Fischen: nur Hobby oder Retter in der Not?

Verfolgt man die Diskussionen in Foren und sozialen Netzwerken, wird schnell klar: Im Hinblick auf mögliche Naturkatastrophen, Inflation oder Bürgerkrieg legen viele einen Notvorrat an. Dieser nützt vor allem dann, wenn es notwendig wird, sich zu Hause eine Zeit lang ausreichend selbst zu versorgen. Müssen Haus und Heim plötzlich verlassen werden, können Sie kaum alles mitnehmen. Was würden Sie in dieser Lage tun?

Vermutlich würden Sie sich zuerst fragen, wie Sie möglichst schnell an eine regelmäßige Nahrungsquelle kommen. Fischfang wäre dann eine Alternative, um sich mit Vitaminen, Mineralstoffen, Fetten und Proteinen zu versorgen. Wer jedoch noch nie geangelt hat, ist dabei wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich. Warum auf den Krisenfall warten und sich nicht jetzt schon ganz entspannt mit dem Thema befassen? Ein Trekking-Ausflug oder ein Camping-Wochenende macht Spaß und ist eine perfekte Übung. Sollten Sie Kinder haben, werden sich diese bestimmt auf das Abenteuer freuen. Packen Sie alles Nötige, wie Schlafsäcke, Kurbeltaschenlampe und Wasserflaschen ein, aber lassen Sie die Angelrute daheim. Schließlich möchten Sie lernen, einen Fisch ohne moderne Hilfsmittel zu fangen.

Angeln ohne Angelschein: Ist das in Deutschland überhaupt erlaubt?

Gleich vornweg: Wir möchten Sie nicht anstiften, etwas Illegales zu tun. Fischwilderei kann empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen. Das wird vor allem dann der Fall sein, wenn Sie regelmäßig und viele Fische fangen und dabei erwischt werden. Doch es gibt auch Möglichkeiten, ohne Angelschein zu angeln. Die Regelungen sind vom jeweiligen Bundesland abhängig. Verbindliche Informationen bekommen Sie bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder in einem Angelladen. Das Fischen ohne allzu große Auflagen ist zum Beispiel in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein möglich. Für ein Outdoor-Abenteuer genügt oft ein von der Gemeinde ausgestellter, befristeter Angelschein. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Fischen – wo und wie

Teiche, in denen viel gefischt wurde, haben leider oft nur noch eine geringe Fischpopulation. Mehr Erfolg werden Sie wahrscheinlich in einem größeren See haben. Oft halten sich aber die meisten Fische in der Mitte des Sees auf. Bäche und Flüsse eignen sich eher, um sicher an eine gesunde Mahlzeit zu kommen. Während in Bächen vor allem Forellen leben, gibt es in einem Fluss eine größere Auswahl. Was nützt Ihnen aber dieses Wissen, wenn Sie weder Angel noch Netz zur Hand haben? Abhängig vom Gewässer gibt es einige Methoden und mit etwas Fantasie und einer Portion Geduld, werden Sie Ihr Nachtessen fangen:

Die meisten Fische mögen keine direkte Sonneneinstrahlung, weshalb sie oft an schattigen Stellen zu finden sind. Im flachen Wasser mit mäßiger Strömung können Sie versuchen, ein Tuch im Wasser zu befestigen, indem Sie es z.B. unten mit Steinen beschweren und oben mit Schüren verspannen. Im ungünstigsten Fall müssen Sie es selbst mit beiden Händen festhalten. Nun müssen Sie sich ruhig verhalten, dann wird früher oder später ein Fisch hineinschwimmen. Rasch zugreifen und der Fang ist gemacht! In einigen Ländern kann man noch heute die Menschen beobachten, wie sie Fische mit der bloßen Hand fangen. Natürlich können Sie das ebenfalls versuchen, aber die Ausbeute wird selbst bei großer Geschicklichkeit zunächst gering sein. Es sei denn, man hilft ein wenig nach: In niedrigen Fließgewässern oder im Uferbereich von Seen lassen sich mit Stöcken und Steinen die Wege der Fische absperren, sodass sie in der Falle sitzen. Das klappt besonders gut bei Forellen, da diese sich gerne unter Steinen aufhalten und so überrascht werden können. Aber all das erfordert viel Zeit und Geduld. Survival-Ratgeber geben viele Tipps, wie sich aus allen möglichen Materialien Angeln selber herstellen lassen. Wer in seinem Notfallrucksack immer ein paar Angelhaken und etwas Schnur mit sich führt, hat das größte Problem schon einmal gelöst. Nun fehlt noch eine brauchbare Route, die sich aus biegsamem Holz, zum Beispiel dem der Haselnuss, schneiden lässt. Köder, also Würmer oder Insekten fangen Sie in der Natur.

Ein Fisch ist gefangen – und nun?

Wie tötet man einen Fisch? Wer dies noch nie getan hat, steht möglicherweise vor einer großen Herausforderung: Einerseits braucht man etwas zum Essen, um selbst zu überleben, andererseits sind wir es nicht mehr gewöhnt, unsere Lebensmittel selbst zu fangen oder gar zu töten. Letztendlich wird der eigene Hunger dafür sorgen, dass Sie sich überwinden. Wichtig ist, dass das Tier nicht leiden muss. Mit einem Schlag auf den Kopf wird der Fisch betäubt. Danach erst sollte er mit einem Stich ins Herz oder dem Durchtrennen sämtlicher Kiemenbögen getötet werden. Anschließend muss er ausgenommen und entschuppt werden. Auch dafür braucht man Übung, die Sie sich bereits jetzt im Rahmen einer vernünftigen Krisenvorsorge aneignen sollten.

Warum die Jagd keine realistische Alternative ist

Jagen ist nur mit Jagdschein erlaubt und an diesen sind einige Bedingungen geknüpft. So kann beispielsweise Menschen, die vorbestraft sind oder an bestimmten Erkrankungen leiden, der Jagdschein versagt werden. Dazu kommt das strenge deutsche Waffengesetz. Selbst wenn all die Regeln in einer schweren Krisenzeit nicht mehr gelten, ist das Jagen noch um einiges schwieriger und aufwändiger als die Fischerei. Sowieso müsste es den meisten von uns schon sehr schlecht gehen, dass sie in der Lage wären, ein Säugetier zu töten und zuzubereiten.

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