigerbeteiligung werden wir uns nicht beteiligen. Warum sollte ich freiwillig auf etwas verzichten?", sagte der Talanx-Chef. Nach Informationen des Blattes stellt sich damit erstmals ein großer institutioneller Investor aus Deutschland ausdrücklich gegen den Kompromiss, den die EU-Staaten mit dem internationalen Bankenverband IIF ausgehandelt haben. Dabei war vereinbart worden, dass private Gläubiger auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten.

Dies könnte Folgen für die Talanx-Aktionäre und für die Versicherten haben, erklärte Haas zur Begründung. Ein Ausfall der Forderungen bedeute weniger Zinsen für die Policen. "Ich würde also auf Geld verzichten, das anderen gehört", sagte Haas. Es wundere ihn, "wie bereitwillig" sich manche Konkurrenten aus der Branche am Schuldenschnitt beteiligen wollten.
Quelle: manager-magazin.de

Obama: US-Wirtschaft braucht noch Jahre

Nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama wird es noch Jahre dauern, bis die US-Wirtschaft wieder auf einer soliden Basis steht. Es brauche Zeit, strukturelle Probleme, die sich über die letzten 20 Jahre aufgebaut hätten, wieder rückgängig zu machen, sagte Obama im Interview bei CBS "60 Minutes", das am Sonntag ausgestrahlt wird. Es würden noch mehr als zwei Jahre benötigt, sagte Obama den bereits am Freitag veröffentlichten Ausschnitten zufolge. Es sei klar gewesen, dass die Erholung der Wirtschaft nicht innerhalb einer Legislaturperiode zu schaffen sei.

"Es braucht wahrscheinlich mehr als einen Präsidenten." Die Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit könnten bei der Präsidentenwahl im November 2012 zu den entscheidenden Faktoren werden. Auf die Frage, ob die Arbeitslosenquote bis dahin auf acht Prozent von zuletzt 8,6 Prozent fallen könnte, sagte Obama: "Das ist möglich, aber es ist nicht meine Aufgabe, Vorhersagen über die Wirtschaft zu machen."

Die Erwerbslosenquote war im November auf 8,6 Prozent gefallen, nach neun Prozent im Oktober. Der jüngsten Umfrage von CBS zufolge sind nur 33 Prozent der Amerikaner zufrieden mit der Wirtschaftspolitik Obamas. 44 Prozent sprachen sich für eine zweite Amtszeit Obamas aus, 54 Prozent sind dagegen.
Quelle: manager-magazin.de

S&P droht auch Versicherern

Die drohende Herabstufung der meisten Euroländer durch die Ratingagentur Standard & Poor's wirkt sich auch auf die Allianz und andere Versicherungskonzerne in Europa aus.Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt. Der Schritt sei eine Folge der ähnlichen Drohungen gegen 15 der 17 Staaten der Eurozone, teilte das Institut am Freitag mit.

Unter den 15 betroffenen Unternehmen ist der Kreditversicherer Euler Hermes, der zur Allianz-Gruppe gehört. Daneben sind unter anderen die Versicherer Aviva, Axa, Generali und Mapfre betroffen. Als Grund für den negativen Ausblick nannte S&P die Krise in der Eurozone. Mit der Einstufung „Creditwatch Negative“ droht den Versicherern nicht nur eine Abstufung, die Agentur sieht außerdem eine höhere Dringlichkeit für etwaige eigene Maßnahmen. Statt mehrerer Monate hat S&P nun maximal 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag, 09.12.2011:

Nach EU-Gipfel: Spaniens und Italiens Renditen steigen

Die EU-Beschlüsse zur Stabilisierung der Euro-Zone haben die Investoren am Rentenmarkt nicht überzeugt. Die Renditen der zehnjährigen italienischen und spanischen Anleihen zogen am Freitag an. Auch die Kosten für die Kreditausfallversicherungen (CDS) verteuerten sich. Steigende Renditen und CDS spiegeln die wachsenden Zweifel an der Zahlungsfähigkeit dieser Länder wieder.

Für Enttäuschung sorgte laut Commerzbank vor allem, dass der Gipfel keine Lösung hinsichtlich eines Schutzschirms für Italien und Spanien gebracht hat. „Auch EZB-Präsident Mario Draghi hat gestern auf der EZB-Pressekonferenz klargestellt, dass die EZB zur Finanzierung nicht in die Bresche springen wird“, schrieb Commerzbank Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. Italienische Papiere rentierten in der Spitze bei 6,735 (Vortagesschluss: 6,527) Prozent, spanische bei 6,027 (5,833) Prozent. Fünfjährige Swaps zur Versicherung von italienischen Staatsanleihen stiegen um 13 Basispunkte auf 535 Basispunkte, wie der Datenanbieter Markit mitteilte.

Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 535.000 Euro. Die CDS Spaniens kletterten um acht Basispunkte auf 438 Basispunkte.
Quelle: handelsblatt.com

Wenn "Madame Non" rote Linien überschreitet

Als „Madame Non“ wird Angela Merkel (CDU) in Europa häufig tituliert. Weil sie eine harte Verhandlungslinie fährt und in der Euro-Krise viele Entscheidungen blockiert – so heißt es. Tatsächlich aber hat die Bundeskanzlerin in den vergangenen zwei Jahren viele rote Linien, die sie vorgab, alsbald übertreten.

Auch nach der Einigung auf die Gründung einer Fiskalunion mit der Euro-Gruppe und sechs weiteren EU-Staaten, bleibt offen, welche Positionen Merkel im Detail durchsetzen kann. In einem neuen Vertrag sollen Schuldenbremsen und automatische Sanktionen ein solides Haushalten garantieren – doch der Vertrag wird erst bis März 2012 ausgehandelt, erst dann werden alle Details feststehen. Während sich erste Erfolge bei einzelnen Positionen der Kanzlerin abzeichnen, etwa bei der Ausstattung des ESM mit einer Banklizenz sowie der Verhinderung von Euro-Bonds, musste sie auch erste Verhandlungsverluste hinnehmen. So können Banken und Fonds künftig nicht mehr zu Schuldenschnitten gezwungen werden.

„Unser erster Ansatz zur Beteiligung des Privatsektors hatte einen sehr negativen Effekt, jetzt ist er offiziell vorüber“, freute sich etwa EU-Ratschef Herman Van Rompuy in einer ersten Erklärung in Richtung Merkel, die bis zuletzt eine andere Position vertreten hatte. Wie schlug sich die Kanzlerin bei früheren Gipfeltreffen? "Welt Online" zieht eine Bilanz, mit welchen Positionen die Kanzlerin bisher in die Krisentreffen ging und was herauskam.
Quelle: welt.de

Deutschland verkauft weniger Waren ins Ausland

Deutschland bekommt die weltweite Wirtschaftsflaute zu spüren. Für die Bundesrepublik hat das sowohl negative als auch positive Auswirkungen. Schlecht für die hiesige Wirtschaft ist, dass die deutschen Exporte im Oktober eingebrochen sind. Beruhigend für die Verbraucher ist aber, dass die Teuerungsrate im November den zweiten Monat in Folge rückläufig ist. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Im Oktober lag die Teuerungsrate bei 2,5 Prozent, im September gab es mit 2,6 Prozent noch ein Drei-Jahres-Hoch. "Der Preisanstieg dürfte seinen Höhepunkt überschritten haben", schrieb die Bundesbank in ihrer Konjunkturprognose. Demnach fällt die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder unter die Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. "Dies hängt vor allem mit dem sinkenden Beitrag von Energie zusammen", schrieb die Bundesbank.

Trotz der zu erwartenden Erhöhung der Gas- und Strompreise werde sich Energie im kommenden Jahr nur noch um vier Prozent verteuern. Im Oktober kostete sie noch über elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Quelle: spiegel.de

Gereizte US-Bürger wüten gegen Euro-Hilfe

Die USA verwickeln sich immer tiefer in den Kampf um die Lösung von Europas Schuldendrama. Die US-Notenbank Fed hilft kräftig bei der Verbilligung von Dollarkrediten an europäische Banken mit. US-Finanzminister Timothy Geithner reist zum vierten Mal in wenigen Monaten zu einem EU-Gipfel an. Barack Obama rief am Mittwoch vor dem Beginn des EU-Gipfels Bundeskanzlerin Angela Merkel an, um auf eine Lösung der Krise zu drängen. Und der Internationale Währungsfonds (IWF), in dem die USA mit mehr als 17 Prozent der Anteile führendes Mitglied sind, wird wohl umfangreiche Garantien für Kredite übernehmen, die europäische Notenbanken über ihn an Wackelländer im Euroland weiterleiten.

In den USA sorgt das rasch wachsende Engagement für große Unruhe. Denn die Amerikaner stehen selbst vor dem gleichen Problem, das auch Europa lösen muss: Eine Verringerung der horrenden Schuldenlast durch mehr Sparsamkeit bei gleichzeitiger Ankurbelung von Wirtschaftswachstum. Schließlich kann nur eine wirtschaftliche Erholung den Weg aus der Schuldenfalle ebnen. Ökonomen haben für diesen Gewaltakt aber noch keine Theorie entwickelt. Das macht die Aufgabe zu einem brisanten Drahtseilakt, bei dem niemand den Ausgang kennt. Eines aber scheinen erzürnte Amerikaner genau zu wissen, und sie drücken es in US-Foren im Internet unmissverständlich aus: Nicht mit uns.

"Die Fed wird den Bailout für Europa übernehmen", heißt es in "Scotty Starne's Blog". Dort wird kritisiert, dass die US-Notenbank schon in der Finanzkrise 7700 Milliarden Dollar an strauchelnde Banken auslieh, viele davon große europäische Geldhäuser. "Obama will höhere Steuern, damit er in Übersee aushelfen kann", wettert ein Autor im Diskussionsforum "Sodahead".

Ähnlich liest sich das in vielen anderen Foren, so auch bei Yahoo: "Organisiert Obama einen Bailout für Europa mit unserem Geld?" Nicht nur im Wahlvolk braust ein ominöser Proteststurm, wenige Monate vor der nächsten Präsidentenwahl. Auch unter führenden US-Politikern formiert sich Protest und Widerstand gegen das wachsende US-Engagement in der Euro-Schuldenkrise.
Quelle: manager-magazin.de

Bundesbank sieht verlorenes Jahr auf Jobmarkt

Im Sog der Euro-Krise wird der Aufschwung am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr nach Ansicht der Bundesbank vorerst gestoppt. Sie rechnet in damit, dass sich die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt bei drei Millionen einpendeln und damit auf dem Niveau von 2011 verharren wird. "Erst Ende 2012 dürfte wieder eine leichte Beschäftigungszunahme zu verzeichnen sein", heißt es in dem Bericht. Zuletzt war die Arbeitslosenzahl in Richtung Sechs-Prozent-Marke gerutscht.

Die Wirtschaftsweisen rechnen in ihrem im November veröffentlichten Gutachten hingegen mit weniger als 2,9 Millionen Arbeitslosen im Jahresschnitt. Die Bundesbank veranschlagt für 2012 zudem nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent, wobei sich für den Winter bereits eine konjunkturelle "Durststrecke" abzeichne. Damit bliebe das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich unter der Regierungsprognose von einem Prozent: "Die Krise der Staatsfinanzen in einer Reihe von Ländern des Euro-Gebiets, die hiervon ausgehende Verunsicherung sowie die allgemeine wirtschaftliche Abschwächung belasten die deutsche Konjunktur", warnt die Bundesbank. Im Juni war sie noch von 1,8 Prozent Wachstum für 2012 ausgegangen.

Zum Vergleich: Dieses Jahr wird ein Plus von 3,0 Prozent veranschlagt. Die Notenbank erwartet allerdings, dass eine "weiterhin expansive Geldpolitik und eine wieder stärker wachsende Weltwirtschaft" die Konjunktur 2013 anschieben wird. "Unter diesen Gegebenheiten könnte sich im Jahr 2013 ein Zuwachs des BIP von 1,8 Prozent ergeben."
Quelle: manager-magazin.de

Ökonomen zerpflücken Beschlüsse des Euro-Gipfels

Führende Ökonomen in Deutschland bezweifeln, dass die Beschlüsse des EU-Gipfels zu einer Stabilisierung der Märkte beitragen. Ob Schuldenbremsen überhaupt funktionieren sei mehr als zweifelhaft, in jedem Fall bedürfe es Zeit, sie zu implementieren, sagte der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, Handelsblatt Online. „Zugleich wird die hiermit verbundene restriktive Fiskalpolitik die zu erwartende Rezession im Euro-Raum verschärfen.“

Horn hält zudem den politischen Schaden durch die Nicht-Einbeziehung Großbritanniens für immens. „Alles zusammen weckt kein Vertrauen, sondern Zweifel“, sagte Horn und fügte hinzu: „Kurzfristig kann ohnehin nur eine Intervention der EZB helfen.“

Auch der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, reagierte enttäuscht. „In der Bekämpfung der akuten Krise ist die Politik keinen Schritt weitergekommen“, sagte Fichtner Handelsblatt Online. „So wurde weder eine Vergrößerung des Rettungsschirms noch eine verstärkte Intervention der Europäischen Zentralbank signalisiert. Nur so könnten aber die akuten Liquiditätsprobleme der südeuropäischen Volkswirtschaften überzeugend gelöst werden.“

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, wies auf die zahlreichen Risiken hin. Die Gipfel-Ergebnisse seien „nicht viel mehr als Absichtserklärungen“, die zudem noch von den beteiligten Ländern ratifiziert werden müssten, während die finanziellen Zusagen der EU-Staaten an den IWF über weitere 200 Milliarden Euro innerhalb von 10 Tagen umgesetzt würden. „Dieses Missverhältnis stimmt sehr nachdenklich“, sagte Carstensen Handelsblatt Online.
Quelle: handelsblatt.com

Chinas Devisenreserven schrumpfen

Chinas Devisenschatz schrumpft Der Wert von Chinas Devisenschatz ist um knapp 90 Milliarden Yuan auf 23 Billionen Yuan (2,7 Billionen Euro) gesunken, wie aus aktuellen Zahlen der Zentralbank in Peking hervorgeht. Experten sehen dies als ein Anzeichen, dass Unternehmen aus Europa und Amerika ihr Geld aus China abziehen. Möglicherweise beginnen parallel dazu auch erste reiche Chinesen, ihr Vermögen angesichts fallender Immobilienpreise ins Ausland zu transferieren.

Der chinesische Yuan ist an einen Korb von Währungen gekoppelt. Da China mehr Waren aus- als einführt, bleiben im Außenhandel laufend große Dollar- und Euro-Beträge übrig, die das Land in Staatsanleihen investiert. Da sich Chinas Importe zuletzt erhöht haben, die Exporte jedoch zurückgegangen sind, hat sich die Anhäufung der Reserven zuletzt bereits verlangsamt.
Quelle: handelsblatt.com

Moody’s stuft drei französische Großbanken herunter

Die Ratingagentur Moody's hat am Freitag drei führende französische Banken unter Bezug auf die Schuldenkrise in Europa herabgestuft. Betroffen sind BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole. Das Langfristrating für BNP und Credit Agricole setzten die Analysten auf Aa3 herab, das für Societe Generale auf A1.

Als Gründe wurden die schlechter werdenden Bedingungen für Liquidität und Finanzierung genannt sowie das fragile Geschäftsumfeld für europäische Banken. Diese haben Milliarden an Staatsanleihen aufgenommen, bei denen nun die Gefahr besteht, dass nicht alle zurückgezahlt werden können. Zudem verschlechterten sich die Wirtschaftsprognosen.

An der Pariser Börse sorgte die Nachricht zeitweise für Kursverluste: BNP Paribas startete mit einem Abschlag von drei Prozent in den Handel, die Papiere von Societe Generale gaben mehr als drei Prozent nach. Wobei sich die französische Großbank BNP Paribas sich gut gerüstet sieht, um ohne Kapitalaufstockung den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA zu meistern. BNP-Paribas -Verwaltungsratschef Baudouin Prot beschrieb in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) die finanzielle Situation der Bank als solide.
Quelle: handelsblatt.com

Stresstest: Sechs deutsche Banken fallen durch

Sechs deutsche Banken brauchen nach Einschätzung der europäischen Aufseher für Krisenzeiten insgesamt 13,1 Milliarden Euro zusätzliches Kernkapital. Damit ist fast jede zweite der 13 beteiligten deutschen Banken bei dem Stresstest durchgefallen.

Die größte Lücke machte der aktuelle Stresstest bei der Commerzbank mit 5,3 Milliarden Euro aus, wie die Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin am Donnerstagabend gemeinsam mitteilten. Ihr scheidender Finanzchef Eric Strutz bekräftigte, dass die Commerzbank ohne Staatshilfe auskommen wolle: „Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen.“

Der Abbau von Risiken in der Bilanz - etwa durch ein gedrosseltes Kredit-Neugeschäft - soll allein 2,7 Milliarden Euro bringen. Die deutsche Wirtschaft soll nicht unter der Gewaltkur leiden: „Wir werden unseren Kunden und insbesondere dem Mittelstand auch künftig zur Seite stehen.“
Quelle: handelsblatt.com

Rezession in den Niederlanden

Als erstes Kernland der Euro-Zone sind die Niederlande in eine Rezession gefallen. Nach Prognose der Notenbank schrumpft die Wirtschaft im zu Ende gehenden Quartal um 0,4 Prozent. Bereits im Sommer war das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent zurückgegangen. Von Rezession wird bei mindestens zwei Minus-Quartalen in Folge gesprochen.

Die fünftgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion leide unter dem schwächeren Welthandel, schrieb die Notenbank am Freitag. Für 2012 rechnet sie nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Bislang war sie von 1,7 Prozent ausgegangen. „Die verschlechterten Umsatzerwartungen der Unternehmen werden in ein schwaches Investitionswachstum münden“, hieß es. „Das verfügbare Einkommen der Haushalte wird fallen, die Sparquote steigen.“

Die schlappe Konjunktur belastet auch die Staatskasse. Das Haushaltsdefizit dürfte 2012 bei 3,5 Prozent liegen. Um es 2013 wieder unter die in den EU-Verträgen festgelegte Obergrenze von drei Prozent zu drücken, müssten Ausgaben gekürzt werden.
Quelle: handelsblatt.com



Donnerstag, 08.12.2011:

EZB: Leitzins auf ein Prozent gesenkt

Die Europäische Zentralbank (EZB) forciert ihren Kampf gegen die Krise: Der EZB-Rat drückte am Donnerstag den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent. Es ist die zweite Zinssenkung, seit vor einem Monat der neue EZB-Präsident Mario Draghi sein Amt antrat. Die unter Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet im April und Juli beschlossenen Zinserhöhungen sind damit wieder ausgeglichen. Nach nur acht Monaten Pause steht der Leitzins wieder auf dem Rekordtief, das im Kampf gegen die Rezession im Jahr 2009 eingeführt wurde.

EZB-Präsident Draghi hatte bereits im November gesagt, er befürchte einen neuerlichen Konjunktureinbruch. Zu erwarten sei, dass "das langsame Wachstum zum Jahresende in eine milde Rezession übergeht". Die Zinssenkung soll verhindern, dass es noch schlimmer kommt. Denn sie verringert die Kosten der Kreditvergabe: Der Leitzins ist der Satz, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen

. Eine Senkung geben sie mit Verzögerung in der Regel an ihre eigenen Kunden weiter, indem sie die Zinsen für Kredite an Verbraucher und Unternehmen herabsetzen. Außerdem verschaffen günstige EZB-Darlehen den Geschäftsbanken mehr Spielraum für Investitionen an den Kapitalmärkten.
Quelle: ftd.de

Zentralbanken spielen ein Leben ohne Euro durch

Für mehrere europäische Zentralbanken ist die Wahrscheinlichkeit eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone offenbar hoch genug, um Vorbereitungen für den Ernstfall zu treffen. Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf Insider, dass sich einige Banker bereits nach Möglichkeiten umsähen, wie im Falle eines Euro-Aus neue Geldscheine gedruckt werden könnten.

Das "Wall Street Journal" nennt als Beispiel die irische Zentralbank, die informierten Kreisen zufolge bereits Überlegungen anstelle, ob sie zusätzliche Druck-Kapazitäten brauche, falls sie kurzfristig eine nationale Währung einführen müsse. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür jedoch nicht. Irland hatte besonders stark unter der Schuldenkrise gelitten, sich aber zuletzt wieder gefangen.
Quelle: welt.de

Euro-Länder planen 150-Milliarden-Euro-Spritze

Die Euro-Länder wollen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Kreisen zufolge 150 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Schuldenkrise zur Verfügung stellen. Das solle über bilaterale Kredite durch die Notenbanken der 17 Euro-Staaten erfolgen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone der Nachrichtenagentur Reuters.

Dieses Geld stünde dann neben den 440 Milliarden Euro des europäischen Rettungsfonds EFSF bereit. Früheren Plänen zufolge soll der IWF das Geld weiterreichen an Krisenländer, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder sich nur zu enormen Kosten refinanzieren können. Den Notenbanken ist die Staatsfinanzierung verboten. Vom Tisch sei dagegen der Plan, den permanenten Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz auszustatten und so seine Schlagkraft zu erhöhen.

Mit der Banklizenz hätte sich der ESM von der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld besorgen können und wäre nicht auf private Anleger angewiesen, die derzeit Investitionen in der Euro-Zone scheuen.
Quelle: welt.de

S&P startet Rundumschlag gegen Banken

Nach Europas Staaten attackiert die US-Ratingagentur Standard & Poor's nun Europas Banken. In einem Rundumschlag stellte S&P am späten Mittwochabend mehrere große Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung ("CreditWatch"), darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Am Donnerstagmorgen drohte die Agentur schließlich auch der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Entwicklungsbank des Europarates (CEB) mit einer Herabstufung. Der negative Ausblick für EIB und CEB spiegele die Besorgnis wider, dass sich die Probleme in der Euro-Zone auch auf diese Institutionen auswirken könnten, teilte S&P mit. Die EIB fördert die Ziele der Europäischen Union durch die langfristige Finanzierung tragfähiger Investitionen. Die CEB vergibt langfristige zweckgebundene Darlehen für soziale Zwecke.

Auch eine Reihe Banken anderer europäischer Länder wurden mit einem negativen Ausblick belegt: So müssen die britische Großbank Barclays, die französischen Institute BNP Paribas und Crédit Agricole, die französische Entwicklungsbank AFD, die österreichische Kontrollbank und die italienische Unicredit um ihr Rating bangen. Den Geldhäusern droht damit genauso wie ihren Heimatländern eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit.
Quelle: sueddeutsche.de

Merkel will Brüsseler Tricksereien nicht akzeptieren

Wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels ist der Druck auf Berlin zu stärkeren Maßnahmen gegen die Schuldenkrise weiter gestiegen. Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker schloss sich am Donnerstag EU-Ratschef Herman Van Rompuy an und verlangte von dem Gipfel einen Beschluss, dem Rettungsschirm über eine Banklizenz zu unbegrenzter Feuerkraft zu verhelfen.

Die Ratingagentur S&P drohte der gesamten EU mit einer Herabstufung, wenn nicht bis zum Montag eine überzeugende Lösung der Schuldenkrise gefunden werde. Und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso appellierte auf einem Kongress der Europäischen Volkspartei (EVP) in Marseille an die Vernunft in den Hauptstädten: "Die Welt schaut in diesen Tagen auf Europa, wir sollten sie nicht enttäuschen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere europäische Spitzenpolitiker waren am Donnerstagvormittag in Marseille eingetroffen, um letzte Gespräche vor dem EU-Gipfel in Brüssel zu führen, der am Abend beginnt. Vor allem unter kleineren EU-Mitgliedsländern gibt es erheblichen Widerstand gegen den Plan von Merkel und Sarkozy, die EU mit einer Vertragsveränderung auf Stabilitätskurs zu bringen. Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt äußerte sich bei seiner Ankunft in Marseille skeptisch. Der geltende EU-Vertrag von Lissabon habe gezeigt, wie schwierig eine Veränderung der Vertragsgrundlagen sei. Merkel reist mit kompromissloser Haltung nach Brüssel.

Am Mittwoch hatten hohe Regierungskreise in Berlin klar gestellt, dass man "Brüsseler Tricksereien" nicht akzeptieren werde. Damit ist unter anderem der Versuch gemeint, den dauerhaften Rettungsfonds ESM, der auf kommendes Jahr vorgezogen werden soll, mit einer Banklizenz auszustatten. Das fordert Ratschef Herman Van Rompuy in einem Brief an alle Staats- und Regierungschefs. Eurogruppenchef Juncker stellte sich in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" dahinter. Die Entscheidung, ob der ESM wie eine Bank Geld leihen und verleihen darf, "muss beim Gipfel fallen", sagte er. "Ich halte es für falsch, sich hier apodiktisch einzumauern". In Berlin wird das bislang kategorisch ausgeschlossen, weil das auf eine Staatsfinanzierung über die Notenpresse hinauslaufe.

Doch ohne Bewegung droht Merkel mit ihrem wichtigsten Ziel zu scheitern: Die Eurozone durch Vertragsänderungen zu einer Fiskalunion auszubauen, mit automatischen Sanktionen gegen Defizitsünder und Schuldenbremsen für alle Eurostaatenmitglieder. Darauf hatte sich die Kanzlerin schon mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy geeinigt.
Quelle: manager-magazin.de

Briefbombe für Ackermann

Die Hinweise auf einen versuchten Sprengstoffanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann haben sich erhärtet. Bei dem an Ackermann persönlich adressierten DIN-A-5-Umschlag handelte es sich laut Landeskriminalamt um eine "funktionsfähige Briefbombe". Die Ermittlungen dauern an.

Bei dem verdächtigen Brief handelte es sich um eine "funktionsfähige Briefbombe", wie das Hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Donnerstag nach ersten Untersuchungen mitteilten. Zur Zusammensetzung des Sprengsatzes wollten sich die Behörden "aus ermittlungstaktischen Gründen" zunächst nicht äußern.

Der verdächtige Brief war am Mittwochmittag in der Poststelle der Deutschen-Bank-Zentrale im Frankfurter Bankenviertel von Mitarbeitern entdeckt worden. Wie es hieß, war der Brief an Ackermann persönlich adressiert. Nach dem Röntgen in der Bank habe sich der Verdacht auf möglichen Sprengstoff erhärtet, darum wurde die Polizei eingeschaltet.
Quelle: manager-magazin.de

Ruf nach Konsequenzen für reformunfähige Griechen

Der Bund der Steuerzahler hat die Einschätzung der OECD, wonach Griechenland zu Reformen nicht in der Lage ist, als vernichtendes Urteil für das Land bezeichnet. Als Konsequenz aus der Studie brachte Verbandspräsident Karl Heinz Däke erneut einen Ausschluss Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion ins Gespräch. „Wer nicht einmal in der Lage ist, sich selbst vernünftig zu organisieren, von dem kann nicht erwartet werden, dass er die Milliardenhilfen der Euro-Partner sinnvoll einsetzt“, sagte Däke Handelsblatt Online.

Ohne tragfähige Staatstrukturen bleibe Griechenland „ein Fass ohne Boden“. Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu Recht anmahne, seien radikale Reformen nötig, sagte Däke weiter. Dazu gehöre nicht nur, die Umschuldungsverhandlungen mit den privaten Gläubigern zu forcieren. „Ebenso steht ein Austritt aus der Euro-Zone weiterhin zur Debatte“, sagte der Chef des Steuerzahlerbunds.
Quelle:handelsblatt.com

Chinesische Ratingagentur stuft Frankreich herab

Die chinesische Ratingagentur Dagong hat die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Wegen anhaltender Strukturprobleme werde Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt weiter abnehmen und sein Wachstum mittelfristig schwach bleiben, erklärte die Ratingagentur am Donnerstag und setzte die Bonität von AA- aus A+ herab. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Montag angedroht, Frankreichs Bonität von der Bestnote AAA um zwei Stufen herabzusetzen.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 07.12.2011:

Warum China europäische Anleihen verschmäht

Die Euro-Strategen wähnten sich bis vor wenigen Tagen fast am Ziel: Um Europa zu retten, so der Plan der Staats- und Regierungschefs, sollte die finanzielle Feuerkraft des Schutzschirms EFSF vervielfacht werden - und das ohne weiteres Geld der Euro-Länder. Der Trick dahinter: Private Investoren und Staaten sollten gelockt werden, Anleihen der Euro-Länder zu kaufen. Dafür sollte ein Teil des Geldes versichert werden.

Ihre größten Hoffnungen setzten die Europäer dabei in die Chinesen. Doch damit haben sich die Regierenden der Euro-Staaten gründlich verkalkuliert. China hat offenbar kein Interesse mehr an europäischen Staatsanleihen, wie die Volksrepublik immer deutlicher zu verstehen gibt. "Was die europäische Wirtschaft braucht, ist Geld als eine Art frisches Blut", sagt der Pekinger Regierungsberater Wang Yiming von der wichtigen Entwicklungs- und Reformkommission gegenüber SPIEGEL ONLINE. Sein Komitee berät Chinas Regime maßgeblich in Wirtschaftsfragen. "Aber wir wollen dieses Geld nicht wie bei einer Bluttransfusion einfach an Europa übertragen. Wir wollen stattdessen in Zukunft hier selbst welches erzeugen, durch Investitionen."

Was das konkret heißt, das erzählen einem Regierungsberater und Wirtschaftsprofessoren in Peking mittlerweile nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz offen beim Cappuccino im Pekinger Botschaftsviertel: Weg von Staatsanleihen aller Art, hin zum direkten Kauf und Bau von Firmen und Infrastruktur in Europa. "Die vorsichtige Herangehensweise, Investitionen in Europa eher indirekt und unbemerkt über Partner zu tätigen, ist spätestens seit Anfang 2011 vorbei", erklärt ein Regierungsberater. Die Chinesen wollten mehr Direkt-Investment.
Quelle: spiegel.de

EFSF soll nochmals aufgestockt werden

Die Euro-Zone will offenbar die Schutzmauer um ihre kriselnden Staaten erheblich aufstocken: Laut der Nachrichtenagentur Reuters und der "Financial Times" verhandeln die Delegationen der Mitgliedstaaten vor dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel intensiv darüber, wie sie die Finanzmittel gegen die Schuldenkrise erhöhen können.

Demnach könnten der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM und der bereits bestehende vorläufige Rettungsschirm EFSF zumindest eine Zeit lang nebeneinander existieren - bislang war geplant, dass der ESM den EFSF ablöst. Die Berichte berufen sich auf ranghohe EU-Vertreter.
Quelle: spiegel.de

Ratingschock verdüstert den Ausblick für Banken

„Das hat uns gerade noch gefehlt.“ Ein Top-Banker eines großen deutschen Geldhauses bringt die Sorgen der Branche kurz vor Jahresende auf den Punkt. Die angedrohte Herabstufung Deutschlands und weiterer Euro-Länder kann die ohnehin schwierige Geldbeschaffung der Geldinstitute an den Märkten zu einer noch größeren Herkulesaufgabe machen.

Investoren merken, dass sich selbst Staaten mit der Spitzennote „AAA“ den Folgen der Schuldenkrise nicht mehr entziehen können - und damit wächst das Misstrauen auch gegenüber den Banken aus diesen Ländern. Denn die Institute halten traditionell viele Bonds aus ihren Heimatländern in der so genannten Liquiditätsreserve, sprich ihr Schicksal ist eng mit dem des Staates verknüpft. Fondsmanager und andere Experten sind sich einig: Sollte Deutschland tatsächlich seine Top-Bewertung von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) verlieren, wird für die hiesigen Institute die Refinanzierung noch teurer.

Solange die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone allerdings weiter zu den bonitätsstärksten Euro-Ländern zählt, werden sich die Folgen in Grenzen halten. „Ein Einäugiger sieht immer noch mehr als ein Blinder und kann so zumindest verhindern, gegen die Wand zu fahren“, beschreibt ein Banker die aktuelle Lage der Institute in der Euro-Zone.
Quelle: handelsblatt.com

Banken leihen sich von EZB mehr als 50 Milliarden Dollar

In der vergangenen Woche hatten die internationalen Notenbanken in einer konzertierten Aktien den Markt mit Geld geflutet und insbesondere die Geldversorgung der europäischen Banken erleichtert. Damit wollen sie verhindern, dass der Interbankenmarkt austrocknet - denn in den vergangenen Wochen hatten vor allem europäische Geldhäuser Probleme, Abnehmer für ihre Anleihen zu finden und sich mit frischen Dollar zu versorgen. Nun haben die Banken vom Angebot der Zentralbanken regen Gebrauch gemacht - ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage auf dem Interbankenmarkt immer noch ist.

Beim ersten Dollar-Tender der EZB am Mittwoch haben sich europäische Geldhäuser deutlich mehr US-Dollar geborgt als von Analysten erwartet. Das Volumen der Zuteilung lag mit mehr als 50 Milliarden Dollar um ein Vielfaches über der durchschnittlichen Prognose von zehn Milliarden Dollar. "Diese Vorhersagen waren viel zu niedrig angesetzt", sagte ein Disponent. Ein anderer Börsianer betonte, auch für ihn sei der Ausgang der Auktion keine Überraschung.

"Das Misstrauen der Banken untereinander ist immer noch hoch. Der Liquiditätstransfer funktioniert nicht." Die großen Notenbanken der Welt hatten sich in der Vorwoche darauf verständigt, Kreditinstituten bis 2013 unbegrenzt Dollar zu Verfügung zu stellen und damit den Dollar-Notstand vor allem europäischer Banken zu lindern.
Quelle: manager-magazin.de

Schäuble will Banken notfalls zwangsweise retten

Der deutsche Bankenrettungsfonds Soffin soll im nächsten Jahr notleidende Institute auch zwangsweise mit frischem Kapital versorgen können. Das jedenfalls geht aus dem entsprechenden Gesetzentwurf hervor, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt, und den das Kabinett nächste Woche beschließen soll.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) folgt damit dem Vorbild USA: Dort waren 2008 in der Finanzkrise notleidende Banken zeitweise zwangsverstaatlicht worden. Die Banken dort sind seither deutlich stabiler als die der Euro-Zone, in der die Institute nur auf eigenen Antrag gerettet wurden.

Die Europäische Bankenaufsicht Eba velangt von den Banken der Euro-Zone, bis Mitte 2012 ihr Kernkapital auf neun Prozent aufzustocken. Institute, die dies aus eigener Kraft nicht schaffen, sollen Bürgschaften des Soffin bekommen.
Quelle: handelsblatt.com

Citigroup will 4500 Stellen streichen

Die Schuldenkrise fordert das nächste Opfer an der Wall Street: Die US-Großbank Citigroup will in den kommenden Quartalen etwa 4500 Stellen streichen, wie Firmenchef Vikram Pandit am späten Dienstag auf einer Investorenkonferenz in New York ankündigte. Zuletzt waren bei der Citigroup rund 267.000 Menschen beschäftigt. Im Zusammenhang mit dem Stellenabbau rechne das Geldhaus mit Belastungen in Höhe von 400 Millionen Dollar.
Quelle: manager-magazin.de

Athen verabschiedet Sparhaushalt

Athen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, im kommenden Jahr keine neuen Schulden mehr zu machen. Das soll durch Einsparungen im staatlichen Bereich und Privatisierungen erreicht werden. Zudem soll es einen freiwilligen Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent für griechische Staatsanleihen geben.

Für den Sparhaushalt stimmten daher im griechischen Parlament 258 Abgeordnete der Sozialisten, der Konservativen und der Ultrakonservativen, die die Regierung unter dem Finanzexperten Lucas Papademos unterstützen. Dagegen votierten 41 kommunistische, linksgerichtete und unabhängige Abgeordnete, wie Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos mitteilte.

Der neue griechische Ministerpräsident Lucas Papademos rief die Griechen vor der Abstimmung zur Einheit auf. Das Land stehe vor einem historischen Moment seiner Geschichte. Die Schulden müssten reduziert und die Steuerhinterziehung bekämpft werden, sagte Papademos. "Wenn wir das nicht tun, wird uns die Geschichte dies nicht verzeihen", sagte er. "Wir befinden uns nicht unter der Aufsicht der "Troika" (aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds), sondern unter Aufsicht der Geschichte", machte Papademos seinen Landsleuten in der emotionalen Rede klar.
Quelle: manager-magazin.de

Europa: Rating-Druck noch lange Zeit

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Dekabank, Ulrich Kater, bleibt Europa noch lange Zeit der Gefahr von Rating-Abstufungen ausgesetzt. Fast alle westlichen Industrieländer hätten die Grenzen ihrer Staatsverschuldung erreicht. Das seien die Signale, die die US-Ratingagentur Standard & Poor's an die Euro-Länder aussendet, übrigens nicht nur an diese, sondern bereits im Sommer auch an die USA, sagte Kater Handelsblatt Online.

„Es gibt Hinweise, dass die Politik diese Signale in der jüngsten Vergangenheit immer besser versteht, dass also die Lösung dieser Schuldenkrise darin liegt, Staatsschulden nachhaltiger zu gestalten“, ist der Ökonom überzeigt. Doch das gehe nicht von heute auf morgen, sondern benötigt „viele Jahre“ Zeit. „In dieser Zeit kann es auch zu weiteren Herabstufungen als nur für die USA kommen“, sagte Kater.
Quelle: handelsblatt.com

Rufe nach europäischer Ratingagentur werden lauter

Angesichts einer drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit quasi der gesamten Euro-Zone durch Standard & Poor's wird der Ruf nach einer europäischen Ratingagentur lauter. 2012 müsse der „Aufbau einer unabhängigen europäischen Ratingagentur“ vorangetrieben werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), der „Bild“-Zeitung.

Als Vorbild nannte er die Stiftung Warentest. Ähnlich äußerte sich der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen. Er warf den großen US-Ratingagenturen unverantwortliches Handeln vor. Die US-Firmen seien in der Euro-Krise „nicht nur ein neutrales Fieberthermometer, sondern sie treiben das Fieber mit nach oben“, sagte Billen. Dies gelte es zu verhindern. Nach seinen Worten soll eine europäische Ratingagentur eingerichtet werden, „die unabhängig ist und verantwortlich handelt“.
Quelle: welt.de

Lebensversicherer zahlen weniger Zinsen

Die Kunden der meisten deutschen Lebensversicherer müssen im nächsten Jahr mit einer niedrigeren Verzinsung ihrer Beiträge rechnen. Der unangefochtene Marktführer Allianz Leben senkte am Mittwoch die Überschussbeteiligung auf 4,0 (2011: 4,1) Prozent. Festverzinsliche Wertpapiere würfen nicht mehr genug ab, um mehr auszuschütten zu können, sagte Allianz-Leben-Vorstandschef Maximilian Zimmerer. "Die niedrigen Zinsen sind für die Lebensversicherer derzeit eine große Herausforderung."

Die Gesamtverzinsung auf den Sparanteil der Leben- und Renten-Policen einschließlich des Schlussüberschusses sinkt bei der Allianz auf 4,5 (4,7) Prozent. Am größten Lebensversicherer in Deutschland orientieren sich viele kleinere Unternehmen. Im Branchendurchschnitt werde sich die Vier vor dem Komma aber 2012 nicht halten lassen, sagte Lars Heermann, Lebensversicherungsexperte beim Rating- und Beratungsunternehmen Assekurata in Köln. "Das wird sich bei etwa 3,9 Prozent einpendeln."

2011 waren es nach Assekurata-Berechnungen noch 4,07 Prozent, 2009 gar 4,26 Prozent. Die Renditen auf Kapital-Lebensversicherungen sind seit 2002 auf Talfahrt. Die Versicherer legen große Teile der Beiträge in vermeintlich sicheren festverzinslichen Wertpapieren an. Zimmerer verwies darauf, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen 2011 seit Jahresbeginn auf 1,8 von 2,9 Prozent gesunken sei. Mit Aktien lasse sich das auch nicht wettmachen.
Quelle: manager-magazin.de

Trotz Ratingdrohung: Bund wird Anleihen problemlos los

Trotz des drohenden Verlustes der Top-Bonitätsnote "AAA" hat sich der Bund problemlos Geld zu günstigen Konditionen leihen können. Bei der Aufstockung einer fünfjährigen Anleihe wurden bei Investoren 4,1 Milliarden Euro eingesammelt, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Mittwoch mit. Sie hätte bei der Auktion auch mehr als doppelt so viel einnehmen können - so hoch waren die Geboten der Anleger. Die vorige Auktion war nur 1,5-fach überzeichnet.

Der Durchschnittszins stieg zwar von 1,0 auf 1,11 Prozent, ist aber immer noch sehr niedrig: Der Marktzins für vergleichbare französische Papiere liegt doppelt so hoch. "Die Stellung des Emittenten Bund ist auch durch die aktuellen Debatten nicht beschädigt", sagte der Finanzagentur-Chef Carl Heinz Daube der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Ratingagentur Standard & Poor's. Sie droht wegen der Schuldenkrise mit dem Entzug des begehrten "AAA", was steigende Zinsen nach sich ziehen könnte.

Investoren würden weiter Qualität suchen, sagte Daube. Wie begehrt Bundespapiere bei Anlegern trotz des nervösen Marktumfelds seien, zeige die starke Nachfrage in diesem Jahr: Bislang seien 278 Milliarden Euro eingenommen worden, die Nachfrage sei insgesamt fast doppelt so hoch gewesen.
Quelle: manager-magazin.de



Dienstag, 06.12.2011:

S&P droht Deutschland mit Herabstufung

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's droht Deutschland und 14 anderen Ländern der Euro-Zone mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Nach US-Börsenschluss meldete S&P, den Ausblick für insgesamt 15 Länder Eurozone auf "negativ" gesenkt zu haben. Unter den Ländern der Eurozone, die bislang noch die Topbewertung "AAA" genießen, könnten neben Deutschland auch Österreich, Finnland, die Niederlande und Luxemburg in ihrer Bonität um eine Stufe nach unten gesetzt werden. Frankreich droht S&P sogar eine Herabstufung um zwei Stufen an.

Zur Begründung nannte die Ratingagentur die sich verschlechternden Kreditkonditionen der Eurozone, die höheren Risikoprämien, die einzelne Länder für ihre Schuldentitel schon zu bezahlen haben, sowie die Uneinigkeit zwischen den Mitgliedsländern bei der Bekämpfung der Schuldenkrise. Auch die hohen Defizite sehen die Analysten vor dem Hintergrund einer möglichen Rezession in Europa als bedrohlich an.

Dass die Analysten den Ausblick für Deutschland gesenkt haben, begründen sie mit der Euro-Krise: Wegen ihr sei es schwieriger für Europas Wirtschaft, an Kredite zu kommen, schreiben sie in ihrer Begründung. Deshalb sei das deutsche Wachstum zu niedrig, der langfristige Abbau der Staatsschuldenquote gefährdet.
Quelle: sueddeutsche.de

S&P: Auch EFSF verwarnt

Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat nach dem Rundumschlag gegen zahlreiche Staaten der Eurozone auch eine Warnung gegen den Euro-Rettungsfonds EFSF ausgesprochen. Das „AAA“-Toprating für Anleihen des EFSF werde unter verschärfte Beobachtung genommen, teilte die Agentur am Dienstag mit.Der Rettungsfonds könnte die bisherige Topbonität verlieren, falls ein bisher mit Bestnote versehenes Mitgliedsstaat der Eurozone herabgestuft werden sollte.

Dabei könnte die Kreditbewertung des EFSF um ein bis zwei Stufen gesenkt werden, hieß es weiter in der Mitteilung. Bereits am späten Montagabend hatte S&P für 15 der 17 Euro-Länder und damit auch für die sechs Staaten mit der Top-Kreditwürdigkeit „AAA“ eine verschärfte Beobachtung angekündigt. Nach dem EU-Gipfel am kommenden Freitag will S&P so schnell wie möglich entscheiden, ob die aktuellen Ratings beibehalten werden. Derzeit halten noch Deutschland, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Luxemburg und Finnland bei S&P die Bestnote „AAA“.
Quelle: faz.net

Merkel und Sarkozy wollen automatische Strafen für Schuldensünder

Die Euro-Rettung kann Angela Merkel und Nicolas Sarkozy nicht schnell genug gehen. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM für die überschuldeten Euro-Staaten soll von 2013 auf 2012 vorgezogen werden. Das kündigte Frankreichs Staatspräsident nach einem Treffen mit der Bundeskanzlerin in Paris an. Frankreich und Deutschland streben außerdem automatische Strafen für Staaten an, deren Defizit die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes überschreitet.

Mit den Strafen soll die Haushaltsdisziplin vergrößert werden. Die Marke von drei Prozent gilt auch bisher schon, doch Verstöße hatten nie ernsthafte Konsequenzen für die Staaten. Auch Deutschland hat die Grenze mehrmals gerissen. Dazu peilen Frankreich und Deutschland einen grundsätzlich neuen Vertrag für die Europäische Union an, um die Haushaltskontrolle verschärfen zu können. Merkel und Sarkozy forderten "einheitlich definierte Schuldenbremsen" in Europa, die vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüft werden können.
Quelle: sueddeutsche.de

Dauerarbeitslosigkeit: Amerikaner zittern vor dem Europa-Syndrom

Es war eine handfeste Überraschung: Die US-Arbeitslosigkeit ist zuletzt deutlich gesunken. Doch von einer Trendwende ist Amerika weit entfernt: Unter US-Jobsuchern keimt stattdessen die Furcht vor Langzeitarbeitslosigkeit und europäischen Verhältnissen auf. US-Präsident Barack Obama hat seinen Wahlkampf für die Präsidentenwahl 2012 begonnen. Die Belebung von Konjunktur und Arbeitsmarkt stehen im Zentrum seines Programms.

Doch die jüngsten Zahlen vom Jobmarkt verheißen für Obama schwierige Monate. Denn trotz der zuletzt erfreulichen Zahlen - ein Plus von 120.000 Jobs im Oktober - fehlen Amerika fünf Millionen Arbeitsplätze, die seit der Finanzkrise verschwunden sind. "Die Menschen in diesem Land arbeiten hart, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, die Frage ist, ob wir in Washington das auch tun", hatte Obama am 8. September im US-Kongress gesagt. An diesem Tag legte er dem Parlament mit einer viel beachteten Rede sein 450 Mrd. Dollar umfassendes Programm für über zwei Millionen zusätzliche Jobs dar. Geblieben ist davon kaum etwas.

Die Republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus hat die Jobinitiative bis auf die Knochen abgenagt, weil sie für jede Ausgabe, die Arbeitsplätze schaffen soll, an anderer Stelle Einsparungen sehen will. Obamas Initiative hängt in den parlamentarischen Katakomben der US-Hauptstadt fest. Und die Konjunktur wächst bis mindestens 2012 zu langsam, um so viele Jobs zu schaffen, dass der private Konsum - der 70 Prozent der Volkswirtschaft unter Strom hält - eine nachhaltige Erholung anfeuern kann.

So jedenfalls hat die Zweigstelle der US-Notenbank in Philadelphia Mitte November in einem Bericht die konjunkturelle Gefechtslage beschrieben. "Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und die Beschäftigung werden in absehbarer Zeit kaum auf das Niveau zurückkehren, das sie vor der großen Rezession erreicht hatten", schreibt die Fed in dem Papier.
Quelle: manager-magazin.de

Wirtschaftskrise überfordert die Deutschen

Es ist ein Alarmsignal für die Altersvorsorge der Deutschen: Immer weniger Menschen hierzulande interessieren sich noch für Wirtschafts- und Finanzthemen. Gleichzeitig sinkt auch der Wissensstand zu diesen Themenbereichen immer weiter ab.

Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu Finanzwissen und Finanzplanungskompetenz, die die Meinungsforscher des Mannheimer Ipsos-Instituts im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) durchführten und die "Welt Online" exklusiv vorliegt. Die fatale Entwicklung fällt in eine Zeit, in der es wichtiger denn je wäre, fundierte eigene Einschätzungen zur Lage der Wirtschaft und der Kapitalmärkte zu haben: Im Zuge der Finanzkrise, die die Welt seit nunmehr drei Jahren in wechselnden Erscheinungsformen in Atem hält, ist auch die Kapitalanlage zum Tanz auf dem Vulkan geworden.

Neben Anlagen wie Aktien oder geschlossenen Fonds, die per se ein erhöhtes Anlagerisiko mit sich bringen, mussten viele Sparer auch für vermeintlich sichere offene Immobilienfonds, Geldmarktprodukte und sogar Tagesgeldanlagen Lehrgeld zahlen. Nur wer seinem Berater auf Augenhöhe begegnet oder seine Geschäfte selbst in die Hand nimmt, kann die möglichen Risiken einer Anlageentscheidung abschätzen – und damit die richtigen Weichen für seine private Altersvorsorge stellen.
Quelle: welt.de

Dax reagiert auf S&P-Drohung mit Verlusten

Die drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands und praktisch aller anderen Euro-Länder hat am Dienstag zu Verlusten im Dax geführt. Der deutsche Leitindex verlor am Mittag 0,9 Prozent auf 6.053 Punkte. Gestern war er noch mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent auf 6.106 Zähler aus dem Handel gegangen. Der MDax büßte 1,1 Prozent ein auf 8.942 Punkte und der TecDax gab um 1,3 Prozent nach auf 693 Punkte.

„Aus Sicht des Marktes erhöht die Warnung von S&P den Druck auf die Politik, die Bekämpfung der Euro-Krise ernsthaft anzugehen“, sagte Joe Rundle von ETX Capital. Die Ratingagentur hatte am späten Montagabend zu einem Rundumschlag in Europa ausgeholt. Sie warnte die bisher mit der Top-Bonitätsnote „AAA“ bewertete Bundesrepublik, sie könnte wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone um eine Stufe abgewertet werden.

Jim O'Neill, Chef der Vermögensverwaltung bei Goldman Sachs, bezeichnete den Zeitpunkt der S&P-Warnung kurz vor dem EU-Gipfel als „lächerlich“: „Ich zweifle an der Relevanz der Entscheidung.“ Ähnlich äußerten sich auch andere Analysten und Volkswirte. Mit der S&P-Drohung dürfte der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag dennoch stärker in den Fokus der Anleger rücken. „Jeder Fehlschlag der europäischen Politik, eine Einigung zu erzielen, oder jeder ungenügende Plan könnte eine unmittelbare Reaktion der Rating-Agentur auslösen“, sagte Jonathan Sudaria vom Brokerhaus LCG.
Quelle: handelsblatt.com



Montag, 05.12.2011:

EZB: Top-Ökonomen gehen von drastischen Maßnahmen aus

Am kommenden Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung der meisten Finanzmarktteilnehmer weitere drastische Maßnahmen gegen die Finanzkrise und die drohende Rezession im Euro-Raum beschließen. Die Analysten erwarten eine Zinssenkung und neue, unkonventionelle Maßnahmen um die Refinanzierungsschwierigkeiten der Geschäftsbanken zu lindern.

Dazu könnte gehören, den Banken statt der üblichen Kurzfristkredite von der Zentralbank auch solche mit Laufzeiten von bis zu zwei oder drei Jahren anzubieten. Außerdem ist eine deutliche Lockerung der Regeln dafür zu erwarten, welche Sicherheiten die EZB für diese Kredite akzeptiert. Derartige, drastische Maßnahmen sind nach Ansicht der meisten Finanzexperten dringend nötig, um eine tiefe Rezession und den Ausbruch einer Bankenkrise wie nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Herbst 2008 zu vermeiden.

"Kleine Schritte verpuffen in diesem Umfeld nur", warb der Europa-Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland, Jacques Cailloux, auf der vergangenen Sitzung des EZB-Schattenrats dafür, dass der EZB-Rat den Leitzins gleich um einen vollen Prozentpunkt von 1,25 Prozent auf 0,25 Prozent senke.
Quelle: handelsblatt.com

Chefvolkswirte der Banken sehen Euro-Crash

Die meisten Chefvolkswirte führender internationaler Banken halten den Zerfall der europäischen Währungsunion für ein mögliches Szenario. Die große Mehrheit der Ökonomen rechnet laut einer Umfrage der „Financial Times Deutschland“ zufolge mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 bis 30 Prozent, dass die Euro-Zone unter dem Druck der Finanzkrise auseinanderbricht oder einen Teil ihrer Mitgliedsstaaten verliert.

Zwölf der 26 befragten Volkswirte sähen die Wahrscheinlichkeit eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone bei 20 bis 30 Prozent, schreibt das Blatt. Für zehn Ökonomen liege das Risiko bei 10 Prozent. Keiner habe eine solche Entwicklung völlig ausgeschlossen. Von einer Rückkehr zur D-Mark halten die Chefvolkswirte nichts.

Im Gegenteil, sie warnen vor solch einem Schritt. Ein Komplettzerfall der Euro-Zone mit Rückkehr zu nationalen Währungen wäre für Deutschland "kurzfristig schlecht und langfristig schrecklich", warnt Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft. "Die Vorstellung, zur Mark zurückzukehren, ist absurd", sagt Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank, der Zeitung.
Quelle: welt.de

Commerzbank: Kampf gegen Verstaatlichung – SoFFin soll wieder geöffnet werden

Commerzbank-Chef Martin Blessing nimmt den Kampf gegen eine Verstaatlichung von Deutschlands zweitgrößter Bank auf. Mit einem Rückkauf von Hybridanleihen will er einen Teil der bis zu fünf Milliarden Euro großen Eigenkapital-Lücke schließen, um den erneuten Gang zum Staat zu vermeiden. Rund 600 Millionen Euro Kapital ließen sich mit dem Kauf der Papiere aufbringen, die weit unter ihrem Nennwert notieren. Für den Fall, dass Blessing die Zielmarke nicht erreicht, steht die bereits mit 25 Prozent an der Bank beteiligte Bundesregierung bereit.

Regierungskreisen zufolge will das Kabinett noch vor Weihnachten beschließen, den Bankenrettungsfonds SoFFin wieder zu öffnen, um Banken notfalls unter die Arme zu greifen. Je nachdem, wie viel Eigenkapital der Commerzbank fehlt, könnte der Bund dann die Mehrheit übernehmen. "Wir sind so schnell wir möglich bemüht, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, den SoFFin bereitzustellen", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag.

Hintergrund sind die neuen Eigenkapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA, die die Widerstandskraft der Banken in der Schuldenkrise erhöhen sollen. Sie verlangt neun Prozent hartes Kernkapital von den Banken - unter der Annahme, dass sie ihre Staatsanleihen zu den oft niedrigeren Marktpreisen ansetzen. Wie viel ihnen dazu fehlt, will die EBA in dieser Woche veröffentlichen. Insidern zufolge liegt die Kapitallücke der deutschen Banken bei knapp zehn Milliarden Euro. Allein der Commerzbank fehlen rund fünf Milliarden Euro. Mit einem Verkauf ihres Immobilienfinanzierers Eurohypo an den Staat könnte sie die mühsame Kapitalsammel-Aktion fast umgehen. Nach einer Trennung von dem defizitären Bilanz-Schwergewicht bräuchte sie allein fast fünf Milliarden Euro weniger Kapital.

"Das war eine der unrealistischeren Hoffnungen am Kapitalmarkt", sagte ein Händler. Denn der Staat ziert sich. Er würde stattdessen einem "Spiegel"-Bericht zufolge lieber die ganze Commerzbank in die eigene Obhut nehmen. Für die Börse wäre die Verstaatlichung ein Schreckgespenst: Die Commerzbank-Aktie gab deshalb um 7,3 Prozent auf 1,39 Euro nach.
Quelle: reuters.de

Griechische Anleihen rentieren bei über 32 Prozent

Griechische Anleihen sind zu Wochenbeginn deutlich unter Druck geraten. Die zehnjährigen Papiere verloren 1,60 Zähler auf 22,19 Zähler. Die Rendite lag bei 32,17 Prozent. EZB-Ratsmitglied Athanasios Orphanides hat den mit privaten Gläubigern ausgehandelten Schuldenerlass für Griechenland als „fürchterlichen Fehler“ bezeichnet. Die quasi erzwungene Wertminderung der griechischen Anleihen habe international die Sorge geschürt, dass womöglich alle Staatsanleihen der Eurozone nicht mehr verlässlich sind. Das sei einer der Hauptgründe für die aktuellen Probleme, so Orphanides.

„Der Handel mit griechischen Anleihen hat kaum noch Volumen“, kommentierte ein Händler den Abgabedruck. Fast nur noch kurzfristig interessierte Anleger handelten mit den Papieren. Spanische und italienische Bonds konnten am Montagmorgen zulegen. Das von Italiens Ministerpräsident Mario Monti vorgestellte Sparprogramm lasse auf eine Haushaltskonsolidierung hoffen, hieß es von Händlern.
Quelle: handelsblatt.com

Monti präsentiert Sparpaket

Der italienische Regierungschef Mario Monti präsentiert in Kürze sein Spar- und Reformpaket dem Parlament. Die drastischen Maßnahmen in Höhe von 24 Milliarden Euro hatte sein Kabinett überraschend bereits am Sonntagabend – anstatt wie geplant am Montag – per Dekret verabschiedet. Monti will mit dem Paket sein Land aus der Schuldenkrise bringen. Dabei geht es nicht zuletzt darum, Italiens Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.

Vorgesehen sind in dem Sparpaket unter anderem eine einschneidende Rentenreform, eine Streichung von Steuererleichterungen sowie eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte. Das Rentenalter soll angehoben werden, am Inflationsausgleich soll gespart werden. Im öffentlichen Dienst soll zudem personell gekürzt und organisatorisch gestrafft werden. Auch eine Immobiliensteuer gehört zu den für Millionen Italiener schmerzhaften Maßnahmen.
Quelle: zeit.de

China fürchtet Exportrückgang

Schwere Zeiten für den Exportweltmeister: Die chinesische Führung fürchtet angesichts der Schuldenkrisen in Europa und in den USA um die Geschäfte der Volksrepublik - und damit um das Wachstum des Landes im kommenden Jahr. Vizeregierungschef Wang Qishan forderte die Unternehmen des Landes auf, trotz nachlassender Nachfrage aus dem Ausland den Export anzukurbeln, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntagabend meldete. Die Firmen müssten ihre Produkte wettbewerbsfähiger machen, sagte Wang. Die Regierung werde ihre Steuern auf Exporte senken und vor allem kleinen Firmen finanziell unter die Arme greifen, versprach er.
Quelle: manager-magazin.de

Irland verschärft Sparkurs

Mit Einsparungen im Milliardenhöhe will die irische Regierung ihren überschuldeten Staatshaushalt sanieren. In einer als historisch eingestuften Fernsehansprache warnte Premierminister Enda Kenny am Sonntagabend, Irland gebe 16 Milliarden Euro mehr aus, als es über Steuern einnehme.

Im ersten Sparhaushalt seiner im März angetretenen Mitte-Links-Koalition aus den Parteien Fine Gael und Labour will Kenny 2012 3,8 Milliarden Euro einsparen. Irland bleibe in der Krise, sagte Kenny, fügte aber hinzu: "Wir befinden uns auf einem vier Jahre dauernden Weg zur Erholung."
Quelle: manager-magazin.de

Dexia bekommt 45 Milliarden Euro Garantien

Die Großbank Dexia gilt als erstes Opfer der Schuldenkrise und wird zerschlagen. Auf dem Weg dorthin sind die beteiligten Länder nun einen Schritt weitergekommen. Die belgisch-französische Bank wird mit staatlichen Garantien von 45 Milliarden Euro vorerst über Wasser gehalten. Auf diese Summe hätten sich Frankreich, Belgien und Luxemburg geeinigt, teilte Dexia mit. Die Absprache für dieses zeitlich befristete Garantieabkommen sei bis Ende Mai 2012 gültig.

Damit soll Dexia auf drei Jahre befristete Anleihen auf den Finanzmärkten aufnehmen und ihr Geschäft weiterführen können. Im Gegenzug müsste Dexia für einen Teil der Papiere Sicherheiten hinterlegen, einen Beitrag von 225 Millionen Euro entrichten sowie monatliche Gebühren bezahlen. Die 45-Milliarden-Garantie gilt als Überbrückungsmaßnahme, bis eine Lösung für definitive Garantien gefunden ist. Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten vereinbart, gemeinsam 90 Milliarden Euro als Garantien für Risikopapiere zu stellen, die in eine sogenannte "Bad Bank" ausgelagert werden.
Quelle: spiegel.de

GM erklärt Opel-Plan für gescheitert

Der US-Autobauer General Motors (GM) ist mit der geplanten Sanierung von Opel vorerst gescheitert. "Leider hat unser Plan, mit dem wir Opel dieses Jahr profitabel machen wollten, nicht funktioniert", räumte Strategiechef Stephen Girsky in New York ein.

Zusammen mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke will die Konzernführung einen neuen Plan ausarbeiten. Dieser dürfte weitere Einschnitte mit sich bringen. "Wir werden nun mit allen Beteiligten an Lösungen arbeiten, die dann von Stracke umgesetzt werden", kündigte Girsky an.
Quelle: ftd.de

Bei der Postbank sollen 1500 Stellen wegfallen

Bei der Postbank sollen im Zuge der Übernahme durch die Deutsche Bank nach einem Magazinbericht mehr als tausend Stellen wegfallen. 2011 und 2012 wolle das Institut insgesamt 1500 Arbeitsplätze abbauen, berichtete die „WirtschaftsWoche“ am Samstag vorab unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der Gewerkschaft Verdi.

Die Berechnungen der Gewerkschaft basierten auf den bisher genannten Einsparungszielen von Postbank und Deutscher Bank. „Wir befinden uns derzeit in Verhandlungen mit Verdi“, sagte ein Postbank-Sprecher. „Insofern fehlt für solche Spekulationen jegliche Grundlage.“
Quelle: handelsblatt.com

ESM: Bundesregierung weicht eigene Position auf

Die Bundesregierung ist in der Schuldenkrise bei der umstrittenen Beteiligung privater Gläubiger an dem permanenten Euro-Rettungsschirm ESM nach Angaben aus Kreisen zu Zugeständnissen bereit. Deutschland sei im Tausch gegen deutlich schärfere Haushaltsregeln dazu bereit, die Formulierung zur Beteiligung von Banken und Versicherern an möglichen Anleihe-Ausfällen abzuschwächen, sagten vier Personen am Sonntag.

Damit werde jedoch die Möglichkeit nicht ganz entfernt, dass die privaten Gläubiger in Zukunft mögliche Ausfälle von Staatsanleihen mittragen müssten. Die neue Formulierung werde die Statute des ESM näher an die Regeln des IWF angleichen, hieß es. Ein ranghoher Vertreter der Euro-Zone sagte, die Änderung werde davon abhängen, ob sich die 17 Staaten der Währungsgemeinschaft auf strengere Haushaltsregeln einigen können. Ein ranghoher EU-Vertreter erklärte: „Wir hoffen, die Beteiligung privater Gläubiger voll auf eine Linie mit internationalen Praktiken und den Regeln des IWF zu bringen.“

EU-Währungskommissar Olli Rehn forderte die Euro-Staaten dazu auf, zur Lösung der Krise den Start des ESM von 2013 auf 2012 vorzuziehen. Dies wäre ein deutliches Signal dafür, das die Euro-Zone Entscheidungen zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität treffen könne, sagte Rehn am Sonntag in Helsinki. Bundeskanzlerin Angela Merkel weicht ihre harte Linie bei den Gesprächen über den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM auf.

Auf die Frage, ob Deutschland dem Drängen einiger Euro-Partner nachgeben werde, die vereinbarte Beteiligung privater Gläubiger wieder aus dem ESM-Entwurf zu streichen, hatte Merkel letzte Woche gesagt: „Investoren wollen auf der einen Seite Berechenbarkeit, auf der anderen Seite haben wir jetzt doch eine Verunsicherung der Investoren über die Frage: Hält der Euro-Raum zusammen?“ Damit signalisiert sie Gesprächsbereitschaft.
Quelle: handelsblatt.com

OECD-Bericht: Einkommensungleichheit in Deutschland gewachsen

In Deutschland ist die Einkommensungleichheit seit 1990 schneller gewachsen als in anderen wohlhabenden Industriestaaten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einer Denkfabrik der Industrienationen.

In den 80er- und 90er-Jahren zählte die Organisation Deutschland noch zu den wirtschaftlich ausgeglichenen Gesellschaften; heute allerdings nicht mehr. Die Entwicklung der Einkommen in der Bevölkerung illustriert die Veränderung: Die Forscher haben festgestellt, dass die oberen zehn Prozent der Deutschen, die ein Einkommen beziehen, im Jahr 2008 durchschnittlich 57.300 Euro verdient haben – und damit achtmal so viel wie die unteren zehn Prozent, bei denen es nur 7400 Euro waren. In den 90er-Jahren war es noch das Sechsfache gewesen.
Quelle: welt.de



Sonntag, 04.12.2011:

Daumenschrauben für die Disziplin

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten in der kommenden Woche in Brüssel zu einem erneuten Gipfel treffen, geht es aus deutscher Sicht vor allem um einen Punkt: Wie können die gemeinsamen Regeln so geschärft werden, dass Verstöße gegen die im Maastricht-Vertrag vereinbarten Stabilitätsvorschriften wirklich unmöglich werden? Denn nur so würden die Akteure an den Finanzmärkten angesichts der enormen Verschuldung der Staaten das Vertrauen in die Euro-Zone wiedergewinnen, argumentiert Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Deshalb pocht die Bundesregierung seit Monaten darauf, nicht nur an den Hilfsinstrumenten für angeschlagene Euro-Staaten zu feilen, sondern auch die "Folter-Instrumente" erheblich zu erweitern. Weil bisherige Selbstverpflichtungen keine ausreichende Haushaltsdisziplin brachten, soll nun vor allem die angestrebte EU-Vertragsänderung das Arsenal an Abschreckungs-, Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten entscheidend erweitern.
Quelle: manager-magazin.de

Monti: Die Lage ist schlimm

Auf europäischem Parkett macht er bereits eine gute Figur, der Nachfolger des umstrittenen Silvio Berlusconi und frühere EU-Kommissar. Doch auch wenn die Chemie zwischen Mario Monti, der EU und zentralen Hauptstädten Europas schon zu stimmen scheint - der eigentliche Test liegt noch vor ihm. Als "letzte Chance" für das so hoch verschuldete und unter massiven Strukturschwächen leidende Land schnürte der 68-jährige Chef der neuen Technokraten-Regierung in Rom ein umfangreiches Spar- und Sanierungspaket.

Es muss nicht nur in Italien akzeptiert werden. Es muss vor allem die äußerst skeptischen Finanzmärkte und Brüssel überzeugen. Die Gewerkschaften äußern sich schon kritisch. An diesem Montag soll das Kabinett in Rom das Sparpaket von etwa 24 Milliarden Euro per Gesetzesdekret auf den Weg bringen.

"Die Lage ist schlimm, auf dem Spiel steht nicht nur die Zukunft Italiens, sondern von ganz Europa", ermahnte Monti am Sonntag Gewerkschaften und Arbeitgeber noch rasch und forderte sie damit auf, an einem Strang zu ziehen. Einschnitte bei den Renten machen einen Kern der Reformen aus, die Monti bereits dem EU-Krisengipfel am nächsten Freitag in Brüssel präsentieren will.
Quelle: manager-magazin.de

Schuldenstaaten können sich nicht befreien

Die südeuropäischen Schuldenstaaten Italien, Griechenland und Spanien können sich trotz ihrer Reformprogramme nicht aus der Krise befreien – im Gegenteil, sie geraten immer tiefer hinein. Das signalisiert der CEP-Default-Index, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Das Centrum für Europäische Politik (CEP), ein stiftungsfinanzierter Think Tank in Freiburg, hat ihn entwickelt und berechnet. Der Index misst die Fähigkeit von Volkswirtschaften, im Ausland aufgenommene Kredite zurückzuzahlen. Er setzt sich aus dem gesamtwirtschaftlichen Finanzierungssaldo eines Landes und aus dem Niveau der kapazitätssteigernden Investitionen zusammen.

Ist das Finanzierungssaldo negativ, importiert ein Land Kapital aus dem Ausland. Das ist auf Dauer nur unbedenklich, wenn es damit die Produktionskapazitäten erweitert, denn nur solche Investitionen werfen in der Zukunft Erträge ab, mit denen die Auslandsschulden zurückgezahlt werden können. Insbesondere Griechenland fällt dabei immer weiter zurück. Der CEP-Default-Index hat sich von minus 9,9 Punkten 2010 auf minus 12,2 im ersten Halbjahr 2011 verschlechtert. Während die Kapitalimporte etwas zurückgingen, begann der Kapitalstock wegen der tiefen Wirtschaftskrise zu schrumpfen. Das im Ausland geliehene Geld wird damit „vollständig für den heimischen Konsum verwendet“, warnt das CEP.

Auch in Portugal ist der Kapitalstock im ersten Halbjahr erstmals geschrumpft: Der Index verschlechterte sich von minus 7,5 auf minus 8,2 Punkte. Italien setzte ebenfalls seine negative Entwicklung fort. Hier sank der Index von minus 1,5 auf 2,5 Punkte, weil die Kapitalimporte stiegen. Nur in Spanien blieb der Index im positiven Bereich, weil das Land mehr Kapital investierte als es importierte.

Die Probleme der PIGS-Staaten haben der CEP-Studie zufolge vor allem eine Ursache: Die Volkswirtschaften haben gegenüber den anderen Euro-Ländern Wettbewerbsfähigkeit verloren. In Griechenland sind die Lohnstückkosten in den vergangenen zehn Jahren um 36,5 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland legten sie in diesem Zeitraum nur um vier Prozent zu.
Quelle: handelsblatt.com

Wird die Commerzbank verstaatlicht?

Die Bundesregierung schließt nach Informationen des Magazins DER SPIEGEL eine Verstaatlichung der Commerzbank nicht aus. Wenn es das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut nicht schaffe, sich bis zum nächsten Sommer genug Kapital zu beschaffen, werde Berlin den Bankenrettungsfonds Soffin reaktivieren und weitere Aktien des Finanzkonzerns übernehmen, berichtete das Magazin am Sonntag und berief sich auf Regierungskreise. Man gehe davon aus, dass dem Bund bei einer Kapitalerhöhung die Mehrheit der Anteile zufallen würde. Berlin lehnt es laut "Spiegel" ab, lediglich die angeschlagene Commerzbank-Tochter Eurohypo zu übernehmen.
Quelle: manager-magazin.de

Banken müssen neue Quellen suchen

Europas Banken haben derzeit massive Probleme, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Sie können der Falle auf Dauer nur entkommen, wenn sie bei ihrer Refinanzierung umdenken, sagte der Vize-Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), Matthias Kollatz-Ahnen, dem Handelsblatt (Montagsausgabe). "Die Banken werden viel stärker zur Mittelaufnahme gegen Sicherheiten übergehen müssen. Das wird auch ein längerfristige Vergabe von Krediten wieder ermöglichen", sagte der Experte.

Gleichzeitig werde dieses Umdenken zu höheren Kosten führen, so Kollatz-Ahnen. Angesichts der Phase niedriger Zinsen, in der wir uns befänden, blieben Kredite der europäischen Banken auf einem aktzeptablen Zinsniveau auch wenn die Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen stiegen und Sicherheiten geboten werden müssten.
Quelle: handelsblatt.com

Österreich offen für EU-Vertragsänderungen

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel stellt sich Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann immer deutlicher hinter Forderungen nach EU-Vertragsänderungen auch auf Kosten nationaler Befugnisse. „Ich gehe davon aus, dass wir mittel- und langfristig ein gemeinsames Europa bauen werden, wo wir Kompetenzen abgeben“, sagte Faymann dem heute erschienenen „Kurier“.

Für Vertragsänderungen, die in die Budgethoheit eingreifen, sei in Österreich aber ein Referendum nötig. „Bei so einer Volksabstimmung werde auch ich dafür stimmen und dafür werben.“ Ein solches Votum benötige zwei bis vier Jahre Vorlauf. Es sei aber nicht nötig, um eine Schuldenbremse für alle Länder in den Verträgen zu verankern, erklärte Faymann.
Quelle: handelsblatt.com

RWE plant Abbau von 8000 Stellen

Beim Essener Energiekonzern RWE steht ein deutlicher Personalabbau bevor. Bis zu 8000 der insgesamt 72.000 Stellen sollen nach einem Bericht der "Rheinischen Post" wegfallen. RWE-Sprecher Volker Heck bestätigte am Samstag den Stellenabbau, ohne Zahlen zu nennen. "Eine Reduzierung des Personalbestands ist eine Folge bekannter Entscheidungen", sagte Heck.

RWE will bis Ende 2013 Beteiligungen mit einem Volumen von elf Milliarden Euro verkaufen. Vor allem die Atomkraftwerkbetreiber in der Energiebranche stehen nach dem Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung unter Druck.
Quelle: stern.de

EZB: Weitere Zinssenkung?

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte bei der Sitzung in der kommenden Woche erneut seine Leitzinsen senken. Dafür sprechen sowohl die seit dem vergangenen Monat veröffentlichten Konjunkturdaten als auch die Kommunikation ihres neuen Präsidenten Mario Draghi.

Denkbar sind ferner neue Maßnahmen zur Verbesserung der Liquiditätsversorgung der Banken. Nicht zu erwarten ist dagegen die von manchen Marktakteuren erhoffte Ankündigung umfangreicherer Staatsanleihekäufe.
Quelle: finanzen.net



Samstag, 03.12.2011:

Oettinger kritisiert Merkels Eurobond-Politik

Wie lange kann Angela Merkel ihren strikten Euro-Kurs noch durchhalten? Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy plädiert für europäische Gemeinschaftsanleihen, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gilt als leidenschaftlichster Verfechter - und nun knickt zusätzlich einer aus den Reihen Merkels ein: Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger kritisiert die ablehnende Haltung der Kanzlerin in dieser Frage scharf. "Euro-Bonds kann man nicht kategorisch ausschließen. Es kann sein, dass sie notwendig werden", sagte der CDU-Politiker der "Welt".

Die gemeinsamen Anleihen könnten "einen Schlussbaustein bilden nach und neben den Konsolidierungsmaßnahmen und den Veränderungen im Vertrag von Lissabon". Er hoffe darauf, dass die CDU-Chefin ihre Position noch ändern werde, sagte Oettinger. Es lege nun mal niemand schon zum Auftakt einer Verhandlungsrunde alle Karten auf den Tisch.

Bisher bleibt die Bundesregierung - rund eine Woche vor dem EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember in Brüssel - hart. Merkel hatte in einer Rede vor dem Bundestag am Freitag Euro-Bonds erneut abgelehnt. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bleibt bei seinem Nein. Eine Vergemeinschaftung der Schuldenhaftung sei nach den europäischen Verträgen ausgeschlossen, sagte Schäuble der "Passauer Neuen Presse". "Euro-Bonds kann es nicht geben. Die deutsche Volkswirtschaft wäre überfordert, wenn wir für die Schulden aller Staaten garantieren sollten."
Quelle: spiegel.de

IWF will Euro-Schuldnern helfen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Bereitschaft zur Vergabe von Krediten an angeschlagene Euro-Länder signalisiert. Der Fonds arbeite bisher hinter den Kulissen auf eine Lösung der Staatsschuldenkrise hin, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Auf die Frage, warum sich der IWF nicht mit Krediten an Länder wie Spanien und Italien stärker engagiere, zeigte sich Lagarde dazu bereit. „Nach meinem Wissen ist dies aber noch nicht beantragt worden“, erklärte sie.

Frankreichs ehemalige Finanzministerin forderte von den Euro-Ländern, schnell zu einer gemeinsamen und umfassenden Lösung der Krise zu finden. „Was wir brauchen, ist eine Konsolidierung der Finanzen, die fest verankert ist, entschlossen und unumkehrbar.“ Lagarde warnte vor den Folgen der Euro-Krise, deren Schwere niemand habe vorhersehen können.

Sollte ein entschlossenes Vorgehen ausbleiben, drohe Europa ein „verlorenes Jahrzehnt“ wie in den 1980er Jahren in Lateinamerika. Damals hatten Staatsbankrotte in verschiedenen Ländern das Wirtschaftswachstum langfristig ausgebremst.
Quelle: handelsblatt.com

EZB-Chefvolkswirt fordert engere Fiskalunion für Europa

Europa muss nach Ansicht von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark eine engere Fiskalunion formen. Dabei müssen die Nationalstaaten aus seiner Sicht einen Teil ihrer Souveränität abgeben. „Wir brauchen – formell oder informell - eine unabhängige Institution, die das Recht hat, in die Entscheidungsfindungsprozesse der Nationalstaaten einzugreifen. Eine Institution, die sich unabhängig eine Meinung bilden kann, was gut ist für die EU“, sagte Stark am Freitag bei einem Vortrag in New York.

Stark warf den Regierungen vor, sich immer noch der Illusion hinzugeben, man könne eine Fiskalunion haben, ohne zumindest einen Teil der Souveränität der Nationalstaaten abzugeben. Er habe heute erst wieder gelesen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine engere Integration ausgesprochen habe, während ein anderer Premierminister gesagt habe, er müsse nationale Interessen schützen. Auf Nachfrage wollte sich Stark jedoch nicht dazu äußern, wie die vom ihm befürwortete Institution zu Wahrung der Interessen der EU als Gemeinschaft aussehen soll.
Quelle: handelsblatt.com

RWE will 8000 Stellen streichen

Der RWE-Konzern will in den kommenden Jahren über 8000 seiner weltweit 72.000 Arbeitsplätze abbauen, wie „Rheinische Post“ unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtet. Am 12. Dezember komme der Aufsichtsrat zusammen, um über den mittelfristigen Ausblick für die Jahre 2012 bis 2014 und über die Beschäftigungsentwicklung zu beraten. So solle allein das Desinvestitions-Programm mit dem Abbau von 3000 bis 4000 Stellen verbunden sein, berichtet die Zeitung weiter.

RWE hatte im August angekündigt, bis Ende 2013 Beteiligungen in Höhe von elf Milliarden Euro abzugeben. Nun werde erstmals die Höhe des damit verbundenen Stellenabbaus bekannt. Im Gespräch sei unter anderem der Verkauf oder Teilverkauf des Ölförderers Dea (1.00 Stellen).

RWE-Sprecher Volker Heck wollte sich zu Aufsichtsrats-Angelegenheiten nicht äußern. Er bestätigte aber, dass seit längerem viele Maßnahmen liefen und weitere Maßnahmen folgen werden, um den Konzern für die Zukunft fit zu halten. Bis Ende 2012 sind Kündigungen bei RWE ausgeschlossen.
Quelle: welt.de



Freitag, 02.12.2011:

Regierungserklärung zur „Stabilitätsunion“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Woche vor dem EU-Gipfel eindringlich für eine neue Stabilitätsunion in der Euro-Zone geworben. Notwendig sei eine „neue europäische Schuldenbremse für Mitglieder der Euro-Zone“, sagte Merkel in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Zugleich bemühte sie sich, Ängste vor einer deutschen Dominanz in Europa zu zerstreuen.

Merkel unterstrich ihren Einsatz gegen eine Spaltung der EU und für eine gemeinsame Fortentwicklung der 27 Mitgliedstaaten. Die Notwendigkeit einer Fiskalunion sei inzwischen weitgehend anerkannt. „Wir reden nicht nur über eine Stabilitätsunion, sondern wir fangen an, sie zu schaffen“, sagte Merkel. Dies sei gar nicht hoch genug einzuschätzen. Die Autorität der europäischen Institutionen müsse so gestärkt werden, dass für sie auch glaubwürdige Durchgriffsrechte möglich seien.
Quelle: welt.de

USA: Hypothekenstreit eskaliert

Der Rechtsstreit über Hauspfändungen in den USA spitzt sich zu: Die beschuldigten Banken haben in Verhandlungen über Bußgeldzahlungen an die Justiz offenbar zu hoch gepokert. Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Martha Coakley, erhob am Donnerstag Anklage gegen die Bank of America, JP Morgan Chase, Wells Fargo, die Citigroup und Ally Financial.

Den Instituten wird vorgeworfen, säumige Schuldner unrechtmäßig aus ihren Häusern vertrieben zu haben. Das Thema beschäftigt seit über einem Jahr Ermittler in allen 50 US-Bundesstaaten. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten können Hunderttausende von Hypothekenschuldnern ihre Kredite nicht mehr bedienen. Allein im vergangenen Jahr ließen US-Banken deshalb laut dem Datendienstleister RealtyTrac mehr als eine Million Immobilien zwangsversteigern. Im Oktober 2010 setzten die Geldhäuser die Verfahren allerdings vorübergehend aus, weil Zweifel an der Rechtsgrundlage laut wurden. Bankmitarbeiter sollen täglich Tausende Zwangsvollstreckungstitel unterschrieben haben, ohne die Details zu prüfen - eine Praxis, die die Kritiker als "Robo-Signing" bezeichnen.

Mit der Anklage aus Massachusetts schwinden die Chancen für die Banken, sich durch einen Vergleich aus der Affäre zu ziehen. Der für die Verhandlungen federführende Generalstaatsanwalt von Iowa, Tom Miller, will die Gespräche aber fortsetzen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir uns auf Bedingungen einigen, die auch im Interesse von Massachusetts sind", sagte Miller.
Quelle: ftd.de

Schäuble kappt Steuerreformen

Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) drei Reformen auf Eis gelegt. Betroffen seien die Vorhaben zu Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung, der Mehrwertsteuer und das zweite Paket zur Steuervereinfachung. Zur Begründung habe es unter anderem geheißen, eine grundlegende Reform der Unternehmensbesteuerung sei für den Bund finanziell zu teuer. Die Reform der Mehrwertsteuer werde in der Regierung für politisch nicht durchsetzbar gehalten.

Finanzpolitiker von Union und FDP bestätigten der Zeitung, dass bis 2013 nicht mehr mit großen Reformen zu rechnen sei. Es gebe allenfalls Raum „für kleine Korrekturen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Middelberg.

Die deutsche Wirtschaft bietet der Bundesregierung einen Deal an, um die Vorhaben doch noch umzusetzen. Es sei wichtig, neben den Einsparungen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen jetzt weiter auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen.

„Deshalb wäre es richtig, das Thema Steuerreform anzugehen, endlich die Kostenbesteuerung abzuschaffen und die mangelhafte Verlustverrechnung im Steuerrecht zu entschärfen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, Handelsblatt Online. „Die Wirtschaft wäre dann im Gegenzug bereit, hierdurch möglicherweise entstehende Mindereinnahmen durch einen umfassenden Subventionsabbau mitzutragen.“
Quelle: handelsblatt.com

Spanische Notenbank erwägt Gründung einer Bad Bank

Um die spanischen Geschäftsbanken zu entlasten, erwägt die Notenbank des Landes, eine Bad Bank zu gründen. „Man muss für alle Möglichkeiten offen sein, die die Situation verbessern können“, sagte Zentralbankchef Miguel Angel Fernandez Ordonez am Donnerstag laut Reuters.

Durch die Bad Bank hätten die spanischen Banken dann die Möglichkeit, ihre Bilanzen zu entlasten und die Kapitalbeschaffung sicherzustellen. Das spanische Bankensystem kam zunächst durch die Folgen einer geplatzten Immobilienblase in Bedrängnis. Nun kommen auch noch die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise hinzu.
Quelle: boerse-go.de

IWF will Konjunkturprognose senken

Der Internationale Währungsfonds wird seine Prognosen für die Weltwirtschaft nach eigenen Angaben wahrscheinlich Ende Januar herunterschrauben. Die Erholung der Konjunktur verlaufe unausgeglichen und holprig, sagte ein IWF-Sprecher am Donnerstag in Washington. Zudem trügen die Marktturbulenzen zur Unsicherheit bei. Allerdings rechne der IWF nicht damit, dass die führende Volkswirtschaft USA erneut in die Rezession abgleite. Im

Hinblick auf die Schuldenkrise erklärte der IWF, dass die Führung des Gremiums am Montag über die Freigabe der nächsten Kredittranche für Griechenland beraten wolle. Eine Delegation des IWF werde zwischen dem 12. und 16. Dezember in Griechenland mit der Regierung des Landes sprechen. Die Finanzminister der Euro-Zone hatten die seit zwei Monaten auf Eis liegende Tranche über acht Milliarden Euro am Dienstag freigegeben.

Die Vereinten Nationen haben ihre Prognosen für globales Wirtschaftswachstums bereits jetzt nach unten korrigiert und erklärt, die Welt stehe vor der Gefahr einer neuen Rezession. In dem vorgestellten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft und den Aussichten für 2012 gehen die UN in ihrem optimistischen Szenario von einem Wachstum von 2,6 Prozent aus. Im pessimistischen Szenario sind es nur 0,5 Prozent.
Quelle: handelsblatt.com

Schuldenkrise: EZB-Präsident dämpft Erwartungen

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat Erwartungen an eine tragende Rolle der Notenbank bei der Lösung der Schuldenkrise gedämpft. Die nicht auf Dauer angelegten „unkonventionellen Maßnahmen“ zur Bekämpfung der Krise seien begrenzt, sagte der Italiener gestern in Brüssel.

Zu den „unkonventionellen Maßnahmen“ zählt, dass die Zentralbank bereits für mehr als 200 Milliarden Euro Staatsanleihen von Schuldenstaaten aufgekauft hat. Sie stützt damit die Märkte, drückt aber auch die Zinslast dieser Staaten.
Quelle: maerkischeallgemeine.de



Donnerstag, 01.12.2011:

Euro-Industrie schrumpft stark

Die Konjunktur in Europa bremst hart ab. Die Geschäfte der Industrie in der Euro-Zone sind im November so stark geschrumpft wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex sank um 0,7 auf 46,4 Zähler, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mit. Mit dem vierten Rückgang in Folge fiel das Barometer auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009.

Die Lage sei „miserabel“, sagte Markit-Ökonom Ron Dobson. Die Talfahrt beschleunigte sich in allen Ländern - mit Ausnahme Italiens und Griechenlands, die jedoch weiter die Schlusslichter bilden. „Dass die Produktion erstmals seit Mitte 2009 in allen von der Umfrage erfassten Ländern zurückgefahren wurde zeigt, dass die Schwäche von den Peripherie-Ländern endgültig auf die Kernländer übergesprungen ist.“
Quelle: welt.de

EZB will nicht den Dauer-Retter spielen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Erwartungen an eine tragende Rolle der Notenbank bei der Lösung der Schuldenkrise gedämpft. Die nicht auf Dauer angelegten unkonventionellen Maßnahmen der EZB zur Bekämpfung der Krise seien begrenzt, sagte der Italiener bei der Vorstellung des EZB-Jahresberichts 2010 im Europa-Parlament.

Die EZB hat bereits für mehr als 200 Milliarden Euro Staatsanleihen von Schuldenstaaten aufgekauft. Sie stützt damit die Märkte, drückt aber de facto auch die Zinslast dieser Staaten. Die Zentralbank sei sich zudem der „andauernden Schwierigkeiten der Banken“ bewusst, sagte Draghi. Die EZB, die US-Notenbank Fed und weitere wichtige Notenbanken hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, die Banken mit Dollar-Liquidität zu günstigen Konditionen zu versorgen.

Nach den Äußerungen von Draghi verbilligte sich der Euro auf 1,3425 Dollar, nachdem er zuvor um die Marke von 1,3450 Dollar gependelt war. Der deutsche Leitindex verdoppelte seinen Kursverlust und notierte 0,7 Prozent schwächer bei 6045 Punkten.
Quelle: welt.de

Spanier jubeln trotz Rekordzinsen

Trotz der konzertierten Aktion großer Notenbanken gegen die Krise steigen die Refinanzierungskosten Spaniens weiter: Für die Platzierung vier- und fünfjähriger Staatsanleihen zahlte das Finanzministerium am Donnerstag die höchsten Zinsen seit Einführung des Euro. Für Investitionen in die Vierjahresläufer forderten Anleger durchschnittlich eine Rendite von 5,19 Prozent. Für die Fünfjahrespapiere musste Madrid 5,28 Prozent Rendite bieten.

Die Nachfrage nach den Papieren war allerdings fast drei Mal so hoch wie das Angebot, die Regierung brachte deshalb problemlos das angestrebte Maximalvolumen von 3,75 Mrd. Euro am Markt unter. Der neuerliche Anstieg der spanischen Refinanzierungskosten macht deutlich, dass die Ursachen der Krise mit der am Mittwoch angekündigten Dollar-Schwemme der Notenbanken nicht behoben sind.
Quelle. ftd.de

Chinas Industrie lahmt wegen Eurokrise

Die Krise ist einmal um die halbe Welt gereist: Chinas Industrie wuchs im November erstmals seit knapp drei Jahren nicht mehr. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex PMI fiel auf 49 Punkte von 50,4 Zählern im Oktober, das geht aus neuen Daten der chinesischen Logistikvereinigung CFLP hervorgeht. Ein Wert über der Marke von 50 Punkten signalisiert Wachstum. Der Index pendelte seit Juni um 50 bis 51.

Nach den neuesten Zahlen sank die Produktion in zehn Branchen, etwa in der Chemie oder in der Telekommunikationsausrüstung. Der Grund für den jetzigen Einbruch: Der Exportmotor der Wirtschaftsmacht stottert, die Aufträge gingen deutlich zurück. Denn die wichtigsten Absatzmärkte Europa und USA leiden unter wirtschaftlichen Problemen im Zuge der Schuldenkrise. Das Schwächeln Chinas in Zeiten der europäischen Schuldenkrise dürfte Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft befeuern.

Erst am Vortag hatte die chinesische Notenbank ihre Geldpolitik gelockert. Sie senkte die Mindestreserve-Quote für die größten Institute. Ziel ist es unter anderem, die Wirtschaftsentwicklung anzutreiben, um die sich offenbar auch Chinas Währungshüter sorgen. "Die Regierung ist in den Ring gestiegen", sagen Analysten zum Einsatz der Notenbank.
Quelle: sueddeutsche.de

Landesbank Berlin: Sparkassen müssen 850 Millionen Euro abschreiben

Die Sparkassen müssen wegen der Schuldenkrise eine Abschreibung von 850 Millionen Euro auf den Wert der Landesbank Berlin vornehmen. Das teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Donnerstag mit. Die Landesbank schlage sich zwar besser als vergleichbare Institute, könne sich der Entwicklung auf den Kapitalmärkten aber nicht ganz entziehen.

Die Sparkassen hatten die Landesbank 2007 für 5,5 Milliarden Euro vom Land Berlin gekauft. Die Abschreibung entspricht etwa 15 Prozent davon. Sie werde am 31.12. vollzogen, hieß es. Schon Ende vergangenen Jahres hatte die Erwerbsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe etwa 430 Millionen Euro auf die Landesbank Berlin Holding AG abgeschrieben.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 30.11.2011:

EFSF: Kleiner als geplant

Die „Hebelung“ des Euro-Krisenfonds EFSF und der damit verbundene Umbau des Fonds sind unter Dach und Fach. Die Finanzminister des Euroraums haben in der Nacht zum Mittwoch die noch offenen Leitlinien beschlossen, die die erweiterten Aufgaben des Fonds definieren. Außerdem billigten sie die beiden Hebel-Modelle, die das noch verfügbare EFSF-Volumen von etwa 250 Milliarden durch die Einbeziehung privater Investoren erheblich steigern sollen.

Anders als der Euro-Gipfel vor vier Wochen nennt die Eurogruppe kein Zielvolumen mehr, das mit der Hebelung („Leveraging“) erreicht werden soll. Damals war ein Volumen von einer Billion Euro als Ziel genannt worden. In Brüssel hieß es nun lediglich, diese Größenordnung werde nicht erreicht. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, der endgültige Betrag hänge vom konkreten Einsatz der Instrumente im Einzelfall ab. Inoffiziell ist die Rede von einer Verdreifachung des bisherigen Volumens. Das liefe auf etwa 750 Milliarden Euro hinaus. Der „neue“ EFSF soll zum Jahresbeginn 2012 einsatzfähig sein.

Vom gesamten EFSF-Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro stehen nur etwa 250 Milliarden Euro zur Hebelung zur Verfügung. Das liegt daran, dass ein beträchtlicher Teil des Volumens schon verplant ist. Gut 100 Milliarden Euro soll der EFSF zum zweiten Hilfspaket für Griechenland beitragen, außerdem hat der Fonds Verpflichtungen aus den Hilfspaketen für Irland und Portugal von etwa 44 Milliarden Euro. Der Rest - etwa 40 Milliarden Euro - gilt als Reserve für einen EFSF-Beitrag zur Bankenrekapitalisierung.
Quelle: faz.net

Notenbanken machen weltweit das Geld billiger

Im Kampf gegen die Schuldenkrise gehen die wichtigsten Notenbanken der Welt gemeinsam in die Offensive. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA sowie die Notenbanken Großbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz kündigten am Mittwoch überraschend eine konzertierte Aktion an in der Absicht, die Banken und andere Wirtschaftsbereiche mit ausreichend frischem Geld zu versorgen. Erklärtes Ziel ist, ein Abgleiten in die Rezession zu verhindern. Sie lösten damit ein Kursfeuerwerk aus.

Die EZB, die Fed sowie die anderen Notenbanken wollen den Geschäftsbanken den Zugang zu Fremdwährungskrediten erleichtern. Die Währungshüter kündigten eine Senkung der Gebühren für die Vergabe von Darlehen in Dollar außerhalb der USA an. Gleichzeitig soll auch die Verfügbarkeit von Euro außerhalb der Währungsunion und von anderen Fremdwährungen erhöht werden.

Es gehe darum, dem weltweiten Finanzsystem mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen und damit Spannungen an den Finanzmärkten abzubauen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Banken. Ziel der Aktion sei, die Spannungen an den Märkten zu reduzieren und damit auch die Realwirtschaft zu unterstützen.
Quelle: ftd.de

S&P stuft 15 Großbanken herab

Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in Europa und in den USA hat die Ratingagentur Standard & Poor's begonnen, für mehr als 750 Banken ihre Bewertungen zu aktualisieren. 37 Institute hat S&P jetzt neu bewertet - und die Kreditwürdigkeit der meisten großen Finanzinstitute heruntergestuft.

Insgesamt 15 Institute sind von der Anpassung der Bonitätsnoten betroffen, vor allem Banken aus den USA: Die Bewertungen von Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo korrigierte S&P jeweils um eine Stufe nach unten, außerdem die britischen Banken Barclays und HSBC sowie die UBS aus der Schweiz. Für mehrere Institute sei der Ausblick zudem "negativ".

Obwohl die Revision bereits vor mehr als einem Jahr angekündigt wurde, trifft die Herabstufung die Institute hart: Die Kurse der betroffenen Geldhäuser fielen im nachbörslichen Handel zum Teil deutlich. Für sie könnte die Herabstufung finanziell erhebliche Folgen haben, denn bei der Aufnahme von neuem Kapital müssen sie wegen des mutmaßlich höheren Risikos nun möglicherweise auch höhere Zinsen zahlen.
Quelle: sueddeutsche.de

Euro-Länder rufen IWF zu Hilfe

Die Euro-Länder suchen weiter nach Wegen, um die dramatische Schuldenkrise zu bewältigen. Der niederländische Finanzminister Kees de Jager forderte am Dienstagabend in Brüssel, der Internationale Währungsfonds (IWF) solle sich stärker als bisher daran beteiligen, klamme Euro-Länder zu retten.

Der Euro-Rettungsfonds EFSF werde trotz der gerade ausgehandelten Reform nicht reichen, um große Staaten - etwa Italien oder Spanien - notfalls vor der Pleite zu schützen, erklärte de Jager zu Beginn eines Treffens der Euro-Finanzminister. "Wir werden nach Lösungen suchen müssen, um den Rettungsfonds zu stärken", sagte er. Und das müsse über den IWF geschehen. Ähnlich äußerten sich die Finanzminister aus Belgien, Luxemburg und Österreich. Bisher beteiligt sich der IWF zu knapp einem Drittel an Hilfskrediten für notleidende Euro-Länder. Den Großteil stemmt der Euro-Klub selbst.
Quelle: sueddeutsche.de

Deutsche Bank erwartet tiefe Rezession

Wer wissen will, wie Banker über das Verhalten der Politiker in der Euro-Krise denken, der wird in einem Papier der Deutschen Bank fündig. Der von einem Forschungsteam erstellte Report "Focus Europe – 2012: Eine tiefere Rezession" beginnt mit den Worten: "Das Versagen der EU-Regierungen, eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden, bedeutet, dass die Abwärtsrisiken sich materialisieren."

Dieser Satz hat es in sich – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Erstens geben die Banker der Politik die Schuld an der gegenwärtig prekären Lage der Euro-Zone. Alles, was Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf ihren zahllosen Krisengipfeln beschlossen haben, ist aus ihrer Sicht vergebens. Zweitens folgern die Experten, dass die Krise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Denn dass sich "Abwärtsrisiken materialisieren", heißt nichts anderes, als dass die Krise zu wirtschaftlichen Einbußen für die Bürger führen wird.

Die Bank-Analysten unterlegen ihre Aussagen mit harten Zahlen. Ihnen zufolge wird die Wirtschaft der Euro-Zone im kommenden Jahr nicht nur stagnieren, sondern sogar schrumpfen – und zwar ähnlich stark wie infolge der weltweiten Finanzkrise des Jahres 2008. "Wir reduzieren unsere Wachstumsprognose für 2012 von +0,4 Prozent auf -0,5 Prozent", schreibt die Deutsche Bank.
Quelle: welt.de

Beiersdorf streicht 1000 Arbeitsplätze

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf strafft sein Geschäft und will damit langfristig Kosten sparen. Ab dem Geschäftsjahr 2014 sei aus heutiger Sicht mit jährlichen Einsparungen von etwa 90 Millionen Euro zu rechnen, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit. Im nächsten Jahr sollen bereits 25 Millionen Euro eingespart werden und im Jahr 2013 etwa 75 Millionen Euro.

Die Kosten der Maßnahmen bezifferte das von dem Handelskonzern Maxingvest kontrollierte Traditionsunternehmen auf insgesamt etwa 265 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil davon werde im Jahr 2011 anfallen. Die Maßnahmen sollen laut Beiersdorf die Ertragskraft steigern und die Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig verbessern.
Quelle: manager-magazin.de

Chinas geldpolitische Wende stützt den Goldpreis

Die geldpolitische Wende in China hat am Mittwoch den Goldpreis angeschoben. Die Feinunze verteuerte sich leicht auf 1716,29 Dollar beziehungsweise 1288,44 Euro. Zuvor hatte der Preis leicht im Minus notiert. China hatte überraschend erstmals seit drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen der Banken gelockert. Gold hat in diesem Jahr schon von der Nullzins-Politik der US-Notenbank profitiert.

Auch das niedrige Zinsniveau in der Euro-Zone treibt immer wieder Anleger ins Gold, auch wenn der Nimbus als sicherer Hafen zuletzt nicht immer gezogen hat. Die Analysten der Commerzbank gehen aber davon aus, dass mittel- bis langfristig der Goldpreis gut unterstützt bleibt. Schließlich sei die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone noch lange nicht ausgestanden. Als weiteren Grund für steigende Goldpreise sehen die Experten die chinesische Nachfrage.
Quelle: handelsblatt.com

Sparkassen sollen BayernLB-Rettung mitbezahlen

Bayern macht Druck auf die Sparkassen, nachträglich einen größeren Beitrag zu Rettung der BayernLB zu leisten. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sagte, die Sparkassen müssten einen substanziellen Beitrag bis 2013 beisteuern, so wie es die EU-Kommission gefordert habe.

Drei Milliarden Euro der Kapitalhilfen für die Landesbank sollten laut Söder zurückgezahlt werden. Die Hilfen hatten ein Volumen von zehn Milliarden. Die genaue Aufteilung zwischen BayernLB und Sparkassen ist noch nicht klar.
Quelle: handelsblatt.com

Unternehmen spielen Euro-Aus durch

Mehrere Großunternehmen machen sich laut einem Zeitungsbericht derzeit auf ein mögliches Aus für den Euro gefasst. Das berichtet die britische „Financial Times“ vom Mittwoch und beruft sich auf Aussagen von Entscheidern aus international ausgerichteten Firmen. Diese bereiteten angesichts der ungelösten Schuldenkrise derzeit Pläne für den Fall vor, dass die Eurozone auseinanderbrechen sollte.

Allerdings spielen - gerade exportorientierte - Unternehmen ständig Risikoszenarien durch, die theoretisch Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf haben könnten, und nehmen im Zweifelsfall Absicherungen vor. Gerade bei Wechselkursrisiken sind solche Vorkehrungen („Hedging“) Routine. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wollte am Mittwoch zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

„Wenn Länder aus dem Euro austreten, gibt es eine massive Abwertung, die importierte Marken sehr, sehr teuer macht“, sagte etwa Andre Morgan, Europa-Chef des Spirituosenkonzerns Diageo („Guinness“, „Johnnie Walker“), der Zeitung. Um solche Risiken zu minimieren, versuchten Unternehmen wie Diageo derzeit, Bargeldreserven besonders sicher anzulegen und nicht unbedingt nötige Ausgaben stärker zu kontrollieren.
Quelle: handelsblatt.com

Allianz will mehrere hundert Stellen streichen

Die Allianz will bis 2014 mehrere hundert Stellen streichen. In der Sachversicherung solle die Zahl der Arbeitsplätze ab Januar 2012 um etwa 400 Jobs reduziert werden, sagten die Vorstände der Allianz Deutschland AG, Markus Rieß und Severin Moser, dem „Handelsblatt“.

Auf die Frage, wo noch Arbeitsplätze wegfielen, erklärten sie, im Betrieb klar abgegrenzte Dienstleistungen ausgliedern zu wollen. Davon seien 340 Stellen im zentralen Posteingangszentrum in Berlin sowie 150 Stellen im Internetgeschäft betroffen. Gleichzeitig wolle das Unternehmen jedoch in der Krankenversicherungssparte 100 neue Arbeitsplätze in der Hauptstadt schaffen.
Quelle: welt.de


Deutsche konsumieren gegen die Krise

Der Einzelhandel kann zu Beginn der Adventszeit mit einem guten Weihnachtsgeschäft rechnen, denn die Deutschen sind offenbar in Kauflaune: Bereits im Oktober sind die Umsätze laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum September um 0,7 Prozent gestiegen, wenn man die Inflation in die Berechnung miteinbezieht.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die Umsätze zwar preisbereinigt leicht um 0,4 Prozent - allerdings hatte der Oktober 2010 auch einen zusätzlichen Verkaufstag. Die Branchenvertreter zeigten sich zufrieden. "Das war ein sehr gutes Ergebnis für den Einzelhandel", erklärte Kai Falk vom Handelsverband Deutschland (HDE). Herausragend sei die Entwicklung bei den Internetversendern, die in den ersten neun Monaten des Jahres ein reales Umsatzplus von 5,7 Prozent verbuchen konnten. Sie seien der Wachstumstreiber des deutschen Einzelhandels.
Quelle: spiegel.de

Unternehmen kommen wieder leichter an Kredite

Trotz der ausufernden Schuldenkrise kommen deutsche Unternehmen wieder leichter an Kredite. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts unter 4000 Betrieben zeigten sich vor allem mittelgroße Industrieunternehmen zufrieden. Im November klagten nur noch 22,4 Prozent der Firmen über einen schlechten Zugang zu Darlehen, teilte das Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 4000 Betrieben mit.

Im Oktober waren es noch 23,1 Prozent. „Die Stresssituation bei einigen Banken hat derzeit keine gravierenden Auswirkungen auf die Kreditversorgung der Unternehmen in Deutschland“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. „Noch immer profitiert der deutsche Kapitalmarkt davon, dass die Anleger in der Krise den sicheren Hafen suchen.“
Quelle: handelsblatt.com



Dienstag, 29.11.2011:

Frisches Geld für Griechenland

Acht Milliarden Euro sollen jetzt nach Athen fließen, die sechste Rate des insgesamt 110 Milliarden Euro umfassenden Hilfspakets, das die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) im Frühjahr 2010 für Griechenland schnürten. Zwei Drittel der Kredite entfallen auf die Eurostaaten, ein Drittel auf den IWF. Bisher wurden 65 Milliarden an Athen ausgezahlt, mit der jetzt erwarteten sechsten Rate wären es 73 Milliarden. Doch wirklich geholfen hat die Hilfe nicht.

Das Rettungskonzept ist obsolet. Es hat sich als unzureichend erwiesen. Die im Frühjahr 2010 gehegte Hoffnung, Griechenland werde schon ab 2012 schrittweise an die Finanzmärkte zurückkehren können, um sich zu refinanzieren, hat sich längst zerschlagen. Ein zweites Rettungspaket musste her. Im Juli wurde es geschnürt. Es sah reduzierte Zinsen und längere Laufzeiten für die bereits gewährten Hilfskredite sowie einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger von 21 Prozent vor. Doch auch das neue Konzept, mit dem die EU-Staatenlenker den Flächenbrand der Eurokrise einzudämmen hofften, war schon wenig später Makulatur.
Quelle: handelsblatt.com

Fitch droht den USA mit Herabstufung

Zum festgefahrenen Haushaltsstreit in den USA kommt nun noch ein Problem hinzu: Den Vereinigten Staaten droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch. Am Montag senkten die Bonitätswächter den Ausblick für die Bewertung der größten Volkswirtschaft der Welt von stabil auf negativ. Zugleich forderten sie, bis 2013 einen "glaubhaften Plan" zur Eindämmung des Rekord-Schuldenbergs vorzulegen. Dieser hat mittlerweile bereits die 15-Billionen-Dollar-Schallmauer durchbrochen. Der Schritt kam nicht überraschend, deshalb hielten sich die Auswirkungen an den Finanzmärkten in Grenzen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits im Sommer die Konsequenzen aus dem seit Monaten anhaltenden erbitterten Haushaltsstreit gezogen und die Top-Note einkassiert. Die dritte große Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick Anfang August auf negativ, behielt aber das "AAA" bislang bei. Fitch begründete den Schritt mit dem Scheitern des sogenannten Super-Komitees, eines überparteilichen Ausschusses aus Demokraten und Republikanern.

Dieses schaffte es bis vergangene Woche nicht, einen Vorschlag zur Entlastung des Haushalts um 1,2 Billionen Dollar in den kommenden zehn Jahren vorzulegen. Das Finanzministerium in Washington erklärte, die Entscheidung von Fitch mache die Notwendigkeit für den Kongress deutlich, das langfristige Defizit in ausgewogener Weise zu senken
Quelle: sueddeutsche.de

S&P droht Frankreich mit Herabstufung – diesmal wirklich

Anfang November war es angeblich ein Computerfehler, jetzt meint es Standard & Poor's ernst: Die Ratingagentur könnte den Ausblick für Frankreichs Spitzenbonität auf "negativ" senken. Doch auch diesmal gibt es Ungereimtheiten - denn ursprünglich wollte S&P das schon vergangene Woche verkünden. Frankreich versucht, seine Milliardenschulden in den Griff zu bekommen - an den Finanzmärkten gibt es allerdings offenbar Zweifel, ob das gelingen kann.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) könnte in den kommenden zehn Tagen den Ausblick für Frankreichs Spitzenbonität von "stabil" auf "negativ" senken, berichtet die französische Zeitung La Tribune. S&P hätte dies bereits am vergangenen Freitag mitteilen wollen, die Ankündigung aber aus unbekannten Gründen verschoben. Ein Sprecher der Agentur mit Sitz in New York wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern. Der Ausblick für Frankreichs Bonitätsnote ist bei S&P derzeit stabil, allerdings stellen Experten an den Finanzmärkten die Fähigkeit der Regierung in Frage, die Schulden in den Griff zu bekommen.

Französische Staatsanleihen verbuchten zuletzt herbe Wertverluste. Doch auch Zweifel an der Reformfähigkeit des Landes haben die Refinanzierungskosten in die Höhe getrieben. Die beiden angloamerikanischen S&P-Konkurrenten Fitch und Moody's haben Frankreich bereits gewarnt, dass es sein "AAA"-Rating im Sog der Schuldenkrise verlieren könne.
Quelle: sueddeutsche.de

EFSF ist 750 Milliarden Euro schwer

Den Euro-Staaten stehen ab Januar mindestens 750 Milliarden Euro für die Rettung kriselnder Partnerländer zur Verfügung. Nach monatelangen Verhandlungen wollen die Finanzminister an diesem Dienstag ein entsprechendes Paket beschließen, das die Schlagkraft des Hilfsfonds EFSF deutlich erhöht. Erster Nutznießer könnte die italienische Regierung sein, die womöglich vorbeugende Stützungskredite erhalten wird. Mit der Reform erhält der EFSF nicht nur mehr Geld, sondern auch neue Hilfsinstrumente.

So darf er bei der Stützung von Banken helfen sowie auf den Finanzmärkten Staatsanleihen aufkaufen, um die Risikoaufschläge der Papiere zu drücken. Darüber hinaus können Länder künftig vorbeugend Kredite beantragen, um gar nicht erst in eine Schieflage zu geraten. Insgesamt stehen dem Fonds noch etwa 250 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Summe soll mit Hilfe von privatem Kapital verdrei- oder sogar vervierfacht werden. Dazu bietet der EFSF interessierten Banken, Versicherungen und Investmentfonds eine Art Teilkaskoversicherung ihrer Einlagen an.
Quelle: sueddeutsche.de

Italien zahlt Rekordzinsen

Trotz drohender Rezession hat das hoch verschuldete Italien 7,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Zinsen, die Rom dafür zahlen muss, sind allerdings so hoch wie nie zuvor. Drei Versteigerungen von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von drei, neun und zehn Jahren spülten am Dienstag nach Angaben des Finanzministeriums insgesamt 7,5 Milliarden Euro in die Kassen. Die Summe liegt damit am oberen Ende des angepeilten Volumens von fünf bis acht Milliarden Euro.

Die Nachfrage der Investoren überstieg das Angebot um das Eineinhalbfache. Für die dreijährigen Papiere mussten die Investoren mit einer Rendite von 7,89 Prozent gelockt werden. Seit Einführung des Euro lag der Zinssatz noch nie so hoch. Im Oktober waren es lediglich 4,93 Prozent. Auch bei der zehnjährigen Anleihe wurde mit 7,56 Prozent ein Rekordhoch erreicht, nachdem es im Vormonat noch 6,06 Prozent waren. Am Markt stieß die erfolgreiche Platzierung auf positive Resonanz. Der Euro-Kurs Chart zeigen stieg über die Marke von 1,34 Dollar, der Dax Chart zeigen baute seine Gewinne aus.
Quelle: manager-magazin.de

Großbritannien erwartet größten Streik seit 85 Jahren

Am Mittwoch soll die Insel stillstehen: 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst wollen am Mittwoch Großbritannien lahmlegen und damit gegen die Reform ihrer Rentensysteme protestieren. Die Stimmung von Depression und wirtschaftlicher Stagnation wird sich dadurch verschärfen: Am Dienstag hatte die Haushaltsbehörde ihre Wachstumsaussichten erneut gesenkt.

Die OECD rechnet mit einer Rezession im kommenden Jahr und Schatzkanzler George Osborne hat für Konjunkturprogramme im alten Stil kein Geld in der Kasse. Bis zu 90 Prozent aller Schulen könnten am Mittwoch geschlossen bleiben. Eltern sollen ihre Kinder stattdessen zur Arbeit mitnehmen, empfahl Premier David Cameron. 5.500 Operationen und 12.000 Krankenhaustermine wurden gestrichen, Müllabfuhren, Sanitäter und Behördendienste gehen in Streik.

An den Grenzen Großbritanniens und vor allem auf den Flughäfen London Heathrow und Gatwick wird mit Wartezeiten von bis 12 Stunden gerechnet, wenn möglicherweise weniger als ein Drittel des Personals für Passkontrollen bereit steht.
Quelle: handelsblatt.com

Neue Griechenland-Hilfe: FDP-Mitglied warnt vor Rechtsbruch

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Finanzexperte Frank Schäffler hat die Bundesregierung davor gewarnt, die Auszahlung der sechsten Kredittranche an Griechenland am deutschen Parlament vorbei zuzulassen. In einem Handelsblatt Online vorliegenden Brief an FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle weist Schäffler auf die geltende Rechtslage hin, wonach die Bundesregierung „schon nach gültiger Beschlusslage die Zustimmung des Deutschen Bundestages einholen“ müsse.

„Wie außerdem das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, fordert auch das Grundgesetz die Beteiligung des Deutschen Bundestages“, heißt es in dem Schreiben, das auch alles FDP-Abgeordneten erhalten haben. Wie Schäffler in dem Brief zudem betont, reicht für die Freigabe der neuen Griechenlandhilfen auch weder die Beteiligung des Bundestags-Haushaltsausschusses noch eine „bloße Information“ des Bundestages aus, so wie das die Regierung erklärt hatte.

Da es jedoch bisher „kein Gesetz gibt, mit dem die haushaltspolitische Verantwortung übertragen oder anders geregelt wird, bleibt es bei der Gesamtverantwortung des Parlaments“, unterstreicht der FDP-Politiker. Schäffler appelliert daher an Brüderle, „darauf zu dringen, dass das notwendige parlamentarische Verfahren in Gang gesetzt wird“.
Quelle: handelsblatt.com

Großbritannien erwartet deutlich weniger Wachstum

Großbritannien erwartet in den kommenden Jahren deutlich weniger Wirtschaftswachstum, aber weiter keine Rezession. Die Regierung senkte am Dienstag ihre Prognosen für die Entwicklung der drittgrößten Volkswirtschaft drastisch und geht nun davon aus, dass die Neuverschuldung nicht so zügig wie erwartet zurückgehen wird. Das bedeutet, dass das Königreich länger sparen muss als bislang bis 2015 geplant.

Gegen die Einschnitte im Rentensystem sollte am Mittwoch einem Aufruf der Gewerkschaften zufolge der größte Streik des Landes seit 30 Jahren stattfinden. Schatzkanzler George Osborne warnte in seinem Herbstbericht zum Haushalt vor dem Parlament vor der Gefahr, dass die Briten in den Sog der Euro-Schuldenkrise im Euro-Raum hineingezogen zu werden.

„Wenn der Rest Europas in eine Rezession rutscht, kann es schwierig werden, sie hier in Großbritannien zu vermeiden“, sagte er. „Wir tun alles, was nötig ist, um das Land vor diesem Schuldensturm zu schützen, und alles, was möglich ist, um die Grundlagen für künftiges Wachstum zu schaffen.“
Quelle: handelsblatt.com

Frankreich wirbt für Elite-Bonds

Trotz deutscher Ablehnung wirbt Frankreich für die Einführung von Gemeinschaftsanleihen der sechs kreditwürdigsten Eurozonenländer. Man erwäge einen entsprechenden Vorschlag als Teil eines Maßnahmenpaketes zur Eindämmung der Krise, sagte ein französischer Diplomat in Paris.

Über sogenannte Elite-Bonds werde in den Vorbereitungen des EU-Gipfels kommende Woche gesprochen. Die Bundesregierung hatte am Montag Medienberichte über Gemeinschaftsanleihen der AAA-Staaten als pure Spekulation zurückgewiesen. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, Geld für Sorgenkinder der Eurozone einzusammeln, wenn diese im Gegenzug strikte Sparauflagen erfüllen.
Quelle: handelsblatt.com

Italien: Demokratie auf Standby

Seit der mittlerweile abgetretene Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor vier Wochen den "ausdrücklichen Wunsch" geäußert hat, dass der Washingtoner Fonds die Buchhaltung Italiens stärker kontrollieren soll, herrscht über die Mission des Fonds offiziell Schweigen. Sowohl das Finanzministerium in Rom als auch der Internationale Währungsfonds verweigern jede Aussage darüber, wie stark die Aufseher des IWF mittlerweile in Rom engagiert sind.

Für Italiens Bürger stellt sich immer mehr die Frage, wie autonom ihre Regierung noch entscheiden kann. Vielen klingen noch die Worte in den Ohren, die Berlusconi kurz nach seinem Abgang sprach: Italiens Politik, so sagte er, laufe längst auf "Standby". Eurokrise Italiens Demokratie im Standby-Modus. Ganz falsch ist das sicherlich nicht. Allerdings befindet sich das Land schon länger im Standby-Modus.

Wie sehr Italien seit Wochen unter internationaler Beobachtung steht, zeigte sich nicht zuletzt vor vier Wochen während des G-20-Treffens in Cannes. IWF-Chefin Christine Lagarde scheute sich da nicht, recht grundlegend das eigentliche Problem Italiens zu benennen: Das Land, so sagte sie, habe ein "grundlegendes Zuverlässigkeitsdefizit".
Quelle: zeit.de

Schäuble verteidigt geheime EFSF-Sitzung

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat das geheim tagende Sondergremium zur parlamentarischen Kontrolle des Euro-Rettungsschirms EFSF vor dem Bundesverfassungsgericht verteidigt. "Vertraulichkeit ist die Voraussetzung, dass wir überhaupt solche Instrumente einsetzen können", sagte Schäuble. Es gebe Situationen, in denen sei Vertraulichkeit Voraussetzung für das Handeln des Rettungsschirms.

Schäuble sagte, die Situation in der europäischen Staatsschuldenkrise sei außergewöhnlich schwierig. "Wenn Märkte reagieren, reagieren sie überzogen. Dann kommt Panik", sagte der Finanzminister. Ohne die Einhaltung von Vertraulichkeit würde der Rettungsfonds EFSF in manchen Bereichen handlungsunfähig. Regierung und Parlament hätten nicht nur eine Verantwortung für Deutschland, sondern für die Stabilität der gemeinsamen Währung in Europa.
Quelle: zeit.de

Exporteure trotz Rekordumsatz pessimistisch wegen Schuldenkrise

Trotz Rekordumsatz sorgen sich die deutschen Exporteure wegen der Schuldenkrise um ihr künftiges Geschäft. Im nächsten Jahr würden die Ausfuhren zwar um mindestens sechs Prozent zulegen, nach plus zwölf Prozent in diesem Jahr, erklärte der Branchenverband BGA am Dienstag in Berlin.

Nach dem hervorragenden Jahr 2011 blickten die Unternehmen vorsichtig optimistisch auf 2012, sagte BGA-Präsident Anton Börner. "Über allem schwebt jedoch das Damoklesschwert der Schuldenkrise mit der stetigen Gefahr eines Überschwappens auf die Realwirtschaft über den Transmissionsriemen einer Kreditklemme."
Quelle: reuters.de

Telekom: Verzögerungen beim Schuldenabbau

Die Deutsche Telekom muss sich nach den Worten ihres Vorstandschefs René Obermann bei einem Scheitern des geplanten Verkaufs von T-Mobile USA auf Verzögerungen beim Schuldenabbau einstellen. Eine wirksame Reduzierung der Verbindlichkeiten könne der Konzern dann natürlich nicht so schnell erreichen, sagte Obermann am Montagabend auf einer Veranstaltung in Düsseldorf.

"Die USA waren über lange Jahre eben ein sehr kapitalintensives Unterfangen und wir müssen in den nächsten Jahren sehr viel Geld investieren", sagte er weiter. Sollte die Telekom die Mobilfunktochter nicht an den Konkurrenten AT&T veräußern können, müsse der Bonner Konzern neue Wege finden, die Bilanzstruktur solide zu halten. "Das wird dann natürlich nicht ganz so einfach."

Die Telekom hatte zum Ende des dritten Quartals Nettofinanzverbindlichkeiten von 43,4 Mrd. Euro. Die Telekom will T-Mobile USA für umgerechnet rund 28 Mrd. Euro an AT&T verkaufen, trifft jedoch damit auf Widerstand bei den US-Kartellbehörden. Sowohl die Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) als auch das Justizministerium haben große Bedenken gegen den Deal, weil AT&T bereits eine starke Position im US-Markt hat.

Beide Konzerne hatten vergangene Woche den Antrag bei der FCC zurückgezogen und wollen zunächst die Entscheidung des US-Justizministeriums abwarten. Speziell für die Telekom wäre ein Scheitern bedrohlich. Der Konzern benötigt die Milliarden aus dem Verkauf um neben dem Schuldenabbau den strategisch wichtigen Ausbau von Glasfasernetzen voranzutreiben. Niedrigere Schulden würden zudem Investitionen in bestehende oder neue Geschäfte erleichtern.
Quelle: ftd.de

American Airlines ist insolvent

American Airlines steckt tief in der Krise. Alleine in den ersten neun Monaten dieses Jahres verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 884 Millionen Dollar, nun musste es sich zu einem bitteren Schritt entscheiden. Der Mutterkonzern AMR Corp. beantragte vor einem New Yorker Gericht Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Wie die Gesellschaft erklärte, laufe der Flugbetrieb von American Airlines während des Insolvenzverfahrens und der Umstrukturierung aber vorerst normal weiter. Dieser Schritt sei im besten Interesse der Unternehmen und seiner Aktionäre, erklärten AMR Corp. und die regionale Tochtergesellschaft AMR Eagle Corp.

Ziel sei es, die Kosten senken und die Schulden abzubauen. Dadurch wolle man wieder wettbewerbsfähig werden. Der Fluglinie machen die hohen Spritkosten und die scharfe Konkurrenz zu schaffen. Zudem liegt American Airlines mit den Mitarbeitern über deren Bezahlung im Clinch. Tarifverträge zwängen American Airlines, mindestens 600 Millionen Dollar mehr auszugeben als andere Fluglinien. Im dritten Quartal lag das Minus bei 162 Millionen Dollar. Das Unternehmen machte in 14 der letzten 16 Quartale Verluste.
Quelle: sueddeutsche.de



Montag, 28.11.2011:

Moody’s sieht alle Ratings in Europa in Gefahr

Die Finanzkrise in der Euro-Zone könnte nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody's Konsequenzen für die Bonität diverser Staaten haben: Der Agentur zufolge gefährdet die Krise die Bonität aller europäischer Länder.

Wie Moody's in einem "Sonderkommentar" zur Lage in Europa mitteilte, geht sie zwar generell weiter davon aus, dass es im Euro-Raum nicht zu einer großen Zahl an Staatspleiten komme. Aber selbst bei diesem "positiven" Szenario seien negative Auswirkungen auf die Ratings zu befürchten. Die Umsetzung eines effektiven politischen Plans zur Lösung der Krise könnte erst nach einer Serie von Schocks möglich sein.

Das könnte wiederum dazu führen, dass weitere Länder vom Kapitalnachschub an den Finanzmärkten abgeschnitten wären und weitere Hilfsprogramme nötig würden, so die Agentur. "Institutionellen Schwächen" tragen laut Moody's dazu bei, dass die Krise bislang nicht überwunden werden konnte.
Quelle: zeit.de

Elite-Bonds statt Euro-Bonds?

Die Bundesregierung denkt laut einem Zeitungsbericht über sogenannte "Elite-Bonds" nach. Es werde erwogen, notfalls mit fünf anderen als besonders kreditwürdig geltenden Euro-Ländern gemeinsame Anleihen aufzulegen, berichtet "Die Welt".

Unter Berufung auf EU-Diplomaten berichtet die Zeitung, mit diesem Geld könnten nicht nur Schulden der sogenannten Triple-A-Länder - neben Deutschland auch Frankreich, Finnland, die Niederlande, Luxemburg und Österreich - finanziert werden. Gegen strenge Auflagen könnten auch Hilfen für Krisenländer wie Italien und Spanien möglich sein.

Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) komme die Umsetzung der "Elite-Bonds"-Pläne laut dem Bericht aber nur für den Fall infrage, dass nicht alle 27 EU-Staaten gemeinsam der von ihr geforderten Änderung der EU-Verträge verbindlich zustimmen, heißt es in dem Bericht. Bei der Änderung geht es um eine strengere Überwachung der Euro-Stabilitätsregeln.
Quelle: manager-magazin.de

IWF dementiert Hilfen für Italien

Der IWF hat einen Pressebericht über angebliche Milliarden-Hilfe für das hoch verschuldete Italien zurückgewiesen. Der IWF „befindet sich nicht in Diskussionen mit der italienischen Regierung über ein Finanzierungsprogramm“, teilte ein Sprecher des Währungsfonds am Montag mit. Er äußerte sich kurz vor einer mit Spannung erwarteten Auktion italienischer Staatsanleihen, die seit Wochen unter großem Druck stehen.

Die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ hatte am Sonntag mit Bezug auf informierte Kreise in Washington berichtet, der IWF könne Italien mit einem Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro unterstützen. Mit der Milliarden-Hilfe soll die neue Regierung von Mario Monti bei der Durchsetzung der notwendigen Reformen entlastet werden.

Zuvor hatten sich bereits Experten skeptisch zu dem angeblichen Hilfspaket des Währungsfonds für Italien geäußert. „Der IWF verfügt einfach nicht über die Ressourcen für ein solches Hilfspaket“, sagte der Experte Marc Chandler von der New Yorker Bank Brown Brothers Harriman & Co.
Quelle: handelsblatt.com

OECD sieht Rezession für Europa

Die Euro-Zone rutscht nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in eine neue kurzfristige Rezession. Sowohl in diesem als auch im nächsten Quartal werde die Wirtschaftsleistung der 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung voraussichtlich schrumpfen, heißt es im neuen Konjunkturausblick der Industrieländerorganisation. Erst ab dem zweiten Quartal sei wieder mit positiven Zahlen zu rechnen.

Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn das Wachstum in zwei aufeinander folgenden Quartalen negativ ist. Gleichzeitig hat OECD vor einem Ausweiten der Schuldenkrise gewarnt und ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert.

Ein „größeres negatives Ereignis“ in der Euro-Zone könnte „verheerende“ Auswirkungen für die Wirtschaft weltweit haben, mahnte die OECD. Deshalb sollten sich die Verantwortlichen auf „das Schlimmste“ vorbereiten und die EZB solle notfalls eingreifen. Für die gesamte Euro-Zone sieht die OECD eine „milde Rezession“.
Quelle: welt.de

EFSF: Geldgeber halten sich zurück

Der Versuch, die verbliebenen Mittel des Euro-Rettungsfonds EFSF auf rund eine Billion Euro zu hebeln, steht nach „Spiegel“-Informationen vor dem Scheitern. Grund dafür sei die Zurückhaltung potenzieller Geldgeber, berichtete das Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe. Nach Informationen von „Bild“ und „Welt am Sonntag“ wollen Berlin und Paris unterdessen im Eiltempo einen neuen Euro-Stabilitätsvertrag erzwingen.

Beim Treffen der Euro-Gruppe Anfang kommender Woche wolle EFSF-Chef Klaus Regling den Finanzministern Varianten vorlegen, die nur noch auf eine Verdoppelung und allenfalls auf eine Verdreifachung der EFSF-Restmittel von 250 Milliarden Euro hinauslaufen, berichtete der „Spiegel“ ohne Angabe von Quellen.
Quelle: handelsblatt.com



Sonntag, 27.11.2011:

Commerzbank kauft eigene Schulden auf

Die Commerzbank will zur Stärkung ihrer Kapitalquote eigene Schulden in erheblichem Umfang zurückkaufen. Nach FTD-Informationen plant die Bank, bestimmte Anleihen unter ihrem Nennwert zurückzunehmen und die Besitzer mit neuen Aktien auszuzahlen. Das Institut strebt auf diese Weise eine Entlastung von 600 Mio. bis 1 Mrd. Euro an. Eine Stellungnahme lehnte das Unternehmen ab.

Mit dem Vorhaben reagiert die Commerzbank auf ihre akuten Kapitalnöte. Deutschlands zweitgrößtem Kreditinstitut fehlen nach vorläufigen Berechnungen rund 2,9 Mrd. Euro, um den Blitzstresstest der europäischen Finanzaufsicht EBA zu bestehen.

Die Aufseher verlangen bis Mitte kommenden Jahres eine sogenannte harte Kernkapitalquote von neun Prozent. Im verschärften EBA-Stresstest, der unter anderem die schlechten Anleihekurse des dritten Quartals einschließt, soll das Defizit der Commerzbank gar bei rund 5 Mrd. Euro liegen.
Quelle: ftd.de

IWF will Italien mit 600 Milliarden helfen

Italienischen Medienberichten zufolge will der Internationale Währungsfonds (IWF) dem hoch verschuldeten Eurokrisenland Italien mit einem Milliarden-Programm unter die Arme greifen.

Wie die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Sonntag mit Bezug auf informierte Kreise in Washington berichtete, könnte der IWF Rom mit einem Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro unterstützen, um die neue Regierung von Mario Monti bei der Durchsetzung der notwendigen Reformen mit einer stabileren Finanzlage zu entlasten.
Quelle:manager-magazin.de

Manroland ist pleite

Schon wieder eine Hiobsbotschaft der deutschen Industrie an die Beschäftigten: Der weltweit drittgrößte Hersteller von Druckmaschinen Manroland ist pleite. Nach jahrelangen Sanierungsbemühungen kapitulierte das Traditionsunternehmen mit 6500 Beschäftigten und reichte am Freitag beim Amtsgericht in Augsburg den Insolvenzantrag ein.

Es ist die größte Firmenpleite in Deutschland seit der Insolvenz des Karstadt-Konzerns Arcandor vor zwei Jahren. Es ist der dritte Job-Kahlschlag innerhalb weniger Tage: In dieser Woche hatten bereits der Energiekonzern E.on und Nokia-Siemens Networks die Arbeitnehmer aufgeschreckt.

E.on machte am Montag den Anfang und bestätigte seine im August angekündigten Pläne, weltweit 11 000 Stellen zu streichen und mehrere Standorte zu schließen. Am Mittwoch folgte Nokia-Siemens-Networks mit der Ankündigung, dass weltweit 17 000 Jobs wegfallen würden.

Experten sehen trotzdem keinen allgemeinen Trend der Industrie zum Jobabbau. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet damit, dass trotz der nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik die Arbeitslosigkeit noch weiter sinken wird.
Quelle: welt.de



Samstag, 26.11.2011:

Neue Schockwelle für die Euro-Zone

Im Kampf um den Euro haben sich überraschend neue Fronten aufgetan. Griechenland will die privaten Gläubiger nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters stärker zur Kasse bitten als bislang geplant. Athen fordert Nachlässe von 75 Prozent. Die Banken bestehen auf den vereinbarten 50 Prozent. Reuters berief sich auf mehrere Insider und zitierte einen mit den Worten: "Die Frontlinien sind damit klar gezogen."

Zugleich brach unter den Euro-Staaten Streit über die Beteiligung privater Gläubiger an der Entschuldung von Krisenländern im Rahmen des geplanten permanenten Rettungsfonds ESM aus, der das schon aktive Schutzschild EFSF Mitte 2013 dauerhaft ablösen soll. Frankreich und andere Länder dringen darauf, die auf Druck Deutschlands ins ESM-Konzept aufgenommenen Klauseln für eine geordnete Umschuldung von Staaten in akuter Finanznot (Collective Action Clauses) zu kippen. Diese Option war im Frühjahr nach langem Streit beschlossen worden.

Standard&Poor's schockte Belgien, das zum Kerngebiet der Euro-Zone gehört. Die Ratingagentur stufte die Kreditwürdigkeit des deutschen Nachbarn herab. Als Gründe für den Schritt nannte S&P Risiken für die Banken, eine Bedrohung der exportorientierten Wirtschaft sowie das politische Durcheinander. Die Einstufung lautet nun "AA" nach zuletzt "AA+". Das ist immer noch die drittbeste Note bei der Agentur und damit für Anleger im unbedenklichen Bereich. Der Ausblick ist allerdings negativ, was heißt, dass mit einer weiteren Herabstufung in absehbarer Zeit gerechnet werden muss, wenn sich nichts ändert.
Quelle: ftd.de

Italien und Frankreich wollen private Gläubiger entlasten

Innerhalb der Euro-Zone ist ein Streit darüber ausgebrochen, ob bei drohenden Staatspleiten die privaten Gläubiger der betroffenen Länder an den Kosten von Rettungsaktionen beteiligt werden sollen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung plädieren Frankreich und Italien dafür, eine entsprechende Klausel aus dem Vertragsentwurf über die Errichtung des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM zu streichen. Deutschland hingegen will an der Gläubigerhaftung festhalten.

Hinter den Überlegungen in Paris und Rom steckt die Erkenntnis, dass im Fall Griechenlands die Beteiligung von Banken, Versicherungen und Fonds an den Kosten des jüngsten Hilfspakets die Turbulenzen an den Finanzmärkten dramatisch verschärft hatte. Laut Vereinbarung sollen die Geldhäuser gegenüber Athen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten, was einem Abschreibungsbedarf von mindestens 70 Milliarden Euro gleichkommt.

Seither haben Staatsanleihen ihren Nimbus als absolut sichere Form der Geldanlage verloren. Dies hatte in den letzten Tagen dazu geführt, dass die bisherigen Käufer der Papiere in eine Art Streik getreten waren. Selbst die Bundesregierung hatte es in dieser Woche nicht geschafft, genügend Interessenten für eine zehnjährige Anleihe zu finden. "Derzeit will niemand will Staatstitel aus der Euro-Zone in die Bücher nehmen", hieß es in Berliner Regierungskreisen.
Quelle: sueddeutsche.de

Kann eine Kommune pleite gehen?

Nein, eine Kommune könne nicht pleitegehen, niemals, sagt Lars Martin Klieve, der Kämmerer von Essen, mit Bestimmtheit. Würde tatsächlich einmal eine Stadt zahlungsunfähig, spränge noch im selben Moment das Land ein. »Jeder kommunale Kredit ist sicher«, behauptet der CDU-Politiker.

Wie viele andere Stadtkämmerer hat auch Klieve vor Kurzem die Nachricht aufgeschreckt, dass zum ersten Mal in Deutschland eine Bank einer finanziell Not leidenden Kommune einen Kredit verweigert hat. Nicht einer hoch verschuldeten Großstadt wie Essen, sondern dem 20.000-Einwohner-Städtchen Ochtrup im Münsterland mit überschaubaren Schulden: 27 Millionen Euro, das sind knapp 1.400 Euro je Ochtruper. Essen ist mit rund 5.200 Euro pro Kopf fast viermal so hoch verschuldet.

Es war die zum Genossenschafts- und Raiffeisenverbund gehörende WL-Bank in Münster, die mit ihrer Kreditverweigerung Unruhe in den Rathäusern auslöste, vor allem in Nordrhein-Westfalen, wo die kommunalen Finanzen so desolat sind wie in keinem anderen Bundesland. Die Entscheidung der Bank gelte daher auch nicht nur für Ochtrup, sondern für »alle Kommunen mit einem nicht gesicherten Haushaltskonzept«, sagt André Krabbe, der Marketingleiter und Pressesprecher der WL-Bank.

Das sind in Nordrhein-Westfalen 138 Städte und Gemeinden – jede dritte Kommune des Landes arbeitet mit einem Nothaushalt. Von allen 396 Kommunen in NRW haben nur noch acht einen ausgeglichenen Haushalt.
Quelle: zeit.de

S&P stuft Belgien herab

Die Schuldenkrise nimmt nun auch das Euro-Mitgliedsland Belgien stärker in den Zangengriff. Standard & Poor's (S&P) stufte am Freitag die Kreditwürdigkeit des Königreichs herunter. Unter Hochdruck wird nun an einem Sparhaushalt gearbeitet. Die Bewertung laute nun "AA" nach zuletzt "AA+", teilte die Agentur mit. Der Ausblick sei negativ. Damit signalisierte S&P, dass eine weitere Herabstufung droht.

Grund seien Schwierigkeiten im Bankensektor Belgiens, erläuterten die Bonitätswächter. Aber auch das Unvermögen der politischen Führung, auf den wirtschaftlichen Druck zu reagieren, hätten zu der Herabstufung beigetragen. Belgien hat seit der Wahl Mitte vergangenen Jahres keine Regierung, weil sich die potenziellen Koalitionspartner nicht einigen können.

Der abgewählte Ministerpräsident Yves Leterme führt das Land kommissarisch. Wegen des politischen Stillstands war das hoch verschuldete Belgien mitten in der europäischen Schuldenkrise zuletzt stärker ins Visier der Märkte gerückt. Hinzu kommen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der angeschlagenen belgisch-französischen Bank Dexia.
Quelle: manager-magazin.de

Merkel und Sarkozy drängen auf neuen EU-Vertrag

Deutschland und Frankreich wollen nach Presseinformationen in Rekordtempo einen neuen Euro-Stabilitätsvertrag erzwingen, möglichst bis Januar oder Februar 2012. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf diplomatische Kreise berichtet, erwägen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy sogar, den neuen Stabilitätspakt zunächst als Vertrag zwischen den Nationalstaaten zu schließen.

Modell dafür wäre das anfängliche Abkommen über den Wegfall von Personenkontrollen in der Europäischen Union, das Schengener Übereinkommen von 1985. Auf die angestammte Rolle der EU-Kommission wollen Merkel und Sarkozy den Angaben zufolge notfalls keine Rücksicht nehmen. Schon beim nächsten EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember in Brüssel wolle das Duo seine Pläne vorstellen. Scharfer Protest werde vor allem aus Großbritannien erwartet, das zwar nicht zur Euro-Zone gehört, aber nicht weiter an den Rand gedrängt werden wolle.
Quelle: handelsblatt.com



Freitag, 25.11.2011:

Italien muss für frisches Geld Rekordzinsen bezahlen

Auch nach dem Regierungswechsel muss Italien für neues Geld rekordhohe Zinsen zahlen. Der hoch verschuldete Staat konnte sich zwar am Kapitalmarkt wie geplant zehn Milliarden Euro leihen. Für Papiere mit sechsmonatiger Laufzeit muss er dafür aber einen durchschnittlichen Zins von 6,5 Prozent zahlen, für eine zweijährige Anleihe sogar einen Zins von 7,8 Prozent.

Höhere Zinssätze wurden seit Einführung des Euro noch nie von Italien gezahlt, teilte die Notenbank mit. Im Oktober lagen sie mit 3,5 und 4,6 Prozent noch deutlich tiefer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte unmittelbar vor der Versteigerung versucht, durch den Kauf italienischer Staatsanleihen am Markt die Zinsen zu drücken, sagten Händler.
Quelle: welt.de

Stimmungswechsel: Deutsche stützen Merkels Kurs in der Euro-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält in der Euro-Krise immer mehr Zustimmung von der Bevölkerung: Insgesamt 63 Prozent sind der Meinung, dass sie Ihre Arbeit in der Krise "eher gut" macht – Anfang Oktober waren nur 45 Prozent dieser Meinung. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Gleichzeitig finden laut der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen nur noch 29 Prozent, dass sie eher einen schlechten Job macht – zuvor waren noch 46 Prozent dieser Meinung.

Ebenfalls auf einer Linie mit der Kanzlerin ist eine große Mehrheit der Deutschen bei der Ablehnung von so genannten Euro-Bonds, die EU-Kommissionschef José Manuel Barroso befürwortet, Merkel aber bisher ablehnt. 79 Prozent der Deutschen sprechen sich gegen Euro-Bonds aus – nur 15 Prozent sind dafür. Dieses Stimmungsbild sieht bei den Anhängern aller Parteien ähnlich aus.
Quelle: welt.de

EZB-Ratsmitglied deutet weitere Zinssenkung an

In der Krise könnten in der Euro-Zone amerikanische Verhältnisse einziehen, was die Strategie der Notenbanker angeht. Denn es gibt in der Europäischen Zentralbank (EZB) Überlegungen, den Leitzins im Dezember zum zweiten Mal in Folge zu senken - sollten sich die Konjunkturaussichten weiter verdüstern.

"Wenn der aktuelle Trend anhält, dann wird wahrscheinlich eine weitere Zinssenkung folgen", zitierte die belgische Zeitung De Tijd EZB-Ratsmitglied Luc Coene, der auch Chef der belgischen Zentralbank ist. Sollte die EZB den derzeitigen Zinssatz von 1,25 Prozent auf ein Prozent senken, kämen Banken, und damit auch andere Unternehmen, noch billiger an Geld.

Davon versprechen sich die Währungshüter, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt. Kritiker warnen davor, dass das billige Geld die Inflation anheizen könnte.
Quelle: sueddeutsche.de

Fitch stuft Portugal auf Ramschniveau

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Portugal auf "Ramsch"-Niveau zurückgesetzt. Die Bonitätsnote werde von "BBB-" um eine Stufe auf "BB+" zurückgenommen, teilte die Agentur mit. Zusätzlich ist der Ausblick negativ. Das heißt, es drohen weitere Herabstufungen.

Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit den großen Ungleichgewichten im Haushalt, der hohen Verschuldung über alle Sektoren hinweg sowie einem ungünstigen konjunkturellen Ausblick. Fitch rechnet damit, dass die portugiesische Wirtschaft nächstes Jahr um drei Prozent schrumpft. Die Konjunkturentwicklung dürfte die Konsolidierung der Staatsfinanzen weiter erschweren. Die angestoßene Reformen dürften sich dagegen erst langfristig auswirken. Die portugiesischen Staatsschulden dürften bis Ende des Jahres auf 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.

Im Juli hatte bereits der Konkurrent Moody's sein Rating für Portugal auf Ramsch gesenkt. Mit "Ba2" bewertet Moody's das Land sogar noch eine Note schlechter als Fitch. Die dritte große Ratingagentur, Standard & Poor's gibt Portugal bisher noch die Note "BBB-", dies ist die letzte Stufe des so genannten Investment Grade, das für als solide geltende Schuldner vergeben wird.
Quelle: handelsblatt.com

Moody’s senkt Ungarns Bonität auf Ramschniveau

Ungarns Staatsanleihen sind junk; auf Deutsch: Müll. Zumindest Moody's sieht das so. Die Ratingagentur hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau gesenkt. Die Analysten begründeten die Herabstufung von Baa3 auf Ba1 unter anderem mit der zunehmenden Unsicherheit, ob Ungarn angesichts eingeschränkter Wachstumsaussichten mittelfristig seinen Staatshaushalt konsolidieren und die öffentlichen Schulden senken könne. Der Ausblick für das EU-Mitgliedsland bleibe negativ.
Quelle: sueddeutsche.de

6500 Jobs in Gefahr: Manroland meldet Insolvenz an

Manroland, einer der größten Druckmaschinenhersteller der Welt, ist pleite. Das Unternehmen habe am Freitag beim Amtsgericht Augsburg Insolvenzantrag gestellt, sagte ein Gerichtssprecher. Der Antrag werde derzeit geprüft, eine Entscheidung des Insolvenzgerichts über den Antrag liege noch nicht vor. Damit müssen rund 6500 Beschäftigte des seit Jahren kriselnden Konzerns einen Monat vor Weihnachten um ihre Arbeitsplätze bangen.

Für den Freitagnachmittag sind Betriebsversammlungen angesetzt. Manroland leidet seit Jahren unter schrumpfenden Geschäften mit Druckmaschinen und schreibt seit 2009 auch operativ Verluste. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Augsburg und Standorte unter anderem im hessischen Offenbach und im sächsischen Plauen. Unklar ist noch, wie es nach einer Insolvenz weiter gehen soll und ob der Verkauf von Teilen des Unternehmens in Betracht kommt.
Quelle: manager-magazin.de

Commerzbank bietet Wette auf eigenen Untergang an

Die Commerzbank lädt zur Spekulation auf ihren eigenen Untergang ein. Im riesigen Zertifikate-Sortiment der zweitgrößten deutschen Bank finden sich seit gestern zwei Papiere, mit denen Anleger Gewinne machen, wenn die Commerzbank-Aktie auf Pennystock-Niveau, also unter einen Euro, gefallen ist.

Je tiefer das Papier stürzt, desto mehr können Crash-Propheten verdienen. Prozentual gewinnen sie sogar deutlich mehr, als die Aktionäre im Gegenzug verlieren. Dafür sorgt die Hebelwirkung der Optionsscheine mit den Kennnummern CK5NBM und CK5NBS. Die Wette ist riskant, aber nicht aussichtslos. Am Dienstag lagen Commerzbank-Aktien zeitweise nur noch 15 Cent über der magischen Ein-Euro-Marke. Seither haben sich die Papiere zwar leicht erholt.

Doch der Trend der vergangenen Monate macht wenig Hoffnung auf eine nachhaltige Besserung. Seit Jahresanfang haben Commerzbank-Aktien mehr als 70 Prozent an Wert verloren. Weiteres Ungemach droht, weil noch nicht klar ist, wie viele Milliarden das Finanzinstitut zum Schutz gegen die Schuldenkrise noch braucht und woher das Geld kommen soll.
Quelle: handelsblatt.com

DZ Bank braucht mehr Kapital

Als fünftes deutsches Kreditinstitut droht auch die DZ Bank durch den neuen Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht Eba zu fallen. "Nach aktuellem Stand benötigt die Bank bis Ende Juni 2012 rund 350 Millionen Euro", hieß es aus Finanzkreisen. Denn nach dem aktualisierten Stresstest-Szenario erreicht das Spitzeninstitut von 1000 deutschen Genossenschaftsbanken nur eine Kapitalquote von 8,6 Prozent statt der geforderten 9,0 Prozent. Die DZ Bank selbst kommentierte die Vorgänge am Freitag nicht.

Noch hat die Eba die Ergebnisse ihres neuen Stresstests auch nicht bekannt gegeben. Sie wird dies aber möglicherweise noch in diesem Monat tun. Eine Kapitalerhöhung benötigt die Bank nicht. Man werde die Eigenkapitallücke durch einbehaltene Gewinne und den Abbau von Risiken erreichen, hieß es.

Nach Commerzbank, Deutscher Bank, LBBW und NordLB gibt es mit der DZ Bank also ein fünftes deutsches Institut, das wegen der Stresstests Kapital aufstocken muss.
Quelle: handelsblatt.com



Donnerstag, 24.11.2011:

Ifo-Index steigt überraschend an

Trotz Schuldenkrise und Rezessionssorgen in der Euro-Zone hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 106,4 Punkten im Vormonat auf 106,6, teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mit. Zuvor hatte sich die Stimmung vier Monate in Folge eingetrübt.

Der DAX machte einen Sprung um 1,6 Prozent auf 5553 Punkte. Analysten hatten im Schnitt mit einem weiteren Rückgang auf 105,1 Zähler gerechnet. "Der leichte Anstieg resultiert aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die rund 7000 befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser ein. Die aktuelle Lage sei unverändert ein. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 97,3 Zähler, das für die Lage verharrte bei 116,7 Punkten. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate recht zuverlässig vorhersagt.
Quelle: ftd.de

Moody's droht tricksenden US-Politikern

Die Ratingagenturen sind unruhig. Die erste von ihnen, Moody's, droht den USA, ihre Kreditwürdigkeit herunterzustufen. Begründung: Republikaner und Demokraten könnten die vereinbarten automatischen Einsparungen umgehen. Sollte der Kongress versuchen, einige der in den nächsten zehn Jahren vorgesehenen automatischen Ausgabenkürzungen über 1,2 Billionen Dollar zurückzunehmen oder zu reduzieren, könnte das zu einer Herabstufung führen.

Die Kürzungen nach der Rasenmähermethode sollen eigentlich 2013 beginnen. Der Automatismus war in Kraft getreten, nachdem zu Beginn der Woche die Verhandlungen zum Schuldenabbau zwischen Republikanern und Demokraten in einem "Super-Komitee" gescheitert waren. Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen jeglichen Versuch angekündigt, die Kürzungen zu umgehen.
Quelle: sueddeutsche.de

Deutscher Anleihemarkt mit starken Kursverlusten

Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Donnerstag mit starken Verlusten in den Handel gestartet. Ein für den Verlauf des Tages geplantes Treffen der Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Italien könnte für "etwas Entlastung" in der Schuldenkrise sorgen, erklärten Experten die Kursverluste. Außerdem belaste die gefloppte Versteigerung von deutschen Staatsanleihen vom Vortag weiterhin der Bonds. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen um 0,77 Prozent auf 134,76 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,212 Prozent.

Zuletzt hätten Streit und Uneinigkeit die Zusammenarbeit der führenden Politiker der Eurozone geprägt, sagte Anleihen-Experte Volker Brokelmann von der HSH Nordbank. Das habe die Anleger zunehmend an der Überlebensfähigkeit der Eurozone zweifeln lassen. Der für heute angesetzte "Mini-Gipfel" mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Regierungschef Nikolas Sarkozy und Italiens neuem Premier Mario Monti könnte für positive Signale in der aufgeheizten Stimmung an den Finanzmärkten sorgen.
Quelle: manager-magazin.de

Wirtschaft befürchtet Kreditklemme

Eigentlich hatten die EU-Politiker nur Gutes im Sinn, als sie den Banken befahlen, bis zum kommenden Sommer ihre Kapitalpuffer im Schnellverfahren massiv aufzustocken. Ursprünglich sahen die neuen, unter dem Stichwort Basel III bekannten Eigenkapitalvorschriften eine Übergangsfrist bis 2019 vor, doch jetzt müssen die Institute bereits im Juli 2012 eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent vorweisen, um gegen die Schocks der Euro-Krise gewappnet zu sein.

Doch wo soll das Kapital herkommen? Sollte sich die Schuldenkrise nicht schnell entspannen, werde es den meisten Instituten schwerfallen, die Lücke mit eigenen Gewinnen aufzufüllen, warnen die Analysten der britischen Bank Barclays. Gleichzeitig ist das Misstrauen der Investoren gegenüber der Finanzbranche so groß, dass viele Institute keine Chance sehen, neues Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. Wenn der Staat nicht wieder einspringen soll, bleibt den Banken nur eine Chance: Sie müssen ihre Bilanzen radikal kürzen.

Doch diese Notoperation könnte äußerst schädliche Nebenwirkungen haben. Experten warnen vor einer Kreditklemme in Europa. Außerdem könnte ein großer Teil der Risiken, die aus den Bilanzen der Institute verschwinden, ins Zwielicht der Schattenbanken abwandern. Tatsächlich warnen bereits die ersten Unternehmen vor einer beginnenden Kreditklemme.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus etwa ist mit Blick auf seine kleinen Zulieferer besorgt über die Kreditbewilligungen der Banken. „Die momentane Kreditvergabepraxis der Banken ist bedenklich“, sagte Airbus-Chef Thomas Enders der „Börsen-Zeitung“. Einige Banken scheuten Flugzeugfinanzierungen, doch viele kleine Zulieferer seien finanziell nicht so robust aufgestellt. „Der Ausfall nur eines von ihnen kann Einfluss auf unsere ganze Produktionslinie haben“, erklärte der Manager. Airbus will daher „neue Finanzierungsquellen“ erschließen. Dabei hat die EADS-Tochter vor allem die Kapitalmärkte in China und Japan im Blick.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 23.11.2011:

Deutsche Staatsanleihen: Boykott der Anleger

Die Anleger verlieren den Appetit auf die extrem niedrig verzinsten deutschen Staatsanleihen. Bei der Auktion neuer Bonds mit zehnjähriger Laufzeit fand der Bund für gut ein Drittel der angebotenen Summe keinen Abnehmer, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mit. „Das Ergebnis der heutigen Auktion spiegelt das äußerst nervöse Marktumfeld wider“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. „Das Ergebnis bedeutet für den Emittenten keinerlei Refinanzierungsengpass für den Bundeshaushalt.“

Das angestrebte Gesamtvolumen solle nun über Verkäufe am Sekundärmarkt erreicht werden. Experten und Märkte reagierten geschockt. „Das ist ein völliges Desaster“, sagte Analyst Marc Ostwald von Monument Strategies. „Das ist wirklich schlecht“, sagte auch Achilleas Georgolopoulos von der Lloyds Bank. Der Bund-Future baute seine Verluste nach Bekanntgabe des Emissionsergebnisses aus, der Euro fiel auf ein Sechs-Wochen-Tief von 1,3382 Dollar. Der Deutsche Aktienindex Dax gab auch nochmals nach. Zuletzt lag der Leitindex rund 0,6 Prozent im Minus bei 5500 Punkten.
Quelle: welt.de

Fitch warnt Frankreich vor Bonitätsverlust

Frankreich droht nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch der Verlust seiner Topbonität, sollte sich die Krise in der Eurozone weiter verschärfen. Eine „weitere Intensivierung der Krise“ werde zu einer sehr viel drastischeren Konjunkturabschwächung in Frankreich und der Europäischen Union führen als bislang befürchtet, erklärte Fitch in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Dies bedeute, dass Frankreich Gefahr laufe, seine Bonitätsnote „AAA“ zu verlieren. Wenige Tage zuvor hatte sich die Ratingagentur Moody´s ähnlich geäußert.
Quelle: focus.de

Griechische Notenbank: Nur die EU kann Griechenland noch retten

Die griechische Notenbank sieht in der Erfüllung der EU-Verpflichtungen die letzte Chance für das hoch verschuldete Land, in der Euro-Zone zu bleiben. Ansonsten werde Griechenland um Jahrzehnte zurückgeworfen. Dies stellt die Zentralbank (Bank of Greece) in ihrem Bericht zur Lage des Landes fest, den Notenbankchef Giorgos Provopoulos dem griechischen Parlament vorlegte.

„Auf dem Spiel steht nunmehr der Verbleib Griechenlands im Euro(land)“, sagte Provopoulos. Die Beschlüsse der EU vom Oktober seien die wohl „letzte Chance für Griechenland“, heißt es im Notenbank-Bericht. Das Land müsse sich mit aller Kraft darum bemühen, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen und erste Überschüsse durch Reformen und Einsparungen zu erzielen.
Quelle: welt.de

Merkel stimmt auf harte Zeiten ein

Kanzlerin Merkel hat trotz des Aufschwungs im eigenen Land auf harte Zeiten eingestimmt. Die Opposition schoss sich bei der laufenden Generaldebatte über den Haushalt 2012 auf die Finanzpolitik von Schwarz-Gelb ein. Auch im nächsten Jahr stehe Deutschland vor riesigen Herausforderungen in einer Welt, die sich stark verändere, sagte die CDU-Vorsitzende bei der Generaldebatte über den Haushalt 2012 im Bundestag.

Merkel verteidigte die Initiativen zur Euro-Rettung. Anders als die Opposition behaupte, gebe es eben keinen goldenen Weg ohne Risiken. Linke, Grüne und SPD griffen die Regierung in der Debatte scharf an. Merkel erklärte, zur Stabilisierung der Wirtschaftslage in Deutschland werde deutlich mehr Geld in den Ausbau der Verkehrswege investiert. Ohne moderne Infrastruktur könne Deutschland „kein Land mit Wohlstand sein“.

Außerdem würden jeweils sechs Milliarden Euro mehr für Forschung und Bildung ausgegeben. Da habe es noch nie gegeben. Merkel verteidigte die parteiintern umstrittene Energiewende und kündigte in der Frage der atomaren Endlagerung nach Gesprächen mit den Ländern bis zum Sommer „konkrete Ergebnisse“ an.
Quelle: handelsblatt.com

Euro-Bonds: Merkel und Barroso auf Konfrontationskurs

Gegen den Widerstand aus Deutschland hat die EU-Kommission die Einführung von Euro-Bonds vorgeschlagen. Behördenchef José Manuel Barroso präsentierte in Brüssel erste Ideen für gemeinschaftliche europäische Staatsanleihen. Die Bundesregierung lehnt eine solche gemeinsame Kreditaufnahme ab. Kanzlerin Angela Merkel warnte im Bundestag vor einer Vergemeinschaftung der Schulden.

Dies sei kein Weg, strukturelle Mängel der Währungsunion zu überwinden. Sie halte es für "außerordentlich bekümmerlich und unpassend", dass die EU-Kommission heute im Grunde die Einführung von Euro-Bonds vorschlägt. Es habe aber "keinen Sinn, leichte Lösungen vorzugaukeln", sagte die Kanzlerin.
Quelle: zeit.de

Frankreich droht Schrumpfen des BIP

Die Schuldenkrise fordert von Frankreich hohen Tribut. Zahlen des statistischen Bundesamtes signalisieren für November ein trübes Geschäftsklima. Für das vierte Quartal erwarten Volkswirte gar ein Schrumpfen des BIP. Die Stimmung der französischen Unternehmen hat sich auch im November eingetrübt. Das Barometer für die gesamte Wirtschaft sackte im November auf 93 von 95 Punkten, wie das nationale Statistikamt Insee am Mittwoch mitteilte. Der Index für die Industrie fiel auf 95 von 97 und damit wie von Experten erwartet.

„Es zeigt sich einmal mehr, dass sich die Schuldenkrise verschärft und ihren Tribut fordert“, sagte ABN-Amro-Analyst Joost Beaumont. „Wahrscheinlich wird sie Frankreich und die gesamte Eurozone wieder in die Rezession treiben.“ Für düstere Aussichten sorgten auch die Daten des Markit/CDAF-Einkaufsmanagerindexes. Das Barometer für die französische Privatwirtschaft stieg zwar auf 48,7 Zähler, blieb aber unter der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird.
Quelle: handelsblatt.com

Euro-Krise: USA sorgt sich um seine Banken

Die amerikanische Notenbank Fed sorgt sich um die Auswirkungen der Eurokrise auf die Bankensystem des Landes. Sie will wissen, wie gut die großen US-Institute gegen einen möglichen Schock an den Finanzmärkten gewappnet sind und weitet daher ihren jährlichen Stresstest aus.

Sechs von 31 Banken nimmt sie genauer ins Visier: Die Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo müssen bis zum 9. Januar einen detaillierten Plan vorlegen, wie sich eine Verschärfung der Schuldenkrise auswirken würde. Für die anderen Institute bleibt es beim regulären Test.
Quelle: handelsblatt.com

Chinas Industrie macht Sorgen

Europa und die USA können sich nicht mehr auf China als Wachstumstreiber verlassen. Die Industrie in der Volksrepublik trat laut dem Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC in den vergangenen Wochen auf der Stelle. Der Index fiel im November auf 48 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Werte unter dieser Kennzahl deuten in der Regel auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten hin. Damit schrumpften die Geschäfte im November so stark wie seit März 2009 nicht mehr.

China hat die Weltkonjunktur seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten angeschoben. Die aktuellen Daten verstärken nun die Furcht vor einem Abschwung. "Das ist noch keine Katastrophe, aber es schürt natürlich die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft - schließlich ist China der einzige Rettungsanker, den wir noch haben", sagte ein Börsianer. Die Sorge machte sich umgehend an den Aktienmärkten bemerkbar. Der deutsche Leitindex Dax rutschte zwischenzeitlich ins Minus und drehte am Nachmittag dann wieder leicht ins Plus.
Quelle: spiegel.de



Dienstag, 22.11.2011:

Fitch droht USA mit Herabstufung

Die Ratingagentur Fitch hat den USA nach den gescheiterten Verhandlungen über ein Konzept zum Schuldenabbau eine Herabstufung abgedroht. Konkret geht es um die Abstufung des Ausblicks der Kreditbewertung auf „negativ“. Der Rückschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise in den USA könnte „möglicherweise ein negatives Rating zur Folge haben“, teilte die Agentur Fitch am Dienstag mit.

Die Entscheidung hierzu werde noch bis zum Ende des Monats gefällt. Fitch bewertet die USA derzeit mit der Bestnote „AAA“ und der Ausblick steht auf „stabil“. Dagegen sprachen sich die anderen großen Ratingagenturen Standard and Poor's (S&P) und Moody's gegen eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA aus. Allerdings hatte S&P den USA bereits im August die Bestnote „AAA“ entzogen und die Kreditwürdigkeit nur noch mit der zweitbesten Bewertung „AA+“ eingestuft.
Quelle: welt.de

US-Schuldenstreit bedroht die Weltwirtschaft

Die geplatzten Gespräche über einen nachhaltigen Abbau des US-Defizits wirken sich auch auf die fragile Weltwirtschaft aus: „Ein Scheitern des Super-Komitees könnte dazu führen, dass die Stimmungsindikatoren in den USA sinken. Konjunkturmaßnahmen wie die befristete Senkung der Sozialversicherungsteuer werden jetzt wahrscheinlich nicht verlängert. Beides dürfte den privaten Verbrauch im ersten Halbjahr 2012 dämpfen“, sagt Bernd Weidensteiner, US-Experte der Commerzbank.

Im Sommer hatten sich Republikaner und Demokraten im US-Kongres auf Einsparungen in Höhe von einer Billion Dollar geeinigt. Die Vorschläge für die Einsparungen sollte eine mit jeweils sechs hochrangigen Vertretern der Demokraten und Republikanern besetzte Sparkommission ausarbeiten. Das Scheitern hat zur Folge, dass nun automatische Haushaltskürzungen greifen, die vor allem den Verteidigungshaushalt und Sozialprogramme treffen. Diese Rasenmäher-Kürzungen setzen jedoch erst im Jahr 2013 ein.
Quelle: handelsblatt.com

Frankreichs Spitzen-Rating in Gefahr

Die europäischen Anleger reagieren allergisch auf die neuesten Krisensignale aus Frankreich. Weil die Ratingagentur Moody's dem europäischen Kernland mit dem Entzug der Spitzennote AAA droht, gaben die Aktienmärkte teilweise deutlich nach. Der deutsche Dax sowie der französische CAC 40 lagen am Mittag je rund 2,6 Prozent im Minus. Zwischenzeitlich hatte der Dax sogar mehr als drei Prozent im Minus notiert.
Quelle: sueddeutsche.de

Spanien muss Bank retten

Der spanische Staat hat die Kontrolle über eine bisher private Bank übernommen. Wie die spanische Zentralbank am Montag mitteilte, wurde die vom Zusammenbruch bedrohte Banco de Valencia der Verwaltung des staatlichen Rettungsfonds FROB unterstellt. Das Management der Bank wurde abgesetzt. Der Fonds werde der Bank eine Kapitalhilfe von einer Milliarde Euro zur Verfügung stellen und Kredite über zwei Milliarden Euro bereitstellen, hieß es.

Wenn das Geldinstitut erfolgreich saniert sei, solle es verkauft werden. Die Aktien des Unternehmens wurden am Montag von Handel ausgesetzt. Die Zentralbank wies aber darauf hin, dass sowohl die Anleger als auch die Kunden der Banco de Valencia "völlig beruhigt" sein könnten. Die Bank werde ihre Geschäfte normal fortführen und allen Verpflichtungen nachkommen.
Quelle: manager-magazin.de

Ackermann will Druck auf Schulden-Staaten hoch halten

Der Druck auf hochverschuldete Euro-Länder darf nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht verringert werden. Gemeinsame Anleihen, sogenannte Euro-Bonds, seien das falsche Signal an Länder wie Italien oder Spanien, sagte Ackermann am Montagabend in Passau. "Ich bin jetzt dagegen." Die Länder müssten vielmehr ihre Hausaufgaben machen.

"Wir müssen den Druck auf die Staaten erhöhen." Solange der Laden nicht in Ordnung sei, machten Euro-Bonds keinen Sinn. Für Deutschland und andere vergleichsweise solide dastehende Länder würden die Zinskosten durch solche Emissionen steigen, weswegen die Bundesregierung diese ablehnt. Manche Experten betonen aber, dass sie den Druck aus dem Kessel nehmen und damit zur Lösung der Krise beitragen könnten.
Quelle: reuters.de

Commerzbank braucht deutlich mehr Kapital

Die Commerzbank braucht Finanzkreisen zufolge wahrscheinlich deutlich mehr Kapital als bisher angenommen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Zahlen vertraute Personen. Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus fehlen nach bankinternen Berechnungen rund 5 Mrd. Euro, sollten die europäischen Bankenaufseher ihre Anforderungen nochmals verschärfen.

Die Commerzbank-Aktie brach nach der Meldung um 6,3 Prozent ein auf das Rekordtief von 1,27 Euro. Das entspricht einem Börsenwert von nur noch 6,5 Mrd. Euro. Auf Basis des zweiten Quartals hatte die teilverstaatlichte Commerzbank die Lücke zur geforderten harten Kernkapitalquote von neun Prozent noch auf 2,9 Mrd Euro beziffert. Im dritten Quartal verbuchte sie fast 700 Mio. Euro Verlust - inwieweit dieser den Kapitalbedarf erhöht hat, ist offen. Zudem will die europäische Bankenaufsicht EBA die Bedingungen für die Kapitalberechnung nochmals verschärfen, was bei zahlreichen Banken die Lücke vergrößern würde. Deutschland und andere Länder leisten aber noch Widerstand.

Die EU-Regierungen wollen mit einer Rekapitalisierung der Banken das Vertrauen der Investoren in die krisengeschüttelte Branche wiederherstellen. Die Institute leiden unter massiven Abschreibungen auf europäische Staatsanleihen, was die Kapitaldecke ausdünnt. In der Branche gibt es aber heftige Kritik am Vorgehen der EU, denn die geforderte Kapitalquote geht weit über die neuen Anforderungen des internationalen Regelwerks Basel III hinaus.
Quelle: ftd.de

EU will Haushalte der Euro-Länder kontrollieren

Die 17 Eurostaaten sollen ihre Haushalte nach dem Willen der Europäischen Kommission künftig nach einem gemeinsamen Zeitplan und einheitlichen Regeln vorbereiten. Kommissionspräsident José Manuel Barroso will vorschlagen, dass die Länder ihre Haushaltsentwürfe zunächst bis zum 15. April des jeweiligen Jahres zur Kontrolle einschicken. Die Kommission soll dazu Anmerkungen und Hinweise geben. Die endgültigen Entwürfe sollen dann national beraten und am 15. Oktober erneut in Brüssel eingereicht werden, um die Zustimmung der Kommission zu bekommen.

Gegebenenfalls soll die Kommission öffentliche Rügen aussprechen und Nachbesserungen fordern können. Barroso will zudem Länder, die Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds erhalten, stärker und länger als bisher überwachen. Kommission und Europäische Zentralbank sollten ständig prüfen, ob die Sparprogramme umgesetzt werden – und bei Abweichungen neue Vorschriften vorschlagen. Die Länder sollten so lange unter Kuratel stehen, bis sie mindesten 75 Prozent der Hilfen zurückgezahlt haben.
Quelle: welt.de

Eurokrise belastet auch Asien

Der Konjunkturabschwung in Europa belastet auch Ostasien, stellt die Weltbank in ihrem am Dienstag veröffentlichten Halbjahresbericht fest. Die Volkswirtschaften wuchsen in diesem Jahr zwar robust, aber weniger als im vergangenen Jahr, und 2012 sei eine weitere Abkühlung zu erwarten. Einer der Gründe seien die Sparpakete in Europa, die die Nachfrage drosseln.

Hohe Währungsreserven und Leistungsbilanzüberschüsse schützen die Länder zwar vor möglichen Schocks, doch sollten sie die Binnennachfrage weiter ankurbeln, sagte Weltbankchefökonom Bert Hofman am Dienstag. Die Region Ostasien mit China dürfte in diesem Jahr 8,2 Prozent zulegen (4,7 Prozent ohne China), nach 9,7 Prozent im vergangenen Jahr. Für 2012 rechnen die Ökonomen mit 7,8 Prozent Wachstum.
Quelle: manager-magazin.de

Spanien weiter im Visier der Finanzmärkte

Das hoch verschuldete Spanien bleibt auch nach dem Machtwechsel im Visier der Finanzmärkte. Die Regierung in Madrid konnt sich am Dienstag nur für die höchsten Renditen seit 14 Jahren frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion seit dem Erdrutschsieg der konservativen Partei PP am Sonntag musste Spanien den Anlegern extrem hohe Zinsen von mehr als fünf Prozent zahlen.

Das Interesse der Investoren an den Anleihen mit drei- und sechsmonatiger Laufzeit war allerdings sehr hoch. Die Auktion zeigt, dass die neue spanische Regierung unter Manuel Rajoy keine Einarbeitungszeit in der Schuldenkrise erhält. Die Märkte verlangen schnelle Schritte, um die Schulden abzubauen und die Wirtschaft des vor einer Rezession stehenden Landes anzukurbeln.

Rajoy übernimmt allerdings erst um den 20. Dezember die Amtsgeschäfte des scheidenden Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero. In diese Kerbe schlug auch die Ratingagentur Fitch. Sie bekräftigte ihre Haltung, dass die neue Regierung zusätzliche Maßnahmen einleiten müsse, damit Spanien seine Ziele beim Defizitabbau erfüllen könne. Das starke Mandat für die PP verschaffe „Spielraum“ dafür.
Quelle: handelsblatt.com

Eon konkretisiert radikalen Stellenabbau

Für viele Eon-Mitarbeiter wird der Abbau von weltweit bis zu 11 000 Arbeitsplätzen konkret. Gut drei Monate nach der Vorstandsankündigung will der größte Energiekonzern Deutschlands Details zur Zukunft von Verwaltungszentren nennen.

In Essen, Hannover und München sowie bei der Handelstochter Energy Trading in Düsseldorf sollten Belegschaften am Dienstag informiert werden. Entsprechende Medienberichte bestätige ein Eon-Sprecher. Er kündigte für den späten Nachmittag im Anschluss an die Versammlungen eine Mitteilung an. Bei den Verwaltungszentren handelt es sich aber nur im einen Teil der Sparliste. Das gesamte Ausmaß wird damit noch nicht sichtbar.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtete bei der Bekanntgabe des Sparkurses Mitte August, dass insgesamt etwa 6000 Stellen und damit mehr als die Hälfte des Stellenabbaus auf Deutschland entfallen könnte. Einzelne Standorte wie die Zentrale der Tochter Eon Energie in München könnten früheren Medienberichten zufolge ganz geschlossen werden. Auch an kleinen Standorten könnten viele Stellen wegfallen, befürchtet Verdi.
Quelle: focus.de



Montag, 21.11.2011:

EU-Währungskommissar: Krise erfasst den Kern der Euro-Zone

Die Euro-Schuldenkrise zieht EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge inzwischen auch den harten Kern der Euro-Länder in Mitleidenschaft. „Die Krise trifft den Kern der Euro-Zone, wir sollten uns darüber keine Illusionen machen“, sagte Rehn bei einer Konferenz in Brüssel.

Das Vertrauen der Finanzmärkte könne auf Dauer nur über einen Abbau der Staatsverschuldung zurückgewonnen werden. Dazu gebe es keine Alternative. „Man kann keine Wachstumsstrategie auf weiter steigenden Schulden aufbauen, wenn die Fähigkeit, die Schulden zu bezahlen, an den Märkten infrage gestellt wird“, ergänzte er.
Quelle: welt.de

Moody’s Ankündigung über Frankreichs Herabstufung verschreckt Investoren

Die Schuldenprobleme dies- und jenseits des Atlantiks halten die Anleger an den Finanzmärkten in Atem. Am Morgen hatte die Ratingagentur Moody's bekräftigt, dass sie über die Herabstufung Frankreichs nachdenke. Als Grund führten die Bonitätswächter die gestiegenen Refinanzierungskosten an. In dem vorherigen Bericht hatte Moody's auf die Kosten einer möglichen Bankenrettung verwiesen.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sieht eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch die Ratingagentur Moody's kritisch. "Ich würde das der tatsächlichen Lage Frankreichs für nicht angemessen halten", sagte der luxemburgische Regierungschef am Montag bei einer Ordensverleihung in Mainz. Sollte Moody's diesen Schritt tatsächlich gehen, sei nach dem "AAA"-Rating Frankreichs auch das "AAA"-Rating des EU-Rettungsschirms EFSF gefährdet.

"Ich möchte nicht, dass das passiert", sagte Juncker. Zum Streit mit Deutschland über künftige gemeinsame europäische Anleihen, sagte er: "Sie sind kein Unding", stellte er klar. Deutschland lehnt diese Bonds bislang kategorisch ab. Andere Länder sehen sie dagegen als Möglichkeit, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen.
Quelle: ftd.de

Weltbank-Chef warnt vor Übergreifen der Euro-Krise auf Weltwirtschaft

Wenn die Rezession in Europa ausbricht, erwischt es auch China, glaubt der Chefökonom der Weltbank. "Europa ist noch immer der größte Markt der Welt. Wenn jetzt hier das Wachstum ausbleibt, bremst das zwangsläufig auch alle anderen Volkswirtschaften", sagte Justin Lin dem Berliner Tagesspiegel. Diese Rezession werde im Gegensatz zur letzten Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer seien trotz ihrer hohen Wachstumsraten heute nicht mehr in der Lage, den Rückgang der Nachfrage in den Industrieländern auszugleichen. "Jetzt folgen die Märkte in den aufsteigenden Ländern dem gleichen Muster wie in den Industriestaaten", sagte Lin. Es gebe nicht mehr das Vertrauen, "die Schwellenländer könnten sich abkoppeln vom dem, was in Europa und den USA geschieht". Als Indiz führte der Taiwanese an, dass die Krise mittlerweile auch Aktien und Zinsen auf Staatsanleihen in diesen Ländern beeinflusse.
Quelle: sueddeutsche.de

China rechnet mit dauerhaftem Einbruch der Weltwirtschaft

Noch hat China die Folgen der Schuldenkrise recht unbeschadet überstanden. Doch auch in der Volksrepublik wächst angesichts der Probleme insbesondere in der Euro-Zone die Sorge, dass dies nicht auf Dauer so bleibt. Die Weltwirtschaft befinde sich derzeit "in einer äußerst ernsten Lage", sagte Vizepremierminister Wang Qishan laut einem Bericht der "Financial Times".

"In diesen unsicheren Zeiten ist nur sicher, dass die Rezession eine lange Zeit andauern wird." Damit China dies überstehe, müsse das Land sein Finanzsystem grundlegend reformieren. Zwischen Juli und September wuchs das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Wirtschaftsmacht aufs Jahr gerechnet um 9,1 Prozent. Das war etwas weniger als im zweiten Quartal, aber immer noch ein beeindruckender Wert in einer Zeit, in der die meisten Industriestaaten nur minimal wachsen.
Quelle: manager-magazin.de

Staatsanleihen: Misstrauen wächst weiter

Die Anleger am Rentenmarkt sind auch zu Beginn der neuen Woche den Euro-Ländern Spanien, Italien und Frankreich mit Misstrauen begegnet. Die Risikoaufschläge für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit aus allen drei Ländern zogen am Montag an, während die Renditen für als sicher geltende Bundesanleihen nachgaben. Für Nervosität sorgte die Ratingagentur Moody's mit ihrer Warnung an Frankreich, dem Land die Spitzen-Bonitätsnote „AAA“ zu entziehen.

Der Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Spanien beeindruckte die Investoren dagegen nur wenig. Der Euro fiel unter die Marke von 1,35 Dollar auf 1,3440 Dollar. Wie in der Vorwoche machten die steigenden Zinsen am Montag auch Aktienanlegern zu schaffen: Der Dax gab weit über zwei Prozent nach. Die Zinsen für zehnjährige französische Anleihen zogen auf bis zu 3,622 Prozent an. Moody's-Experte Alexander Kockerbeck begründete die Warnung vor einer Herabstufung der Bonität Frankreichs mit den sich verschlechternden Wachstumsaussichten. Dies würde die haushaltspolitischen Herausforderungen, denen das Land gegenüberstehe, angesichts der anhaltend hohen Finanzierungskosten verstärken. Frankreich gehört zu den sechs Euro-Ländern, die von allen drei großen Ratingagenturen mit der Bestnote „AAA“ bewertet werden.

„Dass Frankreich substanziell etwas gegen die Haushaltsprobleme getan hat, ist bisher nicht zu erkennen“, sagte HSBC-Volkswirt Rainer Sartoris. Deshalb komme die Warnung von Moody's nicht überraschend. Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise hatte bereits in der vergangenen Woche dazu geführt, dass sich Investoren sogar aus Schuldtiteln der Euroländer mit den besten Bonitätsnoten zurückzogen. Für die Länder bedeuten steigende Zinsen am Anleihenmarkt höhere Refinanzierungskosten bei neu aufgelegten Bonds und damit zunehmende Haushaltsprobleme.
Quelle: handelsblatt.com

Britische Großbank zeigt Euro-Banken kalte Schulter

Als erste Großbank hat die britische Standard Chartered angekündigt, ihre Kreditbeziehungen zu Instituten in der Euro-Zone zu überdenken. „Wir haben uns das mal angeschaut und festgestellt, dass wir nicht mehr so stark vertreten sein müssen wie in der Vergangenheit“, zitierte die „Financial Times“ am Montag den Asien-Chef der Bank, Jaspal Bindra. „Das beträfe mehr als nur ein oder zwei Banken. Es ist angemessen zu sagen, dass wir insgesamt unser Engagement bei europäischen Banken reduziert haben.“

Wegen der Euro-Schuldenkrise leihen sich die Banken derzeit untereinander kaum mehr Geld, weil sie sich angesichts drohender Abschreibungen auf Staatsanleihen gegenseitig misstrauen. Sie parken ihr überschüssiges Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank - trotz niedriger Zinsen. Standard Chartered kappt laut Bindra zwar keine bestehenden Kreditverbindungen, überdenkt aber eine Verlängerung des Engagements bei Fälligkeit. Dabei hat die Bank dem Bericht zufolge vor allem die Geldhäuser im Visier, die möglicherweise Kapitalbedarf haben.
Quelle: handelsblatt.com

Euro-Bonds: EU erhöht Druck auf Deutschland

Gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder sollten nach Ansicht von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier erst dann eingeführt werden, wenn auch die gemeinsame Kontrolle über nationale Haushalte verstärkt worden ist. Diese Vorbedingung sei ein „fairer Deal“, um die Schuldenprobleme einiger Euro-Staaten zu lösen, sagte Barnier dem französischen Fernsehsender France 5. Auf die Frage, ob Deutschland seine ablehnende Haltung in dem Streit um Euro-Bonds aufgeben könnte, sagte er: „Deutschland wird sich bewegen, sobald es die Gewissheit hat, dass wir die Wirtschaft gemeinsam gestalten können.“

EU-Kommissionspräsident José-Manuel Barroso will nach Angaben aus EU-Kreisen in dieser Woche Pläne für eine stärkere Kontrolle über die Wirtschafts- und Finanzpolitik von Ländern vorstellen, die Hilfen vom Euro-Rettungsfonds EFSF und später dem ESM bekommen. Außerdem will die Kommission stärker in die Aufstellung der nationalen Haushalte eingreifen können. Die Schritte zu mehr Haushaltsdisziplin könnten langfristig die Grundlage legen für eine gemeinsame Schuldenfinanzierung. Barroso wird zu den von Deutschland verschmähten Euro-Bonds, die die Kommission jetzt „Stabilitätsbonds“ nennt, drei Optionen, aber noch keinen konkreten Plan vorlegen. Sie reichen von einer Koordination bei der Ausgabe nationaler Staatsanleihen bis hin zu einer gesamtschuldnerischen Haftung für gemeinsame Papiere.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt gemeinsame europäische Staatsanleihen weiterhin ab, will aber den Vorstoß von Barroso zur Einführung sogenannter Eurobonds prüfen. Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte in Berlin an, dass Merkel bei einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkzoy und dem neuen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti an diesem Donnerstag voraussichtlich in Straßburg über Barrosos Vorschläge sprechen werde.

„Man ist auf der sicheren Seite, wenn man sagt, dass bei diesem Treffen alles besprochen wird“, sagte Seibert. Er betonte aber, dass die Bundesregierung Eurobonds nicht für ein Allheilmittel zur Lösung der Schuldenkrise in Europa halte. Es sei besser, die Ursachen der Krise zu bekämpfen.
Quelle: welt.de

Bundesbank kappt Wachstumsprognose

Die Wachstumsaussichten für das kommende Jahr trüben sich zusehends ein. "Die deutsche Wirtschaft dürfte in den kommenden Monaten in schwierigeres konjunkturelles Fahrwasser geraten. Die empfindliche Abkühlung vor allem der Auslandsnachfrage vermischt sich mit der Nervosität an den Finanzmärkten", diagnostiziert etwa die Bundesbank im jüngsten Monatsbericht.

Die Gefahr sei, dass sich auch die zuletzt noch kaufwilligen Verbraucher von der allgemein schlechteren Stimmung bremsen ließen und die starke Stütze Binnenkonjunktur zumindest teilweise wegbreche. Bislang zeigten sich Deutschlands Verbraucher von der Euro- Schuldenkrise relativ unbeeindruckt und investierten in Autos, Unterhaltungselektronik oder die Renovierung der eigenen vier Wände. Insgesamt sei für 2012 "eine Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung zu erwarten".

Die Bundesbank hält ein Wirtschaftswachstum zwischen 0,5 Prozent und 1,0 Prozent für realistisch. Damit würde die Konjunkturentwicklung nur beinahe zum Erliegen kommen. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt nach Prognosen von Volkswirten um die 3,0 Prozent zulegen.
Quelle: n-tv.de



Sonntag, 20.11.2011:

CSU-Generalsekretär warnt EZB vor "toxischem Schock"

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) ungewöhnlich scharf kritisiert. „Ich halte es für fragwürdig, dass die Europäische Zentralbank immer neue Staatsanleihen von Schuldenstaaten aufkauft“, sagte Dobrindt "Welt Online“. „Wer sich mit Fäulnispapieren zudeckt, bekommt irgendwann einen toxischen Schock.“

Der neue EZB-Präsident Mario Draghi habe „einen hoch problematischen Einstand hingelegt, indem er den Ankauf von Schuldentiteln aus Krisenstaaten drastisch beschleunigt hat“, kritisierte Dobrindt. „Er könnte der teuerste EZB-Präsident aller Zeiten werden.“ Der CSU-Generalsekretär forderte ein größeres Stimmgewicht Deutschlands in der EZB. „Wir tragen fast 30 Prozent der finanziellen Verantwortung, haben aber nur so viel Gewicht wie jedes andere Euro-Land“, sagte er. „Dabei kann es nicht bleiben.“

Draghis Entscheidungen erhöhten die Gefahr einer Inflation. Der CSU-Generalsekretär betonte: „Wir hätten einer Europäischen Zentralbank niemals zugestimmt, wenn wir geahnt hätten, dass dort einmal italienische Verhältnisse einziehen.“
Quelle: welt.de

Spanien erwartet Wahlsieg der Konservativen

In Spanien haben am Sonntagmorgen die Parlamentswahlen begonnen. Umfragen zufolge steuert die konservative Volkspartei (PP) von Oppositionsführer Mariano Rajoy auf einen Erdrutschsieg und die absolute Mehrheit zu. Der bislang regierenden Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) mit Alfredo Pérez Rubalcaba als Spitzenkandidat werden dagegen kaum Chancen zugebilligt.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero steht nach mehr als sieben Jahren an der Regierung nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Zur Stimmabgabe sind 36 Millionen Spanier aufgerufen, gewählt werden 350 Abgeordnete und 208 Senatoren. Zum dritten Mal bewirbt sich der Konservative Mariano Rajoy um das höchste Regierungsamt in Spanien - und diesmal wird es wohl klappen.

Umfragen bescheinigen Rajoys konservativer Partido Popular (PP) seit Wochen einen Vorsprung zwischen zehn bis 15 Prozentpunkten gegenüber den bisher regierenden Sozialisten und ihrem neuen Spitzenkandidaten Alfredo Pérez Rubalcaba. Die spannendste Frage bei den Parlamentswahlen ist daher wohl, ob die PP und Rajoy sogar eine absolute Mehrheit schaffen.
Quelle: handelsblatt.com



Samstag, 19.11.2011:

Deutschland soll für Niedrigzins Gegenleistung liefern

Der Bundesregierung stehen massive Auseinandersetzungen mit der EU-Kommission und anderen Euro-Mitgliedsstaaten über die begrenzte Einführung von Euro-Bonds bevor. Solche Gemeinschaftsanleihen der EU-Länder gehören zu einem Maßnahmenpaket gegen die Euro-Krise, das Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in dieser Woche vorlegen will.

Nach "Focus"-Informationen haben sich zudem mehrere Finanzminister darauf verständigt, von Deutschland eine Gegenleistung für dessen aktuelle Zinsvorteile zu verlangen. Während die Zinsen mittlerweile für alle Euroländer spürbar steigen, kommt der Bund zurzeit so günstig an neue Kredite wie noch nie. Für die auf knapp 1,1 Billionen Euro angewachsene Bundesschuld sind bis Jahresende nur 36,9 Milliarden Euro an Zinsen fällig. Damit zahlt der Bund im Vergleich zu 1999, dem Jahr der Euro-Einführung, rund vier Milliarden Euro weniger für seine laufenden Kredite, obwohl sich der Schuldenberg seitdem um mehr als 300 Milliarden Euro erhöht hat.

Deutschland profitiere auch bei den Schulden von der Gemeinschaftswährung, behauptet ein internes Kommissionspapier. Die Bundesregierung könne die um 40 Prozent gestiegene Verschuldung mit zehn Prozent weniger Zinsen finanzieren. Die Deutsche Finanzagentur konnte vorletzte Woche ein Sechs-Monatspapier mit der historischen Niedrigrendite von 0,08 Prozent am Markt platzieren. Allerdings würden im Gegenzug Absicherungsgeschäfte immer teurer, warnen die Kreditexperten des Bundes.
Quelle: welt.de

Briten fürchten Berlins europäischen Superstaat

Es kommt nicht oft vor, dass britische Medien Papiere der Bundesregierung ausgraben. Wer immer ihnen diese Vorlage zugespielt hat, der wusste, wie die Briten reagieren würden. Sie waren sofort so sehr elektrisiert, dass sie das Schreiben sogleich ins Englische übersetzten und ins Internet stellten. Deutschland wolle den „europäischen Superstaat“ schaffen, schreibt der „Telegraph“.

„Es bestätigt Befürchtungen, dass die deutschen Pläne in der Euro-Krise zu einem europäischen Superstaat führen könnten, in dem die Finanz- und Steuerpolitik in Brüssel gemacht wird.“ Die britische "Financial Times" spricht von einer „signifikanten Menge an Details, wie Berlin die ökonomische Regierung der Euro-Zone verändern will“.
Quelle: welt.de

Weidmann gegen Steuerentlastungen

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Bundesregierung aufgefordert, die geplanten Steuerentlastungen im Haushalt gegenzufinanzieren. Es komme darauf an, dass die Bundesregierung ihre strukturellen Konsolidierungsziele auch einhalte, sagte Weidmann im Deutschlandradio Kultur. Auf die Frage, ob er die Kritik der SPD-Opposition an den Steuerplänen teile, sagte der Bundesbankpräsident: "Wir haben hier als Institution eine klare Position, die sich nicht nach den Farben im Parlament richtet."

Deutschland müsse seine Rolle als Stabilitätsanker in der Währungsunion erhalten. Damit geht der Bundesbankchef auf deutliche Distanz zu den Plänen der Regierung, die die Bürger über eine Abmilderung der sogenannten kalten Progression entlasten will. Dafür sind 6 Mrd. Euro vorgesehen, die nach den bisherigen Plänen nicht an anderer Stelle eingespart werden sollen.

Die Opposition kündigte bereits an, die Steuersenkung im Bundesrat zu stoppen. Weidmann sprach sich dagegen aus, bei nachlassendem Wachstum die Wirtschaft durch Zinssenkungen, Ausgaben- und Entlastungsprogramme kurzfristig anzuregen. Das sei "die falsche Antwort". Die Finanzkrise sei durch eine zu laxe Fiskalpolitik in einigen Euro-Ländern und durch Wettbewerbsschwäche einzelner Wirtschaften entstanden. Das Vertrauen in die staatlichen Finanzen müsse nun klar im Vordergrund stehen.
Quelle: ftd.de

EU zwingt Italien und Griechenland zum Spar-Gespräch

Die Spitzen der Europäischen Union, darunter Kanzlerin Angela Merkel, wollen sich in der kommenden Woche persönlich über die Reformpläne der neuen Regierungschefs von Griechenland und Italien, Lucas Papademos und Mario Monti, informieren. Für Donnerstag ist ein Treffen Montis mit Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy geplant; vermutlich in Straßburg. Papademos wird bereits am Montag in Brüssel mit EU-Kommissionschef José Manuel Barroso zusammentreffen.

"Merkel und Sarkozy wollen wissen, was Monti jetzt vorhat, um Italien wieder fit zu machen", sagte ein italienischer Diplomat in Brüssel. Nach dem Ende der Ära Berlusconi müsse sein Land unter Beweis stellen, dass "wir jetzt wieder ein verlässlicher Partner sind". Das hoch verschuldete Italien muss zurzeit Rekordzinsen auf neu emittierte Staatsanleihen zahlen, weil diese sonst keine Abnehmer finden. Monti will mit einem strikten Sparkurs das Vertrauen der Finanzmärkte in sein Land zurückgewinnen. Am kommenden Dienstag wird der neue Ministerpräsident deshalb auch nach Brüssel reisen.
Quelle: sueddeutsche.de

Spanien vor Regierungswechsel

Spanien wird wahrscheinlich bald einen neuen Regierungschef haben. Statt José Zapatero wird, nach aktuellen Umfragen, wohl der jetzige Oppositionsführer Mariano Rajoy das Kommando übernehmen. Daran gab es am Samstag nach Abschluss des Wahlkampfes kaum noch Zweifel. Und es könnte ein Erdrutschsieg für ihn und seine Konservative Volkspartei (PP) werden.

Letzten Umfragen zufolge hatte die PP rund 15 Prozentpunkte Vorsprung vor der bislang regierenden Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) mit ihrem Spitzenkandidaten Alfredo Pérez Rubalcaba; die Konservativen könnten im Parlament sogar eine absolute Mehrheit erringen. Die konservative Tageszeitung "ABC" schrieb auf ihrer Titelseite unter einem Foto Rajoys: "Vor dem Wechsel."
Quelle: manager-magazin.de

Euro-Zentralbank lehnt Feuerwehrrolle ab

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) will sich dem wachsenden Druck von Politikern und Ökonomen nicht beugen: Mario Draghi hat die Unabhängigkeit seiner Institution vehement verteidigt. Die EZB verliere ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie mit noch mehr Geld auf den Finanzmärkten eingreife, sagte Draghi auf einer Konferenz in Frankfurt am Main. Die Aufgabe der EZB sei es, mit ihrer Geldpolitik die Inflation einzudämmen.
Quelle: manager-magazin.de



Freitag, 18.11.2011:

Griechische Wirtschaft am Boden

Die griechische Wirtschaft erlebt eine tiefgreifende Krise und schrumpft in diesem Jahr um 5,5 Prozent. Zudem werde die Arbeitslosigkeit 15,4 Prozent erreichen, hieß es im Haushaltsentwurf der neuen griechische Regierung unter Ministerpräsident Lucas Papademos. Für das kommende Jahr wird mit einer Arbeitslosenquote von 17,1 Prozent gerechnet.

Mit Hilfe eines Schuldenschnitts und Privatisierungserlösen in Milliardenhöhe will Griechenland sein Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 5,4 Prozent senken. Das sieht der nun veröffentlichte Entwurf der Regierung vor. Ohne den teilweisen Forderungsverzicht privater Gläubiger würde das Defizit demnach 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

In diesem Jahr wird ein Minus von neun Prozent erwartet. Neben den Schuldenschnitt erhofft sich das hoch verschuldete Land erhebliche Mehreinnahmen durch die Privatisierung von Staatsunternehmen. Das soll 2012 rund 9,3 Milliarden Euro in die Kassen spülen, nach 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr.
Quelle: stern.de

Notenbanken mit massiven Goldkäufen

Während das Vertrauen in die großen Währungen sinkt, ist Gold so gefragt wie lange nicht mehr. Die weltweite Goldnachfrage stieg im dritten Quartal knapp 1054 Tonnen. Das entspricht laut der Gold-Lobby World Gold Council im Transaktionswert einem Rekordbetrag von 57,7 Milliarden Dollar.

„Im Gesamtjahr könnten wir über 4000 Tonnen erreichen, auch das wäre ein Rekord“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. „Investoren rund um den Globus suchen Vermögensschutz, Streuung ihres Kapitals und starke Anlageerträge“, heißt es vom World Gold Council.
Quelle: handelsblatt.com

Spanien fleht EZB um Hilfe an

Drei Tage vor der Wahl verschärft sich die Lage Spaniens: Das Land musste Anlegern am Donnerstag fast 7 Prozent Zinsen bieten, um seine Anleihen loszuwerden - so viel verlangten die Investoren zuletzt vor 14 Jahren. Bei einem Zinsniveau von 7 Prozent nahmen Portugal und Irland die Hilfe des Euro-Rettungsfonds EFSF in Anspruch. Spaniens Ministerpräsident José Zapatero fordert angesichts der Verschärfung der Schuldenkrise, dass die Europäische Union ( EU) und die Europäische Zentralbank ( EZB) unverzüglich reagieren.

"Jetzt bedarf es einer europäischen Zentralbank, die auch wirklich ihrem Namen gerecht wird und die gemeinsame Währung verteidigt", sagte Zapatero am Donnerstag. Was er meint: Die EZB soll bedenkenlos Staatsanleihen kaufen und damit den Zins für die angeschlagenen Euro-Länder wieder auf ein erträgliches Niveau senken. Ein solches Eingreifen der EZB haben zuvor bereits französische und italienische Politiker gefordert.

Die Meinung der Ökonomen dazu ist bisher gespalten: Befürwortern stehen nicht weniger prominente Ablehner gegenüber. Auch Deutschland blockiert diese Strategie bislang: Bundesbank und Bundesregierung warnen davor, dass EZB-Interventionen den nötigen Spardruck in den Krisenländern senken würden und für eine hohe Inflation sorgen würden.
Quelle: manager-magazin.de

US-Schulden geraten in den Fokus der Welt

Anfang November, beim Krisengipfel der wichtigsten 20 Industrieländer der Welt, liefen die Dinge vergleichsweise gut für Barack Obama. Die Euro-Länder bekamen offensichtlich ihre Schuldenkrise nicht in den Griff, also konnte der Mann aus Amerika mit gerunzelter Stirn und erhobenem Zeigefinger den Mahner geben: Europäer, räumt da so schnell wie möglich auf! Eure Krise gefährdet die Welt!

In der kommenden Woche wird es für den amerikanischen Präsidenten nicht so gut laufen. Spätestens am Mittwoch dreht sich nämlich alles um die Schuldenkrise in der größten Volkswirtschaft der Welt – den USA. In Washington läuft an diesem Tag die Frist für das sogenannte Super Committee aus, das seit zwei Wochen in Geheimsitzungen tagt und das Einsparungen in Höhe von mindestens 1,2 Billionen Dollar vorlegen muss.

Sonst, so haben es die Parteien im Sommer vereinbart, wird der amerikanische Haushalt nach der Rasenmähermethode zusammengekürzt. Das war damals die Bedingung der Republikaner, und Präsident Obama musste notgedrungen zustimmen. Die Republikaner drohten damit, ansonsten jede weitere Schuldenaufnahme zu verweigern und das Land in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben.
Quelle: zeit.de

Irland will Euro mit Hilfe der gesamten EU retten

Der irische Regierungschef will den Euro mit Hilfe der gesamten Europäischen Union retten. Enda Kenny bezweifelt, dass die 17 Länder der Euro-Zone die Schuldenkrise allein bewältigen können. "Trotz des vielen Geldes, das wir in die Rettung des Euros schon gepumpt haben", sei es nicht gelungen, die Euro-Zone zu stabilisieren, sagte Kenny gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Deshalb stelle sich die Frage, ob die Euro-Zone das alleine schaffe oder ob alle 27 Staaten der Europäischen Union aktiv werden müssen.

Kenny wandte sich gegen Pläne von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Änderung der EU-Verträge zur Stabilisierung des Euro. Ein langwieriges Verfahren zur Veränderung der Verträge könne keine Antwort auf die akute Krise geben. "Wir sollten unbedingt alle Möglichkeiten ausreizen, die uns der jetzige Vertrag bietet", sagte Kenny. Dazu gehöre, dem Rettungsfonds EFSF und der Europäischen Zentralbank ( EZB) mehr Kompetenzen zu geben. "Wir müssen endlich den Krisenfonds EFSF hebeln", forderte der irische Ministerpräsident.
Quelle: manager-magazin.de

Draghi demonstriert Unabhängigkeit der EZB

Er hatte seine neue Aufgabe mit einem Paukenschlag begonnen: Nur drei Tage, nach dem Mario Draghi sein Amt als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) angetreten hatte, senkten die Notenbanker unter seiner Leitung die Zinsen im Euroraum. Heute, zwei Wochen danach, trat Draghi zum ersten Mal öffentlich bei einem Kongress in Frankfurt auf. Würde er weitere Wohltaten für die angeschlagene Euro-Konjunktur verkünden?

Draghi tat es nicht. Der Italiener wollte sich gar nicht erst dem Verdacht aussetzen, an der Spitze einer Zentralbank zu stehen, die zum Büttel der Politik geworden ist. Deswegen forderte er von der Politik schnelle Schritte gegen die Schuldenkrise. Vor allem der Euro-Rettungsschirm EFSF müsse endlich in seiner verbesserten und gestärkten Form aktiviert werden, sagte er.

„Seit bei einem EU-Gipfel der Euro-Rettungsschirm EFSF beschlossen wurde, sind eineinhalb Jahre vergangen, seit dem Beschluss, das volle Garantievolumen des EFSF verfügbar zu machen, sind vier Monate vergangen, und seit dem Beschluss, den EFSF zu hebeln, sind vier Wochen vergangen“, rechnete Draghi vor, um dann die mahnende Frage hinterherzuschieben: „Wie steht es mit der Umsetzung dieser seit langem getroffenen Entscheidungen? Wir sollten nicht mehr länger damit warten.“
Quelle: handelsblatt.com

Der Euro ist ein „darwinistisches System“

Gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle, hieß es bisher in der Euro-Zone - damit wollen sich aber einige nicht mehr zufriedengeben. Finnlands Europa-Minister Alexander Stubb hatte schon am Donnerstag sehr forsch gefordert, dass die Länder mit Top-Bonität in der Wirtschaftspolitik der Euro-Zone mehr Einfluss bekommen sollten.

Nun ist er in seiner Wortwahl noch einen Schritt weitergegangen: Die Euro-Zone soll seiner Meinung nach am besten nach darwinistischen Prinzipien geführt werden. Das heißt: Die Starken führen die Schwachen - und wer zu schwach ist, bleibt eben auf der Strecke. "Für mich ist der Euro ein darwinistisches System, es gilt das Überleben des Stärkeren", erklärte Stubb. "Dafür sorgen die Märkte, und ich glaube, auf diese Weise können wir am besten den Druck des Marktes aufrechterhalten."
Quelle: sueddeutsche.de

Schuldenverzicht der Banken könnte im Januar kommen

Der teilweise Schuldenverzicht von Finanzinstitutionen für Griechenland könnte nach Einschätzung der internationalen Bankenvereinigung IIF im Januar erfolgen. IIF-Geschäftsführer Charles Dallara sagte am Donnerstag in Frankfurt, man stehe zu der auf dem Euro-Gipfel am 26. Oktober getroffenen Vereinbarung. Die Finanzinstitute hatten sich damals zu einem freiwilligen Schuldenschnitt von 50 Prozent bereiterklärt.

Führende Gläubiger Griechenlands wollen laut Dallara einen Ausschuss gründen, der die Verhandlungen mit Griechenland und den europäischen Regierungen aufnehmen soll. Der Verband repräsentiert 450 Finanzinstitute. Dallara erwarte eine sehr hohe Beteiligung der privaten Banken bei der Schuldenreduktion. Er sei durch die neue griechische Regierung ermutigt. Die Bankenvertreter hatten zuvor den neuen griechischen Regierungschef Lukas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos getroffen.
Quelle: handelsblatt.com

Ungarn muss IWF um Hilfe bitten

Ungarn bittet den Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut um Unterstützung. Das bestätigte Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag im staatlichen ungarischen Rundfunk. Das offizielle Hilfsansuchen sollte noch am Wochenende beim Währungsfonds abgegeben werden, sagte der Premier. Ungarn reagiert damit auf die massiv verschlechterten Wirtschaftsdaten des Landes. Internationale Investoren wenden sich immer stärker von Ungarn ab.

Der Hilferuf ist auch eine Blamage für die ungarische Regierung, die im Sommer vergangenen Jahres von sich aus die Zusammenarbeit mit dem IWF abgebrochen hatte. Budapest glaubte, ohne den Währungsfonds auskommen zu können.
Quelle: handelsblatt.com

Gaspreise steigen deutlich

Wer es im Winter in seiner Wohnung wohlig warm haben will, muss dafür bei vielen Anbietern bald tiefer in die Tasche greifen. Das Internetvergleichsportal Verivox rechnet zum Jahreswechsel mit einem Anstieg der Gaspreise um durchschnittlich acht Prozent.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh habe das Mehrkosten von 112 Euro pro Jahr zur Folge, teilte das Portal am Donnerstag in Heidelberg mit. Der Hauptgrund dafür sei der gestiegene Ölpreis, an den auch der Preis für Gas gekoppelt ist.

Für Stromkunden wird es dafür wohl nicht ganz so dicke kommen. Dort rechnet Verivox nur noch mit einer Preiserhöhung um durchschnittlich drei Prozent zum Jahreswechsel. Vor einem Monat war das Portal noch von einem Anstieg um vier Prozent ausgegangen.
Quelle: handelsblatt.com

Schäuble sagt Ende des britischen Pfunds voraus

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den britischen Premierminister David Cameron für seine Aussagen zur Euro-Krise kritisiert. Großbritannien hatte die 17 Euro-Länder mehrfach gedrängt, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Es wachsen Befürchtungen über eine Spaltung Europas in eine EU der 27 und die Euro-Zone. Schäuble sagte, es sei das Recht Großbritanniens, vorläufig nicht der Euro-Zone anzugehören. „Das respektieren wir auch.“

Die 17 Euro-Länder benötigten aber Regelungen, damit die Währung stabil sei. Dies fordere übrigens auch Cameron, weil es Ansteckungsgefahren aus der Euro-Krise auch für das britische Pfund geben könnte. „Insofern ist das kein Gegensatz“, sagte Schäuble. „Wir müssen in der Euro-Zone unsere Währung stabil halten.“ Je besser dies gelinge, umso schneller werden sich laut Schäuble andere, die heute noch nicht zur Euro-Zone gehören, von den Vorteilen dieser gemeinsamen Währung überzeugen.

Es werde zwar noch ein bisschen dauern. Aber eines Tages werde ganz Europa eine Währung haben. „Aber es geht vielleicht schneller, als mancher heute auf der britischen Insel glaubt.“
Quelle: welt.de



Donnerstag, 17.10.2010:

Monti knüpft Europas Schicksal an Italiens Rettung

Seine Antrittsrede wurde in ganz Europa mit Spannung erwartet - und Italiens neuer Regierungschefs Mario Monti wählte große Worte, als er vor dem Senat in Rom sein Programm vorstellte. Italien steckt demnach in einer ernsten Notlage. Diese spiele eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Europäischen Union (EU), sagte Monti am Donnerstag vor dem Senat.

Die Zukunft des Euro hänge davon ab, wie sich die Situation in Italien in den nächsten Wochen entwickle, so der Politiker weiter. Der Premier sagte, er könne sich nicht vorstellen, dass die EU bei einem Scheitern der Euro-Zone überleben könne. Die internationale Gemeinschaft hatte vom hochverschuldeten Italien schnelle Reformen gefordert. Auch darauf ging Monti bei seiner Rede vor dem Senat ein und kündigte einen "harten, aber gerechten" Sparkurs an. Die "Abwesenheit von Wirtschaftswachstum" habe die mit den vorangegangenen Sparpaketen geleisteten Bemühungen zunichte gemacht. Die zu erbringenden "Opfer" sollten aber gerecht verteilt werden, betonte Monti.

"Je gerechter ihre Verteilung ist, desto mehr werden sie akzeptiert werden." Der Regierungschef versprach umfassende Bemühungen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und somit das Vertrauen der Investoren wiederzuerlangen. "Wir brauchen Maßnahmen, damit die Wirtschaft weniger verkrustet ist, um die Gründung neuer Firmen zu ermöglichen, um die Verwaltung effizienter zu gestalten und um mehr Jobs für junge Menschen und Frauen zu schaffen."
Quelle: spiegel.de

US-Verschuldung über 15 Billionen Dollar

Die Staatsverschuldung der USA ist auf mehr als 15 Billionen Dollar (etwa elf Billionen Euro) angestiegen. Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, lag das Haushaltsdefizit am Dienstag bei 15.033 Milliarden Dollar - und damit fast 56 Milliarden Dollar höher als noch am Vortag. Der Betrag entspricht 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA.

Mit diesem Betrag hatte das Weiße Haus eigentlich für das gesamte Jahr 2011 gerechnet. Die Republikaner empören sich über die Zahlen - und schieben die Schuld auf die Regierung von Präsident Barack Obama. "Die Zahl markiert einen schändlichen Tag in der amerikanischen Geschichte", erklärte ihr Haushaltsexperte Paul Ryan über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012, Rick Perry, verurteilte "die sozialistische Politik Obamas, die das Land ruiniert". Der Senator Mitch McConnell sagte, die USA glichen zunehmend dem verschuldeten Griechenland.
Quelle: sueddeutsche.de

Merkel warnt vor EZB als Kreditgeber letzter Instanz

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte beim Führungskräftetreffen der Süddeutschen Zeitung in Berlin die Euro-Länder vor übertriebenen Hoffnungen an die Europäische Zentralbank (EZB). Ein Einsatz der EZB als Kreditgeber der letzten Instanz ("Lender of Last Resort") sei keine Lösung, sagte Merkel. Wenn die Politik glaube, die EZB könne die Probleme der Euro-Zone lösen, rede sie sich etwas ein.

Marktunsicherheiten könnten nur durch "feste politische Lösungen" überwunden werden. Die EZB hat gemäß ihren Statuten eine große Aufgabe: in der Euro-Zone für Preisstabilität zu sorgen. Derzeit liegt die Inflationsrate bei drei Prozent. Doch vor allem Frankreich versuchte in den vergangenen Tagen darauf zu drängen, dass die EZB eine ähnliche Rolle wie die Fed in den USA übernehmen könnte. Der Fed geht es nicht nur um Preisstabilität, sondern auch um eine größtmögliche Beschäftigung - und sei es auf Kosten einer höheren Inflation. Zudem ist die Fed politisch abhängiger.
Quelle: sueddeutsche.de

Schäuble fürchtet um Wirtschaft

Die Schuldenkrise in der Eurozone bedroht nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung. Es gebe leider Anzeichen für ein Überspringen auf die Realwirtschaft, sagte der CDU-Politiker auf dem Deutschen Versicherungstag in Berlin. Zunehmend bestehe eine erhebliche Verunsicherung bei den Marktteilnehmern. Die hohen Risikoprämien für Staatsanleihen zeigten einen wachsenden Zweifel der Märkte an der Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte in einigen Ländern der Eurozone.

Besonders wichtig sei, eine Ansteckung der Banken abzuwehren. Auch der Versicherungsbereich müsse genau im Auge behalten werden. Insgesamt seien die deutschen Versicherer aber in einer guten Verfassung. "Die Zweifel an der Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte der betroffenen Länder sind nach wie vor gegeben", erklärte Schäuble. Mit Blick auf Italien und Griechenland äußerte er die Hoffnung, dass diese Länder mit neuen Regierungen ihre fiskalischen Probleme "mit größerem Erfolg als bisher angehen" und dass damit das Vertrauen der Märkte in absehbarer Zeit zurückkehre.
Quelle: n-tv.de

Bundesregierung: Italien braucht keine Hilfe

Das Misstrauen an den Finanzmärkten ist groß. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen sind zuletzt zeitweise auf mehr als 7 Prozent gestiegen. Auch für andere europäischen Staaten wird das Verschulden rasant teurer. Trotzdem braucht zumindest Italien nach Einschätzung der Bundesregierung keine Hilfe des Euro-Rettungsschirms EFSF. Die Zinssätze seien nicht beunruhigend.

"Das ist nicht erfreulich, aber ein Land von der Stärke Italiens kann das kurzfristig ohne jede Schwierigkeit meistern", sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und künftige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen. "Die Frage des EFSF stellt sich für Italien nicht."

Der Optimismus dürfte auch aus der Not heraus geboren sein. Denn in seiner aktuellen Form wäre der EFSF wohl gar nicht groß genug, um Italien zu retten. Der Fonds verfügt insgesamt über Mittel von 440 Milliarden Euro. Ein Teil davon ist schon verplant. Italien aber muss alleine im kommenden Jahr alte Schulden von mehr als 400 Milliarden Euro refinanzieren - also frisches Geld aufnehmen. Der Rettungsfonds wäre überfordert - erst recht, wenn er noch andere Länder oder die europäischen Banken stützen soll.
Quelle: manager-magazin.de

Spanien muss Rekordzinsen zahlen

Das hochverschuldete Spanien hat sich nur zu deutlich höheren Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen können. Bei einer Versteigerung von zehnjährigen Staatsanleihen habe das Land 3,56 Milliarden Euro aufgenommen, teilte die nationale Schuldenverwaltung in Madrid mit. Damit lag der Erlös deutlich unter dem anvisierten Maximalziel von vier Milliarden Euro.

Der durchschnittliche Zins, sprich die Rendite der Anleger, lag bei 6,975 Prozent - das ist die höchste seit 1997. Grund für den erneuten Anstieg der Zinsen ist das wachsende Misstrauen der Anleger, ob das Land seine Schulden zurückzahlen kann. Nur noch gegen höhere Renditen sind sie bereit, Spanien Geld zu leihen. Die höheren Zinsen gehen einher mit deutlich höheren Risikoaufschlägen für bestehende Anleihen am sogenannten Sekundärmarkt.

Dort handeln Besitzer von Staatsanleihen untereinander. Auch hier erreichte die Rendite mit 6,7 Prozent einen Rekordwert. Die Risikoaufschläge sind damit bereits fast so hoch wie bei Italien. Experten der HSH Nordbank sprachen nach der Auktion der Spanier von "einem dramatischen Ergebnis". Es zeichne sich ab, dass der Zugang zum Kapitalmarkt für das Land "deutlich erschwert" sei, sagte die Anleihenexpertin Sintje Boie.
Quelle: manager-magazin.de

Die Flucht ins Gold wird anhalten

Weltweit stürzen sich Investoren auf Gold als sicheres Wertaufbewahrungsmittel. Damit haben sie im dritten Quartal die Nachfrage auf einen Rekordwert getrieben. Mit 1.053,9 Tonnen lag sie sechs Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. International nahm die Investorennachfrage um 33 Prozent zu.

Laut einer Analyse des World Gold Council führte insbesondere in Europa die Schuldenkrise in der Euro-Zone zu einem Run auf das Edelmetall - die Anleger kauften Gold im Wert von 4,6 Milliarden Dollar. Das sind 135 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Erwartungsgemäß waren Investoren im dritten Quartal der zentrale Treiber für die Goldnachfrage", sagt Marcus Grubb, Manager beim World Gold Council.

Gründe dafür seien die steigenden Inflationsraten, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA, die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die magere Entwicklung anderer Anlagen. "Wahrscheinlich werden Investoren weiterhin in Gold investieren, um sich vor der Unsicherheit an den Märkten zu schützen", sagt Grubb.
Quelle: handelsblatt.com

Banken misstrauen einander stark

Die Lage im europäischen Finanzsystem bleibt angespannt. Am Donnerstag stiegen die eintägigen Einlagen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder über die Marke von 200 Milliarden Euro. Die sogenannten „Übernacht-Einlagen“ legten von 189,8 Milliarden Euro am Vortag auf zuletzt 216,3 Milliarden Euro zu, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Die Einlagen liegen damit klar über ihrem gewöhnlichen Jahresdurchschnitt. Von ihrem historischen Höchstwert bei rund 380 Milliarden, der im Frühsommer 2010 erreicht wurde, sind sie aber noch weit entfernt.

Die eintägigen Ausleihungen der Banken sanken unterdessen von 3,7 Milliarden auf 3,1 Milliarden Euro. Dieser Rückgang ist deutlich größer als üblich. Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise refinanzieren sich die Geschäftsbanken nur ungern über Nacht bei der Notenbank, da die Konditionen für sie ungünstig sind.

Der direkte Handel zwischen den Banken ist aber - ähnlich wie in der Finanzkrise - erneut ins Stocken geraten. Hauptgrund ist das starke Engagement einzelner Institute in Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten. Darüber hinaus hatte sich die Schuldenkrise unlängst auf bislang solide Kernländer wie Frankreich übertragen.
Quelle: handelsblatt.com

Fitch warnt vor US-Bankenbeben

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone kann nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch auch US-Banken in Mitleidenschaft ziehen. Würden die Probleme nicht bald gelöst, werde sich der Ausblick für die Bonitätsnoten der US-Institute verschlechtern, teilte die Agentur am Mittwochabend mit. „Die Risiken eines negativen Schocks nehmen zu.“ Damit sei der „stabile Ausblick“ in Gefahr.

In der Regel wird dieser dann erst einmal auf „negativ“ gesetzt, bevor die Ratings gesenkt werden. Betroffen seien vor allem US-Banken mit einem großen Kapitalmarktgeschäft, warnte Fitch. An der Börse setzte die Nachricht den Aktien von Goldman Sachs und Morgan Stanley, zwei der führenden Investmentbanken der Wall Street, zu. Sie verloren vier beziehungsweise acht Prozent ihres Wertes.

Fitch-Analyst Christopher Wolfe sagte, US-Banken hätten ihre Handelsaktivitäten in Europa in den vergangenen Jahren immer mehr zulasten des Kreditgeschäftes ausgebaut. Nun seien dementsprechend die Einnahmen aus dem Kapitalmarkt-Bereich in Gefahr, weil etwa ein Drittel des Handels in Europa stattfinde.
Quelle: handelsblatt.com

Versicherungskunden drohen starke Einbußen

Kaum ein Vorsorgeprodukt wurde in diesem Jahr derart gebeutelt wie die Lebensversicherung. Nachdem die meisten Gesellschaften die Überschussbeteiligungen für dieses Jahr auf knapp vier Prozent senken mussten, griff das Bundesfinanzministerium beim Garantiezins hart durch. Für Neuverträge ab 2012 hat die Aufsichtsbehörde jetzt den Garantiezins auf den Sparanteil von 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt.

In Zukunft müssen sich die Versicherten mit noch weniger Zinsen begnügen. Das prophezeit zumindest die Ratingagentur Standard & Poor’s. Viele deutsche Lebensversicherer werden nach einer aktuelle Analyse in den kommenden Jahren ihre Gewinnbeteiligung senken müssen, um ihre langfristige Finanzstärke zu sichern.

„Nachhaltig niedrige Zinsen, volatile Finanzmärkte und steigendes Kreditrisiko dämpfen die Aussichten für die Entwicklung der Rohüberschüsse und erhöhen zugleich den Druck auf die Lebensversicherer, ihre Gewinnbeteiligung zu reduzieren,“ sagte Wolfgang Rief, Versicherungsanalyst bei Standard & Poor’s.
Quelle: handelsblatt.com

Großbritannien ist wütend über deutsche Dominanz in Europa

Die Spannungen zwischen Deutschland und Großbritannien spitzen sich weiter zu. Bereits am Mittwoch hatten sich der britische Finanzminister Cable und Unions-Fraktionschef Volker Kauder einen Schlagabtausch über Sinn und Unsinn eine europaweiten Finanztransaktionssteuer geliefert.

Die Briten fürchten sich offenbar immer stärker vor einem "deutschen Europa", wie es der Guardian schreibt. "Aber was ist Camerons Vison eines britschen Europas?", fragt die Zeitung, um dann selbst zu antworten: "Im Moment nur reinstes Leer-Geschwafel." Wenn es Cameron und Merkel Ende der Woche bei ihrem Treffen schafften, die Krise zu überwinden, wäre das ein "Wunder an der Spree", heißt in der Zeitung.
Quelle: welt.de

Juncker: Deutscher Schuldenstand ist „besorgniserregend“

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat die Deutschen in der Diskussion über die Schuldenkrise zur Zurückhaltung aufgefordert. Die Debatte in der Bundesrepublik sei zum Teil störend, sagte der luxemburgische Regierungschef in einem Interview des Bonner „General-Anzeigers". „Ich halte die Höhe der deutschen Schulden für besorgniserregend.“

Deutschland habe höhere Schulden als Spanien. Nur wolle das keiner wissen. „Es erscheint bequemer, zu sagen, die Menschen im Süden wären faul, und die Deutschen würden malochen. So ist das aber nicht“, wurde Juncker zitiert. Deutschland muss inmitten der Schuldenkrise immer weniger Zinsen für seine Schulden zahlen, der Schuldenstand der Bundesrepublik übertrifft aber deutlich die Maastricht-Grenze. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ist die Bundesrepublik höher verschuldet als Spanien.
Quelle: welt.de

Moody’s stuft deutsche Landesbanken ab

Den meisten deutschen Landesbanken weht von Seiten der Ratingagentur Moody's rauerer Wind entgegen. Die Agentur senkte am Mittwochabend ihre Bewertung der Bonität einiger Häuser um teils bis zu drei Stufen. Es sei inzwischen weniger wahrscheinlich, dass der Staat die größtenteils noch im Besitz der Länder oder öffentlichen Einrichtungen befindenden Häuser stützen wird.

Der Grund dafür seien die neuen Regeln zur Abwicklung von Banken in Deutschland, denen zufolge auch Eigentümer von Anleihen stärker an möglichen Verlusten beteiligt werden sollen. Die Neubewertung der Landesbank-Anleihen stehe in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Schuldenkrisse in der Eurozone. Von der Abstufung am stärksten betroffen sind die BayernLB, die LBBW, die NordLB und die Bremer Landesbank. Bei diesen Landesbanken stufte die Ratingagentur um drei Noten ab. Bei der Helaba, HSH und SaarLB ging es um zwei Stufen nach unten.

Schlechtere Noten seitens der Ratingagenturen bedeuten im Normalfall höhere Refinanzierungskosten für Banken. Da die Eigentümerstrukturen bei Landesbanken höchst unterschiedlich sind und damit auch die Refinanzierung muss dies hier nicht unbedingt gelten.
Quelle: handelsblatt.com



Mittwoch, 16.11.2011:

Staatsanleihen: Nur Deutschland scheint noch sicher

Jetzt droht auch Europa eine Kernschmelze. Nicht in einem Atomkraftwerk, aber an den Anleihemärkten. Dort frisst sich das Misstrauen langsam bis in den Kern der Euro-Zone durch. Am Dienstag warfen Anleger die Schuldtitel fast aller Länder der europäischen Währungsunion auf den Markt.

Händler sprachen von „Panik“ und „Hysterie“. Am stärksten erwischte es Italien, Spanien, Belgien und Frankreich. Erstmals waren auch die Papiere der relativ soliden Länder Finnland, Österreich und Niederlande betroffen. Lediglich deutsche Bundesanleihen trotzten dem Ausverkauf. Ihre Notierungen legten gegen den Trend sogar leicht zu.
Quelle: welt.de

Ökonomen sehnen sich nach EZB als Retter

Angesichts der zunehmenden Eskalation der Euro -Schuldenkrise werden unter Ökonomen Rufe nach einem Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) immer lauter. "Mit der jüngsten Eskalation muss die EZB entschlossen eingreifen und als letzter Retter agieren", sagte Dani Rodrik, Starökonom an der Harvard University der FTD.

Ähnlich äußerte sich der Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen: Bei Zinsaufschlägen von sieben Prozent für Italien müsse die Notenbank einschreiten, so Eichengreen. Raghuram Rajan, Starprofessor von der University of Chicago knüpft an eine stärkere Intervention der EZB Bedingungen: "Es braucht eine gewisse Sicherheit, dass die Regierungen in Spanien und Italien ernsthaft Reformen angehen. Ist das gegeben, könnte die EZB intervenieren, mit einem klaren Zielband für die Spreads vor Augen", sagte der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds der FTD.
Quelle: ftd.de

US-Post warnt vor Pleite

Nach einem Jahresverlust von mehr als fünf Milliarden Dollar läutet die US-Post erneut die Alarmglocken. Ohne staatliche Hilfe könnte dem Unternehmen Ende des angelaufenen Geschäftsjahres das Geld ausgehen, warnte Finanzchef Joseph Corbett am Dienstag. Die US-Post erhält für ihre Geschäfte keine Steuermittel und kämpft gegen den Siegeszug von Emails und Online-Rechnungen. Hinzu kommt die schwache Konjunktur in den USA.

Ihre Postsendungen gingen im Geschäftsjahr bis Ende September um 1,7 Prozent zurück. Die operativen Umsätze schrumpften um 2,1 Prozent auf 65,7 Milliarden Dollar. Um in die Gewinnzone zurückzukehren, sind nach Auskunft von Konzernchef Patrick Donahoe bis 2015 Einsparungen von 20 Milliarden Dollar erforderlich. Das Management prüft die Schließung Tausender Postfilialen sowie die Streichung von mehr als 220.000 der rund 550.000 Vollzeitstellen. Angestrebt wird ferner, die Postzustellung an Samstagen einzustellen.
Quelle: manager-magazin.de

Die EZB soll es richten

Die Europäische Zentralbank gerät in der Schuldenkrise immer stärker in die Rolle der Krisenfeuerwehr. Nach Aussage von Händlern hat sie am Mittwoch erneut Anleihen von Italien und Spanien aufgekauft. „Sie greift massiv bei zwei- und zehnjährige Anleihen zu“, sagte ein Händler. Doch kaum haben die Hüter des Euro die hohen Zinsen etwas gedrückt, kommen neue Forderungen auf sie zu.

Eine französische Regierungssprecherin sagte, sie vertraue darauf, dass die EZB alle für die Finanzstabilität der Euro-Zone nötigen Maßnahmen ergreifen werde. Etwas konkreter wurde sie im nächsten Satz: „Wir denken, dass der Risikoaufschlag französischer Anleihen gegenüber deutschen nicht gerechtfertigt ist.“ Der eine oder andere dürfte das als indirekte Aufforderung verstehen: im Ernstfall soll die EZB auch französische Staatsanleihen aufkaufen.
Quelle: handelsblatt.com

Inflation bleibt hoch

Der Anstieg der Verbraucherpreise in den Euro-Ländern bleibt im Oktober vergleichsweise hoch. In den Ländern mit der Gemeinschaftswährung betrug die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat 3 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Schon im September hatte die Rate bei diesem Wert gelegen. Grund für den Preisanstieg sind insbesondere höhere Kosten für Öl, Gas, Treibstoff sowie Elektrizität.
Quelle: n-tv.de

EU-Vertreter stellen sich gegen schnelle Änderung der EU-Verträge

Die Spitzen der Europäischen Union haben sich bei einer Debatte im EU-Parlament gegen eine schnellen Änderung der EU-Verträge ausgesprochen. Gleichzeitig befürworteten sie jedoch die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung. Dafür plädierten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, am Mittwoch in Straßburg.

Van Rompuy riet davon ab, lediglich Schuldensünder zu bestrafen. Man müsse weitergehen und auch am gemeinsamen Wachstum arbeiten. Umstritten blieb bei der Generaldebatte allerdings, wie eine Wirtschaftsregierung konkret aussehen soll. Die Forderung Deutschlands, rasch die EU-Verträge zu verändern, stieß auf zunehmenden Widerstand.

„Vertragsveränderungen brauchen Zeit und sollten nicht als unmittelbare Lösung für unsere aktuelle Krise betrachtet werden“, sagte Barroso. Die neuen Regierungschefs Mario Monti in Italien und Lucas Papademos in Griechenland bräuchten jetzt keine Debatte über eine Vertragsrevision, sagte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Martin Schulz.
Quelle: handelsblatt.com

EU begrenzt die Macht der Ratingagenturen – ein bisschen

Die Europäische Kommission hat am Dienstag in Straßburg Maßnahmen verabschiedet, mit denen sie die Macht von Ratingagenturen beschneiden will. Erstmals sollen die Bonitätswächter für Schäden haftbar gemacht werden, die aus fehlerhaften Bewertungen entstehen. Die Noten der Ratingagenturen hätten "direkten Einfluss auf die Wirtschaft und damit auf den Wohlstand in der Europäischen Union", sagte Barnier in Straßburg.

Mit dem neuen Gesetzespaket, dem dritten in zwei Jahren, wolle er "den Einfluss der Bewertungen reduzieren und gleichzeitig deren Qualität verbessern". Die EU-Kommissare konnten sich aber nicht auf eines der wichtigsten Instrumente des Barnier-Vorschlags einigen. Nach stundenlangen Beratungen vertagte das Gremium die Entscheidung darüber, Ratingagenturen die öffentliche Bewertung klammer Länder zu verbieten.

Barnier wollte die Wertpapieraufsicht ESMA bevollmächtigen, die Einschätzungen der Agenturen über Länder, die sich aus internationalen Hilfsprogrammen finanzieren, "vorübergehend zu untersagen". Vor allem die Kommissare aus den Niederlanden, Belgien und Großbritannien votierten dagegen. Somit wurde die Entscheidung vertagt.
Quelle: sueddeutsche.de

Reedereien mit großen Verlusten

Der deutsche Traum von einer Seefahrernation platzte an einem Dienstag. Auf der Hauptrennstrecke Asien–Nordeuropa seien die Frachtraten derart zusammengebrochen, dass mit ihnen erstmals nicht mehr der Schiffsdiesel zu bezahlen sei, meldete der Branchendienst Alphaliner am 18. Oktober 2011 – und verkündete damit den Schiffbruch des globalen Seecontainergeschäfts.

Wer den Hafen verlässt, wirft seither automatisch Geld über Bord. Nicht einmal die Spritaufschläge, die den Frachtkunden üblicherweise zusätzlich in Rechnung gestellt werden, können das ändern. Das hatte es nicht einmal in der Finanzkrise 2008/09 gegeben.

Dumm nur: Den Seetransport von Schiffscontainern hatte die Bundesregierung vor acht Jahren zu einer deutschen Domäne erklärt. Um heimische Anleger von der Globalisierung und vom jährlich sechs Prozent wachsenden Welthandel profitieren zu lassen, erließ der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den Reedereien einen Großteil der Steuern. Gleichzeitig lockte er Schiffsbetreiber mit lukrativen Zuschüssen. „Maritimes Bündnis für Beschäftigung, Ausbildung und Wettbewerb“ nannte er das.
Quelle: handelsblatt.com

IEA warnt wor hohen Ölpreisen

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat vor den Folgen des gestiegenen Ölpreises für die Wirtschaft in Europa gewarnt. Der hohe Ölpreis gefährde die fragile Erholung in Europa, sagte die IEA-Vorsitzende Maria van der Hoeven am Mittwoch in Tokio. Das Angebot am Ölmarkt sei im Jahresverlauf immer knapper geworden, und die Vorräte seien geschrumpft.

Am schlimmsten bekämen allerdings die Entwicklungsländer die Auswirkungen zu spüren. Denn dort habe der hohe Ölpreis besonders negative Folgen. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent hat sich in diesem Jahr auf einen Durchschnittspreis von 111 Dollar verteuert, von etwas über 80 Dollar 2010. Die IEA berät die großen Öl-Abnehmerstaaten in Energiefragen.
Quelle: handelsblatt.com

BNP Paribas steicht 1400 Stellen

Die durch die Schuldenkrise stark gebeutelte größte französische Bank BNP Paribas baut insgesamt knapp 1400 Stellen ab, davon mehr als tausend im Ausland. Betroffen seien ausschließlich Angestellte der Investmentbank CIB, teilten die Gewerkschaften CGT und CFDT am Mittwoch in Paris mit. Kündigungen sollten vermieden werden. BNP Paribas ist durch die Schuldenkrise in Europa unter Druck geraten; im dritten Quartal sank der Gewinn um 71 Prozent auf 541 Millionen Euro. Hauptgrund waren Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, die 2,25 Milliarden Euro ausmachten.

Die französischen Banken, allen voran BNP, halten besonders viele griechische Staatsanleihen. BNP Paribas sitzt auch auf besonders vielen Bonds des Euro-Krisenlandes Italien. Die zweitgrößte französische Bank, die Société Générale, will ebenfalls hunderte Stellen in Frankreich abbauen. Betroffen ist dort laut Gewerkschaften die Finanzierungs- und Investmentbank BFI.
Quelle: handelsblatt.com


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