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Der offensichtliche Auslöser

Die wundersame Geldvermehrung der Amerikaner

Offensichtlich - nicht ausgelöst - wurde die Finanzkrise durch die amerikanische Immobilienkrise. Deren Aufschwung in den letzten Jahren basiert hauptsächlich auf Schulden, vorwiegend Konsumentenschulden. Darlehen, die größten Teils über künstlich steigende Immobilienpreise finanziert wurden. Viele amerikanische Verbraucher stockten die Hypotheken ihrer vorhandenen Immobilien im Rahmen steigender Immobilienpreise immer wieder auf. Hatten sie keine Häuser, so erwarben sie welche und die Finanzinstitute gaben den Käufern höhere Kredite, als die realisierbaren Kaufpreise.

Mit diesem überschüssigen Geld gingen die Amerikaner fröhlich einkaufen. Ich kann mich noch lebhaft an einen Bericht im Manager-Magazin von vor knapp fünf Jahren erinnern, bei dem dieses amerikanische Wunder in farbigen Lettern beschrieben wurde. Es wurden US-Bürger beschrieben, die stolz berichteten, wie sie durch ihre ständig wertvolleren Immobilien immer vermögender wurden und damit fröhlich shoppen gingen.

Die Leute, egal ob jung oder alt, nahmen immer höhere Hypotheken auf und konsumierten fleißig. Ein neuer Mercedes, ein großer Flachbildschirm (mein Bruder war neulich in den USA und sagte mir, so ein Teil hängt in jedem Haus), ein gewaltiger Geländewagen, teure Reisen usw. Das Spiel ging so lange gut, wie die Immobilien im Wert immer weiter stiegen.

Wie bei jeder Blase war die amerikanische Notenbank (FED) wieder direkt beteiligt

Begünstigt und gefördert wurde dies durch das niedrige Zinsniveau der amerikanischen Notenbank, FED. Das billige und in immer größeren Mengen verfügbare Geld feuerte den Immobilienmarkt förmlich an und trieb die Preise nach oben, denn mehr Geld bei gleich bleibender Warenmenge ergibt höhere Preise. Ein Perpetuum Mobile, eine Art Gelderzeugungsmaschine aus dem Nichts, die natürlich nur so lange funktioniert, wie es gemäß dem Börsenspruch noch einen Dümmeren gibt, der einen höheren Preis bezahlt.

In den USA ist es üblich, solche Darlehen ohne Zinsfestschreibung abzuschließen und in den letzten Jahren wurden sehr viele dieser Darlehen an Schuldner mit schlechter Bonität vergeben (Subprime). Als die Zinsen zu steigen begannen, konnten viele einkommensschwache Eigenheimbesitzer die höheren monatlichen Raten nicht mehr bedienen und kamen in Zahlungsverzug, denn der Finanzrahmen bei Geringverdienern ist sehr knapp und eine Zinserhöhung stellt leicht eine große Gefahr dar.

Im Jahr 2008 stehen allein in den USA Zinsanpassungen für Darlehen in Höhe von knapp 362 Mrd. Dollar an. Der erwartete Zinsanstieg beträgt zirka zwei Prozent. Dies erhöht die monatliche Rate leicht um einige hundert Dollar, und kann von diesen Käufern nicht geschultert werden. Dies führt logischer Weise dazu, dass sie auch Probleme bei der Bedienung ihrer Kfz- und Kreditkartenverbindlichkeiten haben. Auf den Amerikanern lasten ca. 900 Mrd. Dollar Kreditkartenschulden und ca. 350 Mrd. Kfz-Darlehen.

Wenn die Hypothekenraten ausbleiben, werden die Darlehen fällig gestellt, die Häuser zur Versteigerung ausgeschrieben und das Angebot an günstigen Immobilien somit deutlich erhöht, was zu einem weiteren Preisverfall führt. Der Absatz der Immobilien kommt ins stocken, die Preissteigerungen verkehren sich ins Gegenteil und die wundersame Geldvermehrung knickt ein.

Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. So begann die Wohlstandsmaschine zu stottern und der Reichtum aus dem Nichts löste sich in Luft auf. Millionen von Amerikanern stehen nun vor der Zwangsversteigerung und vor dem finanziellen Aus. Sie sind die ersten, aber nicht letzten Opfer in dieser Krise.

Die Welt lebt vom reichlichen Konsum der Amerikaner und dieser wird durch die großen Zahlungsprobleme einbrechen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf unser Leben als Exportweltmeister, denn die USA sind mit zirka zwanzig Prozent unserer Waren und Dienstleistung einer unser Hauptabnehmer. Wenn sich deren Käufe reduzieren, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf uns alle. Somit kommen wir langsam zu unserer Rolle in dem Spiel.

 

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