Legen Sie einen Bargeldvorrat für den Krisenfall an

Bankenschließungen und Ausfälle des bargeldlosen Zahlungsverkehrs sind binnen kürzester Zeit möglich

Vor sieben Jahren gab es mit der Pleite der Weserbank auch in Deutschland einen ersten solchen Fall. Kunden des kleinen Bremerhavener Instituts standen vor verrammelten Türen und kamen nicht an ihr Geld. Wenn die nächsten größeren Erschütterungen die Finanzmärkte treffen, gibt es keinerlei Gewähr, dass nicht auch größere deutsche Institute „Bankfeiertage“ von ungewisser Dauer ausrufen.

Im Falle der Weserbank funktionierten die EC- und Kreditkarten nicht mehr und die Sparer mussten sage und schreibe knapp zwei Monate warten, bis sie wieder an ihr Geld kamen. Wenn bereits eine solche kleine Erschütterung die Bankkunden vor solch eine lange Nagelprobe stellt, ist es nur logisch, den Mindestzeitraum, für den ein Bargeldvorrat reichen sollte, großzügig anzusetzen. Legen Sie für solche Fälle einen Bargeldvorrat für mindestens eine bis idealerweise drei Monatsausgaben an.

Erstellen Sie dafür eine Liste, in der Sie alle monatlichen Ausgaben (Miete, Nebenkosten, Kfz-Kosten, Nahrungsmittel, laufende Beiträge, Darlehensraten, Taschengeld etc.) erfassen. Diesen Betrag sollten Sie dann für ein bis drei Monate in bar vorrätig halten. Holen Sie das Geld in kleinen Scheinen von der Bank und deponieren Sie es Zuhause in einem sicheren Versteck.

Teilen Sie diese Bargeldreserve folgendermaßen auf: Ein Drittel in bundesdeutschen 10-Euro Silbermünzen (Nur die Münzen bis Februar 2011, die danach erscheinenden regulären 10-Euro Münzen bestehen nur aus einer Kupfer-Nickel-Legierung), ein Drittel in kleinen Euroscheinen und das letzte Drittel in einer Fremdwährung wie Schweizer Franken oder Norwegische Kronen.

Der Euro ist zunächst das bekannte Zahlungsmittel, wird aber wahrscheinlich bald darauf massive Probleme haben (starke Abwertung, Auflösung, Ausscheren einiger Länder etc.) und daher ist fraglich, wie sich sein Wert entwickelt. Verglichen dazu scheinen der Schweizer Franken, die Norwegische Krone und ggf. der Kanadische Dollar krisensichere Währungen zu sein. Beim Letzten sprechen allerdings die wiederkehrenden Gerüchte von einer Nordamerikanischen Währungsunion mit einem neuen „Amero“ dagegen.

Was muss man bei den Euroscheinen beachten? Gibt es Unterschiede?

Ja es gibt Unterschiede, man könnte salopp sagen, es gibt „gutes“ und „schlechtes“ Eurobargeld. Der Autor Bruno Bandulet schreibt in seinem Buch „Das geheime Wissen der Goldanleger“, dass bei der Einführung des Euro quasi eine Sollbruchstelle im Falle des Scheiterns der Währungsunion eingebaut wurde. Im Falle des Zerbrechens der Europäischen Währungsunion in einer schweren Krise werden die einzelnen Länder wieder eine eigene Währung einführen.

Jedes Euromitglied gibt Banknoten mit „eigenen Buchstaben“ aus

Alle Eurobanknoten tragen eine Seriennummer mit einem Buchstabe davor. Dieser sagt aus, welche nationale Notenbank sie ausgegeben hat. Scheine, deren Nummer mit dem Buchstaben X beginnt, sind bundesdeutsche Banknoten. Es ist anzunehmen, dass deutsche Geldscheine trotz aller Strukturprobleme und Schulden höher bewertet werden als die der anderen Länder. Lassen Sie sich hier also ausnahmsweise ein X für ein U vormachen, in diesem Fall kann es wertvoll sein.

Die weiteren „sicheren“ Euroscheine sind: L = Finnland; P = Niederlande; N = Österreich. Die Kennzeichen der anderen Länder lauten: M = Portugal, R = Luxemburg, S = Italien, T = Irland, U = Frankreich, V = Spanien, Y = Griechenland und Z = Belgien.

Sichere Aufbewahrung von Bargeld

Diebstahl, die Brandgefahr und das Wasser der Feuerwehr beim Löschen sind ernsthafte Gefahren für den Bargeldvorrat. Deshalb sollte man bei den Verstecken für das Bargeld darauf achten, dass Diebe diese Verstecke nicht leicht finden und sie entsprechend geschützt sind.

Feuerfeste Dokumentenkassette

Hierfür eignen sich feuerfeste Geldkassetten, die im Brandfall Temperaturen für circa eine halbe Stunden von bis über 800 Grad Celsius standhalten. Diese schützen neben dem Bargeld auch DVDs, Dokumente, Edelmetalle usw. Darauf sollte jeder Haushalt achten, denn ansonsten werden bei einem Brand wertvolle Unterlagen vernichtet.

Vor einigen Jahren habe ich die deutschen 10-Euro Silbergedenkmünzen empfohlen, doch diese bestehen seit Mai 2011 nur noch aus einer Kupfer-Nickel-Legierung

Bis Februar 2011 waren die 10-Euro Münzen der Deutschen Bundesbank die erste Wahl für den Bargeldvorrat. Leider werden diese Münzen ab dem Motiv „125 Jahre Automobil“ im Mai 2011 regulär nur noch als Kupfer-Nickel-Legierung ausgegeben. Es gibt zwar weiterhin eine Silberversion, doch die wird von der Bundesbank nur zum jeweiligen Silbertagespreis plus Aufschlag von Zehn Euro plus Mehrwertsteuer ausgegeben. Daher sind diese Münzen leider uninteressant.

Tipp: Sollten Sie über Ihre Bank oder über irgendeine andere Quelle noch 10-Euro Gedenkmünzen aus den Jahren 2002 bis 2010 (925 Silbergehalt) oder die Münze vom Februar 2011 mit dem Motiv „200. Geburtstag Franz Liszt“ (625er Silber) zum Nennwert oder mit einem nicht zu hohen Aufschlag bekommen, so sollten Sie sich diese Gelegentheit nicht entgegen lassen.

Diese Münzen sind für den Bargeldvorrat und als Tauschmittel im Notfall höchst interessant. Meine ursprüngliche Empfehlung lautete, idealer Weise die Hälfte des Eurobargelds in diesen 10-Euro Silbermünzen beiseitezulegen. Sie sind in der BRD nach wie vor ein offizielles Zahlungsmittel und enthalten 16 Gramm Silber (die 925er Münze von 2002 bis 2010) oder 10 g Silber (Münze „Franz Liszt“).

Das ist Bargeld mit innerem Wert. Diese begehrten Silberzehner bekam man früher bei jeder Bank im Tauschverhältnis von 1:1, also Zehn Euro für eine Münze. Im Krisenfall werden solche Münzen besser akzeptiert als vertrauensabhängiges Papiergeld von überschuldeten Staaten. Manche Ratgeber gehen davon aus, dass man im Krisenfall eine Unze Silber benötigt, um eine vierköpfige Familie eine Woche lang zu ernähren. Diese Vorsorge erledigen Sie damit gleich nebenher. Als Ersatz für die 10-Euro Münze kann ich den Vorgänger, die 10-DM Münze mit 925 Silbergehalt empfehlen.

Besorgen Sie sich Notgeld, dass Ihnen in jeder Situation hilft

Wenn die Menschen die rapide abwertenden bedruckten Papierscheine nicht mehr annehmen, braucht man ein Tauschmittel mit innerem Wert, dass immer und überall akzeptiert wird. Hierfür eigenen sich Silbermünzen, aber auch 10 g Goldbarren im Scheckkartenformat als Notgeld. Das ist ein 10 g Goldbarren mit Zertifikat, den man bequem in der Geldbörse tragen kann. Besonders für alle, die (viel) auf Reisen sind, ist dies eine Garantie, dass sie im Notfall überall durch- und wieder nach Hause kommen.