Serie Teil 2: Der Kollaps Argentiniens 2001: Die Zeichen einer nahenden Krise – und geeignete Sicherheitsmaßnahmen in einer Stadtwohnung

Wen man auch immer heute in Argentinien fragt, was während des Zusammenbruches in Argentinien das Schlimmste war, wird man fast immer die Antwort erhalten: Die Kriminalität. Die zweithäufigste Antwort heißt: Geld. Neben sehr vielen anderen Problemen waren diese beiden die größten Schwierigkeiten, mit denen der Durchschnittsargentinier zu kämpfen hatte.

Nicht, dass man nicht Ersparnisse auf der Bank gehabt hätte, erzählt Fernando Aguirre, der heute seine Erfahrungen mit dem hyperinflationären Kollaps in Argentinien gern an Interessierte weitergibt. Er kann aus erster Hand berichten, was auf eine Bevölkerung zukommt, wenn die staatlichen Strukturen und die öffentliche Ordnung zusammenbrechen.

Noch am Tag bevor die Banken schlossen, beschwor die argentinische Regierung die Bürger, Vertrauen zu haben. Das Geld sei sicher auf den Banken, niemand müsse Angst um sein Erspartes haben. Ein Politiker schwor sogar auf den Namen seiner Mutter, es werde keine Bankenschließung geben. Etwas mehr als 12 Stunden später war es dann doch so weit.

Viele Bürger hatten den Versicherungen geglaubt, und als es offensichtlich wurde, dass die Konten gesperrt werden, war es zu spät. „Die Regierung sagt immer, dass alles in Ordnung ist und alles gut läuft, und dennoch habe ich gesehen, wie das Land schon wenige Stunden später zusammenbrechen kann. Meist gibt es vorher schon hohe Arbeitslosenzahlen und Unruhen. Genau das sehen wir jetzt auch wieder in den USA!“ warnt Fernando in einem Interview auf einem US-amerikanischen Sender.

Und er beschreibt, wie schnell eine Hyperinflation über die Bürger hereinbricht. Die wahren Inflationsraten werden mit allen möglichen statistischen Tricks heruntergerechnet und beruhigende Zahlen veröffentlicht. Sehr interessant sind die ersten Anzeichen so einer versteckten Inflation: „Es gibt kleine Hinweise. Ich habe damals bemerkt, dass die Inhaltsmenge einiger Artikel verkleinert wird und die Packungen ein neues Design erhalten, damit es nicht auffällt. Das wird alles mit einer positiv klingenden Werbekampagne gemacht. So, als würde man das Produkt ganz neu und verbessert anbieten, nur ist das neue Produkt zufällig kleiner als früher und kostet ein bisschen mehr. All diese kleinen Dinge, hinter denen sie die Inflation verstecken … und die kriechen so heimlich und langsam in dein Leben.“

Genau das, lieber Leser, geschieht übrigens zur Zeit auch hier. Mir ist schon mehrfach aufgefallen, dass in manchen Packungen weniger enthalten ist, der Preis aber der gleiche geblieben. Oder ein Aufdruck, der eine „neue, verbesserte Rezeptur“ verspricht, die Inhaltsstoffe aber schlechter geworden sind. Konkretes Beispiel: Eine Packung Nussmischung, die ich immer gern geknabbert habe, weist – seit die „Rezeptur verbessert“ wurde – plötzlich weit weniger von den teuren Cashewkernen, Paranüssen und Walnüssen auf, stattdessen ist seitdem der Anteil der billigen Rosinen und Erdnüsse  höher geworden.

Natürlich reichten die Tricks nicht sehr weit, die anziehende Teuerung in Argentinien hinter Packungsgeschummel zu verstecken, und irgendwann stiegen die Preise so, dass man es nicht mehr übersehen konnte. „Man bekam die Hälfte dessen, was man braucht, für dasselbe Geld, was man früher ausgegeben hatte – und trotzdem machen einem die offiziellen Statistiken weis, dass alles in Ordnung sei. Sie legen einfach neue Maßstäbe an die Ermittlung der Inflationsraten an. Zum Beispiel bei Fleisch. Wenn der Preis allgemein um 20% gestiegen ist, nehmen sie auf einmal eine andere, billigere Sorte aus einem lokalen Sonderangebot in den Warenkorb auf, und schon stimmt die Statistik wieder. … so etwas wie Rinderzunge zum Aktionspreis aus einer Landmetzgerei statt Steak aus der Fleischtheke in der Stadt“

Als die Inflation richtig in Gang gekommen war, konnte man in den Geschäften zusehen, wie die Angestellten mit Preisschildchen herumliefen, um die neuen, höheren Preise über die alten Preisschildchen in den Plastikleisten an den Regalen zu schieben. Erst passierte das einmal wöchentlich, dann einmal täglich, dann mehrmals täglich. Bisweilen konnte man sehen, dass richtig kleine Stapel in den Leisten klemmten. Nahm man die Schildchen heraus, konnte man die Teuerungen der letzten Tage ganz genau nachvollziehen. Später kam es zu Situationen, in denen Kunden an der Kasse schon einen höheren Preis zahlen mussten, als er noch im Regal an der Ware angezeigt worden war. Nach und nach verschwanden auch die Waren aus den Regalen. Nicht, weil es keine Ware mehr gab, sondern weil die Geschäfte sie zurückhielten. Jeder Tag, an dem die Ware später verkauft wurde, war ihr Preis schon deutlich höher. Außerdem kauften die Angestellten sofort für sich und ihre Familien schon vor Geschäftsöffnung alles ein, was sie ergattern konnten.

Die Kunden hatten das Nachsehen und die rasant steigenden Preise zu verkraften. Menschen randalierten vor und in den Geschäften, Kunden wurden wütend, erst schickten die Familien, die sich keine Lebensmittel mehr leisten konnten, ihre Kinder zum satt Essen in die Supermärkte, dann versuchten auch Erwachsene, schnell so viel wie möglich im Laden zu essen, bevor sie hinausgeworfen wurden.

Zuerst trafen die davonschießenden Preise die Ärmsten der Armen, dann konnte auch der Mittelstand nicht mehr mithalten, denn die Löhne hielten mit der Teuerung nicht mehr Schritt. Viele Firmen mussten massenhaft Leute entlassen, denn die Menschen kauften nur noch das Allernötigste, insbesondere Nahrungsmittel. Produkte, die nicht unbedingt zum Leben nötig waren, blieben liegen, und die Hersteller gingen bankrott. Damit wurden viele Unternehmer, Freiberufler, Geschäftsleute und Angestellte, die vorher zum gesunden und wohlhabenden Mittelstand gehörten, über Nacht mittellos. Die Sozialleistungen waren nicht mit der Inflation gestiegen – wenn man denn überhaupt welche bekam. Neue Jobs gab es kaum, allenfalls vorübergehende Aushilfstätigkeiten.

Das war der Punkt, an dem der Kollaps des Systems nicht mehr aufzuhalten war. Der Mittelstand ist es nämlich, der ein System am Laufen hält, die Industrie betreibt und die Waren konsumiert. Je größer der Anteil an Bürgern der Mittelklasse in einem Land ist, um so besser in der Lebensstandard, das Wirtschaftswachstum, der Wohlstand. Eliminiert die Armut diesen Mittelstand, besteht die Gesellschaft des Landes nur noch aus einer riesigen Anzahl Armer und wenigen Reichen: der typische Aufbau eines Dritte-Welt-Landes.

In Argentinien wurde der Mittelstand in kurzer Zeit geradezu ausradiert, und damit gleichzeitig seine Kaufkraft, seine Arbeitskraft, sein Einkommen und sein Steueraufkommen. Geld wird nur noch gedruckt, um noch von einem Tag zum anderen zu wursteln. Genau das geschah in dieser Zeit in Argentinien. Damit nahmen die Dinge ihren unaufhaltsamen Lauf. Die Menschen revoltierten, gingen in ihrer Not auf die Straße, holten sich gewaltsam, was sie zum Leben brauchten. Die Geschäfte und Banken schlossen und wurden verbarrikadiert, das gesamte Land stand still.

Jetzt brach die blanke Not aus. Ein Tourist, der zufällig in dieser Zeit in Buenos Aires war berichtete:

„Es ist eine Sache, Statistiken und Zahlen zu betrachten, aber es ist schrecklich, das wirklich mitzuerleben und zu sehen, wie Leute in den Abfalleimern auf der Straße wühlen, ob nicht doch noch etwas Eßbares darin zu finden ist. Nicht einzelne, zerlumpte Menschen, sondern viele, ganz normale, gut angezogene, ordentliche Leute stopfen sich den irgendwie essbaren Abfall aus den Mülltüten in den Mund. Das hat mich am meisten erschüttert. Diese Leute waren nicht anders als ich, die sahen genauso aus wie ich. Da stand eine ganze Familie, ein Ehepaar mit zwei, drei Kindern um einen Mülleimer herum und aßen, als säßen sie am Frühstückstisch.“

Eine Bibliothekarin aus Buenos Aires erinnert sich: „Natürlich sahen wir im Fernsehen die Gewaltszenen auf den Straßen, die Plünderungen und die Aufstände. Zuerst waren es junge  Randalierer, Arme, Arbeitslose, Radikale, die sich mit der Polizei und den Sicherheitskräften anlegten. Das war an sich nichts wirklich Neues. Nur kam es plötzlich öfter und in allen Städten und dann fast täglich vor. Und dann waren es auf einmal nicht mehr nur die „üblichen Protestierer“, sondern ganz normale Leute. Das Schlimmste und Bedrückendste aber war, dass nicht irgendwelche Aufrührer da draußen randalierten, und ich konnte, wie immer, in meiner sicheren, schönen, kleinen Wohnung sitzen … sondern das ganze Leben hatte sich total geändert. Ich war jetzt auf einmal richtig arm. Ich hatte Angst, ich hatte Hunger, ich wusste nicht, wie es weitergehen würde, ich konnte mich nicht mehr in die Sicherheit meines guten Lebens zurückziehen und zuschauen, was draußen passierte. Ich war zutiefst verunsichert und hilflos. Meine Lebensqualität war einfach … weg!“

Dieses Gefühl, jede Sicherheit verloren zu haben und allem ausgeliefert zu sein, was über einen hereinbricht, beschreiben viele Argentinier heute noch als eine sehr verstörendes Erfahrung. Sehr schnell zeigte sich, dass die Zivilisation nur eine dünne Schicht ist. Angst vor Strafe und Konsequenzen halten in Zeiten der funktionierenden öffentlichen Ordnung Manchen davor zurück, sich rücksichtslos und gewalttätig zu verhalten. Ist die Polizei überfordert oder gar nicht mehr vorhanden, legen sie alle Skrupel ab. Gerade die Leute, die schon vor der Krise zu Brutalität und Kriminalität neigten, waren die Ersten, die Mitbürger überfielen und ausraubten, nachdem alle Geschäfte geplündert waren. Die Kriminalität wurde zu einem massiven Problem in Argentinien.

Die Sicherheit der eigenen Wohnung stand zusammen mit dem Kampf gegen den Hunger an erster Stelle. Die Erfahrungen aus Argentinien zeigen, dass manches anders funktioniert, als man es sich in der Theorie ausdenkt.

Krisenvorsorge und Überleben in der Krise wird oft mit einem Haus auf dem Land, einem großen Garten mit Gemüsebeeten, Obstbäumen, einem Bach hinterm Haus und einem großen Stapel Brennholz an der Hauswand gleichgesetzt. Bedeutet das, dass es für Stadtbewohner in Etagenwohnungen schlecht aussieht?
Erstaunlicherweise zeigen die Erfahrungen in Argentinien, dass das keineswegs so ist.

Eine Stadtwohnung im Mehrfamilienhaus hat einige Vorteile:

  • Meistens ist eine Wohnung kostengünstiger, ein wichtiger Faktor während Krise und Inflation, insbesondere, wenn das Einkommen kaum ausreicht.
  • Sie kostet normalerweise weniger an Wasser, Elektrizität und Heizung. Ein freistehendes Haus verschlingt mehr Nebenkosten.
  • In ein Mehrfamilienhaus einzubrechen ist für Diebe riskanter. Dort ist fast immer irgendjemand zu Hause und wenn die Räuber gesehen werden, könnte eine ganze Hausgemeinschaft ihnen zu Leibe rücken. In Zeiten von Not und Krise hat man in Argentinien nicht unbedingt auf die Polizei gewartet. Dort wurden Einbrecher oft gleich vor Ort bestraft.
  • In Mehrfamilienhäusern können alle Bewohner gemeinsam ein paar Sicherheitsleute einstellen, das kostet den einzelnen dann nicht viel. In Krisenzeiten mit hoher Arbeitslosigkeit gibt es in der Stadt viele junge Männer, die arbeitslos sind und für wenig Geld eine solche Arbeit gern übernehmen – und manchmal auch für Naturalien und/oder Kost und Logis Wache halten.
  • Für Einbrecher ist der eine Hauseingang zum Mehrfamilienhaus ein gefürchteter Engpass. Hier werden sie leicht gesehen, müssen sich im Hausflur erst einmal orientieren, welche Wohnung leer ist und wer vielleicht darin wohnt. Sie können nicht von außen in die Fenster gucken, um herauszufinden, ob jemand daheim ist, und ob es jemand Wehrhaftes ist.
  • Umgekehrt können die Bewohner unbemerkt durch ihre Türspione ins Treppenhaus schauen und sich gegenseitig verständigen, wenn verdächtige Fremde dort herumlaufen. In Krisenzeiten sind viele arbeitslose und zornige Männer ohne Beschäftigung zu Hause. Diese Hausbewohner können sich gegenseitig alarmieren und die Kriminellen stellen. Auch, wenn zeitweise die Telefone wegen Stromausfall nicht funktionierten, konnten die Bewohner sich mit Klopfzeichen verständigen. Gerade in Betonhäusern leiten die Wände und Böden die Klopfzeichen sehr gut durch das ganze Haus.
  • Es gibt nur Wohnungstüren, keine Fenster zum Einsteigen, und Wohnungstüren lassen sich gut sichern. Durch die Fenster kommt man nur in den zwei unteren Stockwerken relativ einfach hinein.
  • Die eine Haustür unten im Erdgeschoss ist auch der einzige Fluchtweg nach draußen. Wird der von wehrhaften Hausbewohnern versperrt, sitzen die Kriminellen in der Falle.
  • Stadtwohnungen sind fast immer näher am Arbeitsplatz, so man einen hat. Man findet in der Stadt auch eher einen Aushilfsjob. Die Löhne konnten in Argentinien aber nicht mit der Inflation Schritt halten. Längere Anfahrten zu einer Arbeitsstelle waren unbezahlbar, und fraßen den kargen Lohn gleich wieder auf. Kleine Wohnungen in der Innenstadt ermöglichten ein Überleben auch mit Minijobs, weil man teilweise zu Fuß hingehen konnte oder mit preiswerten öffentlichen Verkehrsmitteln. Das stellte sich damals als großer Vorteil heraus.
  • Bei einer gut funktionierenden Hausgemeinschaft war die gegenseitige Unterstützung für alle ein Gewinn. Man konnte gemeinsam zu Besorgungen in die Stadt aufbrechen und bewegte sich in der Gruppe sicherer durch die Stadt. Weniger mobile Hausbewohner wurden von den anderen unterstützt und leisteten ihrerseits, was sie zum Gemeinwohl beitragen konnten. Besonders alte Leute, die nicht in der Lage waren, selbst allein auf Nahrungssuche zu gehen, passten auf die Kinder der anderen Hausbewohner auf, und bekamen im Gegenzug etwas zu essen und Medikamente mitgebracht.
  • Alte und alleinstehende Menschen sind am sichersten in einer Wohnung in etwas höheren Stockwerken aufgehoben. Hier ist ein Einbruch von außen fast unmöglich und über die Wohnungstür zu lästig, weil die Entdeckungsgefahr groß ist.

Die Vorteile sind allerdings nur dann wirklich gegeben, wenn man in einem Häuserblock wohnt, wo grundsätzlich anständige und ordentliche Leute wohnen. Die Häuserblöcke, in denen große Anteile an Asozialen und Kriminellen zu Hause waren, entpuppten sich als wahre Hexenkessel.

Fernando Aguirre gibt auf seiner Internetseite aus seiner eigenen und den gesammelten Erfahrungen vieler argentinischer Bürger einige sehr wichtige Ratschläge an Appartmentbewohner:

  • Investieren Sie beizeiten – also VOR dem Ausbruch der Krise – in eine gute Sicherheits-Wohnungstür. Das ist das Allerwichtigste.
  • Knüpfen Sie Bekanntschaften mit den anderen Hausbewohnern und seien Sie nett und freundlich! Stellen Sie sich besonders mit den Hausbewohnern gut, die alles mitbekommen, jeden kennen und mit jedem über alles reden. Von denen erfahren Sie dann zuweilen sehr wichtige Dinge, was das Leben im Haus angeht.
  • Schaffen Sie Platz zur Bevorratung von Lebensmitteln und Dingen des alltäglichen Bedarfs. Bauen Sie Regalbretter an die Wand über der Toilette. Lagern Sie Benzin in sicheren Behältern auf dem Balkon oder in Ihrem Kellerappartement. Das ist in Krisenzeiten kostbar. Schütteln Sie die Behälter von Zeit zu Zeit.
  • Je weniger Sie in den turbulenten und gefährlichen Wochen nach draußen müssen, um so besser. Bevorraten Sie am besten alles, was Sie für ein halbes Jahr brauchen. Denken Sie daran, dass Sie damit auch Gefälligkeiten der anderen belohnen, verraten Sie aber nicht, was Sie alles gehortet haben.
  • Bevorraten Sie Wasser! Sammeln Sie viele Plastikflaschen, und befüllen diese, sobald es auch nur den Anschein hat, dass das Wasser ausfallen könnte.
  • Wenn möglich, versuchen Sie auch noch Regenwasser zu sammeln (Balkon etc.). Dann können Sie auch mal die Toilette spülen, wenn das Wasser abgestellt ist.
  • Bringen Sie Vorhänge an Ihren Fenstern an, auch in höheren Stockwerken. Sie wissen nicht, ob nicht doch jemand die Möglichkeit hat, in Ihre Wohnung zu schauen, ob Sie da sind und ob es bei Ihnen etwas Lohnendes zu holen gibt.
  • Installieren Sie eine einfache, automatischen Lichtschaltuhr. Niemand soll sicher sein, dass die Wohnung wirklich leer ist.
  • Legen Sie Pfefferspray oder eine Gaspistole neben der Eingangstür griffbereit. Öffnen Sie nie die Tür, ohne zuvor durch den Spion geschaut zu haben, ob Sie den Besucher auch kennen. Gibt sich jemand als städtischer Bediensteter aus, der Wasser, Strom oder Heizung kontrollieren will, rufen Sie am besten einen anderen Hausbewohner hinzu. Oder sie machen gar nicht erst auf. Zur Not machen Sie von Ihren Abwehrmaßnahmen Gebrauch, stimmen Sie lautes Geschrei an und knallen Sie die Wohnungstür sofort wieder zu, wenn der Eindringling zurückweicht.
  • Bevorzugen Sie eine Wohnung in einem höheren Stockwerk. Die beiden unteren Stockwerke sind weniger einbruchssicher.
  • Achten Sie darauf, dass das Haus nicht allzu modern und technisiert ist und zu viele Dinge nur mit Strom funktionieren. Gibt es nur eine schlecht einsehbare Außentreppe, sobald der Aufzug ausfällt? Sind im Treppenhaus keine Fenster und nur elektrische Beleuchtung? Das ist kein Spaß bei Stromausfall. Betonhäuser mit relativ dünnen Wänden und vielen, großen Glasflächen werden sofort eiskalt, wenn die Heizung ausfällt und zu Brutkästen, wenn im Sommer die Klimaanlage mangels Strom nicht läuft. Betrachten Sie Ihr Haus unter dem Gesichtspunkt eines Stromausfalls und abgestelltem Wasser. Was können Sie dann tun
  • Wenn Sie eine neue Wohnung suchen, achten Sie darauf, ob es einen offenen Kamin oder die Möglichkeit für einen Kaminofen gibt. Das kann in einem Winter ohne Zentralheizung lebensrettend sein. Stellen Sie sich ersatzweise eine Gasflaschenheizung mit Reservegasflasche auf den Balkon. Damit können Sie zumindest ein Zimmer eine ganze Weile lang heizen, wenn die Zentralheizung ausfällt.
  • Wenn Sie einen Balkon haben, stellen Sie dort einen Notstromgenerator hin. Damit können Sie Strom erzeugen und zum Beispiel Ihre Tiefkühltruhe betreiben, in der Sie kostbare Lebensmittelvorräte lagern.
  • Wenn Sie nach einer Wohnung suchen, bevorzugen Sie eine, die nahe an einer Polizeiwache liegt oder an einem Platz, wo ständig Polizeipräsenz ist.

Auch, wenn Sie nicht alle Punkte „abhaken“ können: Es muss nicht alles hundertprozentig stimmen. Jeder erfüllte Punkt verbessert aber Ihre Situation!