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Aktuelles - Seite 2

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Dienstag, 15.11.2011:

Experten zweifeln an Frankreichs Reformbestrebungen

Die Reformfähigkeit des Euro-Schwergewichts Frankreich ist einer Experten-Studie zufolge alarmierend schwach. Die in Brüssel ansässige Denkfabrik Lisbon Council zählt das um seine Top-Bonität ringende Land zum unteren Drittel der 17 Mitglieder des Währungsraums.

In der Rangliste der wirtschaftlichen Gesundheit, die das Wachstumspotenzial, die Beschäftigungsrate und den Konsum berücksichtigt, belegt Frankreich Platz 13. Im dritten Quartal ist Frankreichs Wirtschaft zwar wieder gewachsen. Auf Quartalssicht legte die Wirtschaftsleistung vorläufigen Daten zufolge aber lediglich um 0,4 Prozent zu. Im zweiten Quartal war die Volkswirtschaft nach revidierten Angaben um 0,1 Prozent geschrumpft.
Quelle: welt.de

IWF warnt vor Immobilienblase in China

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert China zu zügigen Schritten zur Stabilisierung des Finanzsystems auf. Diesem droht nach Einschätzung der IWF-Experten zwar keine unmittelbare Krise. In seiner ersten umfassenden Studie zu Chinas Finanzsektor warnt der Währungsfonds aber vor der Gefahr von Vermögensblasen insbesondere im Immobilienmarkt.

Laut dem Bericht sind die größten chinesischen Geschäftsbanken im Extremfall systemischen Risiken ausgesetzt. Gegen Schocks auf den Kredit-, Immobilien- und Devisenmärkten seien sie zwar für sich genommen gewappnet, nicht aber für den Fall einer Kombination dieser Faktoren. Nötig sei eine Liberalisierung der Finanzmärkte.
Quelle: welt.de

ZEW-Index: Stimmung verdüstert sich

Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im November stärker als erwartet eingetrübt. Der ZEW-Index fällt in die Nähe seiner historischen Tiefstände. Die aktuelle Lage beurteilen die Befragten aber noch positiv. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 6,9 Punkte auf minus 55,2 Zähler gefallen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit.

Von der Finanznachrichtenagentur DPA-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem schwächeren Rückgang auf minus 52,5 Punkte gerechnet. Auch die Lagebeurteilung gab weiter nach. Sie sank um 4,2 Punkte auf 34,2 Zähler und lag damit über den Markterwartungen im positiven Bereich. Mit dem abermaligen Rückgang sind die ZEW-Konjunkturerwartungen nun zum neunten Mal in Folge gesunken. Zudem haben sie sich noch weiter von ihrem historischen Mittelwert bei 25,0 Punkten entfernt. Es ist der tiefste Stand der Erwartungskomponente seit Oktober 2008.

Das ZEW begründet die schlechte Stimmung der Experten vor allem mit den Regierungskrisen in Italien und Griechenland. "Der Welthandel schwächt sich ab und die Schuldenproblematik im Euroraum und in den Vereinigten Staaten legt sich wie Mehltau auf die Konjunktur", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Diese Risiken könnten noch gewichtiger werden, was das Wachstum in Deutschland weiter beeinträchtigen dürfte."
Quelle: manager-magazin.de

Frankreichs Herabstufung – ein Test?

Noch immer wird in Frankreich gerätselt, wie es dazu kommen konnte, dass das Land sein Top-Rating vergangene Woche verloren hat – für eine Stunde und 43 Minuten. So viel Zeit verging am Donnerstag, zwischen einer Falschmeldung der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) um 15.57 Uhr an einige Kunden per E-Mail, wonach sie Frankreich herabgestuft habe, und der Korrektur um 17.40 Uhr.

Besonders pikant daran: Seit Wochen werden immer wieder Zweifel an Frankreichs AAA laut. Sercan Eraslan, ein Anleiheanalyst der WestLB, sagt: „In meinen Augen war das entweder ein Test, wie die Märkte auf eine Herabstufung Frankreichs reagieren würden oder tatsächlich ein signifikanter Fehler, wie er eigentlich nicht passieren darf.“

Jean-Pierre Jouyet, Chef der französischen Finanzaufsicht, pflichtet bei, Akteure wie S&P „müssen in der Lage sein, einen derartigen Vorfall zu vermeiden“. Eraslan sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein Test war.“
Quelle: handelsblatt.com

Deutscher Einzelhandel fürchtet die Schuldenkrise

Der deutsche Einzelhandel warnt vor schlechten Geschäften wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone und Auswüchsen am Finanzmarkt. Das seien derzeit die großen Risiken für die Branche, sagte der Präsident des Handelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser am Dienstag, auf einem Kongress in Berlin.

„Wäre nicht die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum, könnte man von einem weithin intakten Umfeld für den deutschen Einzelhandel sprechen,“ sagte er, bekräftigte aber die jüngste Prognose, dass die Branche in diesem Jahr mit einem Umsatzzuwachs von zwei Prozent rechnen kann.
Quelle: handelsblatt.com

Hypovereinsbank: 1000 Stellen fallen weg

Der Milliardenverlust und die daraus folgenden Einsparungen beim italienischen Mutterkonzern Unicredit machen sich auch bei der HypoVereinsbank bemerkbar. Die Münchener müssen nach einem Minus im dritten Quartal nun ebenfalls den Rotstift ansetzen. Über 600 Arbeitsplätze würden in zentralen Stabsstellen wegfallen, weitere 370 im Investmentbanking, teilte HypoVereinsbank-Vorstandschef Theodor Weimer mit.

Die rund 1000 Vollzeitkräfte müssten bis 2015 abgebaut werden. Die Maßnahmen sind Teil radikaler Einsparungen bei der HVB-Mutter Unicredit Chart zeigen aus Italien, die bereits am Vortag die Streichung Tausender Stellen angekündigt hatte. Im Investmentbanking will die Münchener Großbank 220 Stellen im Inland und 150 im Ausland streichen. Geschlossen würden unter anderem der Aktienhandel und der Research-Bereich. Letzterer solle künftig durch eine Kooperation mit der Investmentbank Kepler abgedeckt werden, ergänzte Weimer.
Quelle: manager-magazin.de

Ungarn lässt Staatsanleihenauktion platzen

Ungarn hat am Montag eine Auktion von sechswöchigen Schatzanweisungen bei schwacher Nachfrage platzen lassen, nachdem die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch vor einer Bonitätsabstufung Ungarns auf Ramschniveau gewarnt hatten. Die staatliche Schuldenagentur beendete die Auktion der Staatspapiere, nachdem ihr Angebot von 50 Milliarden Forint (160 Millionen Euro) gerade einmal auf Gebote in Höhe von insgesamt nur 36 Milliarden Forint traf.

Einem Bericht der deutschsprachigen Budapester Tageszeitung Pester Lloyd zufolge kein Einzelfall. Es werde für den ungarischen Staat immer schwieriger vor allem die mittel- und langfristigen Staatsanleihen zu vernünftigen Zinsen auf den Markt zu bringen. So hätten zuletzt Auktionen von Staatspapieren mangels Nachfrage immer öfter ganz abgesagt werden müssen.
Quelle: handelsblatt.com

HRE-Kernbank: Gewinneinbruch

Die Hypo Real Estate (HRE) muss zwar anders als viele Banken keine hohen Abschreibungen auf Staatsanleihen verkraften, spürt aber trotzdem das schwierige Marktumfeld. Die Kernbank des verstaatlichten Instituts, die Deutsche Pfandbriefbank pbb, wies am Dienstag für das dritte Quartal 2011 einen Gewinneinbruch aus.

Vor Steuern seien nur noch 43 (Vorjahr: 119) Mio. Euro verdient worden. Hauptgrund dafür waren die fast halbierten operativen Einnahmen von 129 Mio. Euro - hier vor allem im Zinsgeschäft. Auch das Handelsergebnis brach massiv ein.
Quelle: ftd.de

US-Sparkurs: Pentagon-Chef sieht US-Supermachtstatus in Gefahr

US-Verteidigungsminister Leon Panetta setzt die sogenannte Superkommission unter Druck, die Einsparmöglichkeiten im US-Haushalt finden soll. In einem Brandbrief an zwei republikanische Senatoren warnt der Pentagon-Chef vor einem drastischen Sparkurs beim Militär.

Eine Kürzung des Verteidigungshaushalts um 1000 Milliarden Dollar (732 Milliarden Euro) in den kommenden zehn Jahren hätte "verheerende" Folgen, heißt es in dem Schreiben Panettas an John McCain und Lindsey Graham, die beide dem Verteidigungsausschuss des Senats angehören. Die Sparmaßnahme würde einer Etatkürzung von 20 Prozent entsprechen.
Quelle: spiegel.de

EU schränkt Spekulation auf Staatsanleihen ein

Hochspekulativen Finanzmarktgeschäften mit Staatsanleihen und Kreditausfallversicherungen wird künftig in der EU ein Riegel vorgeschoben. Das EU-Parlament hat am Dienstag in Straßburg mit überwältigender Mehrheit einem Gesetzesvorschlag zugestimmt, der die Spekulation auf Staatsanleihen deutlich einschränkt. Der Handel mit ungedeckten Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Staatsanleihen wird in der EU vom Herbst 2012 an nur noch in Ausnahmefällen möglich sein.

Die Vorschläge sind Teil eines Bündels an Maßnahmen, um die Finanzmärkte besser zu überwachen. Die neuen Transparenzregeln für zwei hochspekulative Finanzinstrumente, also für Leerverkäufe und Kreditausfallversicherungen, „werden künftig erheblich zur Stabilität der Finanzmärkte beitragen“, sagte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Bei Leerverkäufen spekulieren Investoren auf den Kursverlust eines Wertpapiers.
Quelle: handelsblatt.com

Deutsche konsumieren gegen die Krise

Wer so viel konsumiert, hält die Krise auf Distanz: Die deutsche Wirtschaft wächst, vor allem wegen der starken Inlandsnachfrage. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu den drei Monaten zuvor um 0,5 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Damit ist das BIP binnen eines Jahres kalenderbereinigt um 2,6 Prozent gestiegen.

Auch im zweiten Quartal lief es besser als zunächst erwartet. Das Amt korrigierte seine Angaben für diesen Zeitraum. Statt mit 0,1 Prozent wie zunächst berechnet, habe die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni dieses Jahres um 0,3 Prozent zugelegt. Wegen der guten Zahlen der vergangenen zwei Quartale halten Experten es nun für möglich, dass für das ganze Jahr noch ein Plus von drei Prozent erreicht werden kann.

Ökonomen erklärten das Zwischenhoch in erster Linie damit, dass die Industrieproduktion von Juli bis Ende September erneut zugelegt hat. Vor allem aber gaben Bürger und Industrie mehr Geld aus: Die privaten Konsumausgaben stiegen, Betriebe investierten mehr in Maschinen und Fahrzeuge.
Quelle: sueddeutsche.de


 
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