Krisenvorsorgetipp: Soll man mit den Nachbarn offen über Vorratshaltung sprechen?

Man kommt schnell in sehr unangenehme Situationen, wenn Lebensmittel zur Mangelware werden, und zu viele Menschen in Ihrer Umgebung von Ihren Vorräten wissen. Daher muss man für sich gleich zu Anfang die Frage beantworten: Bewahre ich Stillschweigen über meine Vorräte oder nicht?

Im Grunde gibt es hier nur zwei Alternativen mit „Wenn-Dann“-Logik:

Sei es, dass Sie schon bei ersten Gesprächsversuchen feststellen, Sie treffen auf keinerlei Gehör und leben inmitten von Realitätsverweigerern, die sich eine handfeste Krise nicht vorstellen können oder wollen – sei es, dass Sie befürchten, für verrückt gehalten zu werden, oder mit ihrer Nachbarschaft ist schon im tiefsten Frieden nicht gut Kirschen essen ist … es kann verschiedene Gründe geben, das Thema Krisenvorsorge nicht anzuschneiden. Wenn Sie mit den Menschen in Ihrer direkten Umgebung nicht über die Notwendigkeit von Vorratshaltung und Krisenvorsorge sprechen können oder wollen, dann sollten Sie über ihre eigene Vorsorge unbedingt Stillschweigen bewahren. Es wäre zu riskant, Ihre Krisenvorräte erst zum Thema des allgemeinen Gespötts und der Erheiterung zu machen um dann im Ernstfall die Notvorräte gegen eine plötzlich gar nicht mehr so heitere Nachbarschaft verteidigen zu müssen. Bauen Sie die Vorräte unauffällig und langsam auf. Ihre Nachbarn sollten nicht sehen, wie Sie kistenweise Konservendosen ins Haus schleppen. Daran erinnert man sich in Notzeiten ganz genau.

Vielleicht sollten Sie sich lieber testweise einmal mit Leuten in Ihrer Umgebung über die gegenwärtige politische Situation unterhalten. Man braucht ja gar nicht über Vorratshaltung zu reden, man erkennt an der Grundeinschätzung der Situation schon recht schnell, ob man ähnliche Ansichten hat. Findet Ihr Gegenüber, dass Merkel und Co. Eigentlich einen guten Job machen, die Zukunft rosig leuchtet und dass Deutschland ja gerade einen wundervollen Aufschwung erlebt, erübrigt sich jede weitere Nachfrage nach Vorräten. Lässt Ihr Gesprächspartner vorsichtig durchscheinen, dass er sehr besorgt um die Zukunft ist und sich fragt, wie lange das noch gutgehen kann … voilá, hier ist Ihr zukünftiger Krisengenosse.

Sollte er noch keine Krisenvorsorge betreiben, wird er aber relativ aufgeschlossen sein für Ihre Überlegungen – kommen Sie nicht zu oberlehrerhaft daher. Sprechen Sie nicht gleich davon, dass Sie den Keller voll Notvorräte gestapelt haben. Sagen Sie lieber so etwas wie „ich frage mich manchmal, ob es nicht klüger wäre, sich auf eine sehr turbulente Zeit einzurichten“. Geht Ihr Nachbar darauf ein und lässt durchblicken, dass er auch an Krisenvorsorge denkt oder sie schon betreibt, dann können Sie mit offenem Visier reden. Dann aber sollten Sie beide Stillschweigen nach außen wahren und vielleicht gemeinsam einen weiteren Menschen aus Ihrer Umgebung, der eine gewisse Bereitschaft zu Nachdenklichkeit zeigt, auf Ihre Seite bringen. Wenn Sie in Ihrer direkten Umgebung Gleichgesinnte finden, sollten Sie ein Netzwerk aufbauen, Tipps austauschen und vielleicht gemeinsam neue Möglichkeiten ausloten. Zum Beispiel zusammen Gärtnern oder Reparaturen ausführen, über eine gemeinsame „Minifirma“ in Notzeiten nachdenken. Vielleicht miteinander Schnaps brennen, Kleidung nähen oder auch geeignete Kurse belegen. Es gibt viele Möglichkeiten. Gibt es schon eine Gruppe von drei oder vier Leuten in der näheren Umgebung, kommen schnell weitere dazu. Verlacht und verspottet werden Sie nur, wenn Sie allein mit Ihrer „Spinnerei“ da stehen.

Wenn Sie Gleichgesinnte in Ihrer Umgebung haben, sollten Sie unbedingt miteinander sprechen und sich abstimmen, gegenseitig unterstützen und aushelfen.

Nach außen sollten Sie aber gemeinschaftlich verschwiegen bleiben.

Wie aber sollte man vorgehen, wenn im Krisenfall wirklich ein Nachbar an der Tür um Essen bettelt? Würde man ihn mit barschen Worten wegschicken, könnte das ungeschickt sein. Er könnte sich denken, dass man schon noch irgendetwas hat, und in seinem Zorn, dass man nichts abgibt, könnte er versuchen, es sich mit Gewalt holen wollen. Oder er verzeiht das nicht und verweigert einem bei nächster Gelegenheit ebenfalls jede Hilfe. Das wäre keine gute Voraussetzung.

Besser: Jammern, dass man selbst kaum noch was habe, aber dann doch ein bisschen herausgeben mit dem eindringlichen Hinweis, ebenfalls etwas von ihm zurück zu bekommen, sollte man es brauchen. Das macht es einem auch leichter, denn man wird wahrscheinlich schon moralische Probleme haben, einen hungrigen Nachbarn wegzuschicken.

Man sollte eine Gegenleistung fordern und die Nahrungsmittel im Tausch für etwas anderes, vielleicht eine kleine Handreichung oder Dienstleistung, abgeben. Das beschämt den Nachbarn weniger, führt aber auch dazu, dass er nicht ständig angelaufen kommt, um einfach nur etwas zu erbetteln. Man lässt ihm so seine Selbstachtung und hat einen Verbündeten.

Halten Sie sich vor Augen, dass der, der sich vorbereitet hat, ein uneingeschränktes Recht auf seinen eigenen Vorrat hat, und erst in zweiter Linie eine Pflicht zur Nächstenliebe. Wählen Sie im Übrigen die Menschen aus, denen Sie etwas geben. Ist er oder sie ein anständiger Charakter, der es Ihnen dankt?

Lassen Sie nur Ihnen sehr gut bekannte Mitmenschen in Ihr Haus. Sie ahnen gar nicht, wie aufmerksam sich Leute in solchen Zeiten in anderen Häusern umsehen. Und auch  Freunden sollten Sie Ihr Vorratslager nicht zeigen. Richten Sie in einer Ecke im Schrank einen versteckten, kleinen Vorrat her, und erwecken Sie den Eindruck, das sei alles. Stellen Sie dort nur Sachen hinein, die Sie im Zweifelsfall auch weggeben würden oder die kurz vor dem Ablaufdatum sind. Die wirklich guten Sachen sollten einem Besucher nicht in die Augen stechen. Dann ist der Freund und Nachbar auch für eine Kleinigkeit dankbar. Kennt er Ihren gut gefüllten Vorratsraum, wird er viel mehr an Gaben erwarten.

Verstecken Sie Teile Ihrer Vorräte an verschiedenen Orten. Falls jemand ins Haus kommt und stiehlt, findet er nicht alles auf einmal.

Eines der wichtigsten Nahrungsmittel, das Sie haben müssen und jahrelang aufbewahren können, ist Getreide. Bevorraten Sie mindestens einen Jahresbedarf an Getreide. In Notzeiten ist Getreide ein kostbares Tauschmittel und Brot eine Kostbarkeit. Lernen Sie jetzt schon, Ihr eigenes Brot zu backen. Für ein paar Scheiben davon wird man Ihnen dankbar sein. In unserem Shop finden Sie Getreide, das garantiert 15 Jahre lagerfähig ist.

Dieses Thema wird in unserem Krisenvorsorgeforum eifrig diskutiert.