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23.02.2012 13:46 (28 x gelesen)

Die EU will ihre Finanzmärkte durch eine Finanztransaktionssteuer bändigen. Das ist seit Langem in aller Munde und wird heftig diskutiert. Eine Finanztransaktionssteuer ist im Prinzip eine gute Sache, soll sie einfach ausgedrückt doch bewirken, dass mehr „nachgedacht“ wird, bevor man einfach mal eben so Millionen von Euro oder Dollar bei Geschäften „über den Tisch schiebt“ und vielleicht auch lieber von der ein oder anderen risikoreichen Transaktion die Finger lässt. Eine solche Steuer soll Märkte zähmen und Spekulation eindämmen. Denn mit einer Finanztransaktionssteuer, werden, wie der Name schon sagt, bei jeder Transaktion Steuern fällig. Langfristige, konservative Geldanlagen mit vielen beteiligten Kleinsparern wären von dieser Steuer nur wenig betroffen. Es ist auch anders als von Brüderle jüngst suggeriert keineswegs ein zwingender Automatismus, dass die geringeren Profite aus dem Investmentbereich, als Mehrkosten in den Kundenbereich der Banken weitergereicht werden. Die Steuer soll schlicht und einfach lediglich bewirken, dass nicht mehr gezockt wird. In der EU scheiterte eine solche Steuer bislang am Widerstand der Briten. Was auf der einen Seite auch verständlich ist. Die „City of London“ ist mittlerweile die einzig verbliebene Stütze der maroden englischen Wirtschaft und die europäische Finanzmetropole schlecht hin. Die Briten erwirtschaften ca. 80% ihres Brutto-Inlandsproduktes durch Bankgeschäfte. Bei der Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen hat der britische Premier Cameron zu Recht Angst, dass London an Wichtigkeit als Finanzplatz verliert. Der jüngste Vorstoß von Kanzlerin Merkel, notfalls eine Finanztransaktionssteuer nur im Euroraum durchzusetzen, wäre so gesehen auch ein Fehler. Würden die hiesigen Finanzjongleure doch einfach dorthin abwandern, wo es eben keine solche Steuer gibt. Daraus kann nur eine Schlussfolgerung ziehen: Eine Finanztransaktionssteuer macht nur Sinn, wenn sie weltweit eingeführt wird. Doch das ist weder mit den amerikanischen Mehrheitsverhältnissen im US-Kongress, noch mit den konservativen Tories in England möglich.



22.02.2012 07:37 (410 x gelesen)

Viele der Mächtigen wollen uns glauben lassen das Schicksal Europas hänge an der Währung des Euros - dem ist nicht so! Die Illusion des Euros soll anscheinend die Zentralisation der Macht forcieren. Man wird in einen immer wahnhafteren Kollektivismus getrieben, der wenig bis gar nichts mit den Fakten zu tun hat. Die Machtakkumulation der Eurokraten schreitet immer weiter voran. Zweifler des Euros werden schnell als Anti-Europäer diffamiert, doch hinter den Kulissen scheint die magische Anziehungskraft des Euros doch nicht ganz so brilliant zu sein. Dieser Artikel versucht Sie schonungslos zu desillusionieren. Wie wollen die Eurokraten die Macht weiterhin konzentrieren und den Superstaat zur Realität werden lassen? Alles mit Hilfe des Euros:

Einigung auf der Grundlage unüberbrückbarer ökonomischer Unterschiede kompensiert durch eine monetäre Klammer 

Dass dies keine sehr gute Idee ist, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen, aber dass dies auch genau das ist was zur Zeit geschieht, das sehen nur wenige. Der oben verlinkte Artikel eröffnet einen alternative Blickwinkel zum, in den Systemmedien, propagierten Ansatz.



21.02.2012 13:47 (454 x gelesen)

Die Auswirkungen des ESM sind in der breiten Bevölkerung noch nicht bekannt. Die Macher würden dies auch bevorzugen und die ihnen dienenden Systemmedien kümmern sich wenig um Aufklärung. Durch den kommenden ESM-Vertrag putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk. Die so aufgebaute Diktatur ist durch Geheimhaltung und Verschwiegenheit der Involvierten geschützt. In diesem Artikel finden sie 21 Fakten über den ESM die einem zu denken geben. Wie im Artikel beschrieben, kann jeder der den ESM durchschaut nur zu einem Schluss kommen: Der ESM ist eine Verhöhnung und Verspottung der europäischen Rechtstradition und des Volkes. Hier die Fakten zum ESM:


1. Die Regierungsspitzen der Euroländer gründen die erste europäische, supranationale, ESM-(Mega)-Bank. Diese ist von Lizenzierung befreit (Art. 1,Art. 32, Abs. 9).

2. Die ESM-Bank erhält Blankovollmacht unbeschränkt Geschäfte jeder Art mit jedermann abschließen (Art. 3).

3. Zur Ermöglichung des Plans „ESM-Bank“ werden den schwachen Euro-Ländern, da diese im Eurosystem an Zahl überwiegen, Stimmrechtsvorteile eingeräumt (Art. 4).

4. Die 17 an der ESM-Gründung beteiligten Finanzminister bilden den rechtlich unantastbaren Gouverneursrat der ESM-Bank (für die BRD: Dr. W. Schäuble). Dieser hat totale Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und vor allem personellen Dingen der ESM-Bank. Jeder Rat hat einen Stellvertreter (Art. 5).

5. Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

6. Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Milliarden, aufgeteilt in (a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art. 8 Abs. 1). Die Gouverneure können das Haftungs-Kapital durch Ausgabe neuer Aktien bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöhen (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

7. Im Verlustfall und aus sonstigen Gründen muss nicht eingezahltes ESMHaftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden. Kann ein Mitglied nicht zahlen, wird der dann offene Betrag auf die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

8. Wird das Aktienkapital nicht erhöht (Ziff. 6), haften die Länder, je nachdem wie viele ESM-Aktionäre zahlungsunfähig werden1, für (Minimum) 27 % - x % (Maximum 100%) aus € 700 Mrd. Wird das Aktien-Haftungs-Kapital durch Wagemut oder gar Dummheit der Gouverneure erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

9. Die ESM-Bank kann: (A) Euro-Ländern Überziehungskreditlinien einräumen, Art 14, (B) Banken finanzieren, Art. 15; (C) Euroländern Kredite geben, Art. 16; (D) von Euro-Ländern direkt Staatsanleihen ankaufen, Art. 17; (E) von Euro-Ländern indirekt Staatsanleihen ankaufen, Art. 18; (F) diese Liste ändern, also auch erweitern, Art. 19; (G) Zinspolitik betreiben2, Art. 20; (H) Eurobonds herausgeben, Art. 21. – Summa summarum kann die ESM-Bank Finanzgeschäfte jeder Art und Höhe betreiben. (Art. 14 – 21).

10. Die ESM-Bank-Geldoperationen (A), (C), (D), (E) sind umschuldende Staatsfinanzierung schwacher Euroländer zu Lasten der Bürger der starken Euroländer, insbesondere Deutschlands. Die Bankenhilfe (B) fließt an die Gläubiger der notleidenden Banken. Die Finanzierungen umfassen immer Neuschulden und Altschulden (seit zumindest 1999).

11. Art. 21: Die ESM-Bank kann unbegrenzt (Refinanzierungs-)Kredit/Geld aufnehmen um damit die Schulden schwacher Euro-Länder/Banken zu finanzieren. Diese neuen ESM-Schulden werden durch das Aktienkapital der ESM-Bank (mindestens € 700 Mrd.) gedeckt, für dessen Einzahlung die Länder/Bürger haften. Wegen des Dominoeffektes haften im Ernstfall die Bürger eines Landes in voller Höhe von € 700 Mrd. (ggf. erhöht gem. Art.10!) für alle vom ESM aufgenommenen und in Europa verteilten Gelder/ Kredite. Art. 21 führt also Eurobonds ein, ohne dies auszusprechen. Gleichzeitig wird damit auf alleiniges Risiko der Bürger ein Schneeballsystem der Kreditfinanzierung aufgebaut.

12. Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben bei Konkurs eines Eurolandes (etwa Griechenlands) Nachrang gegenüber IWF-Krediten. Daraus folgt – wie jeder nachrangige Gläubiger weiß - ein massiv erhöhtes Verlust/Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13 und Abs. 14).

13. Die indirekten Aktionäre der ESM-Bank, die zahlenden und haftenden Bürger der Euro-Länder, haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

14. Die ESM-Bank und ihr Vermögen etc. pp. genießen absolute Immunität und können nie und nirgendwo vor Gericht belangt werden. Gerichtliche oder gesetzgeberische Maßnahmen gelten für sie in Zukunft nicht mehr. Die ESM-Bank ihrerseits hat Klagerecht gegen jedermann. (Art. 32)

15. Die ESM-Bank ist von Kontrollen und Lizenzen jeder Art befreit (Art. 32 Abs. 9).

16. Die Gouverneure und alle sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank haben jetzt und für alle Zukunft Schweigerecht und Schweigepflicht und sichern so die Geheimhaltung

(a) ggf. der Operationen der ESM-Bank, (b) ihre eigenen Aktivitäten innerhalb der ESM-Bank und insbesondere (c) die Bestimmungen von Art. 32, 34 - 36 ab.

17. In ihrem ureigenen Interesse genießen alle Gouverneure, Direktoren etc. pp der ESM-Bank samt Schriftwerk Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer geschäftlichen (nicht amtlichen!) Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob sie hunderte Milliarden Euro verschleudern, vernichten, oder veruntreuen (Art. 35).

18. Die Gehälter der Gouverneure (s.o. Ziff. 5), der Direktoren und sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank sind von allen (auch indirekten) Steuern und Abgaben vollständig befreit. Die Gehälter - unter dem Rang der Gouverneure – unterliegen einer vom Gouverneursrat festgelegten internen Steuer an die ESM-Bank, Art. 36 Abs. 5.

19. Das Volumen der (konsolidierten) Darlehensvergabe von ESM und EFSF ist unbegrenzt und nur in der Übergangsphase auf 500 Milliarden EUR beschränkt (Art. 39, Art 10).

20. Da der jeweilige nationale Regierungschef den Finanzminister auf unbestimmte Zeit bestimmt und dieser die jederzeit widerrufbare Position des Gouverneurs besetzt, wird es zu extremen Machtkämpfen um den Posten der Finanzminister und chaotischen Zuständen in der ESM-Bank bei jedem Wechsel des Finanzministers und der Regierung kommen.

21. Mit Ratifizierung des ESM-Vertrages besiegeln die nationalen Abgeordneten das Ende ihrer eigenen demokratischen, nationalen Rechte, (Art. 47 Abs. 1).



18.02.2012 10:26 (428 x gelesen)

Abgesehen von der europäischen Schuldenkrise, hat Finanzminister Schäuble wohl gut lachen. Die Steuereinnahmen sprudeln wie lange nicht, allein im Dezember 2011 flossen 70 Milliarden Euro in die Staatskasse, und die Wirtschaftsdaten sind, verglichen mit dem Rest von Europa, solide und gut. Das erlaubt Herrn Schäuble bereits 2014, statt 2016, einen Bundeshaushalt nahezu ohne Neuverschuldung aufzustellen. Davon dürften Länder wie Spanien, Portugal oder Italien nur träumen.
Die besonders 2011 boomende deutsche Wirtschaft hat es möglich gemacht. Und die Regierung freut sich über Wirtschaftswachstum, trotz Sparpolitik. Besser sollte man sagen, Sparpolitik ermöglicht durch Wirtschaftswachstum. Das ist genau das, was den kriselnden Staaten im Rest Europas zur Gesundung fehlt: Wirtschaftswachstum. Doch woher soll es kommen? Für Konjunkurprogramme fehlen den Ländern schlicht und einfach die Mittel. Geht es nach Nicolas Sarkocy und Angela Merkel, soll das nötige „Kleingeld“ dafür aus den „milliardenschweren Töpfen der EU-Regionalförderung“ kommen. Die Zeit drängt. Sollte vor allem in Spanien und Italien die Wirtschaft nicht bald in Schwung kommen, wird es ernst, denn beide Länder sind einfach zu groß, um über länger Zeit mit Finanzhilfen gestützt zu werden.

 



16.02.2012 08:00 (461 x gelesen)

Es ist eine gigantische, kaum vorstellbare Summe: 10.000.000.000.000 Euro besitzen die Deutschen. Die Deutschen?  Alle etwa 82 Millionen Menschen in Deutschland besitzen 10 Billionen Euro? Da können wir uns ja alle entspannt zurücklehenen, könnte man meinen. Immerhin sind wir alle reich und Billionäre. Oder etwa nicht? Nein, natürlich nicht, denn der Artikel von Spiegel Online verschweigt etwas Entscheidendes: 60% dieses gewaltigen Vermögens, weit über die Hälfte also, verteilt sich auf lediglich 10% der Bevölkerung. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst auch in Deutschland jedes Jahr weiter. Zugegeben, der folgender Satz wirkt etwas "ausgelutscht", aber er stimmt heute mehr denn je: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Das ist leider auch im wohlhabenden Deutschland, wie übrigens in fast allen Industrienationen, ein Fakt.  Viele ärmere Haushalte geraten mehr und mehr in die Schuldenfalle, während hingegen die Superreichen in Deutschland, etwa 1% der Bevölkerung, bereits 1/4 dieser 10 Billionen Euro besitzen.



15.02.2012 17:09 (406 x gelesen)

Sparen, sparen und nochmal sparen, das ist die Devise in Europa seit dem Beginn der Finanzkrise. Doch es ist ein Fakt, dass Staaten sich auch in den wirtschaftlichen Ruin sparen können, wovor jüngst auch große Wirtschaftsorganisationen gewarnt haben. Denn die Einsparungen, beispielsweise bei den Renten oder Gehältern, lähmen die so wichtige Binnenwirtschaft und schwächen den privaten Konsum. Und das trifft Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal, die anders als Deutschland keine Exportnationen, sind besonders hart. Ein Teufelskreislauf entsteht, dem man kaum entrinnen kann. Das bestätigte auch die New York Times in einer ihre Ausgaben:

Es gibt jetzt praktisch keinen Ausweg aus dieser Situation. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, die diese Krise unbekannten Ausmaßes verhindern könnten: Massive Steuererhöhungen und eine brutale Verringerung der Staatsausgaben. Beides würde die weltweite Wirtschaft allerdings zugrunde richten“.

Bereits heute musste in Athen beinahe jedes vierte Geschäft schließen, ganze Straßenzüge wirken wie ausgestorben. Der Protest der Bevölkerung, teilweise auch gewaltsam, wächst. Dies alles ist ein Szenario, dass uns durchaus auch in Deutschland drohen kann, falls sich die Finanzkrise verschlimmert und der Euro zusammenbrechen sollte.



14.02.2012 13:09 (629 x gelesen)

Der Aktionismus der Dollar und Euro Rettung hält die Währungen noch künstlich am Leben, doch mit einem Blick auf die Zahlen weiß man dass dieses System implodieren wird. Man geht davon aus dass das Weltfinanzsystem mindestens eine Summe von 10 Billionen Dollar bräuchte um "gerettet" zu werden. Bei dem momentanen Weltbruttosozialprodukt von über 50 Billionen Dollar würde dies bedeuten man muss mehr als 20% neues Geld schaffen - es drängt sich der Verdacht auf das Weltfinanzsystem sei Bankrott. Genauer betrachtet geschieht zur Zeit eine Privatisierung des Gewinns und eine Sozialisierung von Verlusten. Wie hier beschrieben stellt das die Enteigung des Volkes dar. Die Überschuldung der großen Industrienationen führt entweder zu einer neuen Währung oder einer Abwertung der alten Währungen. In beiden Fällen steht man schlecht da wenn man nicht in materielle Güter investiert hat. Gold und/oder Land das einem erlaubt autark zu Leben sind definitv eine bessere Wahl wie Lebensversicherungen oder Staatsanleihen.   



12.02.2012 10:01 (361 x gelesen)

Die Zukunft liegt in den Schwellenländern. So lautet seit Jahren die Botschaft, mit denen Banken und Fondsgesellschaften um Anleger werben. Doch nun wird vielen klar, dass solche Investments nicht ohne Risiko sind. Der Volksaufstand in Ägypten könnte zu einem Umdenken führen.

Anknüpfend an den heutigen Beitrag in unserer Rubrik "Finanzielle Vorsorge" finden sie in diesem Artikel weitere Informationen über das Risiko für Geldanlagen in Schwellenländern.



10.02.2012 20:38 (513 x gelesen)

Am einfachsten ist die europäische Finanzkrise zu verstehen, wenn man die Lösungsvorschläge betrachtet. Das ist der Traum eines jeden Bankers: ein Sack voller Geschenke, die bei einem demokratischen Referendum kaum Zustimmung finden würden. [...]

Die „untersten 99 Prozent“ sind verständlicherweise empört, wenn sie hören, dass die Spitzenverdiener 45 Milliarden Euro allein in Schweizer Banken geparkt haben sollen und damit weitgehend für das Haushaltsdefizit verantwortlich sind. Dass normale Steuerzahler für Steuerflüchtlinge geradestehen sollen - und für die allgemeine Nichtversteuerung von Vermögen seit den Zeiten der Militärjunta -, sorgt natürlich für Wut. Wenn die Troika aus EZB, Europäischer Union und IWF verkündet, dass die Bevölkerung aufkommen müsse für das, was die Reichen sich nehmen, stehlen, am Finanzamt vorbeischleusen, so ist das keine politisch neutrale Haltung. Hier wird unfair erlangter Reichtum privilegiert.

An dieser Stelle eine der legendären, deftigen Kapitalismuskritiken aus der - nein, nicht der Jungen Welt oder der Taz, sondern der nach Schirrmachers wundersamer Gesinnungswandlung scheinbar fast zum subversiv-linken Leitmedium umfunktionierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Diese fast klassenkämpferisch anmutende, kluge Analyse des Wirtschaftsprofessors Michael Hudson dürfte vielen Occupy-Bewegten Balsam auf der Seele sein. Muss das bourgeoise Lager angesichts solcher Fremdkörper im Leib- und Magen-Blatt nun anfangen zu zittern? Nicht doch, solange solche Artikel im Feuilleton abgeschoben bleiben, statt im Wirtschaftsteil zu erscheinen (wo sie hingehören), muss niemand um die stramme Linie des Blattes fürchten.



09.02.2012 17:37 (522 x gelesen)

Die Eingangsfrage aus der Überschrift dürfte den meisten Lesern wohl nur ein müdes Lächeln entlocken. Denn dass Herrschaften wie Monti, Draghi und Papademos eher eigenen Pläne verfolgen, ahnen viele, wenn auch nur wenige wissen, worin die Pläne bestehen. Dass sie nicht unbedingt volksnah sind, wird spätestens klar, wenn man sich anaschaut, in welchen diskreten Clubs und Gesellschaften alle der drei Genannten Mitglied sind. Ob Bilderberger, Trilaterale Kommision oder Skull & Bones: so Manche(r) ist überall dabei, die Welt ist erstaunlich klein dort oben. Nicht ganz so exklusiv ist wohl die Vorstandsetage von Goldman Sachs, die Großbank, mit der die Herrschaften ebenfalls alle eng verwoben sind. Die "Goldman Sachs-Machtergreifung" wird ja auch in den Massenmedien schon ganz offen als solche angesehen. Die Autorin des spannenden Artikels vermutet dahinter u.a. einen Plan zur "Fed-isierung" des europäischen Finanzsystems - mit den bekannten Symptomen ewiger Verschuldung und beliebiger Manipulierbarkeit von oben. Mit diesem "Oben" sind die eingangs genannten Gesellschaften gemeint, denen die Retter und starken Männer quasi nebenberuflich angehören. Zuletzt geht sie der Frage nach, ob ihre Ausführungen einfach unter der Rubrik "Verschwörungstheorie" abgeheftet werden können.



08.02.2012 07:19 (569 x gelesen)

Mal eine direkte Frage: "aus charttechnischer Sicht", charttechnische Widerstände bei 32,02 US-Dollar...Wissen die eigentlich was das heißt? Der "Slang" der Börse, gerade auch was Rohstoffe angeht, ist für viele Menschen sicher erstmal vor allem eins: ziemlich verwirrend. Aus diesem Grund gibt es heute bei uns ein kleines Training für alle Börsenneulinge:

Bei FAZ.NET lernen Sie Schritt für Schritt die Methoden der technischen Analyse kennen - und sie für sich zu nutzen.



05.02.2012 14:38 (611 x gelesen)

Die wohl bitterste, menschenverachtendste und unmoralischste Art Geld anzulegten kommt von der Deutschen Bank - hätte man sich eigentlich denken können. Das Prinzip: Je früher die Referenzpersonen sterben desto mehr Rendite für die Anleger. Jetzt entscheiden Richter ob dieser Fond legal ist. Die alleinige Exitenz dieses Fonds spricht schon Bände über die Bänker der Deutschen Bank! Traurig dass soetwas in einer "Hochkultur" möglich ist.



04.02.2012 15:04 (739 x gelesen)

In nicht ganz einem Monat, am 20. Februar 2012, will die deutsche Bundesregierung unter Angela Merkel den zeitlich nicht befristeten Euro-»Rettungsschirm« ESM gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung und gegen jegliche Vernunft durchsetzen. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Thyssen AG, Dieter Spethmann, warnt seit Jahren vor den Folgen der unkontrollierten Euroisierung. Erst vor wenigen Tagen forderte der Wirtschaftsboss in einem Interview, Deutschland müsse die Euro-Zone unverzüglich verlassen. Ohne Aufwertung der eigenen Währung verschenke die Bundesrepublik große Teile ihres Wohlstands: »Auch wenn es Barroso, Merkel & Co. noch nicht wahrhaben wollen: Das Euro-Experiment ist gescheitert!« Spethmann führte vor Kurzem bereits in nachfolgendem Bericht die dramatischen Gefahren des ESM für Deutschland und ganz Europa aus und stellt fest, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann Deutschland endgültig in die Knie geht – auch politisch: »Dann wäre nach der Weimarer Republik (1933) auch der Versuch der zweiten deutschen Republik gescheitert – gescheitert an der politischen Intransigenz gewisser politischer Freunde«.

Spethmann steht mit seinen Warnungen natürlich nicht alleine da. Vor allem das Aktionsbündnis direkte Demokratie engagiert sich stark, um auf die unkalkulierbaren Risiken der "Rettungs"maßnahmen aufmerksam zu machen. Seiner Meinung nach ist der ESM ein Mechanismus, der den ohnehin unaufhaltsamen Euro-Zerfall nur verlustreich in die Länge zieht und die Folgen dramatisch verschlimmert.



02.02.2012 11:27 (1052 x gelesen)

In diesem Interview vom Sender CROPfm wird über Eurorettung, Spannungen innerhalb der EU, Konfliktpotential der verordneten Sparpakete, Staatsbankrott, Protestbewegungen, Trennbankensystem und Alternativen zum bestehenden Geldsystem wie z.B. Schwundgeld gesprochen.

Der Radiobeitrag mit einem der wohl interessantesten Wirtschafts-Querdenker Deutschlands ist extern eingebettet auf der Website matrixwissen.de, wo zusätzlich die folgende Inhaltsübersicht samt Zeitmarken für das Interview zu finden ist (Angaben in Min.):

10:55 Beginn des Interviews
12:20 Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM, Schuldenschnitt (interessant)
20:55 Größe des Rettungsschirms ESM, Alternativlosigkeit, Sparpakete, Konfliktpotential
30:55 Vergleich der Rettungsschirmsummen mit der Höhe der Staatsschulden in der EU
35:00 ESM-Finanzdiktatur, Gouverneursrat und Zugriff auf nationale Haushalte (sehr interessant)
43:45 Schweigekartell der Presse zum an Silvester 2011 in Kraft gesetzten NDAA Gesetz der USA
46:20 Berichterstattung über die Kreditaffäre von Christian Wulff
51:30 Wohin führt die ganze Retterei ? Eskalation, Schuldenbremsen, Staatsbankrott, Hyperinflation
60:20 Welches Szenario ist am wahrscheinlichsten ?
65:00 Hoffnungsvolle Protestbewegung : Stoppt ESM Bürgerbewegung
67:30 Trennbankensystem, Glass-Steagall Act und seine Aufhebung im Jahr 1999
77:45 Das Problem der Giralgeldschöpfung
79:40 Kurze musikalische Pause
83:55 Was ist die Monetative ? Geldschöpfung darf nicht in privater Hand liegen
93:20 Geldschöpfung aus dem Nichts durch Zentralbanken & Großbanken, Zinsproblematik
99:50 Staatsbankrott ist systemimmanent, Geldschöpfung & Vorstellungskraft (sehr interessant)
107:40 Staatlich geschöpftes zinsfreies Geld, Abstellung privater Geldschöpfung
112:05 Wer müsste die Monetative bilden ? Wie kann Korruption verhindert werden ?
114:35 Ist eine Überführung von Sichtkonten in Vollgeld durchführbar ?
117:10 Akzeptanz des Konzepts einer Monetative ?
125:30 Kurze musikalische Pause
130:30 Entstehungsgeschichte des Geldes
140:50 Goldstandard als Lösung ?
148:20 Schwundgeld - ein irreführender Begriff, Geldkonzept von Silvio Gesell
156:45 Sind Geldsystem und Gemeinwohl vereinbar ? Neue Anreizsysteme
161:45 2 Versuche in den USA für zinsfreies Geld - J.F.Kennedy und Abraham Lincoln
165:00 Frei Humanwirtschaft nach Hans-Jürgen Klaussner, verführerische Konzepte
174:10 Margrit Kennedy : Occupy Money, Grundlegende Alternativen
177:10 Debitismus, falsche Schlussfolgerungen der Selbstregulierung der Märkte
180:45 Schlusswort : Es gibt Alternativen
184:25 Ende des Interviews



31.01.2012 11:44 (639 x gelesen)

Island, das im Oktober 2008 seine aufgeblähten Banken gerettet hat und kurz darauf selbst vor der Pleite stand, erholt sich von der Krise. Maßgeblich beteiligt war die Entscheidung, die Bankenschulden nicht zu sozialisieren, den Wohlfahrtstaat zu erhalten und die Bürger stärker in die Politik einzubeziehen. Während Ökonomen dies lange als sicheren Weg in den finanziellen Selbstmord gebrandmarkt haben, sprechen nun die Tatsachen für Islands Politik. Auch der IWF stellt sich hinter Island und will aus seinem Einsatz auf der Insel Lektionen ziehen. Das könnte ein Umdenken der mächtigen Institution einleiten.

Island ist nicht nur im Gebiet der freien Medien und der offenen Demokratie ein Vorreiter. Wie im Artikel beschrieben könnte das Beispiel Island ein Umdenken der Institute zur Folge haben.



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