Krisenvorsorge: Kurz- und längerfristige Evakuierungen mit dem Notfallrucksack

Die aktuelle Migrationswelle aus dem nahen Osten zeigt, wie schnell Familien gezwungen sein können, ihr gesamtes Hab und Gut zurückzulassen und die Flucht zu ergreifen. Viele von ihnen hatten nicht einmal die Gelegenheit, einen Koffer zu packen. Alle Gegenstände, die sie im Laufe ihres Lebens gekauft und gesammelt haben, blieben zurück. Ein Krieg ist vielleicht der schlimmste, aber nicht die einzige Anlass, an dem man mit dieser Situation konfrontiert wird.

Nur selten machen sich Menschen Gedanken darüber, wie schnell es zu einer Notsituation kommen kann und wie sie von einer Sekunde zur nächsten ihren gesamten Besitz verlieren:

  1. ein Hausbrand zwingt sie, ihre Wohnung umgehend zu verlassen
  2. eine Überschwemmung droht, das Haus wegzuspülen
  3. Krieg ist ausgebrochen und die Familie muss flüchten

Die drei Szenarien sind weniger überzogen oder dystopisch als Sie vielleicht denken. Jedes Jahr gibt es in Deutschland mehr als 180.000 Brandfälle; im Juni 2016 gab es am Niederrhein eine Hochwasserkatastrophe, bei der sieben Menschen starben. Krieg ist hierzulande seit den beiden Weltkriegen nicht mehr ausgebrochen, jedoch verdeutlicht die wachsende Anzahl an Terrorakten in Europa, dass auch diese Gefahr nicht auszuschließen ist. Der Islamische Staat hat der westlichen Welt längst den Krieg angekündigt. Doch auch die aktuelle Situation mit den Flüchtlingen, die laut dem Autor Kelly M. Greenhill in seinem Buch Massenmigration als Waffe geplant sein könnte, wirft Bedenken über die Zukunft Europas auf. Es könnte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Situation eskaliert. Für eine solche Notsituation sollte jeder vorbereitet sein.

Verhaltensweise in einer Krise

Hausbrand, Überschwemmung, Militärputsch – es gibt viele Szenarien für eine Krise. In jedem Fall muss die Familie vorbereitet sein – sowohl auf mentaler Ebene (denn eine ungewohnte Situation belastet in erster Linie die Psyche) als auch praktisch mit einem Notfallrucksack, um langfristig zu überleben.

Als Basis dient zunächst die mentale Vorbereitung auf eine potenzielle Krise. Viele Menschen wissen nicht genau, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen. Sie geraten in Panik, treffen die falschen Entscheidungen und setzen sich Druck und unnötigen Gefahren aus. In der Schulzeit wird mit Sicherheit jeder an einem Probefeueralarm teilgenommen haben. Ziel ist es, Schülern beizubringen, das Gebäude möglichst zügig und ohne in Panik zu verfallen über die Notausgänge zu verlassen.

Familien können ähnliche Probeläufe in ihrem Eigenheim durchführen. Dazu legen sie zunächst mehrere Fluchtwege fest. Anschließend werden mehrere Probeevakuierungen ausgeführt. Sobald die Familienmitglieder in der Lage sind, zügig das Haus zu verlassen, sollten Evakuierungstests sporadisch ohne Ankündigung erfolgen – zum Beispiel mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden. Dass Ihre müden Kinder oder Ehepartner Sie womöglich ziemlich schief anschauen, müssen Sie dann in Kauf nehmen.

Ich packe meinen Notfallrucksack

Wenn die Familie die Evakuierung des Eigenheims gemeistert hat, muss sie sich Gedanken darüber machen, was sie in dieser Situation mitnehmen würde. Weil es schnell gehen muss, spricht alles dafür, einen Notfallrucksack vorzubereiten. Das Familienoberhaupt schnappt sich den Rucksack, setzt ihn auf seinen Rücken und rettet sich über den vorbereiteten Fluchtweg gemeinsam mit den anderen Mitgliedern in Sicherheit.

Die Standardausrüstung jeder für eine Krise vorbereiteten Familie sollte der sogenannte BOB-Notfallrucksack (bag out bag) sein, der die Nahrungsversorgung für bis zu 72 Stunden garantiert. Er ist ideal für sehr kurzfristige Evakuierungen durch Polizei, Feuerwehr, den Staat oder eine sonstige Situation geeignet. Die Evakuierung sollte insgesamt nicht länger als einige Tage oder Wochen dauern und nur eine bestimmte Region betreffen. In solchen Fällen werden Familien in der Regel in ein Notlager gebracht, wo ihnen Verpflegung zur Verfügung gestellt wird.

Für den BOB-Rucksack wird Folgendes benötigt:

  1. stabiler Rucksack (Tipp: US Assault Pack Rucksack Laser Cut Multitarn 20 Liter)
  2. Freeplayradio für Warnungen
  3. Brunton Energiespeicher Revolt 9000
  4. wichtige Papiere (Personaldokumente, Geburtsurkunden, etc.)
  5. Freeplay Indigo Plus Kurbel-Laterne
  6. Zündhilfen wie den Petromax Mini-Gasbrenner
  7. Erste Hilfe Set wasserdicht sowie Reiseapotheke
  8. Kuscheltiere für Kinder, Erinnerungsfotos (evtl. auf USB-Stick)
  9. Hygieneartikel (Rasierer, Nagelschere, etc.)
  10. Klopapier
  11. Kleidung (passend zur Jahreszeit)
  12. Snacks (wir empfehlen die leckeren Panzerkekse)
  13. EC-Karte und Bargeld (50 € pro Person)
  14. ein Taschenmesser oder Multitool
  15. Badelatschen

Der genannte Inhalt gehört zur Standardausrüstung. Diese kann mit weiteren Utensilien für mittellange oder langfristige Krisenzeiten erweitert werden.

Ergänzungen für mittellange Krisen

Wenn die Krise aller Voraussicht nach länger andauert, zum Beispiel bei einem Erdbeben oder bei Pandemien, sollte der Notfallrucksack um folgende Utensilien erweitert werden:

  • Schokolade, Alkohol sowie Zigaretten (als Tauschmittel gegen andere Waren)
  • Essbesteck und -geschirr (hier erhältlich)
  • eine Signalpfeife
  • einen Kompass oder ein GPS-Gerät

Ergänzungen für langfristige Krisen

Bei einer langfristigen Krise kann nicht gesagt werden, wie lange der Notzustand anhält. Das ist der Fall, wenn der Staat zusammengebrochen ist, eine Invasion stattgefunden oder eine Naturkatastrophe große Teile der Infrastruktur zerstört hat.

Sinnvolle Ergänzungen für den Notfallrucksack:

  • Arbeitshandschuhe, Beil & Klappsäge sowie Jagd- oder Armeemesser
  • Wasserfilter
  • Kocher
  • großer Vorrat an Langzeitlebensmitteln (hier zu finden)