Krisenvorsorge: Hausbelüftung – ein Problem, das niemand auf der Rechnung hat

Haben Sie die Belüftung Ihres Hauses schon einmal in Zusammenhang mit der Krisenvorsorge gebracht? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit. Denn es ist wahrscheinlich, dass man in Krisenzeiten weniger vor die Tür geht oder gar auch mal tagelang im Haus bleibt, ohne einen Schritt vor die Tür zu wagen. Wenn es dabei zu Problemen mit der Strom- und Gasversorgung gekommen ist, wird auch die Frischluftversorgung plötzlich zu einem Thema.

Menschen benötigen 30 Liter Frischluft je Stunde

Je nach Aktivitätsgrad benötigt ein Mensch stündlich 30 Liter frische Luft. Im Normalfall lüften wir über die Fenster. Laut dem IWU ist eine Luftwechselrate von 0,3 bis 0,7 pro Stunde ausreichend.

In Krisenzeiten ist es schwierig, diese Regel zu befolgen. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Luftqualität:

  • Anzahl der Menschen in einem Zimmer
  • die Aktivität der Hausbewohner
  • Anzahl und Art der verwendeten Geräte

Ohne Strom und Gas muss im Winter zum Beispiel mit einem Kamin geheizt werden – und dann wird Feinstaub zu einem ernstzunehmenden Problem.

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge rund 15 Millionen Holzfeuerstätten. So schön ein offener Kamin auch aussehen mag und so praktisch er in Krisenzeiten ist, so heikel ist seine Verwendung, wenn die Fenster geschlossen bleiben müssen. Wohin entweicht dann der Feinstaub? Ohne eine gute Belüftung bleibt er im Wohnraum und schadet Ihrer Gesundheit.

Tipp: Nutzen Sie einen offenen Kamin nur in absoluten Notfällen. Investieren Sie stattdessen in gesundheitsunbedenkliche Wärmeerzeuger und wärmen Sie sich zunächst direkt am Körper auf –   zum Beispiel mit dem Magic Heat von Relags.

Ziehen Sie auch den Umstieg auf eine Infrarotheizung in Erwägung (Lesetipp: Heizen mit Infrarot Energie. Energie sparen, wohltuend, ohne Abgase).

Abluftanlage sorgt für frische Luft

Doch auch ohne den Einsatz eines Kaminofens wird die Luft im Haus früher oder später stickig oder knapp. Aus diesem Grund sollten Sie über das Nachrüsten einer Abluftanlage nachdenken.

Diese Anlage ist in der Lage, Schadstoffe und Feuchte aus der Luft abzutransportieren. Im Regelfall kommen die Abluftsysteme in Bädern, Küchen sowie dem WC zum Einsatz. Aufgrund des Unterdrucks entsteht jedoch eine Sogwirkung: Luft aus anderen Räumen wird somit zur Anlage gezogen und ebenfalls abtransportiert.

Neben den Abluftanlagen in Bad und Küche sollte das Haus mit Zuluftöffnungen in allen anderen Zimmern ergänzt werden, insbesondere in den Schlaf- und Wohnräumen. Sie können die Öffnungen in Fensterrahmen oder Außenwände montieren.

Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Damit der Kamin nicht die Luft verunreinigt, können Sie auch ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung installieren. Das zentrale Problem der Abluftanlagen ist, dass sie in der kalten Jahreszeit eisige Luft ins Haus bringen.

Glücklicherweise sind Lüftungsgeräte mit Gegenstromwärmetauscher erhältlich, die den auf diese Weise entstehenden Wärmeverlust minimieren. Wer ein solches System nachrüstet, kann auch von diversen Förderungen (unter anderem von der KfW-Bank) profitieren. Genauere Informationen gibt es beim Bundesverband für Wohnungslüftung (VfW).

Alternative: Sicher auf Kippe lüften

Wenn Sie kein Abluftsystem installieren möchten, bleibt Ihnen nur noch das Lüften über die Fenster. In Krisenzeiten können Sie unter Umständen das Fenster nicht komplett öffnen; bei einem gekippten Fenster besteht das Risiko, dass jemand versucht, in Ihr Haus einzudringen. Die Lösung: Eine Fensterkippsicherung nachrüsten. Diese Systeme haben drei Verriegelungspunkte für Fenster sowie vier Punkte für Terrassen- und Balkontüren. Einfache Plünderer und Einbrecher werden diese Hürden nicht überwinden können.