Der Kartoffelturm

Der „Kartoffelturm“ ist eine pfiffige Erfindung, die es ermöglicht, auf kleinstem Raum und sehr preiswert Kartoffeln heranzuziehen. Es gibt zwei Arten von Kartoffeltürmen:

Die „Balkonvariante“ ist mühelos und schnell einzurichten, aber dennoch effektiv. Sie brauchen nur einen großen, hohen Blumentopf oder einen Kasten bis zu achtzig Zentimeter Höhe. Sogar mit aufeinandergestapelten Reifen funktioniert es.

Achten Sie darauf, dass überflüssige Feuchtigkeit durch ein Loch im Boden des Behälters abfließen kann. Verwenden Sie gekaufte Gartenerde (einen Sack mit etwa 30 Liter aus dem Gartenmarkt) oder graben Sie irgendwo normale Erde aus, die Sie mit Kompost vermischen. Verwenden Sie keinen reinen Kompost, das mögen die Erdäpfel nicht! Man kann auch ein wenig Sand mit hineinmischen.

Geben Sie etwa 15 Zentimeter Erde in den Topf, und verteilen Sie Kartoffeln auf dieser Fläche. Zwischen den Kartoffeln sollte 8-10 Zentimeter Abstand sein. Alte Kartoffeln, die schon Keime angesetzt haben sind ideal, Sie können aber auch neue einfach aus dem Supermarkt kaufen. Es dauert dann nur länger, bis sie Keime und Blattgrün bilden. Kaufen Sie am besten vorsichtshalber Biokartoffeln, um sicherzugehen, dass die Erdäpfel nicht mit keimhemmenden Mitteln eingepudert wurden.

Auf den Kartoffeln verteilen Sie wieder 10 Zentimeter Erde. Lassen Sie die Kartoffeln keimen.

Wenn das Blattwerk etwa 15 Zentimeter hoch geworden ist, schütten Sie wieder so viel Erde darauf, dass nur die oberen Blättchen der kleinsten Pflanzen herausschauen. Die Pflanzen werden wieder in die Höhe wachsen. Hat das Grün über der Erde wieder mehr als 15 Zentimeter erreicht, geben Sie wieder so viel Erde darauf, dass nur ein paar Blätter herausschauen. Sie können in jeder Schicht noch ein paar Kartoffeln nachlegen. Das müssen Sie aber nicht! Denn die zugeschütteten Pflanzen bilden in der Erde in ihren Blattachseln neue Kartoffelfrüchte aus.

Höher als 80 Zentimeter sollte man den Turm aber nicht zuschütten, sonst ist auch die kampfesmutigste Kartoffelpflanze am Ende ihrer Kraft und stirbt einfach ab. Mit dieser Methode können Sie bei optimalen Verhältnissen aus einem Pfund Kartoffeln bis zu zehn Kilogramm neue Knollen ernten. Das ist ein Verhältnis von 1: 20 und kann sich sehen lassen! Die meisten Züchter erzielen die fünffache Menge der gepflanzten Kartoffeln.

Gießen Sie den Turm regelmäßig, achten Sie aber darauf, dass auch Wasser abfließen kann und die Erde im Turm nur leicht feucht, aber auf keinen Fall matschig ist – ansonsten verfaulen Blattgrün und Knollen. Wenn die grünen Blätter nach ca. vier Monaten verwelken, wird es Zeit zum Ernten. Schaufeln Sie vorsichtig Schicht für Schicht der Erde aus dem Behälter, um die Kartoffeln nicht zu beschädigen. Am besten wühlen Sie mit der Hand die Knollen schichtweise heraus und entfernen dann die Erde. Sie können die heraus gegrabene Erde natürlich in einen Sack schütten und für den nächsten Kartoffelturm verwenden. Dann müssen Sie nur etwa ein Viertel frischer Gartenerde oder reifen Kompost dazu geben, damit die Kartoffelpflanzen auch im nächsten Jahr genügend Nahrung finden.

Die XL-Variante des Kartoffelturms ist noch ertragreicher und eignet sich für größere Gärten, kleine Vorgärtchen oder eine Ecke im Hof. Auf dem Balkon geht es zur Not auch, er macht aber mehr Schmutz, weil unten schmutziges Wasser herausläuft.

Für den großen Turm brauchen Sie eine Bambusmatte, Kunststoffmatte oder feinen Maschendraht. Die Maße sind etwa 1,50 Meter Länge und ein Meter „Höhe“. Dann benötigen Sie Draht oder Kabelbinder um die Rolle zu schließen. Außerdem brauchen Sie etwa 50 Liter Erde (wiederum entweder Gartenerde aus dem Geschäft oder eine Mischung aus ausgegrabener Erde und reifem Kompost). Ideal ist noch etwas Heu.

Zum Einpflanzen etwa 30 Steckkartoffeln (oder im Geschäft gekaufte Speisekartoffeln) besorgen. Auch hier am besten Biokartoffeln, die keimen sicher.

Zuerst rollt man die Matte zu einer Röhre und verbindet die beiden Enden mit dem Draht oder Kabelbinder. Dann stellt man die Röhre auf.

Achten Sie darauf, dass die Rolle geradesteht! Es ist sehr frustrierend, wenn der Turm umkippt, nachdem man ihn gerade mit viel Mühe aufgestellt und befüllt hat. Steht die Rolle auf dem weichen Erdboden, können Sie mit ins Erdreich gesteckten Bambusstäben und Draht die Rolle noch zusätzlich vor dem Umfallen sichern.

Schneiden Sie hier und da kleine Löcher in die Rolle, wenn die Stäbe zu dicht sind, damit die Pflanzen dort herauswachsen können. Legen Sie das Heu unten hinein. Das isoliert vor Bodenkälte, belüftet und verhindert matschige Erde. Darauf kommt eine 15 cm dicke Erdschicht. Hierauf legen Sie etwa 7-8 Kartoffeln ringsum in etwa 4-5 Zentimetern Nähe zum Rand. Geben Sie wieder eine Schicht von 15 Zentimeter Erde darauf, verteilen Sie darauf wieder Kartoffeln (am besten auf Lücke zur vorhergehenden Kartoffelschicht).

Sie bekommen mehr und dickere Kartoffeln, wenn Sie die einzelnen Erdschichten mit Heu trennen. Etwa eine Unterarmlänge unter der Oberkante der Röhre verteilen Sie die Kartoffeln auf der ganzen Fläche. Darüber geben Sie wieder Erde und legen noch eine Schicht Kartoffelknollen darauf, die Sie wieder mit etwa 15 cm Erde bedecken. Die beiden oberen Schichten werden mit Ihren Grüntrieben oben aus der Röhre herauswachsen. Die unteren Schichten werden auch seitwärts aus der Matte wachsen.

Wenn Sie irgendwo kleine Blatt-Triebe seitwärts keimen sehen, schaffen Sie ihnen wenn möglich eine Öffnung, das erhöht nämlich den Ernteertrag. Bei Bambusmatten können Sie schlecht schneiden, bei Kunststoff- und Weidenmatten sehr gut. Versuchen Sie, ein grobes Geflecht zu bekommen, damit das Kraut leicht seitlich herauswachsen kann. Oder nehmen Sie feineren Maschendraht. Auch hier gilt: Welkt das Laub, kann geerntet werden. Allerdings nehmen die Kartoffeln noch zwei Wochen an Dicke zu, wenn man sie noch im Erdreich belässt. Etwas Geduld zahlt sich also aus. Öffnen Sie zum Ernten einfach den Matten-Turm. Dann teilen Sie vorsichtig die Erde auseinander – und die Lagen an Kartoffeln purzeln heraus!

Die Bilder sind von der Seite Earthshrine.de, dort finden Sie auch weitere hilfreiche Informationen.

Noch ein Rat zum Schluss: Leider mögen Schnecken das Kartoffelkraut sehr gern. Wird das zu sehr abgefressen, kann die Pflanze keine Photosynthese mehr betreiben und keine Stärke mehr aus Sonnenlicht herstellen. Die Kartoffelknollen sind aber die Stärke-Vorratslager der Pflanze.

Streuen Sie daher biologisch unschädliches Schneckengift drumherum. Noch besser, weil ganz unschädlich, ist meiner Erfahrung nach ein dichter, dicker Kranz aus trockenen, stacheligen Brombeerzweigen unten um den Turm. Der übersteht auch Regen. Achten Sie darauf, dass das seitlich heraus wachsende Kartoffellaub nicht bis auf den Boden hängt, denn daran kriechen die gefräßigen Schleimer hoch!

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