Der grundlegende Fehler im System
Was Geld in Wirklichkeit ist:
Die Annahme, dass wir über stabiles Geld und eine intakte Weltwirtschaft verfügen, ist leider falsch, und das bekannte System wird nicht mehr lange funktionieren. Denn diese Basis ist nicht auf Sand, sondern schlimmer, auf Papier(geld) aufgebaut. Unser heutiges Geld besteht überwiegend aus ungedecktem Papier oder aus elektronischen Guthaben, deren Substanz ebenso schwammig ist. Die Geldmenge wird ständig und immer schneller erweitert. Diese Zahlungsmittel haben weder inneren Wert wie zum Beispiel Gold oder Silber, noch eine vollständige Deckung durch Dienste oder Produkte.
Heute arbeitet man mit einer Teilwertdeckung. Das heißt, das Geld ist zu einem kleinen Teil (zirka zehn Prozent) mit Devisen oder anderen Werten gedeckt. Eine Teilwertdeckung ist im Grunde Betrug, jedoch versteht dies das Volk nicht wirklich, und daher ist es heute in fast allen Staaten der Erde gebräuchlich.
Früher war das Geld noch richtiges Warengeld, also Gold oder Silber in Form von Münzen. Weil größere Beträge in physischem Gold bzw. Silber sehr schwer und die Transportwege oft unsicher waren, wurde das Metall in Schatzkammern eingelagert (den Vorläufern der Banken) und dafür gab es Einlagerungsscheine. Diese Scheine wurden von den Bürgern für Tauschgeschäfte untereinander verwendet. Das waren quasi die ersten Geldscheine.
Die einlagernden Stätten erkannten rasch, dass nie alle Metallbesitzer gleichzeitig ihr Gold bzw. Silber abholten und gaben daher mehr Hinterlegungsscheine aus, als tatsächlich Metalle eingelagert waren, für die sie dann Gebühren erhoben. Gewinne aus dem Nichts, ein wahrhaft verlockendes Geschäft. In Fällen, in denen Menschen dies mitbekamen oder wenigstens Angst um den Wert dieser Scheine hatten, kam es zu Panik, und die Leute holten ihre hinterlegten Werte ab. Dies war dann das Aus für den Verleiher.
Die steigende Geldmenge ist das Problem
Heutzutage ist es keinen Deut anders. Die Notenbanken geben immer mehr ungedecktes Geld aus und verschlechtern somit ständig das Verhältnis von Geldmenge zu den vorhanden Waren und Dienstleistungen.
Im EU-Raum steigt die offizielle Geldmenge jährlich um knapp zehn Prozent; in den USA noch stärker. Seit März 2007 geben die USA die aktuellen Daten zur Geldmengensteigerung (M3) aus „verwaltungstechnischen“ Gründen nicht mehr an. Somit ist seither nicht mehr bekannt, wie viel neues Geld die USA in Umlauf bringen.
Auch Ihre Bank macht Geld
Sogar Ihre Bankfiliale um die Ecke darf Geld machen. Ihr Banker ist ein Geldgott, oder wie es meine Bankberaterin nannte „sie ist eine Angestellte beim Geldgott“. Es ist nämlich so, dass Ihre Bank für eine Darlehensausgabe höchstens zehn Prozent Einlagen nachweisen muss und die anderen neunzig Prozent als neues Geld ausgeben kann. Das heißt, jemand legt 10.000 Euro auf ein Sparbuch und mit dieser Einlage kann die Bank einem Geschäftsmann ein Darlehen über 100.000 Euro ausreichen, sprich 90.000 Euro neu erschaffen (Das nennt man Buch- oder Giralgeld.).
Das neue Geld entsteht also in dem Augenblick, wenn ein Darlehen vergeben wird. Wenn sich jemand bei der Bank verschuldet, schafft die Bank sein Darlehensgeld aus dem Nichts herbei. Die allgemeine Geldmenge steigt um diesen Darlehensbetrag an.
Falls Sie immer dachten, die Bank darbt mit der Zinsdifferenz von der Spareinlage zum Darlehen, dann lagen und liegen Sie ziemlich falsch. Die Bank macht ihren Reibach mit den Zinserträgen von den aus dem Nichts erzeugten 90.000 Euro. Durch dieses Gelderschaffen steigt die Geldmenge enorm, denn wenn der Geschäftsmann die 100.000 Euro erhält und damit seine Rechnungen bezahlt, kommt das Darlehensgeld ja wieder irgendwo in den Kreislauf und bildet die nächsten zehn Prozent für neues Geld.
Das Grundübel der steigenden Geldmenge
Diese Erhöhung der Geldmenge zieht gravierende und nicht vorhersehbare Folgen für alle Menschen und die Wirtschaft nach sich. Davon rennende Lebenshaltungskosten sind eine Sache. Verschiedene Preis- und Spekulationsblasen sowie Fehlinvestitionen im großen Stil die andere (So wie z. B. die größte Fehlleitung von Geldern mit der Sonderabschreibung in den neuen Bundesländern, nach der Wende, die hunderttausende unnötig gebauter Immobilien hervorbrachte). Da es sich bei der jetzigen Geldmengenerhöhung um eine nie da gewesene Geldschwemme handelt, kann kein Mensch sagen, was das für Folgen nach sich zieht.
Die global vernetzte Weltwirtschaft und die enormen weltweiten Anlagemöglichkeiten absorbieren die neu geschaffene Geldmenge natürlich eine zeitlang, anders als das in den Kinderschuhen des Geldwesens der Fall war. Dafür wird der Geldtsunami für die Menschheit verheerend sein, wenn das Multi-Billiarden-Fass überläuft und die Welt im Geldsumpf ertrinkt.
Auslöser für das Überlaufen könnte zum Beispiel der Zusammenbruch einer einzigen Bank sei. Dies könnte dazu führen, dass ein Teil der deutschen Bevölkerung – der ein Vermögen von etwa sechs Billionen Euro zugerechnet wird – zur Bank rennt und sich sein Vermögen auszahlen lassen will. Dann wären die Banken sofort pleite und die Menschen würden erkennen, dass es gar nicht möglich ist, ihr Guthaben auszuzahlen.
Sie würden diesen Betrug durchschauen und die Revolte wäre da. Deshalb wird alles unternommen, dass es zu keinem Bankenzusammenbruch kommt. Aktuelle Beispiele sind die bekannten Rettungsmaßnahmen für die Hypo Real Estate, Bayern LB, West LB, Commerzbank und Northern Rock in England. Sicher gab es auch einige, die der Öffentlichkeit verborgen geblieben sind. Selbst diejenigen, die in solch einer Situation ihr Geld noch rechtzeitig bekommen hätten, würden schnell erkennen, dass das Vertrauen weg ist und andere die bunten Scheine nicht mehr annehmen oder für die Produkte viel mehr Geld als bisher verlangen.
Was ist Inflation und wodurch wird Sie verursacht?
Diese Geldmengenmehrung ist die Ursache von Inflation. Das Wort Inflation kommt aus dem Lateinischen „inflare“ und bedeutet aufblähen, aufblasen. Also nicht Preissteigerung wie es die Mainstream-Medien uns weis zu machen versuchen.
In Zeiträumen, in denen es den Goldstandard gab (damit ist Geld gemeint, dass zu 100 % mit Gold gedeckt ist und somit eine Ausweitung der Geldmenge verhindert) blieben die Preise über Jahrhunderte stabil. Als Beispiel nenne ich hier Großbritannien im Zeitraum von 1760 bis ca. 1914, also ein Zeitraum von knapp 150 Jahren, in dem dort gleich bleibende – oder aufgrund der verbesserten Produktionsmethoden – sogar sinkende Preise herrschten. Inflation tritt immer dann auf, wenn die Herrscher die Geldmenge erhöhen, indem sie aus nichts Geld schöpfen oder dies zulassen.
Die getürkte Inflationsrate:
Jeder von uns spürt seit Jahren, dass alles teurer wird, obwohl die offizielle Inflationsrate nur zirka zwei Prozent beträgt. Das liegt daran, dass der dafür zugrunde gelegte Warenkorb manipuliert ist. Dieser Warenkorb umfasst neben den Waren und Diensten, die wir zum täglichen Leben brauchen, wie Lebensmittel, Energie, Fahrkarten, Restaurantbesuche, Wohnungsmiete etc., auch Computer, MP3-Player, Walkmans etc.
Die letztgenannten Geräte werden durch den technischen Fortschritt immer billiger und leistungsfähiger. Bei der manipulierten Inflationsberechnung sagen sich diese Rechenkünstler, wenn ein Computer oder ein anderes technisches Gerät mehr als früher kann, dann muss das entsprechend berücksichtigt und mit eingerechnet werden. Das führt so zu einer niedrigeren Inflationsrate. Das entspricht nicht der Wahrheit und gaukelt uns eine Teuerungsrate vor, die in Wirklichkeit deutlich höher ist.
Kaufen Sie jeden Monat einen Computer, einen MP3-Player oder eine Waschmaschine? Wohl kaum. Daher profitieren Sie auch nicht von dieser „gedrückten“ Inflationsrate, sondern leiden wie alle anderen unter dem realen Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise.
Der Deutsche Verbraucher musste seit der Euroeinführung eine annähernde Preisverdoppelung hinnehmen, die von der Politik als gefühlte Inflation abgetan wird. Nur kostet eine Pizza im Jahr 2007 dann eben sieben Euro, für die man vor der Euroeinführung sieben Mark bezahlt hat. Ich denke, Sie können in Ihrem Leben viele solcher Anpassungen feststellen. Sie erleben damit hautnah den Kaufkraftverfall des Geldes durch ungezügeltes Geldmengenwachstum.
Geld ist eine auf Vertrauen gestützte Idee:
Was bedeutet dies für Sie? Das ganze Geldsystem funktioniert nur deshalb, weil wir alle daran glauben und denken, hinter jeder Geldeinheit steckt ein realer Wert. Wir alle nehmen an, wir besitzen mit einem Geldschein einen reellen und gesicherten Anspruch auf Güter und Dienste in einer bestimmten Höhe. Dem ist aber nicht so, denn die ständige Geldmengenerhöhung untergräbt den Wert Ihrer vorhandenen Geldeinheiten permanent.
Vereinfacht erklärt, sieht das im normalen Leben so aus: Jemand geht arbeiten und stellt der Firma seine Arbeitskraft gegen ein vereinbartes Entgelt, in unserem Beispiel monatlich 2.000 Euro, zur Verfügung. Mit dieser Arbeitsleistung verdient er sich den Anspruch in Höhe dieses Betrags dem Betrieb gegenüber. Nachdem die Firma das Gehalt an ihn auszahlt, entfällt diese Forderung dem Arbeitgeber gegenüber und der Geldempfänger hat nun ein Anrecht in Höhe von 2.000 Euro der Gesellschaft gegenüber.
Der Arbeitnehmer verrichtet seine Arbeit unter der Prämisse, dass er damit seine Lebensbedürfnisse bestreiten und sich noch das eine oder andere kaufen kann. Wenn die Produkte und Dienste nun aufgrund der steigenden Geldmenge teurer werden – also die Preise inflationieren – fühlt er sich zu recht betrogen. Dies ist, was auf der ganzen Welt seit geraumer Zeit passiert und sich in den letzten Monaten deutlich verstärkt.
Inflation beraubt alle Angestellten, Arbeiter, Rentner und Bezieher fester Einkommen und bereichert Immobilien-, Firmen- und Rohstoffbesitzer. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Den Unmut darüber kann man derzeit sehr gut anhand der Einkommensdebatte in unserem Land beobachten. Es regt sich Empörung und Zorn über die Millionengehälter der Manager.
Diese Einkommen waren und wären nicht das große Thema, wenn die anderen Menschen wenigstens normal leben könnten, denn dann wäre es ihnen ziemlich egal, wie die Reichen leben und was sie verdienen. Weil diese unteren Schichten aber immer weiter abrutschen und zunehmend stärker unter finanziellem Druck leiden, entlädt sich deren Frust auf die so genannten Absahner.
Nun stellen Sie sich mal vor, wie sich diese Emotionen beim Crash auswirken. Daher ist die Obrigkeit sehr darauf bedacht, dass die Leute den groß angelegten Schwindel nicht durchschauen und das System trotz allem aufrecht erhalten bleibt. Das erklärt, warum der Goldpreis seit Jahren massiv manipuliert wird (weil ein steigender Goldpreis die Papiergeldentwertung knallhart aufzeigt), warum die Notenbanken mit allen Tricks Insolvenz gefährdete Banken, Hedgefonds u. ä. mit allen (Steuer-) Mitteln retten.
Es geht dabei nicht um einzelne Banken oder Institute, sondern darum, dass wir alle weiterhin an das System glauben. Das Vertrauen muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden. Nur solange jeder in dem Papiergeld einen Wert sieht und es nicht von der Bank holt, funktioniert das ganze Spiel.
Jedoch ist genau diese Stabilität ernsthaft in Gefahr. Hinter den Kulissen müssen die Mächtigen extrem unter Druck sein, um dieses fragile Gebilde aufrecht zu erhalten.
Sie sitzen hier mittendrin und denken, Ihre Finanzplanung und Ihre Sparformen sind ok und zukunftsfähig. Das ist ungefähr so, als fühle sich ein Schwimmanfänger auf einer Luftmatratze im stürmischen Meer bei zwölf Meter hohen Wellen wohl.
Nun steigen wir weiter ein und schauen, was hat die amerikanische Finanzkrise mit unserem Leben zu tun?