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 : Studie: Misstrauen Sie Ihrem Bankberater
22.07.2010 07:03 (2109 x gelesen)

Das Urteil ist eindeutig, und es ist erschreckend: Laut Stiftung Warentest beraten die Banken ihre Kunden weiterhin schlecht. Doch nicht nur das: Die meisten getesteten Banken halten sich nicht einmal an die gesetzlichen Vorgaben, wie die Studie herausfand. Das Ergebnis der Studie ist miserabel: Keines der getesteten Institute hat die Note „sehr gut“ oder „gut“ erhalten. Es gilt weiterhin: Wenn es um Ihr Geld geht, sollten Sie der Beratung der Bank nicht trauen.


Die Politik versuchte, die Banken zu mehr Transparenz zu zwingen – doch vergeblich: In weniger als der Hälfte der Fälle etwa hätten die Institute den Kunden die vorgeschriebenen Beratungsprotokolle ausgehändigt – und das sogar, obwohl die Verbraucher das explizit eingefordert hätten. Dies ist nur ein Grund für die schlechten Ergebnisse.

„Finanztest“ führte für die Untersuchung Gespräche in 146 Bankfilialen von 21 Kreditinstituten, darunter sechs Privatbanken, sechs Genossenschaftsbanken und neun Institute aus dem Sparkassensektor. Kein einziges Mal konnten dabei die beiden besten Noten vergeben werden, und auch gerade einmal drei Banken erhielten ein „befriedigend“. Schlechte Noten wurden zuhauf verteilt: Zwölf Banken schnitten im Test „ausreichend“ ab und sechs Banken gar mit „mangelhaft“. „Die Blamage geht weiter", empörte sich „Finanztest“-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.

In rund einem Drittel der Gespräche hätten die Berater die Kunden nicht nach Einkommen, Vermögensverhältnissen und Ausbildung gefragt, bemängelte Tenhagen. Dabei sei das „wichtig, weil der Berater ohne diese Kenntnis vom Kunden nicht gut und anlagegerecht beraten kann“. Tenhagen kritisierte zudem, die Banken hätten in den meisten Fällen ein zu riskantes Anlageprodukt empfohlen.

In 126 der 146 Gespräche waren laut „Finanztest“ Wertpapiere Gegenstand der Beratung. In diesen Fällen hätten die Institute den Kunden nach dem Gespräch Beratungsprotokolle aushändigen müssen. Von den 126 Testkunden erhielt dies aber nicht einmal die Hälfte: „65 Kunden wurde die Aushändigung verweigert, obwohl sie ausdrücklich danach gefragt haben“, sagte die Vizechefin der Abteilung Finanzdienstleistungen bei "Finanztest", Stephanie Pallasch.

In keiner der 21 getesteten Banken erhielten den Angaben zufolge alle Kunden ein Protokoll, die Anspruch darauf gehabt hätten. „Das heißt, dass kein einziges Kreditinstitut gewährleisten konnte, dass seine Beratung immer rechtlich korrekt stattfindet“, sagte Tenhagen. Daher habe „Finanztest“ das Qualitätsurteil für die Beratung bei allen getesteten Banken abwerten müssen.

Die Ergebnisse des aktuellen Bankberatungstests fielen damit noch schlechter aus als bei einer Untersuchung von „Finanztest“ Ende vergangenen Jahres. Besser bewerteten die Tester zwar die Anlageempfehlungen - trotzdem schnitten nur drei Banken „gut“ ab. Etwas häufiger wurden demnach auch Fragen nach der Situation des Kunden gestellt. Für die insgesamt schlechteren Noten sorgten allerdings die oft fehlenden Beratungsprotokolle, die erst seit Jahresbeginn vorgeschrieben sind.

Tenhagen forderte als Konsequenz schärfere Kontrollen der Bankberatung. „Das Erlassen von Gesetzen hilft dem Verbraucher nur zum Teil. Die Einhaltung der Gesetze muss auch bei Banken kontrolliert werden und bei Verstößen muss es Sanktionen geben.“ Ein Sprecher von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte auf Anfrage: „Viele Banken haben aus ihren Fehlern wenig gelernt und leisten sich weiterhin gravierende Versäumnisse“. Die Bankenaufsicht BaFin müsse Verstößen daher nachgehen und Banken intensiver kontrollieren.

Wer, trotz Krise, trotz des Zerfalls unseres Papiergeldsystems und trotz der zentralen Beteiligung der Banken an diesem Betrug an der Menschheit, immer noch Glauben in die Seriosität seiner Ban hatte, sollte spätestens jetzt kritisch hinterfragen, ob er weiterhin dieser Beratung vertrauen sollte. Die Beratung der Bank ist und bleibt dem kränkelnden Finanzsystem hörig – und wer diese Ratschläge befolgt, ohne nicht zumindest ein wenig selbst den Kopf angestrengt zu haben und die Vorschläge zu hinterfragen, die einem da unterbreitet werden, läuft Gefahr, hohe Verluste zu erleiden. Wir leben in Krisenzeiten, daher müssen Sie Ihr Vermögen bestmöglich schützen. Lesen Sie hier mehr zur finanziellen Krisenvorsorge.

Quelle: handelsblatt.com, afp


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