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Crash : Immobilienblase, die zweite: Nächster Mega-Crash befürchtet
18.02.2010 06:46 (5062 x gelesen)

Während sich die amerikanische Regierung in Optimismus übt und behauptet, die Rezession wäre überstanden, warnen Experten vor Euphorie. Im Gegenteil: Warnungen vor einem neuen, verheerenden Crash auf dem Immobilienmarkt sind zu hören. Diesmal ist der Markt der Gewerbeimmobilien und riesiger Wohnkomplexe betroffen – und könnte fast jeden Amerikaner mit hinein ziehen.


Die Nachrichten um das Erdbeben in Haiti, das US-Haushaltsdefizit und andere „wichtige“ Dinge wie die Grammy-Verleihung ließen diese besorgniserregende Meldung nahezu untergehen in den USA. Dabei könnte sich aus der Situation der Gewerbeimmobilien ein neuer katastrophaler Crash entwickeln.

Demonstranten in Stadtteilen New Yorks gingen auf die Straße, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen: In Stuyvesant Town mutierte der größte Immobiliendeal der Geschichte der USA zum Riesenflop. Für 5,4 Milliarden Dollar hatten der Baukonzern Tishman Speyer und der Vermögensverwalter BlackRock 2006 den Komplex und eine Nachbarsiedlung gekauft. Doch nun wächst ihnen der riesige Kredit über den Kopf und sie mussten die 110 Häuser ihren Gläubigern überlassen. 25 000 Bewohner erwartet nun ein ungewisses Schicksal.

Dieser Skandal scheint nur die Spitze des Eisberges: Hinter dieser Milliarden-Pleite warten noch weitere ähnliche Ausfälle auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Die ersten Symptome einer neuen Krise werden langsam sichtbar und drohen, die Wirtschaft erneut in die Tiefe zu reißen. Es geht um einen Markt mit einem Volumen von 6,7 Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der gesamte US-Staatshaushalt 2011.

Experten des Kongresse haben nun erstmals öffentlich gewarnt: In den kommenden vier Jahren könnte auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ein neues Schuldenloch von unfassbaren 1,4 Billionen Dollar auf eine dramatische Kettenreaktion auslösen: „Eine beträchtliche Welle an Zahlungsausfällen bei Gewerbe-Hypotheken würde wirtschaftlichen Schaden auslösen, der das Leben fast jedes Amerikaners betreffen könnte.“

„Die Finanzkrise wird nicht enden.“ So formuliert es die renommierte Harvard-Juristin und Insolvenzspezialistin Elizabeth Warren. „Wir müssen sofort einen Plan ausarbeiten, bevor das System am Rande des Untergangs steht.“ Die erste Formulierung ist vollkommen richtig, doch der zweiten kann man nur entgegnen: Es gibt keinen Plan, der das System retten könnte.

Ihre Sorge gilt den massiven Krediten, die den ohnehin schon wackligen Gewerbeimmobilienmarkt der USA aufrecht halten. Von 2011 bis 2014 würden insgesamt 1,4 Billionen Dollar fällig, so der Ausschuss. Gut die Hälfte dieser Kredite stünden aber „unter Wasser“, d.h. sie übersteigen den Wert der damit finanzierten Immobilie.

Ein Kollaps dieses Markts könnte vergleichbar verheerende Konsequenzen haben wie der Kollaps des privaten US-Immobilienmarkts: „Arbeitsplatzverluste, verlassene Läden, Bürogebäude und Wohnungen“, dazu zahllose neue Bankpleiten. Dies wiederum würde „den Aufschwung unterminieren und eine bereits schmerzhafte Rezession nur noch verlängern“. Eine „einfache Lösung“ gebe es nicht - doch das US-Finanzministerium scheint das Problem zu ignorieren.

Es rollt großes Ungemach auf uns zu: In vorderster Front auf die USA, doch die weiteren Wellen werden wieder die gesamte Weltwirtschaft in den Abgrund reißen. Die sorgsam und unter viel Geld-Dünger herangezüchteten Aufschwungs- und Wachstumsblumen drohen dann, ganz schnell unter einer neuen Flut der Krise weggespült zu werden.

Quelle: spiegel.de


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