So eröffnen Sie ein Schließfach in der Schweiz

Wie deponiere ich mein Gold und Silber in der Schweiz?

Ab einer gewissen Menge an Edelmetallen steht man vor der Frage, wie man Gold und Silber sicher in der Schweiz lagert, bzw. was die Lagerung von Gold und Silber in der Schweiz kostet. Diese und andere Fragen möchte ich hier beantworten und erklären, wie man in der Schweiz ein Schließfach eröffnet. Ich möchte allerdings gleich anmerken, dass dies aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr so einfach wie noch vor fünf-sechs Jahren ist. Oftmals lehnen die Banken ausländische Schließfachkunden ab, weil sie die Schließfächer für die eigenen Kunden benötigen und reine Schließfachmieter kein „Geschäft“ versprechen.

Bei welcher Bank eröffne ich ein Schließfach in der Schweiz?

Schließfächer in einer Bank

Für die Frage „wo lagere ich mein Gold und Silber in der Schweiz“ kann ich Ihnen folgenden Tipp geben: Wenn Sie Ihre Edelmetalle und wichtige Dokumente in einem Schließfach deponieren wollen, suchen Sie sich eine kleine regionale Bank im grenznahen Bereich. Am Besten rufen Sie dort an und überlegen sich vorher eine schlüssige Begründung, was Sie dorthin zieht und welche Vorteile die Bank durch Sie als Kunden hätte. Wie oben erwähnt, geht es nicht mehr so einfach wie früher. Ist dieser erste Schritt getan, können Sie alles per Mail in die Wege leiten und Ihre Wertsachen dann beim ersten Besuch mitnehmen und einlagern.

Wie viel kostet ein Schließfach in der Schweiz pro Jahr?

Es gibt dort Schließfächer in verschiedenen Größen und die Jahresmiete beläuft sich auf 45 bis 190 SFR. Die Fächer sind groß und stabil, so dass auch (schweres) Silber eingelagert werden kann. Zusätzlich zum Schließfach muss bei der Bank ein Girokonto eröffnet werden, so dass die Bank die jährliche Miete abbuchen kann.

Schließfach mit 10-Euro-Silbermünzen

Dieses Girokonto kostet die üblichen Jahresgebühren und bietet den Vorteil, dass man so nebenher Geld auf einem Schweizer Konto in Schweizer Franken sparen kann. Dieses Konto kann selbstverständlich übers Onlinebanking verwaltet werden.

So gehen Sie vor:

Sie kontaktieren eine Schweizer Bank Ihrer Wahl, schildern Ihr Anliegen und fragen, ob entsprechende Schließfächer frei sind. Wie gesagt, eine schlüssige Erläuterung, warum Sie dort anrufen, sollte man sich vorher überlegen. Zudem stehen die Chancen sicher besser, wenn man eine Bank wählt, die etwas abseits liegt, da dann die Wertschätzung den Kunden gegenüber höher ist. Danach können Sie einen Termin vereinbaren, hinfahren, den üblichen Papierkram erledigen und sofort das erste Edelmetall einlagern.

Sichere Aufbewahrung wichtiger Dokumente im Schließfach

Sie sollten auch Ihre wichtigen Dokumente, Urkunden, Versicherungspolicen und sonstige Verträge an einem sicheren Ort verwahren. Entweder Sie legen die Originale oder (beglaubigte) Kopien in solch ein Schließfach.

Weitere Infos zum Thema Schließfach

Zu jedem Schließfach gehören zwei Schlüssel und Sie bekommen selbstverständlich beide. Die Bank hat ohne Sie keinen Zugang. Wenn Sie zu Ihrem Schließfach gehen wollen, gibt ein Angestellter den gesicherten Zugang zu dem Tresorraum frei. Ebenso entsichert er Ihr Schließfach, so dass Sie es dann mittels einem Ihrer beiden Schlüssel öffnen können. Es werden nur einzelne Parteien in den Tresorraum gelassen. Es sind also nie fremde Dritte mit dabei. Ohne die Freigabe der Bank kommt keiner an die Schließfächer. Sie können den Inhalt Ihres Schließfaches selbstverständlich fotografieren.

Sie kommen an Ihr Schließfach nur mit einem der beiden Schließfachschlüssel und Ihrem Ausweis. Anderen Person ist der Zugang verwehrt, außer Sie erteilen eine Vollmacht. Es besteht also auch keine Gefahr, falls Ihnen Ihr Schüssel abhandenkommt oder gestohlen wird. Jeder Besuch wird exakt dokumentiert, indem die Uhrzeit und der Besucher genau erfasst werden. Falls Sie Ihre Schlüssel verlieren, wird das Schloss von einer Spezialfirma geöffnet und das kostet circa 750 Euro.

Sie können jederzeit ohne Voranmeldung während der gewöhnlichen Öffnungszeiten an Ihr Schließfach. Auf Anfrage können Sie ggf. auch außerhalb der üblichen Schalterzeiten einen Termin bekommen. Sollten gerade andere Parteien im Schließfachraum sein, müssen Sie kurz warten. Der Besuch kostet natürlich nichts.

Sie können (und sollten) einer Person Ihres Vertrauens eine Vollmacht erteilen. Diese Person kann aber nur an das Schließfach, wenn Sie ihr einen Schlüssel aushändigen.

Es ist möglich, den Inhalt des Schließfachs zu versichern. Dabei müssen Sie aber Angaben zum Inhalt geben und dann ist Schluss mit der Anonymität. Raub, Feuer, Naturgewalten könnten Gefahren darstellen, allerdings ist dies alles nicht sehr wahrscheinlich. Ohne Versicherung bekommen Sie in solch einem Fall keinerlei Entschädigung.

Schließfach im Krisenfall

Manche sagen, sie wollen im Krisenfall, wenn andere Menschen in Not sind, nicht ans Schließfach und sind deshalb dagegen. Andere Kritiker meinen, man sei an die Öffnungszeiten gebunden und in der Krise könne die Bank Pleite gehen. Dazu würde ich Folgendes sagen: wirklich 100 %ige Sicherheit gibt es auf der ganzen Welt nirgends. Ich denke nicht, dass Ihre Werte im Krisenfall Zuhause sicherer sind. Um die erste Krisenzeit zu überstehen, sollten Sie einen Bargeldvorrat, Tauschgegenstände und eine kleinere Menge physisches Gold und Silber im unmittelbaren Zugriff haben. Ihr Hauptbestand an Gold und Silber sollte während der Krisenzeit im sicheren Schließfach verbleiben und Sie sollten es nicht anrühren. Den wirklichen Wert hat es erst danach. Hier in unserem Krisenvorsorgeforum finden sie mehr aktuelle Informationen zu dem Thema.

Eine Bankpleite tangiert Ihr Schließfach nur insofern, dass Sie ggf. eine Zeit lang keinen Zutritt haben, bis ein Insolvenzverwalter aktiv ist. Der Schließfachinhalt verbleibt ausschließlich in Ihrem Besitz. Die Bank hat wie oben erläutert keine Schlüssel. Natürlich sollte man ein Schließfach nur in Ländern eröffnen, wo man vor Beschlagnahmung sicher ist, wie beispielsweise in der Schweiz oder Liechtenstein.

Sollten Sie über größere Werte verfügen, sind verschiedene Schließfächer bei unterschiedlichen Banken zu empfehlen.

Hier ist ein Presseartikel vom Mai 2011 zu diesem Thema.