Persönliche Fähigkeiten: Denken, Ziele und Handeln

Anknüpfend an den vorherigen Artikel zum Thema „Denken und Ziele“ stelle ich heute einige weitere unverzichtbare Voraussetzungen für die Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten vor. Sie wissen vielleicht, dass die Wichtigkeit des Ziele setzens in vielen Büchern und unzähligen Vorträgen erläutert wird. Allerdings fehlen dort meist wesentliche Faktoren, die eine erfolgreiche Umsetzung dann im Anschluss scheitern lassen.

Sie finden das eine gewagte Behauptung? Dann überlegen Sie doch mal: würden diese wichtigen Faktoren nicht fehlen, würden ja die meisten dieser Leser und Zuhörer ziemlich schnell auf die Erfolgsspur schwenken und wir hätten eine Gesellschaft randvoll mit erfolgreichen, strahlenden und zufriedenen Menschen, die allesamt auf tolle, kreative Weise „ihr eigenes Ding durchziehen“. Dass dem nicht so ist, muss ich wohl nicht extra beweisen.

Es ist wohl eher so, dass die meisten Menschen wenig bis keine Ahnung von diesen Dingen haben und in Sachen Zielerreichungs-Know-how totale Anfänger sind. Sollte das mehr oder weniger auch auf Sie zutreffen, so hoffen Sie womöglich, dass Sie sich ein Ziel nur ganz fest vornehmen brauchen und allein dadurch der Weg dorthin abläuft wie im Film. Nein, es ist wie in allen anderen Bereichen auch, in denen sich der Mensch etwas Neues erschließt: man steht zunächst total unsicher und wackelig auf den Beinen und kommt nicht gerade elegant voran. Betrachten Sie sich zunächst als Anfänger: ärgern Sie sich nicht zu sehr über das Hinfallen und freuen Sie sich über jeden kleinen Schritt, der gelingt.

Das Arbeiten mit Zielen wird wie ein zartes Pflänzchen groß gezogen. Es wird gehegt und gepflegt. Die Ziele und Vorhaben sind zunächst sensible und nicht gerade robuste Geschöpfe. Sie müssen nun in einer rauen Umwelt bestehen. Diese raue Umwelt ist jedoch nicht „da draußen“, sondern es sind die ziellos umherstreifenden Gedanken, die mal hier mal dort unterwegs sind und sich erstaunlich gern in negativen Gefilden aufhalten. Das tun sie, weil sie in unserer Gesellschaft darauf programmiert sind. Warum das so ist, führt an dieser Stelle zu weit und wird noch anderweitig besprochen. Fürs erste ist nur wichtig, zu wissen, dass das nicht so sein muss. Die Gedanken können in geregelten Bahnen gehalten werden – bzw. sie müssen es, wenn man ein Leben nach eigenen Vorstellungen und Wünschen führen will.

Der bewusste Umgang mit Gedanken ist eine Frage der Übung, der vor allem die alt eingeschliffenen Gewohnheiten gegenüberstehen: reflexhaft verbeißt sich der Gedankenstrom immer wieder in die momentanen Probleme, die Unzufriedenheit und die Ungewissheit über die Zukunft. Dieses Verbeißen trägt allerdings zur Lösung der (vermeintlichen) Probleme nichts bei. Oder wurden Sie schon einmal durch zermürbende Grübeleien zu konstruktiven Aktivitäten angespornt?

Es ist wohl eher das Gegenteil der Fall: gedankliches Festhängen in Problemen und unerfreulichen Lebensumständen saugt gerade die Energie ab, die eigentlich für das Loslegen gebraucht würde. Ein bisschen „Selbstbetrug“ durch positives Denken kann da nicht schaden. Im schlimmsten Falle hilft es, sich selbst mal für eine Weile nicht so wahnsinnig ernst zu nehmen und das Leben als Spiel zu betrachten. Auf jeden Fall müssen Sie sich immer eine gewisse Zeit nehmen, sich auf Ihre Ziele zu konzentrieren und die Alltagsprobleme „ausblenden“, um die zarten Ziel-Pflänzchen großzuziehen.

Ein Hauptfeind bezüglich Ihrer Fähigkeit für das erfolgreiche Arbeiten mit Zielen ist mangelnde Selbstsicherheit. Ohne ein gerütteltes Maß davon geht nicht viel. Doch die Selbstsicherheit wächst umso mehr und schneller, je konsequenter und ausdauernder Sie an der Entwicklung Ihrer Fähigkeiten und Ziele dranbleiben.

Auch die mentale Stärke steigt durch dieses „Training“. Mentale Stärke formt ebenfalls die Durchsetzungskraft und Strahlkraft Ihrer Ziele. Wenn die Ziele statt strahlend leuchtender und hochmotivierender Bilder nur verwaschene Vorstellungen sind, verändert sich im Leben nichts und man könnte zu dem falschen Schluss gelangen, dass das mit den Zielen bei manchen funktioniert, „aber bei mir nicht“. Dem ist aber nicht so, die Spielregeln gelten für alle gleich.

Selbst die erstrebenswertesten Ziele sind keine Selbstläufer. Ohne Ihr aktives Tun verändert sich in Ihrem Leben überhaupt nichts. Wie am Anfang des Artikels schon erwähnt, gibt es viele Leute, die ein Selbstentfaltungs-Buch nach dem anderen lesen und ein Seminar nach dem anderen besuchen und trotzdem auf der Stelle treten und unzufrieden bleiben. Wie kommt das? Ganz einfach, sie verwechseln ihr passives konsumieren von Informationen mit aktivem Handeln und bemerken den Unterschied nicht.

Aktives Handeln ist, sich stattdessen immer auf den einen Schritt zu konzentrieren, den man hier und jetzt gerade gehen kann und alle weiteren, theoretischen Zukunftspläne und Wünsche währenddessen auszublenden. Wenn das momentane Hauptproblem beispielsweise darin besteht, sich körperlich nicht fit genug zu fühlen, besteht der erste Schritt darin, einen regelmäßigen Sport zu finden, der Spaß macht. Und wenn es zunächst auch „nur“ Parkspaziergänge im flotten Schritttempo sind. Je mehr Sie in dem aufgehen, was Sie gerade jetzt machen können, desto weniger werden Sie all die anderen schönen Sachen vermissen, die Ihnen dabei vermeintlich entgehen. Wer voll im hier und jetzt „bei der Sache“ ist, vermisst nichts.

Jedes Mal wenn Sie auf diese Weise in Aktion treten, wird Ihre Willens- und Durchsetzungskraft aktiviert und gestärkt. Umgekehrt bauen diese Kräfte und Fähigkeiten umso mehr ab, je häufiger und länger Sie in Passivität verharren. Das beste Beispiel dafür ist das Fernsehen: je länger und öfter Sie sich diesem passiven „Vergnügen“ hingeben, desto weniger Kraft und Elan werden Sie verspüren. Umgekehrt können Durchsetzungs- und Willenskraft bei hohem Maß an zielgerichteter Aktivität so stark werden, dass auch Menschen, die scheinbar keine besonderen Talente haben, die Welt aus den Angeln heben können.

Egal ob man sich für passives Vegetieren oder aktives Streben entscheidet: in jeder Richtung entstehen Feedbackschleifen, die den eingeschlagenen Weg verstärken und unterstützen. Deshalb scheint es auch oft so, als ob Ihnen gewisse Dinge, die Sie zum Erreichen Ihrer Ziele brauchen, auf dem Weg dorthin „auf magische Weise“ zufallen. Denn sobald Sie sich diesbezüglich in Bewegung setzen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf alles, was Sie voranbringt bzw. Sie diesbezüglich unterstützt. Plötzlich erkennen Sie Chancen, nutzen bisher übersehene Bausteine und kreieren das Nötige. Es ist der Prozess, der das Unvorhergesehene zutage fördert. Die Wirksamkeit dessen ist wirklich erstaunlich. Das Schöne dabei sind vor allem Begegnungen, die man nicht auf der Rechnung hat und vorher auch nicht erahnen konnte. Das können neue Partner, bisher nicht bekannte Finanziers, neue Produkte, neue Abläufe oder neue Netzwerke sein.

Wir sehen, dass der Weg aus verschiedenen Abschnitten besteht und kein Glied in dieser Kette vernachlässigt werden sollte – denn die Kette ist bekanntlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Der Nachdruck dieser Serie liegt darauf, Ihnen das komplette Bild der Kette zu vermitteln und umfänglich darzulegen, wie Sie Ihre Fähigkeiten grundlegend und komplett auf ein neues Niveau heben. Es gibt natürlich noch weitere Zutaten, die hier nur kurz angedeutet oder noch nicht erwähnt wurden, aber im Verlauf der Serie detailliert dargelegt werden.