Finanzkrise: Mainstream geht auf Gold- und Silber-Schmusekurs

Der Wind dreht sich merklich, sowohl bei Gold als auch Silber stehen die Zeichen weiter klar auf Durchbruch. Bis heute hält sich die Stabilisierung auf kleiner Flamme, doch „dank“ Brexit und nächster Bankenkrise dürfte jetzt auch die eine oder andere Stichflamme hinzukommen. Mittlerweile schaut auch die Mainstreampresse wieder hin, die wohlwollenden Berichte häufen sich. Rücksetzer sind, wenn überhaupt, dann nur in sanfter Form zu erwarten. Und mit jeder weiteren Woche ohne Rücksetzer oder Einbrüche rücken Gold und Silber immer weiter in den Fokus der breiten Öffentlichkeit.

Silber hat sich seit Jahresbeginn um über 40 Prozent verteuert. Bei vielen Assetklassen wäre das eher ein Warnzeichen für Überhitzung, doch im Falle Silber sind sich Analysten zurzeit einig wie selten, dass das Marktumfeld „stimmt“. Dazu Euro am Sonntag:

Sichere Häfen sind gefragt, Alternativen zu Gold & Co aber dank der anhaltend lockeren Geldpolitik dünn gesät. Immer mehr Analysten erwarten für dieses Jahr keine Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank mehr.

Hinzu kommt nach Ansicht vieler Experten die hohe Gold-Silber-Ratio, die für Silber noch kräftiges Ausgleichs-, sprich Anstiegspotential für Silber impliziert. Allerdings dürften die Silberbullen noch durch die eine oder andere Volatilitätswelle geschickt werden, da der Anteil an spekulativen Papierinvestitionen bei Silber in den letzten Jahren gestiegen ist. Das wäre dann aber kein Anlass zum jammern, sondern zum Nachkaufen.

Und auch das Gold kann nach Ansicht des Fokus mit plus 30% in 2016 jetzt wieder richtig glänzen. Man sieht hier gar einen „Gold Boom“ im Gange – „und das nicht nur wegen der hohen Unsicherheit“. Der Goldpreis wäre auch ohne Brexit im Höhenflug, da die Marktteilnehmer durch kurzfristige Wirkmechanismen wie Inflationsdruck oder -Entlastung mittlerweile hindurchschauen würden. „Gleichzeitig sinkt durch diese aggressive Politik der Währungshüter das Vertrauen in die Solidität unseres Geldsystems. Dies treibt viele Anleger wieder in Gold.“ Auch wird es in einem Umfeld aus Negativzinsen auf einmal zum Pluspunkt, dass „Gold keine Zinsen abwirft.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Langfrist-Orientierung der Investmentnachfrage in Gold:  Anders als vor der spekulativen Kaufwelle von 2013, die von einem Einbruch um ein Drittel beendet wurde, ist dieses mal NICHT überwiegend „heißes Geld“ im Markt, das bei jedem neuen Kurzfristtrend schnell wieder abgezogen wird.

Zusammengefasst: Während die hauptsächliche „Konkurrenzwährung“ zu den Edelmetallen – das Vertrauen in das Fiat- und Schuldgeldsystem jetzt schneller bröckelt als der Putz von den Gebäuden in den letzten Jahren der DDR, behebt die Stabilität des Gold-Silber-Aufwärtstrends so manchen Imageschaden der letzten Jahre. Deshalb kann es einfach nicht länger unbemerkt bleiben, dass der Edelmetallzug jetzt richtig Tempo macht. Und der Vertrauensputz bröckelt spätestens mit dem Brexit-Rummel in ganzen Salven, egal wie das Tauziehen weitergeht. Denn wenn es zum Austritt kommt, werden die Finanzmärkte und der Euro kräftig und mit ungewissem Ausgang durchgeschüttelt. Wird der Brexit hingegen mit der bewährten Salamitaktik der Eurokratur begraben und die „Stabilität“ noch etwas länger gehalten, weiß fortan jedes Kind, dass die Versprechungen und Verlautbarungen dieser Elite und ihrer Wasserträger in den gewählten Ämtern nicht das Papier wert sind, von dem sie abgelesen werden.

Unabhängig vom Brexit wird der Vertrauensverlust natürlich so oder so weiter verstärkt, weil eben auch das System selbst munter weiter bröckelt. Die Null- und Minuszinsen und die Banken-Schieflagen heizen die Abwärtsspirale ununterbrochen weiter an. Denn:

Das Grundgeschäft der Banken ist das Verleihen von Geld, aber mit dem Verleihen von Geld können sie heute kein Geld mehr verdienen. Deshalb sind die Banken ja gezwungen, auch die Pensionsfonds in diese Spekulation mithineinzunehmen, also in dem Casino mit zu wetten. Das ist gefährlich.

So Ernst Wolff in diesem hochinteressanten Interview. Dort betont Wolff auch, dass die Zeit der systemverlängernden Tricksereien bald vorbei ist – möglicherweise ausgelöst durch den Brexit:

„(…) der Brexit hat dazu geführt, dass das Pfund ganz stark verloren hat, und Kursverluste auf Währungen werden immer abgesichert im Markt der Derivate, mit Futures und Swaps.

Das heißt, die großen Player haben sich alle rückversichert dagegen, dass die Währungen nicht einbrechen, und wenn dann eine Währung einbricht und die Zentralbanken dass auch nicht mehr auffangen, dann werden riesige Summen fällig, die auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich sind. Und es sind diese riesigen Summen, die immer so gefährlich sind.

2008 ist das System fast zum Kollaps gekommen, weil so viele Kreditausfallversicherungen plötzlich fällig wurden, dass der große Versicherer in Amerika, AIG, in Gefahr war zusammen zu brechen. Dann wären Kreditausfallversicherungen in Billionenhöhe fällig geworden und dann wäre das System zusammengebrochen. Deshalb wurde die AIG damals von der amerikanischen Regierung und der amerikanischen Zentralbank aufgekauft.

Selbst wenn die Menschen diesem von Wolff stets eindrucksvoll portraitiertem System unbedingt weiter vertrauen wollen (aus Furcht vor dem Unbekannten und fehlendem Wissen um Alternativen), wird sich jeder der kann möglichst viele Hintertürchen für den Ausstieg schaffen. Und das sicherste Hintertürchen auf der materiellen und finanziellen Ebene ist und bleibt nun mal das Edelmetall. Das spricht sich spätestens dann bei der breiten Masse herum, wenn es die großen „Starinvestoren“ und Spekulanten wieder vormachen – wie  George Soros, der sich gerade mit reichlich Gold eindeckt, um gegen den Wirtschaftsabschwung der USA zu „hedgen“. Wer etwas weniger auf der hohen Kante hat als Soros, kann statt riesiger Investments immerhin sich selbst und seine Familie „hedgen“. Dafür sollte man Wolffs Ratschlag beherzigen:

Das heißt, es wäre für jeden wirklich ratsam, ein gewisses Maß an Bargeld zu Hause zu halten. Dann ist es wichtig, wenn man Erspartes hat, dass man das in irgendwelche Cover Geheimwissen Goldfesten Werte verwandelt, dass man Silber oder Gold kauft oder sonst irgendwelche festen Werte.

Lesetipp zu diesem Artikel: Insiderwissen Gold

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