Finanzen: Bargeldabschaffung – die Sparkasse legt los

Die Sparkasse wird langsam aber sicher zum verlässlichen Lieferanten für beunruhigende Schlagzeilen. Zuletzt war es die Verwicklung in die HSH-Pleite, jetzt ist es der Vorstoß in Sachen Bargeldentwöhnung. Die jüngste Entscheidung der Sparkasse, auf Bargeldabhebungen Gebühren zu erheben, scheint hier ein Wink mit dem Zaunpfahl. Es wird jetzt höchste Zeit, dem mit eigenen Initiativen entgegenzuwirken und so sein Vermögen zu sichern.

Das Geld, welches man auf seinen eigenen Konten einlagert, gehört einem selbst. Das ist zumindest der Theorie nach eine grundlegende Regel im kapitalistischen Finanzwesen. Die Bank- und Kreditanstalten leihen es sich gewissermaßen nur, wenn sie mit den Geldern ihrer Kunden Transaktionen vornehmen. Sie verwahren es für ihre Kunden und diese können jederzeit darauf zugreifen, sofern dies vertraglich geregelt ist.

Nun stellen Sie sich vor, Sie geben Ihrem Freund oder einem Bekannten Geld, das er für Sie aufbewahren soll. Er tut es. Nach einiger Zeit möchten Sie das Geld zurück haben. Ihr Freund oder Bekannter sagt aber: „Stopp. Du kriegst es nur gegen eine Gebühr zurück, schließlich musste ich Platz hergeben, um es für dich zu verstauen.“ Sie würden Ihren Ohren nicht trauen. Ganz ähnlich trifft es nun viele Sparkassenkunden, die mit der neuen Entscheidung der Sparkasse überrumpelt wurden und nun für Bargeldabhebungen extra Gebühren zahlen sollen.

Nicht alle Sparkassen, aber einige

Die neue Gebührenregelung betrifft nicht alle Sparkassen. Laut Untersuchung sind es 40 von 400 Instituten. Auch spielt die Art des Kontos eine Rolle, ob Gebühren anstehen oder nicht. Maximal ist mit einem Euro Gebühr zu rechnen. Bisher war es üblich, dass Gebühren nur anstanden, wenn man Bargeld über Bankautomaten anderer Banken abgehoben hat. Nun betrifft es Bankautomaten innerhalb des Sparkassenverbands. Es wird vermutet, dass die Sparkasse so ihre Defizite durch die niedrigen Zinsen ausgleichen will. Als die Meldung veröffentlicht wurde, sorgte sie für eine Welle der Entrüstung. Kaum jemand hat Verständnis für die Entscheidung, Gebühren zu zahlen, um eigenes Geld ausgezahlt zu bekommen.

Das können Sie vorläufig tun

Sie können die Gebühren der Sparkassen umgehen, wenn Sie in Supermärkten einkaufen gehen, die ihren Kunden anbieten, kostenlos Geld abzuheben. Meistens muss dafür ein Einkaufswert von mindestens 20 Euro vorliegen. Die Kassiererin / der Kassierer fragt, ob Sie noch Bargeld mitnehmen möchten, dann können Sie diese Frage bejahen und eine gewünschte Summe ausgezahlt bekommen. Diese wird dann gemeinsam mit dem Einkaufswert vom Bankkonto abgebucht. Natürlich ist das eine zusätzliche Umständlichkeit. Alternativ bleibt nur, die Bank zu wechseln.

Achtung! Bargeldentwöhnung

Die zusätzlichen Gebühren, die es auch bei den Volksbanken gibt, führen unweigerlich zur Frage, ob die Banken überhaupt wollen, dass man noch Bargeld abhebt. Schon lange wird diskutiert, Bargeld einzuschränken oder gänzlich abzuschaffen. Während die Banken es aus technischen Gründen vorziehen, dass ihre Kunden mit Karte oder per Handy zahlen, steht im politischen Diskurs die Idee, Bargeld zu begrenzen, um Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen HäringTerrorismus vorzubeugen. Damit beschneidet man aber auch die Autonomie der Bürgerinnen und Bürger und setzt sie zugleich erhöhter Transparenz aus. Wenn für eine Banknote mehr gezahlt werden muss, als sie wert ist, ist es für die Kunden fatal, Bargeld abzuheben. Wer für 50 Euro im Prinzip 51 Euro bezahlen muss, macht Verlust. Letztlich wirkt es so, als wolle man gar nicht, dass die Kunden einfach an ihr Bargeld kommen. Deshalb darf angenommen werden, dass hier ein Kalkül dahintersteht, nämlich die systematische Bargeldentwöhnung. Die Bürgerinnen und Bürger werden langsam darauf vorbereitet, ihre Bankgeschäfte ausschließlich digital abzuwickeln. Wer sein Bargeld schützen will, braucht Alternativen.

Ihr Bargeld schützen: Das können Sie tun

Natürlich sollte man sein Geld nicht wörtlich „unter das Kopfkissen packen“, aber man sollte innerhalb der eigenen Handlungsräume sein Bargeld sicher verwahren, um es so vor staatlichen oder anderen institutionellen Maßnahmen zu schützen. Hierfür bieten sich Verstecke im Haushalt an. Doch nicht nur dort sollte man sein Geld lagern. Flexibilität ist gefragt, will man auf Nummer sichergehen. Verstecken Sie Ihr Geld an mehreren Orten. Sie können auf Tresore zurückgreifen. Diese sollten aber nicht unverhohlen im Wohnzimmer stehen, sondern gut versteckt sein. Offensichtliche Verstecke wie WC-Spülkasten oder unter einer Holzdielung sollte man meiden. Besser ist es, kleine Verstecke auszuwählen. Sie können z. B. ein Loch von oben in den Türrahmen bohren und dort eingerollte Geldscheine verstauen.

Die Keksdose, der Briefumschlag, Bücher mit Hohlraum oder die Gefriertruhe – alles gern gewählte, aber keine wirklich geheimen Verstecke mehr. Wenn Sie einen Garten besitzen, vergraben Sie Ihr Geld in einer Kiste oder einem Safe. Merken Sie sich den Ort. Es sollte dort vergraben werden, wo nur Sie Zugang haben. Wenn Sie einen Safe kaufen möchten, achten Sie darauf, dass er kein einfacher Metallschrank ist, sondern ein zertifizierter Schutzschrank. Die Polizei empfiehlt Modelle gemäß DIN EN 1143-1. Die Safes sollten von der European Security Systems Association (ESSA, www.ecb-s.com) oder der VdS Schadenverhütung (www.vds.de) zertifiziert sein.
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Lesetipp zu diesem Artikel: Achtung! Bargeldverbot!, von Michael Brückner

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